06/08/2020
In unseren zunehmend heißeren Sommern wird die Frage nach wassersparendem Gemüse immer wichtiger. Wer seinen Garten nachhaltig bewirtschaften möchte oder in Regionen mit Wasserknappheit lebt, ist gut beraten, auf trockenheitstolerante Gemüsesorten zu setzen. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl an köstlichen und pflegeleichten Gemüsesorten, die auch mit weniger Wasser gut gedeihen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen 10 Gemüsesorten vor, die sich besonders für trockene Standorte eignen und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie den Wasserbedarf in Ihrem Gemüsegarten generell senken können.

Welches Gemüse braucht wenig Wasser? – Top 10 für trockene Standorte
Die besten Kandidaten für trockene Standorte sindGemüsearten, die tief wurzeln. Durch ihre tiefreichenden Wurzeln können sie auch in tieferen Bodenschichten an Wasserreserven gelangen, die oberflächlich wurzelnde Pflanzen nicht erreichen. Diese Gemüsesorten sind von Natur aus robuster und kommen besser mit Trockenperioden zurecht. Hier ist eine Auswahl von 10 Gemüsesorten, die sich durch einen geringen Wasserbedarf auszeichnen:
1. Buschbohnen
Buschbohnen (Phaseolus vulgaris) sind im Vergleich zu Stangenbohnen deutlich genügsamer, was den Wasserbedarf angeht. Bis zur Blütezeit sollte der Boden zwar nicht vollständig austrocknen, aber danach kommen sie gut mit weniger Wasser zurecht. Eine Mulchschicht um die Pflanzen herum hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und den Gießaufwand zu reduzieren. Buschbohnen sind nicht nur wassersparend, sondern auch ertragreich und einfach anzubauen.
2. Linsen
Linsen (Lens culinaris) gehören zu den anspruchslosesten Gemüsepflanzen überhaupt. Nach der Aussaat benötigen sie kaum Pflege und gedeihen prächtig an warmen, trockenen Standorten. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, sind Linsen ideal an heiße Sommer angepasst. Sie sind nicht nur trockenheitstolerant, sondern auch eine wertvolle Quelle für pflanzliches Protein.
3. Kichererbsen
Ähnlich wie Linsen sind auch Kichererbsen (Cicer arietinum) extrem trockenheits- und hitzeresistent. Sie lieben Wärme und bevorzugen trockene, nährstoffarme Böden. In der Regel müssen Kichererbsen nur in extremen Dürreperioden während der Blütezeit sparsam gegossen werden. Auch Kichererbsen sind reich an Proteinen und Ballaststoffen und eine Bereicherung für jeden Gemüsegarten.
4. Erbsen
Erbsen (Pisum sativum) benötigen vor der Blüte eine ausreichende Wasserversorgung, sind aber nach der Blütephase erstaunlich trockenheitstolerant. Robuste Sorten wie Mark- und Schalerbsen haben einen geringeren Wasserbedarf als die empfindlicheren Zuckererbsen. Auch bei Erbsen kann eine Mulchschicht helfen, den Boden feucht zu halten und den Wasserbedarf zu senken.
5. Rettich
Rettich (Raphanus sativus) ist ein wahres Wunderkind in Sachen Wassersparen. Er hat einen extrem geringen Wasserbedarf und muss nach der Keimung kaum noch gegossen werden. Ein wenig zusätzliche Bewässerung kann jedoch die Schärfe der Rettichknollen mildern. Rettich ist ein schnellwachsendes Gemüse, das sich ideal für den Anbau in Töpfen und Kästen eignet.

6. Rote Bete
Rote Bete (Beta vulgaris) kann im Freiland ohne zusätzliche Bewässerung angebaut werden. Nach der Keimung bildet sie einen Rübenkörper, in dem sie Wasser und Nährstoffe speichert. Sommerliche Regenfälle reichen in der Regel völlig aus, um eine gute Ernte zu erzielen. Rote Bete ist nicht nur robust und wassersparend, sondern auch sehr gesund und vielseitig in der Küche einsetzbar.
7. Erdmandeln
Erdmandeln (Cyperus esculentus), obwohl sie zur Familie der Sauergräser gehören, sind überraschend trockenheitstolerant. Sie bilden unterirdisch kleine, süß schmeckende Knöllchen. Solange die Pflanzen ein gutes Wurzelsystem entwickeln können, vertragen sie Hitze und Trockenheit gut. In längeren Dürreperioden sollte man Erdmandeln jedoch sparsam gießen, um den Ertrag zu sichern.
8. Mais
Mais (Zea mays) benötigt nur direkt nach der Aussaat einen feuchten Boden, um gut zu keimen. Sobald sich eine Jungpflanze etabliert hat, muss er kaum noch gewässert werden. In den meisten Fällen reichen die sommerlichen Niederschläge aus. Popcornmais ist sogar noch genügsamer als Zuckermais und benötigt noch weniger Wasser. Mais ist nicht nur ein wertvolles Nahrungsmittel, sondern auch eine dekorative Pflanze im Garten.
9. Knoblauch
Knoblauch (Allium sativum) ist ein Meister der Wasserspeicherung. Er speichert Feuchtigkeit in seinen unterirdischen Speicherzwiebeln und übersteht so auch längere Trockenperioden unbeschadet. Tatsächlich können zu hohe Wassergaben sogar zu Fäulnis der Knoblauchzehen führen. Besonders nach dem Stecken der Tochterzwiebeln sollte man Knoblauch nur sehr sparsam gießen, wenn überhaupt.
10. Zwiebeln
Zwiebeln (Allium cepa) haben generell einen geringen Wasserbedarf. In der Hauptwachstumszeit von Mitte Juni bis Anfang August sollte man sie hin und wieder gießen, um einen guten Ertrag zu erzielen. Trockenheit und Wärme ab Ende August fördern hingegen das Ausreifen der Zwiebeln bis zur Ernte. Wie Knoblauch sind auch Zwiebeln ein unverzichtbares Gemüse in der Küche und relativ einfach anzubauen.

Wie kann man den Wasserbedarf von Gemüse senken? – Praktische Tipps
Auch wenn Sie trockenheitstolerantes Gemüse anbauen, gibt es verschiedene Maßnahmen, um den Wasserbedarf im Gemüsegarten generell zu senken und Ihre Pflanzen optimal mit Feuchtigkeit zu versorgen:
Säen statt Pflanzen
Wenn möglich, sollten Sie Gemüse direkt säen statt Jungpflanzen zu setzen. Aus Samen gezogene Pflanzen entwickeln von Anfang an ein tiefgründiges Wurzelsystem, das besser an die Bedingungen im Garten angepasst ist und Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen kann. Gekaufte Jungpflanzen benötigen oft länger, um sich zu etablieren und sind in der Anwachsphase empfindlicher gegenüber Trockenheit.
Mulchen
Eine Mulchschicht aus organischem Material wie Stroh, Rasenschnitt oder Holzhäcksel ist eine der effektivsten Methoden, um den Wasserbedarf im Gemüsegarten zu senken. Mulch bedeckt den Boden, reduziert die Verdunstung und hält den Boden länger feucht. Zusätzlich fördert Mulch das Bodenleben und unterdrückt Unkrautwuchs. Achten Sie bei der Verwendung von Mulch auf eine Ausgleichsdüngung, da der Zersetzungsprozess Stickstoff bindet.
Schattieren
In besonders heißen Sommern kann es sinnvoll sein, empfindlichere Gemüsearten zu schattieren. Dies gilt vor allem für Gewächshäuser, in denen die Temperaturen schnell extrem ansteigen können. Durch das Anbringen von Schattiernetzen oder Tüchern an der Südseite des Gewächshauses können Sie die Sonneneinstrahlung reduzieren und so die Verdunstung und den Hitzestress für die Pflanzen verringern. Auch im Freiland können Sie mit Schattierungen, z.B. durch Sonnensegel, für ein angenehmeres Klima sorgen.
Richtiges Gießen
Auch beim Gießen selbst gibt es einiges zu beachten, um Wasser zu sparen. Gießen Sie am besten in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend, wenn die Verdunstung geringer ist. Vermeiden Sie das Gießen in der Mittagshitze. Gießen Sie zudem direkt an die Wurzeln der Pflanzen und vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen, da dies Pilzkrankheiten fördern kann. Eine gezielte Bewässerung mit einer Gießkanne oder einem Gartenschlauch ist effizienter als das großflächige Sprengen mit einem Rasensprenger.
Weitere trockenheitstolerante Gemüsesorten
Neben den bereits genannten 10 Gemüsesorten gibt es noch weitere, die gut mit Trockenheit zurechtkommen und sich für einen wassersparenden Anbau eignen:
- Mangold: Mangold ist ein robustes Blattgemüse, das wenig Wasser benötigt und eine lange Ernteperiode hat.
- Aubergine: Auberginen lieben die Sonne und kommen auch mit wenig Wasser aus. Sie gedeihen auch gut im Kübel.
- Rucola: Rucola ist ein anspruchsloses, schnellwachsendes Salatgemüse, das auch an trockenen Standorten gut wächst.
Fazit: Wassersparen im Gemüsegarten ist möglich!
Mit der richtigen Auswahl an Gemüsesorten und einigen cleveren Anbaumethoden können Sie auch in trockenen Sommern einen üppigen und ertragreichen Gemüsegarten genießen. Trockenheitstolerantes Gemüse wie Buschbohnen, Linsen, Kichererbsen, Rettich und Rote Bete sind nicht nur wassersparend, sondern auch köstlich und gesund. Indem Sie zusätzlich auf Mulchen, Schattieren und richtiges Gießen achten, können Sie den Wasserbedarf in Ihrem Garten deutlich reduzieren und einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Gärtnern leisten.
