Wie heißt eine giftige krautige Waldpflanze?

Giftige Waldpflanzen: Erkennen und Schützen

25/09/2020

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Die Erkundung der Natur, insbesondere unserer heimischen Wälder, ist ein beliebtes Hobby und bietet Erholung und Entspannung. Doch neben der malerischen Schönheit und der frischen Luft bergen Wälder auch potenzielle Gefahren. Eine davon sind giftige Pflanzen, die bei Berührung oder versehentlichem Verzehr ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen können. Es ist daher wichtig, sich mit den häufigsten giftigen Waldpflanzen vertraut zu machen, um Risiken zu minimieren und die Natur unbeschwert geniessen zu können. Dieser Artikel widmet sich einigen der bekanntesten und gefährlichsten krautigen Waldpflanzen, erklärt ihre Erkennungsmerkmale, ihre Giftigkeit und gibt Hinweise zum richtigen Verhalten bei Verdacht auf eine Vergiftung.

Wie heißt eine giftige krautige Waldpflanze?
Bilsenkraut – eine Rarität Das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) ist ausserordentlich giftig, bei uns in freier Natur allerdings sehr selten. Die ganze Pflanze enthält stark wirksame Tropanalkaloide (Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin) und in den Samen noch eine ganze Reihe anderer gefährlicher Alkaloide.
Inhaltsverzeichnis

Der Gefleckte Schierling: Ein tückischer Doppelgänger

Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine der giftigsten Pflanzen in unseren Breitengraden und gehört zur Familie der Doldenblütler. Er wird oft mit harmlosen essbaren Pflanzen wie Wiesen-Kerbel, Petersilie oder wilder Pastinake verwechselt, was ihn besonders gefährlich macht. Der Schierling bevorzugt warme, stickstoffreiche Böden und ist daher häufig in der Nähe von Bauernhöfen, Ställen, Hecken, Zäunen und auf Schutthalden zu finden. Die Pflanze kann eine Höhe von 80 bis 200 Zentimetern erreichen und zeichnet sich durch einen unangenehmen, mäuseartigen Geruch aus, der ein erstes Warnsignal sein kann.

Ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal ist der rot gefleckte Stiel, der dem Gefleckten Schierling seinen Namen gibt. Die Blüten sind weiss und in Dolden angeordnet, typisch für Doldenblütler. Das Gift des Schierlings ist das Alkaloid Coniin, das in allen Pflanzenteilen vorhanden ist, besonders aber in den unreifen Früchten und Samen konzentriert ist. Bereits geringe Mengen von 0,5 bis 1 Gramm Coniin können für Erwachsene tödlich sein. Schon der Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann Reizungen und Brennen verursachen.

Symptome einer Schierlingsvergiftung

Eine Vergiftung mit Geflecktem Schierling äussert sich durch verschiedene Symptome, die von Übelkeit und Erbrechen über Sprech- und Schluckbeschwerden bis hin zu Muskelkrämpfen reichen können. Im schlimmsten Fall führt eine Schierlingsvergiftung zum Tod durch Ersticken, da das Coniin das Nervensystem lähmt und die Atemmuskulatur beeinträchtigt. Bei Verdacht auf eine Schierlingsvergiftung ist es entscheidend, sofort einen Arzt zu rufen oder den Notruf zu wählen.

Der Wasserschierling: Lebensgefahr am Ufer

Der Wasserschierling (Cicuta virosa) ist ein weiterer hochgiftiger Doldenblütler, der sich durch seine Vorliebe für feuchte Standorte auszeichnet. Er wächst bevorzugt an Teichen, Gräben, Sümpfen und anderen Gewässerrändern. Die Staude erreicht eine Höhe von bis zu 120 Zentimetern und ist in allen Pflanzenteilen, besonders aber im Saft des Wurzelstocks, mit dem Krampfgift Cicutoxin versehen. Die Giftwirkung des Wasserschierlings ähnelt der des Gefleckten Schierlings und kann ebenfalls zu schweren Vergiftungen führen.

Wirkung von Cicutoxin

Das Cicutoxin wirkt stark krampfauslösend und kann nach dem Verzehr bereits kleiner Mengen zu Brennen im Mund, Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen und letztendlich zur Atemlähmung führen. Auch beim Wasserschierling ist eine Verwechslung mit essbaren Doldenblütlern möglich, weshalb besondere Vorsicht geboten ist, wenn man sich in der Nähe von Gewässern aufhält und Pflanzen sammelt.

Das Schwarze Bilsenkraut: Selten, aber hochgefährlich

Das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) ist in freier Natur in Deutschland zwar eher selten anzutreffen, aber seine Giftigkeit ist umso höher. Die ganze Pflanze enthält stark wirksame Tropanalkaloide wie Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin. Besonders die Samen sind reich an gefährlichen Alkaloiden. Das Bilsenkraut gehört zu den Nachtschattengewächsen und kann im schlimmsten Fall zum Tod durch Herzstillstand führen.

Symptome einer Bilsenkrautvergiftung

Die Symptome einer Bilsenkrautvergiftung sind vielfältig und können von trockener Haut und Schleimhäuten, Pupillenerweiterung, beschleunigtem Herzschlag, Halluzinationen und Delirium bis hin zu Atemnot und Koma reichen. Aufgrund seiner psychoaktiven Wirkung wurde das Bilsenkraut in der Vergangenheit auch als Rauschmittel verwendet, was jedoch äusserst gefährlich und unberechenbar ist.

Der Weisse Stechapfel: Vorsicht bei Nachtfaltern

Der Weisse Stechapfel (Datura stramonium) ist ebenfalls ein Nachtschattengewächs und eher selten in Wäldern, sondern eher an Feldrändern oder auf Gemüseäckern zu finden. Die Blätter und Stängel riechen unangenehm, während die sich nachts öffnenden weissen, trompetenförmigen Blüten einen süsslichen Duft verströmen, um Nachtfalter anzulocken. Aus den Blüten entwickeln sich stachelige Fruchtkapseln mit zahlreichen schwarzen Samen. Alle Pflanzenteile des Stechapfels enthalten giftige Tropanalkaloide.

Gefahr durch Rauschmittelmissbrauch

Der Stechapfel ist äusserst gefährlich, wenn er als Rauschdroge missbraucht wird. Die Wirkung ist unberechenbar und kann zu schweren Vergiftungen mit Halluzinationen, Delirium, Krampfanfällen und Koma führen. Auch hier ist dringend von jeglichem Selbstversuch abzuraten.

Der Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude): Phototoxische Gefahr

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt, ist eine ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Pflanze, die sich in den letzten Jahrzehnten in Europa rasant ausgebreitet hat. Er wird von Behörden und Naturschutzverbänden bekämpft, da er heimische Pflanzen verdrängt und gesundheitliche Risiken birgt. Der Riesen-Bärenklau ist ein imposanter Doldenblütler, der in wenigen Wochen über drei Meter hoch werden kann und riesige Laubblätter entwickelt.

Phototoxische Reaktion

Die Gefahr des Riesen-Bärenklaus liegt im Pflanzensaft, der Furocumarine enthält. In Verbindung mit Sonnenlicht wirken diese Stoffe phototoxisch und verursachen auf der Haut schwere Verbrennungen mit Rötung und Blasenbildung. Bereits der blosse Hautkontakt bei Tageslicht kann bei empfindlichen Menschen schmerzhafte Quaddeln und Blasen hervorrufen. Besonders gefährdet sind Kinder, die die hohlen Stängel und grossen Blätter zum Spielen nutzen. Es ist wichtig zu beachten, dass Symptome auch noch bis zu drei Tage nach dem Kontakt auftreten können, wenn die betroffenen Hautpartien der Sonne ausgesetzt werden.

Nachtschatten-Gewächse: Schwarzer und Bittersüsser Nachtschatten

Die Gattung Nachtschatten (Solanum) umfasst verschiedene Arten, darunter auch der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) und der Bittersüsse Nachtschatten (Solanum dulcamara), die beide in Wäldern und an Waldrändern vorkommen können. Der Schwarze Nachtschatten ist eine einjährige krautige Pflanze mit weissen Blüten und später schwarzen, kirschförmigen Früchten. Der Bittersüsse Nachtschatten ist ein mehrjähriger, kletternder Halbstrauch mit violetten Blüten und roten Beeren.

Giftigkeit und Symptome

Sowohl der Schwarze als auch der Bittersüsse Nachtschatten enthalten Steroid-Alkaloide, insbesondere Solanin und Tomatin. Die Giftigkeit variiert je nach Pflanzenteil und Reifegrad, aber insbesondere die grünen Früchte und Blätter sind giftig. Vergiftungssymptome äussern sich in Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden und erhöhter Herzfrequenz. In höheren Dosen können Krämpfe und Lähmungen auftreten. Kinder sind besonders gefährdet, da die bunten Beeren verlockend aussehen.

Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Pfaffenhütchen): Bonbonfarbene Gefahr

Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euonymus europaeus), auch Pfaffenhütchen genannt, ist ein Strauch, der in Auwäldern, Wildhecken, Parks und Gärten heimisch ist. Er fällt besonders im Herbst durch seine rosa-karminroten Früchte, die orangefarbenen Samenhüllen und die dekorative Herbstfärbung auf. Alle Pflanzenteile, besonders aber die weissen Samen, sind giftig durch Steroidglykoside.

Vergiftung bei Kindern

Die bonbonfarbenen Früchte des Spindelstrauchs sind besonders für Kinder attraktiv und verleiten zum Naschen. Der Verzehr von Samen führt zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Krämpfen, Durchfall und Erbrechen. Vergiftungssymptome können auch erst Stunden nach dem Verzehr auftreten.

Wolfsmilch-Gewächse: Hautreizender Milchsaft

Viele Wolfsmilchgewächse enthalten einen hautreizenden Milchsaft. Besonders giftig sind die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) und die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris). Die Zypressen-Wolfsmilch ist häufig anzutreffen, während die Sumpf-Wolfsmilch feuchte Böden bevorzugt. Beide Arten enthalten im Pflanzensaft und in den Samen giftige Euphorbon und Diterpenester, die stark reizend und ätzend auf Haut und Schleimhäute wirken.

Gefahr für Haut und Augen

Der Milchsaft der Wolfsmilch-Gewächse kann bei Hautkontakt schmerzhafte Blasen und Entzündungen verursachen. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit den Augen, da er zu Bindehaut- und Hornhautentzündungen führen kann, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen können. Auch der Milchsaft der Zimmerpflanze Christusdorn ist giftig und sollte nicht mit Haut oder Augen in Berührung kommen.

Tabelle: Giftige Waldpflanzen im Vergleich

PflanzennameGiftige TeileGiftige StoffeSymptomeStandort
Gefleckter SchierlingAlle Teile, besonders SamenConiinÜbelkeit, Krämpfe, AtemlähmungWegränder, Hecken
WasserschierlingAlle Teile, besonders WurzelstockCicutoxinKrämpfe, AtemlähmungGewässerränder
Schwarzes BilsenkrautGanze Pflanze, besonders SamenTropanalkaloideHalluzinationen, HerzstillstandSelten in Wäldern
Weisser StechapfelAlle TeileTropanalkaloideHalluzinationen, KomaFeldränder
Riesen-BärenklauPflanzensaftFurocumarinePhototoxische VerbrennungenWaldränder, Wiesen
Schwarzer NachtschattenGrüne Früchte, BlätterSteroid-AlkaloideÜbelkeit, Durchfall, KrämpfeGartenunkraut, Waldränder
Bittersüsser NachtschattenGrüne BeerenSteroid-AlkaloideÜbelkeit, DurchfallWälder, Hecken
Gewöhnlicher SpindelstrauchAlle Teile, besonders SamenSteroidglykosideÜbelkeit, KrämpfeAuwälder, Parks
Zypressen-WolfsmilchMilchsaft, SamenEuphorbon, DiterpenesterHautreizung, AugenentzündungWälder, Wiesen
Sumpf-WolfsmilchMilchsaft, SamenEuphorbon, DiterpenesterHautreizung, AugenentzündungFeuchte Böden

Häufige Fragen zu giftigen Waldpflanzen (FAQ)

Wie erkenne ich giftige Pflanzen im Wald?
Es ist nicht immer einfach, giftige Pflanzen sicher zu identifizieren. Achten Sie auf auffällige Merkmale wie rote Flecken am Stiel (Schierling), unangenehmen Geruch (Schierling), weissen Milchsaft (Wolfsmilch), oder bonbonfarbene Früchte (Spindelstrauch). Im Zweifelsfall gilt: Pflanzen nicht berühren oder essen!
Was tun bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung?
Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung sofort Ruhe bewahren, Giftnotruf oder Arzt kontaktieren und Pflanzenteile sichern, falls möglich. Keine Milch trinken oder Erbrechen auslösen, es sei denn, dies wird vom Arzt oder Giftnotruf ausdrücklich empfohlen.
Sind alle Waldpflanzen giftig?
Nein, die meisten Waldpflanzen sind nicht giftig oder nur schwach giftig. Es gibt aber eine Reihe von Pflanzen, die hochgiftig sind und vermieden werden sollten. Informieren Sie sich und seien Sie vorsichtig.
Wie kann ich Kinder vor giftigen Pflanzen schützen?
Kinder sollten frühzeitig über die Gefahren giftiger Pflanzen aufgeklärt werden. Beim Spaziergang im Wald sollten Kinder beaufsichtigt und daran gehindert werden, unbekannte Pflanzen zu berühren oder in den Mund zu nehmen. Achten Sie besonders auf attraktive Beeren und Blüten.

Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Natur ist wunderschön und erholsam, aber es ist wichtig, sich der potenziellen Gefahren durch giftige Pflanzen bewusst zu sein. Mit dem Wissen um die häufigsten giftigen Waldpflanzen und deren Erkennungsmerkmale können Sie das Risiko einer Vergiftung minimieren und die Natur sicher geniessen. Im Zweifelsfall gilt immer: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Vermeiden Sie den Kontakt mit unbekannten Pflanzen und verzichten Sie auf das Sammeln von Pflanzen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie essbar sind.

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