08/12/2024
Garnelen erfreuen sich in der Aquaristik immer größerer Beliebtheit. Ihre Farbenpracht und ihr interessantes Verhalten machen sie zu faszinierenden Bewohnern jedes Süßwasseraquariums. Doch bevor die kleinen Krustentiere im neuen Zuhause ihre Runden drehen können, ist eine sorgfältige Eingewöhnung unerlässlich. Ebenso wichtig ist die artgerechte Fütterung, bei der Laub eine zentrale Rolle spielen kann. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige, um Garnelen, aber auch Krebse und Schnecken, optimal ins Aquarium einzusetzen und welche Vorteile Laub für diese Tiere bietet.

Garnelen schonend ins Aquarium eingewöhnen
Werden Garnelen, Krebse oder Wasserschnecken zu abrupt in ein neues Aquarium gesetzt, kann dies zu Stress und gesundheitlichen Problemen führen. Besonders empfindlich reagieren Garnelen auf plötzliche Veränderungen der Wasserwerte. Ein Schock kann im schlimmsten Fall sogar zu Häutungsproblemen führen. Auch Schnecken können „beleidigt“ reagieren und sich tagelang in ihr Gehäuse zurückziehen. Daher ist eine langsame Eingewöhnung entscheidend für das Wohlbefinden Ihrer neuen Aquarienbewohner.
Die Tropfmethode für Garnelen
Die schonendste Methode, Garnelen an die neuen Wasserverhältnisse zu gewöhnen, ist die Tropfmethode. Hierbei wird das Aquarienwasser langsam und kontrolliert dem Transportwasser der Garnelen beigemischt. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
- Setzen Sie die Garnelen mitsamt dem Transportwasser in einen sauberen Eimer oder eine Schüssel. Verwenden Sie idealerweise einen neuen Eimer oder stellen Sie sicher, dass dieser frei von jeglichen Putzmittelrückständen ist. Es genügt, wenn die Garnelen knapp mit Wasser bedeckt sind. Achten Sie darauf, die Transporttüte gründlich zu kontrollieren, da sich Garnelen manchmal an den Seiten festklammern.
- Nutzen Sie ein Eingewöhnungsset mit Schlauch und Absperrhahn oder einen Luftschlauch mit einem Knoten, um das Aquarienwasser langsam in den Eimer zu leiten.
- Positionieren Sie den Schlauch so, dass das Aquarienwasser tropfenweise in den Eimer fließt. Eine Tropfgeschwindigkeit von etwa einem Tropfen pro Sekunde ist ein guter Richtwert.
- Sobald sich das Wasservolumen im Eimer ungefähr verdoppelt hat, entfernen Sie vorsichtig die Hälfte des Wassers und lassen Sie erneut Aquarienwasser eintropfen.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden. In dieser Zeit können sich die Garnelen langsam an die neuen Wasserwerte akklimatisieren.
- Nach der Eingewöhnungszeit fangen Sie die Garnelen vorsichtig mit einem Kescher aus dem Eimer und setzen Sie sie in ihr neues Aquarium. Das Wasser aus dem Eimer sollte nicht ins Aquarium gegeben werden, da es mit Keimen und eventuellen Schadstoffen belastet sein könnte.
- Füllen Sie das Aquarium mit frischem Wasser auf, um den Wasserstand wiederherzustellen.
- Schalten Sie die Aquariumbeleuchtung für die ersten Stunden aus, um den Garnelen die Eingewöhnung in ihrem neuen Zuhause zu erleichtern.
Krebse eingewöhnen: Der Temperaturausgleich ist entscheidend
Bei Krebsen steht der Temperaturausgleich im Vordergrund. Stellen Sie den Transportbehälter mit den Krebsen auf die Aquarienabdeckung, damit sich das Wasser im Behälter langsam an die Aquarientemperatur angleichen kann. Bei empfindlicheren Krebsarten, Importkrebsen oder gestressten Tieren empfiehlt sich die gleiche langsame Tropfmethode wie bei Garnelen. Achten Sie dabei darauf, den Eingewöhnungsbehälter abzudecken, da Krebse gerne klettern und entkommen können.
Unempfindliche Flusskrebse können nach dem Temperaturausgleich direkt ins Aquarium gesetzt werden.
Schnecken sanft ins Aquarium geleiten
Die Eingewöhnung von Schnecken gestaltet sich etwas anders, da sie oft ohne Wasser, beispielsweise feucht auf Zewa verpackt, versendet werden. In diesem Fall ist die Tropfmethode nicht sinnvoll. Nutzen Sie stattdessen die Styropor-Balkon-Methode:
- Befestigen Sie einen Saugnapf an einem Stück Styropor, um einen kleinen „Balkon“ zu schaffen.
- Platzieren Sie den Styroporbalkon mit dem Saugnapf an der Aquarienscheibe, sodass eine Seite des Styropors leicht im Wasser liegt.
- Setzen Sie die Schnecken mit der Gehäuseöffnung nach unten auf den Styroporbalkon, sodass sie Kontakt zum Wasser haben.
- Die Schnecken kriechen selbstständig ins Wasser, sobald sie bereit sind und gewöhnen sich dabei langsam an die Wasserwerte.
- Sobald die Schnecken ins Aquarium gekrochen sind, können Sie den Styroporbalkon entfernen.
Diese Methode eignet sich auch für Schnecken, die im Wasser versendet wurden. Alternativ können auch Schnecken, die im Wasser transportiert wurden, mit der Tropfmethode eingewöhnt werden.

Laub als wertvolle Ergänzung im Garnelenaquarium
In ihren natürlichen Habitaten leben Garnelen, Krebse und Schnecken häufig in Gewässern mit viel Laub. Laubansammlungen bieten nicht nur Versteckmöglichkeiten, sondern dienen auch als natürliche Nahrungsquelle und tragen zur Wasserqualität bei.
Die vielfältigen Vorteile von Laub im Aquarium
Laub im Aquarium bietet zahlreiche Vorteile:
- Natürlicher Wasseraufbereiter: Beim Abbau von Laub werden Gerbstoffe und Huminstoffe freigesetzt. Diese säuern das Wasser leicht an und machen es weicher, was vielen Garnelenarten zugutekommt. Zudem wirken diese Stoffe leicht desinfizierend und können die Keimdichte im Wasser senken.
- Unterstützung bei der Häutung: Die im Laub enthaltenen Stoffe können Garnelen, Krebse und Krabben bei der Häutung unterstützen.
- Natürliches Futter: Laub dient als zusätzliche Nahrungsquelle. Garnelen und Schnecken weiden zunächst die Biofilme ab, die sich auf dem Laub bilden. Später fressen sie auch das weicher gewordene Blattgewebe selbst. Krebse und Krabben fressen auch frisches Laub.
- Versteckplätze: Laub bietet den Tieren natürliche Versteckmöglichkeiten und trägt so zu ihrem Wohlbefinden bei.
Grünes, braunes oder buntes Herbstlaub?
Es ist wichtig, zwischen grünem und braunem Laub zu unterscheiden. Braunes Herbstlaub ist nährstoffarm und kann bedenkenlos im Aquarium verbleiben, bis es aufgefressen ist. Grünes Laub hingegen enthält mehr Zucker und sollte nur in Maßen verfüttert werden, da überschüssige Nährstoffe die Wasserqualität beeinträchtigen können. Buntes Herbstlaub ähnelt in seinen Eigenschaften grünem Laub und sollte ebenfalls nur begrenzt eingesetzt werden. Achten Sie darauf, nur vollständig braunes Herbstlaub zu verwenden.
Welches Laub ist geeignet und wie wird es vorbereitet?
Grundsätzlich eignet sich Laub von vielen heimischen Laubbäumen für das Aquarium. Besonders beliebt sind:
- Buche: Buchenlaub wird gut von Garnelen und Schnecken angenommen und zerfällt langsam.
- Eiche: Eichenlaub ist härter und zerfällt langsamer als Buchenlaub, gibt aber länger Gerbstoffe ab.
- Birke: Birkenlaub soll pilzhemmende Eigenschaften haben.
- Walnuss: Walnusslaub wirkt antibakteriell und fungizid.
- Seemandelbaumblätter: Exotische Seemandelbaumblätter sind besonders reich an Gerbstoffen und Huminstoffen und werden gerne gefressen.
- Obstbaumblätter (Apfel, Birne, Kirsche etc.), Haselnussblätter, Brombeerblätter, Himbeerblätter, Kastanienlaub, Pappel- und Espenlaub: Grüne, getrocknete Blätter dieser Bäume und Sträucher sind ausgezeichnetes Futter.
Vermeiden Sie Laub von:
- Nadelbäumen: Harzige Nadelbaumblätter sind ungeeignet.
- Giftigen Sträuchern: Achten Sie darauf, nur Laub von Bäumen zu sammeln, da viele Sträucher giftig sind.
- Ahorn: Laub von intensiv rot gefärbten Ahornarten kann in manchen Aquarien Probleme verursachen.
- Platane: Platanenlaub ist sehr hart und wird schlecht gefressen.
Um Laub für das Aquarium vorzubereiten, können Sie es kurz mit heißem Wasser überbrühen. Dadurch werden die Zellstrukturen aufgebrochen, das Laub sinkt schneller unter und wird für die Tiere leichter verwertbar. Alternativ können Sie das Laub vorwässern, wobei jedoch ein Teil der wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen kann. Sie können das trockene Laub aber auch direkt ins Aquarium geben. Es saugt sich mit der Zeit voll und sinkt von selbst ab.
Laub sammeln und lagern
Wenn Sie Laub selbst sammeln möchten, achten Sie darauf, dies nicht in stark belasteten Gebieten (z.B. an Straßen oder in Industriegebieten) zu tun. Naturschutzgebiete und Privatgrundstücke sind tabu. Sammeln Sie braunes Herbstlaub im Herbst oder Winter, wenn es vollständig trocken ist. Grünes Laub sollte erst im Sommer gesammelt werden, wenn die Blätter voll ausgereift sind.
Lagern Sie das Laub vollständig getrocknet in Kartons oder Papiertüten, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie viele Garnelen sind ideal für ein Aquarium?
Die ideale Anzahl an Garnelen für ein Aquarium hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Aquariumgröße, der Garnelenart und der vorhandenen Strukturierung (Pflanzen, Verstecke). Als Faustregel gilt, dass für eine Gruppe von 10-20 Zwerggarnelen ein Aquarium ab 20 Litern geeignet ist. Größere Aquarien sind jedoch immer besser, da sie stabiler im biologischen Gleichgewicht sind und den Tieren mehr Raum bieten.
Garnelen sind gesellige Tiere und sollten in Gruppen gehalten werden. Eine Gruppe von mindestens 8-10 Tieren ist empfehlenswert, um ihr natürliches Sozialverhalten zu fördern.
Vergesellschaftung von Garnelen
Viele Garnelenarten lassen sich problemlos untereinander vergesellschaften, solange sie sich nicht kreuzen können. Beliebte Kombinationen sind beispielsweise Crystal Red und White Pearl oder Red Fire und Tiger Garnele. Auch die Vergesellschaftung mit friedlichen, kleinen Fischen und Welsen ist oft möglich. Vermeiden Sie jedoch die Haltung mit großen, hektischen Fischen, da sich Garnelen in deren Gegenwart gestresst fühlen und verstecken könnten.
FAQ – Häufige Fragen zur Eingewöhnung und Fütterung von Garnelen
- Muss ich Garnelen wirklich so langsam eingewöhnen?
- Ja, eine langsame Eingewöhnung ist sehr wichtig, um Stress und gesundheitliche Probleme bei Garnelen zu vermeiden. Die Tropfmethode ist die schonendste Art, die Tiere an die neuen Wasserwerte zu gewöhnen.
- Kann ich auch grünes Laub ins Aquarium geben?
- Grünes Laub kann in kleinen Mengen als Futterergänzung gegeben werden. Da es jedoch zuckerreicher ist als braunes Laub, sollte es nur sparsam dosiert werden, um die Wasserqualität nicht zu belasten.
- Wie oft sollte ich Laub ins Aquarium geben?
- Sie können immer eine kleine Menge braunes Laub im Aquarium belassen. Es dient als Dauerfutter und wird von den Garnelen und Schnecken nach Bedarf abgeweidet. Grünes Laub sollte nur in kleinen Portionen verfüttert werden, die innerhalb eines Tages gefressen werden.
- Kann ich auch Laub aus meinem Garten verwenden?
- Ja, wenn Sie darauf achten, Laub von geeigneten Bäumen aus unbelasteten Gebieten zu sammeln. Vermeiden Sie Laub von Straßenrändern oder gespritzten Feldern.
- Welche Garnelenarten sind für Anfänger geeignet?
- Für Anfänger eignen sich besonders robuste und pflegeleichte Arten wie Red Fire Garnelen, White Pearl Garnelen oder Blue Dream Garnelen.
Mit der richtigen Eingewöhnung und einer artgerechten Fütterung, zu der auch Laub gehören kann, schaffen Sie optimale Bedingungen für gesunde und vitale Garnelen in Ihrem Aquarium. Beobachten Sie Ihre Tiere aufmerksam und passen Sie die Haltungsbedingungen bei Bedarf an, um ihnen ein langes und glückliches Leben in Ihrem Aquarium zu ermöglichen.
