28/11/2024
Goldgarbe und Schafgarbe, zwei Schwestern aus der Familie der Korbblütler, sind nicht nur wegen ihrer Schönheit in Gärten beliebt, sondern auch für ihre bemerkenswerten Heilwirkungen bekannt. Seit Jahrhunderten werden diese Pflanzen in der Volksmedizin geschätzt und finden auch heute noch breite Anwendung. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Goldgarbe (Achilléa filipendulína) und der Schafgarbe (Achillea millefolium) ein, beleuchten ihre spezifischen Eigenschaften, ihre heilenden Kräfte und geben praktische Ratschläge für den Anbau und die Nutzung.

Die vielseitige Schafgarbe: Ein Heilmittel der alten Zeit
Die Schafgarbe, oft als „Heil aller Schäden“ bezeichnet, genießt einen legendären Ruf als Alleskönnerin unter den Heilpflanzen. Ihr breites Wirkungsspektrum ist beeindruckend und reicht von der Förderung der Verdauung bis zur Unterstützung der Wundheilung. Der Name Schafgarbe leitet sich vermutlich von der Beobachtung ab, dass kranke Schafe diese Pflanze bevorzugt fressen. Der Wortteil „Garbe“ stammt vom altdeutschen „garwe“, was so viel wie „gesund machen“ bedeutet – ein Name, der die heilenden Eigenschaften dieser Pflanze treffend zusammenfasst.

Wirkungsspektrum der Schafgarbe
Die Schafgarbe ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen, die für ihre vielfältigen Wirkungen verantwortlich sind. Zu den wichtigsten zählen ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Diese Kombination macht die Schafgarbe zu einem wertvollen Helfer bei verschiedenen Beschwerden:
- Krampflösend: Schafgarbe wirkt krampflösend und kann daher bei Menstruationsbeschwerden, Magen-Darm-Krämpfen und sogar Rückenbeschwerden Linderung verschaffen.
- Wundheilend: Die wundheilenden Eigenschaften der Schafgarbe sind seit langem bekannt. Sie fördert die Regeneration des Gewebes und wirkt entzündungshemmend, was sie zu einem idealen Mittel zur Behandlung von Schnittwunden, Schürfwunden und anderen Verletzungen macht.
- Verdauungsfördernd: Schafgarbe kann die Verdauung anregen, Blähungen reduzieren und die Leberfunktion stärken. Ein Tee aus Schafgarbe nach einer üppigen Mahlzeit kann wohltuend wirken.
- Entzündungshemmend: Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Schafgarbe machen sie zu einem wertvollen Helfer bei Blasenentzündungen und anderen entzündlichen Erkrankungen.
- Kreislaufstärkend: Die rosa Schafgarbe, eine spezielle Züchtung, soll besonders stärkend auf die Venen wirken und somit die Durchblutung fördern und das Risiko von Krampfadern und Hämorrhoiden mindern.
- Schmerzlindernd: Schafgarbe kann bei wetterbedingten Kopfschmerzen und Migräne Linderung verschaffen.
- Fiebersenkend: Traditionell wird Schafgarbe auch bei Erkältungskrankheiten und Fieber eingesetzt.
Anwendung der Schafgarbe
Schafgarbe kann auf verschiedene Arten angewendet werden:
- Tee: Bei Verdauungsbeschwerden, Blasenentzündungen, Erkältungen und zur allgemeinen Stärkung kann Schafgarbentee getrunken werden. Übergießen Sie dafür ein bis zwei Teelöffel getrocknete oder frische Schafgarbe mit heißem Wasser und lassen Sie den Tee 10-15 Minuten ziehen.
- Sitzbad: Bei Blasenentzündungen, Hämorrhoiden und Rückenbeschwerden können Sitzbäder mit Schafgarbentee wohltuend sein. Geben Sie dafür zwei bis drei Liter starken Schafgarbentee ins Badewasser.
- Umschläge und Waschungen: Bei Wunden, Hautentzündungen und Ekzemen können Umschläge oder Waschungen mit Schafgarbentee oder einer Tinktur helfen.
- Salben: Schafgarbensalben sind in Apotheken erhältlich und können zur Wundheilung und bei Hautproblemen eingesetzt werden.
Die Goldgarbe: Schönheit und Nutzen für den Garten
Die Goldgarbe (Achilléa filipendulína) unterscheidet sich von der Schafgarbe vor allem durch ihre leuchtend gelben Blüten und ihre Herkunft. Sie stammt ursprünglich aus dem Kaukasusgebiet und Kleinasien und bevorzugt sonnige, warme Standorte. Obwohl die Goldgarbe nicht das breite Heilwirkungsspektrum der Schafgarbe aufweist, ist sie dennoch eine wertvolle Pflanze, insbesondere für den Garten.

Goldgarbe im Garten
Die Goldgarbe ist eine robuste und pflegeleichte Staude, die mit ihrer gelben Blütenpracht von Juni bis September jeden Garten bereichert. Sie ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch äußerst insektenfreundlich. Ihre Blüten sind reich an Nektar und ziehen Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten magisch an. Darüber hinaus kann die Goldgarbe im Garten noch weitere nützliche Funktionen erfüllen:
- Pflanzenschutz: Ähnlich wie die Schafgarbe kann auch die Goldgarbe zur Herstellung von Pflanzenstärkungsmitteln verwendet werden. Ein Sud oder Kaltwasserauszug aus Goldgarbe soll gegen Mehltau und die Kräuselkrankheit beim Pfirsich wirksam sein.
- Bodenverbesserung: Als Tiefwurzler kann die Goldgarbe den Boden lockern und verbessern.
- Schnittblume: Die haltbaren Blüten der Goldgarbe eignen sich hervorragend als Schnittblumen für die Vase.
Anbau und Pflege der Goldgarbe
Die Goldgarbe ist relativ anspruchslos und gedeiht an sonnigen Standorten auf durchlässigen, nährstoffreichen Böden. Hier einige Tipps für den Anbau und die Pflege:
- Standort: Wählen Sie einen sonnigen und warmen Standort für die Goldgarbe.
- Boden: Der Boden sollte gut durchlässig, sandig-lehmig und mäßig feucht sein. Staunässe sollte vermieden werden.
- Pflanzzeit: Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr oder Herbst.
- Pflanzabstand: Halten Sie einen Pflanzabstand von 40 bis 45 Zentimetern ein.
- Gießen: Gießen Sie die Goldgarbe regelmäßig, besonders in trockenen Perioden. Vermeiden Sie jedoch Staunässe.
- Düngen: Eine Düngung im Frühjahr mit organischem Dünger kann das Wachstum fördern, ist aber nicht unbedingt erforderlich.
- Rückschnitt: Entfernen Sie regelmäßig abgeblühte Blütenstände, um die Blütezeit zu verlängern. Im Herbst können Sie die Pflanze bodennah zurückschneiden.
- Winterhärte: Die Goldgarbe ist in der Regel winterhart. In sehr kalten Regionen kann eine leichte Mulchschicht im Winter jedoch von Vorteil sein.
- Teilen: Bei Bedarf können Sie die Goldgarbe alle paar Jahre im Frühling teilen, um sie zu verjüngen und zu vermehren.
Goldgarbe und Verwechslungsgefahr
Sowohl Goldgarbe als auch Schafgarbe sind nicht giftig. Es besteht jedoch die Möglichkeit der Verwechslung mit giftigen Pflanzen, insbesondere bei der Wildsammlung. Achten Sie daher genau auf die Merkmale der Pflanzen und sammeln Sie nur, wenn Sie sich sicher sind. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Goldgarbe sind ihre leuchtend gelben Blüten und die gefiederten Blätter. Verwechseln Sie die Goldgarbe nicht mit der Gelben Schafgarbe (Achillea tomentosa), die ebenfalls gelbe Blüten hat, aber andere Eigenschaften aufweisen kann.

Schafgarbe trocknen für die Vorratshaltung
Um die heilenden Kräfte der Schafgarbe das ganze Jahr über nutzen zu können, ist es sinnvoll, sie zu trocknen. Die beste Zeit für die Ernte ist der Hochsommer, idealerweise zur Mittagszeit, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen in Blüten und Blättern am höchsten ist. Schneiden Sie die Pflanze etwa eine Handbreit über dem Boden ab, damit sie wieder nachwachsen kann. Binden Sie die geernteten Schafgarben zu kleinen Sträußchen zusammen und hängen Sie diese kopfüber an einem gut belüfteten, schattigen und trockenen Ort auf. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder zu hohe Temperaturen, da dies die ätherischen Öle schädigen kann. Die Schafgarbe ist ausreichend getrocknet, wenn sie sich zwischen den Fingern zerbröseln lässt. Bewahren Sie die getrockneten Triebe luftdicht in einem trockenen Gefäß auf.

Fazit: Goldgarbe und Schafgarbe – Wertvolle Pflanzen für Gesundheit und Garten
Goldgarbe und Schafgarbe sind wertvolle Pflanzen, die sowohl im Garten als auch für die Gesundheit viel zu bieten haben. Die Schafgarbe beeindruckt mit ihrem breiten heilenden Wirkungsspektrum und ihrer traditionellen Verwendung als „Heil aller Schäden“. Die Goldgarbe hingegen besticht durch ihre leuchtende Schönheit und ihren Nutzen als insektenfreundliche Gartenpflanze. Beide Pflanzen sind pflegeleicht und robust und können eine Bereicherung für jeden Garten und jede Hausapotheke sein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Sind Goldgarbe und Schafgarbe giftig?
- Nein, sowohl Goldgarbe als auch Schafgarbe sind nicht giftig.
- Welche Heilwirkung hat die Schafgarbe?
- Schafgarbe wirkt krampflösend, wundheilend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, kreislaufstärkend und schmerzlindernd. Sie wird traditionell bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, darunter Verdauungsprobleme, Wunden, Blasenentzündungen, Menstruationsbeschwerden und Erkältungen.
- Wofür kann ich Goldgarbe im Garten verwenden?
- Goldgarbe ist eine insektenfreundliche Pflanze, die Bienen und Schmetterlinge anzieht. Sie kann auch zur Herstellung von Pflanzenstärkungsmitteln verwendet werden und dient als Schnittblume.
- Wie pflege ich Goldgarbe?
- Goldgarbe ist pflegeleicht. Sie benötigt einen sonnigen Standort, durchlässigen Boden und regelmäßige Wassergaben. Abgeblühte Blütenstände sollten entfernt werden, und bei Bedarf kann die Pflanze im Frühling geteilt werden.
- Wie trockne ich Schafgarbe?
- Schafgarbe wird am besten im Hochsommer zur Mittagszeit geerntet und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort getrocknet. Bewahren Sie die getrockneten Triebe luftdicht auf.
