Was darf man Hasen nicht füttern?

Falsche Ernährung: Was Kaninchen nicht fressen dürfen

22/10/2020

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Die richtige Ernährung ist das A und O für ein gesundes und langes Kaninchenleben. Viele Kaninchenhalter sind sich jedoch unsicher, was ihre kleinen Freunde eigentlich fressen dürfen und was absolut tabu ist. Dieser Artikel klärt auf und zeigt Ihnen, welche Lebensmittel Sie unbedingt vermeiden sollten, um Ihrem Kaninchen unnötiges Leid zu ersparen.

Was darf man Hasen nicht füttern?
Was ein Kaninchen nicht fressen darf Die Liste ist zu lang, um diese hier ganz aufzuführen. Wir nennen aber hier das Wichtigste: Joghurt, kohlenhydratreiches Futter (z.B. Brot), Nudeln oder Kekse, Nüsse, Schokolade (die übrigens sehr viele Tierarten nicht fressen dürfen), Rhabarber und Avocado.
Inhaltsverzeichnis

Grundlagen der Kaninchenernährung: Was Kaninchen brauchen

Bevor wir uns den verbotenen Lebensmitteln widmen, ist es wichtig, die Grundbedürfnisse eines Kaninchens in Bezug auf die Ernährung zu verstehen. Kaninchen sind Pflanzenfresser und ihre Verdauungssysteme sind speziell auf eine faserreiche Nahrung ausgelegt. Die Basis jeder Kaninchenernährung sollte daher aus drei Hauptkomponenten bestehen:

  • Heu: Heu ist das wichtigste Futtermittel für Kaninchen und sollte rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Es liefert die notwendigen Rohfasern für eine gesunde Verdauung und hilft gleichzeitig beim Zahnabrieb. Geeignete Heusorten sind beispielsweise Timothy-Heu, Wiesenheu oder Bergwiesenheu. Achten Sie auf eine gute Qualität des Heus: Es sollte duften, grünlich-gelb sein und nicht staubig oder schimmelig riechen.
  • Frisches Wasser: Kaninchen müssen immer Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben. Ob Sie eine Trinkflasche oder einen Napf verwenden, ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass das Wasser regelmäßig gewechselt wird.
  • Frischfutter: Ergänzend zu Heu und Wasser benötigen Kaninchen täglich Frischfutter. Dazu gehören in erster Linie Blattgemüse, Kräuter und in Maßen auch Gemüse und Obst.

Was Kaninchen absolut nicht fressen dürfen: Eine umfassende Liste

Nun kommen wir zum Kern des Themas: Welche Lebensmittel sind für Kaninchen giftig oder zumindest schädlich und sollten vermieden werden? Die Liste ist leider länger, als viele denken:

Getreideprodukte und Brot

Auch wenn es viele gut meinen und Kaninchen gerne mit Brot oder Knäckebrot füttern, sind Getreideprodukte absolut tabu. Kaninchen können Getreide nur schwer verdauen. Es führt zu Verdauungsproblemen, Aufgasungen und kann langfristig zu Übergewicht und Zahnproblemen führen. Das Gleiche gilt für:

  • Brot (jeglicher Art, auch trockenes Brot)
  • Knäckebrot
  • Kekse
  • Müsli
  • Nudeln
  • Reis
  • Getreidehaltiges Kaninchenfutter (Pellets ohne hohen Rohfaseranteil)

Tierische Produkte

Kaninchen sind reine Pflanzenfresser, daher sind tierische Produkte in ihrer Ernährung fehl am Platz und können sogar schädlich sein. Dazu gehören:

  • Fleisch
  • Wurst
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte (Käse, Joghurt, Quark etc.)

Zuckerhaltige Lebensmittel und Süßigkeiten

Zucker ist Gift für Kaninchen. Er schädigt die Darmflora, führt zu Verdauungsstörungen und begünstigt Diabetes und Übergewicht. Vermeiden Sie daher:

  • Süßigkeiten (Schokolade, Gummibärchen, Bonbons etc.)
  • Kuchen und Gebäck
  • Zuckerhaltige Getränke
  • Honig
  • Zuckerhaltiges Obst in großen Mengen (siehe unten)

Bestimmte Gemüsesorten

Obwohl Gemüse ein wichtiger Bestandteil der Kaninchenernährung ist, gibt es einige Sorten, die nicht geeignet sind oder nur in sehr geringen Mengen gefüttert werden sollten:

  • Kohlarten: Kohl kann zu Blähungen führen. Wenn überhaupt, dann nur in sehr kleinen Mengen und langsam anfüttern (z.B. Blumenkohlblätter, Brokkoli in kleinen Mengen). Rotkohl, Weißkohl und Rosenkohl sollten komplett vermieden werden.
  • Zwiebelgewächse: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch sind giftig für Kaninchen und können zu Blutarmut führen.
  • Avocado: Avocado enthält Persin, das für Kaninchen giftig ist.
  • Rohe Bohnen und Hülsenfrüchte: Rohe Bohnen und Hülsenfrüchte sind unverdaulich und können zu Vergiftungen führen. Gekochte Hülsenfrüchte sind ebenfalls nicht ideal, da sie sehr stärkehaltig sind.
  • Kartoffeln (roh): Rohe Kartoffeln enthalten Solanin, das giftig ist. Gekochte Kartoffeln sind sehr stärkehaltig und sollten ebenfalls vermieden werden.
  • Rhabarberblätter: Rhabarberblätter enthalten Oxalsäure, die giftig ist.
  • Tomatenpflanzen und grüne Tomaten: Die grünen Teile der Tomatenpflanze und unreife Tomaten enthalten Solanin und sind giftig. Reife, rote Tomaten in sehr kleinen Mengen sind in Ordnung.
  • Eisbergsalat: Eisbergsalat enthält viel Wasser und wenig Nährstoffe. Er kann zu Durchfall führen und sollte daher vermieden werden. Dunkelgrüne Salatsorten wie Romanasalat sind besser geeignet.

Obst: Ja, aber in Maßen!

Obst ist grundsätzlich erlaubt, sollte aber nur in kleinen Mengen als Leckerli gegeben werden. Obst enthält viel Fruchtzucker, der in großen Mengen zu Verdauungsproblemen und Übergewicht führen kann. Geeignete Obstsorten in kleinen Mengen sind:

  • Apfel (ohne Kerne)
  • Birne (ohne Kerne)
  • Beeren (Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren etc.)
  • Banane (in sehr kleinen Mengen)

Obstsorten mit hohem Zuckergehalt wie Trauben oder Trockenobst sollten vermieden werden.

Giftige Pflanzen und Gartenabfälle

Viele Zierpflanzen und Gartenabfälle sind giftig für Kaninchen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kaninchen keinen Zugang zu folgenden Pflanzen hat:

  • Giftpflanzen im Garten und in der Wohnung (z.B. Efeu, Fingerhut, Maiglöckchen, Oleander, Thuja, Buchsbaum, Kirschlorbeer etc.)
  • Gartenabfälle, die gespritzt wurden oder von giftigen Pflanzen stammen
  • Schnittblumen, die mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden

Alfalfa/Luzerne für ausgewachsene Kaninchen

Wie im Ausgangstext bereits erwähnt, sollte Alfalfa/Luzerne nur an junge Kaninchen im Wachstum verfüttert werden. Ausgewachsene Kaninchen benötigen die hohe Eiweißkonzentration nicht mehr und das enthaltene Kalzium kann zu Blasensteinen führen.

Zusammenfassende Tabelle: Was Kaninchen fressen dürfen und was nicht

Dürfen Kaninchen fressenDürfen Kaninchen NICHT fressen
Heu (Timothy-Heu, Wiesenheu etc.)Getreideprodukte (Brot, Knäckebrot, Müsli etc.)
Frisches WasserTierische Produkte (Fleisch, Wurst, Milchprodukte)
Blattgemüse (Salate, Kräuter, Gräser)Zuckerhaltige Lebensmittel (Süßigkeiten, Kuchen etc.)
Gemüse (in Maßen, z.B. Karotte, Gurke, Paprika)Bestimmte Gemüsesorten (Kohl, Zwiebelgewächse, Avocado, rohe Kartoffeln etc.)
Obst (in kleinen Mengen, z.B. Apfel, Beeren)Giftige Pflanzen und Gartenabfälle
Alfalfa/Luzerne (für ausgewachsene Kaninchen)

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Kaninchenernährung

Darf ich meinem Kaninchen Karotten füttern?
Ja, Karotten sind in kleinen Mengen als Leckerli erlaubt. Sie enthalten jedoch viel Zucker und sollten daher nicht die Hauptnahrung sein. Das Karottengrün ist ebenfalls essbar und sogar gesünder als die Karotte selbst.
Was ist das beste Heu für Kaninchen?
Timothy-Heu, Wiesenheu und Bergwiesenheu sind gute Optionen. Achten Sie auf eine gute Qualität: Das Heu sollte duften, grünlich-gelb sein und nicht staubig oder schimmelig riechen.
Wie viel Frischfutter soll ich meinem Kaninchen geben?
Die Menge an Frischfutter hängt von der Größe und dem Gewicht des Kaninchens ab. Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Körpergewicht etwa 100-150 Gramm Frischfutter pro Tag. Beginnen Sie mit kleinen Mengen und steigern Sie diese langsam.
Mein Kaninchen frisst kein Heu. Was soll ich tun?
Heu ist essenziell für die Kaninchengesundheit. Stellen Sie sicher, dass das Heu von guter Qualität ist und immer frisch zur Verfügung steht. Bieten Sie verschiedene Heusorten an, um herauszufinden, welche Ihr Kaninchen bevorzugt. Reduzieren Sie die Menge an Frischfutter und Leckerlis, um den Appetit auf Heu zu fördern. Wenn das Problem weiterhin besteht, konsultieren Sie einen Tierarzt.
Dürfen Kaninchen Löwenzahn fressen?
Ja, Löwenzahn ist sehr gesund für Kaninchen und wird in der Regel gerne gefressen. Sowohl die Blätter als auch die Blüten sind essbar. Achten Sie darauf, dass der Löwenzahn nicht von befahrenen Straßen oder gespritzten Wiesen stammt.

Fazit: Gesunde Ernährung für glückliche Kaninchen

Die richtige Ernährung ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihres Kaninchens. Indem Sie die hier genannten No-Gos bei der Fütterung vermeiden und sich an die Grundprinzipien einer artgerechten Ernährung halten – viel Heu, frisches Wasser und Frischfutter in Maßen – legen Sie den Grundstein für ein langes und glückliches Kaninchenleben. Bei Unsicherheiten oder Fragen zur Kaninchenernährung wenden Sie sich am besten an einen tierkundigen Tierarzt oder einen erfahrenen Kaninchenexperten.

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