12/03/2022
Wer sich für die faszinierende Welt der Garnelen im Aquarium entscheidet, steht vor der wichtigen Frage: Brauchen Garnelen Pflanzen? Die Antwort ist ein klares Ja! Pflanzen sind nicht nur eine optische Bereicherung für jedes Aquarium, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihrer Garnelen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Vorteile von Pflanzen im Garnelenaquarium und gibt Ihnen wertvolle Tipps zur Auswahl und Gestaltung.

Warum sind Pflanzen so wichtig für Garnelen?
Pflanzen erfüllen im Garnelenaquarium gleich mehrere wichtige Funktionen, die zu einem artgerechten und stabilen Lebensraum beitragen:
- Versteckmöglichkeiten: Garnelen sind von Natur aus eher scheue Tiere, die sich gerne zurückziehen. Eine üppige Bepflanzung bietet ihnen zahlreiche Versteckmöglichkeiten, in denen sie sich sicher und geborgen fühlen. Dies ist besonders wichtig für frisch gehäutete Garnelen, die in dieser Zeit besonders verletzlich sind, und für Garnelenweibchen mit Eiern. Auch der Nachwuchs findet in den dichten Pflanzenbeständen Schutz vor möglichen Fressfeinden, falls Sie das Aquarium mit anderen friedlichen Bewohnern teilen.
- Futterquelle: Pflanzen dienen Garnelen als wertvolle zusätzliche Futterquelle. Auf den Blättern und Stängeln bildet sich ein feiner Aufwuchs aus Kleinstlebewesen, Algen und Bakterien, den die Garnelen gerne abweiden. Dieser natürliche Belag ist reich an Nährstoffen und trägt zu einer ausgewogenen Ernährung der Tiere bei. Insbesondere feinfiedrige Pflanzen und Moose bieten eine große Oberfläche für diesen Aufwuchs.
- Wasserqualität: Obwohl Pflanzen im Garnelenaquarium nicht primär zur Wasserreinigung eingesetzt werden (diese Aufgabe übernimmt hauptsächlich der Filter), tragen sie indirekt zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Sie produzieren Sauerstoff, der für alle Aquarienbewohner lebensnotwendig ist, und nehmen geringe Mengen an Schadstoffen auf. Zudem helfen sie, das ökologische Gleichgewicht im Aquarium zu stabilisieren.
Die richtige Pflanzenauswahl für Garnelenaquarium
Nicht jede Aquarienpflanze ist gleichermaßen für ein Garnelenbecken geeignet. Bei der Auswahl sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
- Feinfiedrige Pflanzen: Pflanzen mit feinen Blättern wie Wasserpest (Egeria densa), Froschbiss (Limnobium laevigatum) oder Hornkraut (Ceratophyllum demersum) sind besonders beliebt bei Garnelen. In ihren dichten Blättern fangen sich viele Schwebstoffe, die den Garnelen als Nahrung dienen. Zudem bieten sie dem Nachwuchs ideale Versteckmöglichkeiten.
- Bodendecker: Bodendeckende Pflanzen wie Kubanisches Zwergperlkraut (Hemianthus callitrichoides 'Cuba') oder Grasartige Zwergschwertlilie (Lilaeopsis brasiliensis) sind nicht nur optisch ansprechend, sondern bieten auch einen wichtigen Lebensraum für Garnelen. Unter ihnen sammelt sich Mulm an, der eine zusätzliche Nahrungsquelle darstellt.
- Moose: Moose dürfen in keinem Garnelenaquarium fehlen! Javamoos (Taxiphyllum barbieri), Weeping Moos (Vesicularia ferriei) oder Flammenmoos (Taxiphyllum spec. 'Flame') sind nicht nur einfach zu pflegen, sondern werden von Garnelen auch gerne abgeweidet und als Untergrund zum Klettern genutzt. Moose können auf Wurzeln, Steinen oder dem Bodengrund befestigt werden und bieten so vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.
- Aufsitzerpflanzen: Pflanzen wie Javafarn (Microsorum pteropus) oder Anubias sind robuste und pflegeleichte Aufsitzerpflanzen, die sich gut für die Dekoration von Wurzeln und Steinen eignen. Sie wachsen langsam und benötigen wenig Licht, was sie zu idealen Kandidaten für Garnelenaquarien macht. Achten Sie bei Anubias darauf, die Blätter nicht zu beschädigen, da sie bei Verletzungen Stoffe abgeben können, die für Garnelen schädlich sein könnten.
Weitere wichtige Elemente im Garnelenaquarium
Neben Pflanzen gibt es noch weitere Elemente, die ein Garnelenaquarium artgerecht und attraktiv gestalten:
Der optimale Bodengrund
Der Bodengrund im Garnelenaquarium sollte für die meisten Garnelenarten aus Kies mittlerer Körnung bestehen. Feiner Sand kann leicht verdichten und zu Faulstellen führen, während grober Kies die Futtersuche erschwert, da Nahrung zwischen die Steine fallen kann. Dunkler Bodengrund, wie beispielsweise schwarzer Kies, lässt die Farben vieler Garnelenarten intensiver leuchten, da sie sich auf dunklem Untergrund natürlicher tarnen und ihre Farbpigmente stärker ausbilden.
Wurzeln als natürliche Dekoration
Wurzeln sind nicht nur dekorativ, sondern bieten Garnelen auch wichtige Vorteile. Sie strukturieren das Aquarium, schaffen natürliche Verstecke und dienen als Weidefläche für den Aufwuchs. Zudem geben einige Wurzelarten, wie beispielsweise Moorwurzeln oder Erlenzapfen, wertvolle Huminstoffe und Gerbstoffe ins Wasser ab, die eine leicht antibakterielle Wirkung haben und das Wohlbefinden der Garnelen fördern können. Achten Sie darauf, nur spezielle Aquarienwurzeln zu verwenden, die nicht chemisch behandelt wurden und keine Schadstoffe abgeben.
Steine für Verstecke und Struktur
Auch Steine sind eine beliebte Dekoration im Garnelenaquarium. Sie können zu Höhlen und Spalten aufgeschichtet werden, die den Garnelen als Verstecke dienen. Achten Sie bei der Auswahl der Steine darauf, dass sie nicht kalkhaltig sind, da Kalk das Wasser aufhärten kann, was für viele Garnelenarten nicht ideal ist. Ein einfacher Test mit Essigessenz kann helfen: Wenn es auf dem Stein schäumt, enthält er Kalk.
Der richtige Filter für Garnelen
Ein Filter ist unerlässlich, um das Wasser im Garnelenaquarium sauber und gesund zu halten. Für Garnelenbecken eignen sich besonders Schwammfilter oder Hamburger Mattenfilter (HMF). Diese Filter sind garnelensicher, da sie keine gefährlichen Ansaugöffnungen haben, in die Garnelen geraten könnten. Zudem bieten sie eine große Oberfläche für nützliche Bakterien und dienen den Garnelen als zusätzliche Weidefläche. Vermeiden Sie Innen- oder Außenfilter mit zu starker Strömung und groben Ansaugkörben, da diese für Garnelen gefährlich werden können.

Häufig gestellte Fragen zu Pflanzen im Garnelenaquarium
Fressen Garnelen Aquarienpflanzen?
In der Regel fressen Garnelen keine gesunden Aquarienpflanzen. Sie weiden lediglich den Aufwuchs von den Blättern ab. Allerdings können Amanogarnelen manchmal etwas ruppiger mit Pflanzen umgehen und dabei feinfiedrige Pflanzen oder Moose beschädigen. Beschädigte oder abgestorbene Pflanzenteile werden aber durchaus gefressen. Eine großzügige Bepflanzung und eine angemessene Anzahl von Garnelen beugen Problemen vor.
Sind Anubias gefährlich für Garnelen?
Die weit verbreitete Meinung, dass Anubias schädlich für Garnelen seien, ist in den meisten Fällen unbegründet. Solange die Anubias-Pflanzen nicht beschädigt werden, geben sie keine schädlichen Stoffe ab. Nur bei größeren Verletzungen, beispielsweise beim Beschneiden, könnten Stoffe freigesetzt werden. Viele Garnelenhalter pflegen Anubias problemlos in ihren Becken.
Wie wähle ich garnelensichere Pflanzen aus dem Handel?
Ein häufiges Problem ist die Belastung von Aquarienpflanzen aus dem Handel mit Pestiziden, die für Garnelen giftig sein können. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie neue Pflanzen vor dem Einsetzen ins Garnelenbecken gründlich wässern. Spülen Sie die Pflanzen unter fließendem Wasser ab und legen Sie sie für einige Tage in einen Eimer mit frischem Wasser, das Sie täglich wechseln. Dies hilft, eventuelle Pestizidrückstände zu entfernen. In-Vitro-Pflanzen sind eine besonders sichere Wahl, da sie unter sterilen Bedingungen gezüchtet werden und garantiert frei von Pestiziden sind.
Fazit: Pflanzen sind unverzichtbar für glückliche Garnelen
Pflanzen sind weit mehr als nur Dekoration im Garnelenaquarium. Sie sind essenziell für das Wohlbefinden und die artgerechte Haltung der kleinen Krustentiere. Sie bieten Versteckmöglichkeiten, dienen als Futterquelle und tragen zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Mit der richtigen Pflanzenauswahl und einer durchdachten Gestaltung schaffen Sie ein naturnahes und attraktives Aquarium, in dem sich Ihre Garnelen rundum wohlfühlen werden. Investieren Sie in eine üppige Bepflanzung – Ihre Garnelen werden es Ihnen danken!
