29/10/2024
Der Ginkgo biloba, auch bekannt als Fächerblattbaum, ist ein faszinierendes Gewächs und gilt als lebendes Fossil. Seine einzigartige Geschichte und seine Robustheit machen ihn zu einem beliebten Baum für Gärten und Parks. Viele Gartenbesitzer fragen sich, wie und wann man einen Ginkgo-Baum am besten schneidet, um sein Wachstum und seine Form zu fördern. Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Informationen rund um den Ginkgo, von der Vermehrung und Pflanzung bis hin zur richtigen Pflege und dem fachgerechten Schnitt.

Ginkgo Vermehrung: Samen und Stecklinge
Ginkgos werden üblicherweise durch Aussaat oder Veredelung vermehrt. Da in Mitteleuropa geerntete Samen oft nicht vollständig reifen, stammen die Samen für Baumschulen meist aus Südeuropa oder Asien. Die Anzucht aus selbst gesammelten Samen kann daher etwas Glückssache sein.
Aussaat von Ginkgo-Samen
Für die Aussaat werden die frischen Samen von der unangenehm riechenden Hülle befreit und in Kisten mit feuchtem Sand geschichtet. Diese werden dann bei ein bis drei Grad Celsius bis zum Frühling gelagert. Ab April können die Samen in Anzuchtkisten oder direkt im Freiland ausgesät werden.
Ginkgo-Vermehrung durch Stecklinge
Die Vermehrung durch Stecklinge ist ebenfalls möglich, erfordert aber professionelle Bedingungen wie ein Gewächshaus und eine Sprühnebelanlage. Als Stecklingsmaterial dienen die neuen Triebe, wenn sie Ende Mai bis Anfang Juni etwa 20 Zentimeter lang sind. Diese werden an der Verzweigung abgerissen, von der Rindenzunge befreit, mit Wachstumshormonen behandelt und in feuchte Anzuchterde gesteckt.
Veredelung von Ginkgo-Zuchtformen
Zuchtformen des Ginkgos werden in der Regel durch Kopulation im zeitigen Frühjahr auf getopfte Sämlingsunterlagen veredelt. Trauer- und Kugelformen werden meist durch Kopulation oder Geißfuß-Veredelung auf Hochstämme der Wildpflanzen veredelt. Nach der Veredelung sollten alle Sorten ein Jahr lang im Gewächshaus weiterkultiviert werden.
Ginkgo richtig pflanzen: Standort und Boden
Containerpflanzen können ganzjährig gepflanzt werden, außer bei extremer Sommerhitze oder gefrorenem Boden. Vor dem Pflanzen sollte der Ginkgo ausreichend gewässert werden. Bei Bedarf kann der Wurzelballen vor der Pflanzung in Wasser getaucht werden, um sich vollständig mit Wasser zu sättigen. Entfernen Sie den Kunststofftopf und setzen Sie die Pflanze in ein vorbereitetes Pflanzloch, das etwa 4-5 Mal so groß wie der Wurzelballen sein sollte. Das Pflanzloch wird mit Aushub vermischt mit Kompost aufgefüllt. Bei schweren Böden empfiehlt es sich, den Grund des Pflanzlochs aufzulockern und Kies oder Sand einzubringen, um die Durchlässigkeit zu verbessern und Staunässe zu vermeiden. Nach dem Pflanzen die Erde festdrücken und kräftig angießen. Zur Stabilisierung sollte der junge Ginkgo an einem Pfahl befestigt werden.
Ginkgo im Kübel pflanzen
Auch die Pflanzung im Kübel ist möglich, um Balkone und Terrassen zu begrünen. Achten Sie auf ausreichend große Kübel mit Ablauflöchern und legen Sie eine Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben am Topfboden an. Verwenden Sie hochwertige, lockere Blumenerde. Jüngere Kübelpflanzen sollten frostfrei überwintert werden.

Der ideale Standort für Ginkgo
Ginkgos bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie sind relativ anspruchslos an den Boden, sollten aber nicht zu nass oder zu trocken stehen.
Ginkgo Pflege: Wasser, Dünger und Winterschutz
Der Ginkgo ist sehr pflegeleicht. Er gedeiht auf fast jedem Boden, solange dieser nicht zu nass oder zu trocken ist. Der Wasserbedarf ist gering. Junge Bäume sollten jedoch regelmäßig gegossen und während der Wachstumsphase gedüngt werden. Ältere Ginkgos benötigen nur in langen Trockenperioden zusätzliche Wassergaben.
Winterschutz für Ginkgo
In den ersten Jahren benötigen junge Ginkgos bei eisigen Temperaturen einen Winterschutz. Ältere Exemplare sind winterhart. Kübelpflanzen sollten frostfrei bei etwa 5 °C überwintert werden.
Ginkgo schneiden: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Der Schnitt eines Ginkgo-Baumes ist in der Regel nicht zwingend erforderlich, da er von Natur aus eine ansprechende Wuchsform entwickelt. Ein Schnitt kann jedoch sinnvoll sein, um das Wachstum zu lenken, die Baumkrone auszulichten oder abgestorbene Äste zu entfernen. Der beste Zeitpunkt für einen Schnitt ist das späte Winterende oder der frühe Frühling, bevor der Baum neu austreibt. In dieser Zeit befindet sich der Ginkgo in der Ruhephase, und der Schnitt wird weniger Stress verursachen.
Ginkgo schneiden: Anleitung und Tipps
Beim Schneiden eines Ginkgo-Baumes sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Werkzeug: Verwenden Sie scharfe und saubere Gartenscheren oder Astsägen, um glatte Schnittflächen zu gewährleisten und Krankheiten vorzubeugen.
- Auslichtungsschnitt: Entfernen Sie zunächst abgestorbene, kranke oder beschädigte Äste. Auch sich kreuzende oderParallel wachsende Äste können entfernt werden, um die Krone auszulichten und die Luftzirkulation zu verbessern.
- Formgebung: Bei Bedarf können Sie die Baumkrone in Form bringen, indem Sie einzelne Triebe einkürzen. Achten Sie darauf, die natürliche Wuchsform des Ginkgos zu respektieren und nicht zu stark einzugreifen.
- Schnittführung: Setzen Sie die Schnitte knapp oberhalb einer Knospe oder eines Seitentriebes an, um das Wachstum in die gewünschte Richtung zu lenken.
- Verjüngungsschnitt: Bei älteren Bäumen kann ein Verjüngungsschnitt sinnvoll sein, um das Wachstum anzuregen. Dabei werden ältere, weniger blühfreudige Äste entfernt, um Platz für jüngere Triebe zu schaffen. Ein radikaler Rückschnitt ist beim Ginkgo jedoch in der Regel nicht empfehlenswert.
- Nachbehandlung: Große Schnittflächen können mit Baumwachs oder einem Wundverschlussmittel behandelt werden, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.
Wichtig: Führen Sie Schnitte am Ginkgo immer maßvoll durch. Zu starke Eingriffe können das Wachstum beeinträchtigen und die natürliche Schönheit des Baumes stören. Im Zweifelsfall ist es ratsam, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.
Verwendung des Ginkgo: Zierde und Heilpflanze
Der Ginkgo ist nicht nur ein beeindruckender Zierbaum mit seiner leuchtend goldgelben Herbstfärbung, sondern auch eine wertvolle Heilpflanze. Seine Blätter enthaltenInhaltsstoffe, die in der traditionellen chinesischen Medizin und auch in der modernen Phytotherapie genutzt werden.

Ginkgo in der Medizin
Extrakte aus Ginkgo-Blättern werden zur Verbesserung der Durchblutung, zur Stärkung des Gedächtnisses und zur Linderung von Tinnitus eingesetzt. Sie sind in Form von Tabletten, Tinkturen und Tees erhältlich.
Ginkgo-Tee selber machen
Sie können auch Ginkgo-Tee aus den Blättern des Baumes selbst zubereiten. Verwenden Sie dafür 1-2 Teelöffel zerkleinerte, getrocknete oder frische Blätter pro Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 7-8 Minuten ziehen. Der Geschmack ist leicht herb, kann aber mit Honig oder Ahornsirup verbessert werden.
Ginkgo-Creme und Tinktur
Aus Ginkgo-Blättern lassen sich auch Cremes und Tinkturen herstellen, die äußerlich angewendet werden können, beispielsweise bei Hautverletzungen, Frostbeulen oder Krampfadern. Rezepte für die Herstellung finden Sie im Internet oder in Fachbüchern über Heilpflanzen.
Wo kann man Ginkgo-Produkte kaufen?
Ginkgo-Produkte wie Tabletten, Tinkturen und Tees sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Achten Sie beim Kauf auf die Inhaltsstoffe und Dosierungsempfehlungen.
Häufige Fragen zum Ginkgo-Baum
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wie alt kann ein Ginkgo-Baum werden? | Ginkgo-Bäume können sehr alt werden, bis zu 1000 Jahre und älter. |
| Ist der Ginkgo-Baum giftig? | Die Samen des weiblichen Ginkgo-Baumes enthalten Stoffe, die in größeren Mengen giftig sein können. Das Fruchtfleisch der Samen riecht zudem unangenehm. Männliche Ginkgo-Bäume sind daher für Gärten beliebter, da sie keine Früchte tragen. Die Blätter und Extrakte aus den Blättern sind in der Regel nicht giftig, werden aber in der Medizin in dosierter Form verwendet. |
| Welche Krankheiten können Ginkgo-Bäume bekommen? | Ginkgo-Bäume sind sehr robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Pilzerkrankungen oder Schädlingsbefall sind selten. |
| Kann man Ginkgo-Blätter kompostieren? | Ja, Ginkgo-Blätter können kompostiert werden. Sie verrotten jedoch relativ langsam. |
| Wann färben sich Ginkgo-Blätter gelb? | Die charakteristische goldgelbe Herbstfärbung der Ginkgo-Blätter beginnt in der Regel im Oktober und dauert bis November an. |
Der Ginkgo-Baum ist eine Bereicherung für jeden Garten. Mit der richtigen Pflege, zu der bei Bedarf auch ein fachgerechter Schnitt gehört, können Sie lange Freude an diesem einzigartigen und geschichtsträchtigen Baum haben.
