Wo wird Fürstenberg Porzellan produziert?

Fürstenberg Porzellan: Tradition und Exzellenz

08/10/2024

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Das Fürstenberg Porzellan, oft als das „Weiße Gold der Weser“ bezeichnet, blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1747, ist die Porzellanmanufaktur Fürstenberg die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands, die bis heute am selben Standort produziert. Dieser Artikel beleuchtet die spannende Geschichte, den Produktionsstandort und die Besonderheiten dieses edlen Porzellans.

Wo wird Fürstenberg Porzellan produziert?
Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg ist eine Porzellanmanufaktur in Fürstenberg in Niedersachsen. Sie wurde dort 1747 gegründet und hatte ab etwa 1750 ihren Sitz im Schloss Fürstenberg. 1972 wurde die Produktion in neue Fertigungsgebäude neben dem Schloss verlagert.
Inhaltsverzeichnis

Wo wird Fürstenberg Porzellan hergestellt?

Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg befindet sich, wie der Name schon sagt, in Fürstenberg, einer Gemeinde in Niedersachsen. Genauer gesagt liegt sie malerisch auf einem Hügel über der Weser. Ursprünglich, ab etwa 1750, war die Manufaktur im historischen Schloss Fürstenberg untergebracht. Im Laufe der Zeit, insbesondere mit der Modernisierung der Produktion, wurde der Standort erweitert. Im Jahr 1972 erfolgte die Verlagerung der Produktion in neue, moderne Fertigungsgebäude, die sich unterhalb des Schlosses befinden. Diese neuen Hallen bieten mehr Platz und sind auf die Anforderungen einer zeitgemäßen Porzellanproduktion zugeschnitten, während das Schloss selbst heute das Museum Schloss Fürstenberg beherbergt.

Die Gründungsgeschichte der Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Die Geschichte der Fürstenberger Porzellanmanufaktur begann mit dem wirtschaftspolitischen Weitblick von Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Zeitalter des Merkantilismus, in dem Manufakturen zur Stärkung der Wirtschaftskraft gegründet wurden, erließ der Herzog am 11. Januar 1747 eine Verfügung zur Gründung einer Porzellanmanufaktur. Mit der Durchführung beauftragte er den Hofjägermeister Johann Georg von Langen. Fürstenberg bot ideale Voraussetzungen für die Porzellanherstellung: Reiche Holzvorräte für die Brennöfen und das regionale Vorkommen von Kaolin, einem essentiellen Rohstoff für die Porzellanproduktion, welcher in Neuhaus im Solling abgebaut wurde.

Die ersten Jahre waren von Experimenten und Herausforderungen geprägt. Obwohl bereits 1750 ein erster Brand von über hundert Geschirrteilen gelang, ist es fraglich, ob es sich dabei bereits um echtes Porzellan handelte. Der angebliche Arkanist Johann Christoph Glaser, der das Geheimnis der Porzellanherstellung versprochen hatte, wurde 1753 in Unehren entlassen, da er nicht die gewünschten Ergebnisse lieferte. Der Durchbruch gelang schließlich mit der Anwerbung von Johann Kilian Benckgraff von der Höchster Porzellanmanufaktur. Benckgraff brachte das entscheidende Wissen mit, und ab 1753 begann die Produktion von echtem Porzellan in Fürstenberg in größeren Stückzahlen.

Ein wichtiges Datum ist das Jahr 1753, als Herzog Karl I. anordnete, die Porzellanstücke mit einem blauen „F“ zu markieren – ein Zeichen, das bis heute für Fürstenberg Porzellan steht. Um talentierte Künstler und Handwerker an die Manufaktur zu binden, wurden 1754 die sogenannten Von Langen-Reihenhäuser für Dreher, Former und Porzellanmaler errichtet – ein frühes Beispiel für Werkswohnungsbau.

Die Produktionsstätten im Wandel der Zeit

Die ersten Produktionsstätten entstanden etwa 500 Meter östlich des Schlosses Fürstenberg. In der sogenannten Alten Mühle, einem unvollendeten Windmühlenbau von Johann Bessler, wurde 1747 ein Laboratorium mit Trocken- und Brennöfen eingerichtet. Neben der Alten Mühle entstand um 1748–1750 das Alte Brennhaus, das in den Anfangsjahren als Brennhaus für Porzellan diente. Archäologische Ausgrabungen von 2009 bis 2012 legten hier die ersten Brennöfen der Manufaktur aus der Zeit um 1748–1750 frei – diese gelten als die ältesten erhaltenen Porzellan-Brennöfen in Europa und sind von großer historischer Bedeutung.

Ab etwa 1750 wurde auch das Schloss Fürstenberg selbst in den Manufakturbetrieb einbezogen. Von 1755 bis 1757 fanden umfangreiche Umbaumaßnahmen im Schloss statt, um Brennöfen, Holzlager und Arbeitsräume für die Porzellanherstellung einzurichten. Über die rund 200-jährige Produktionszeit im Schloss verdichtete sich die Bebauung im Schlossbereich immer weiter. Erst nach einem Brand im Schloss im Jahr 1974 wurden die nachträglich errichteten Produktionsgebäude wieder abgerissen, um das historische Schlossbild wiederherzustellen.

Fürstenberg Porzellan im 20. und 21. Jahrhundert

Das 20. und 21. Jahrhundert brachten für die Porzellanmanufaktur Fürstenberg zahlreiche Veränderungen und Herausforderungen. Im Jahr 1906 wurde zusätzlich eine Malerei in Dresden eröffnet, um die Produktionskapazitäten zu erweitern. Die Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre traf auch Fürstenberg hart, und 1926 musste die Manufaktur vorübergehend schließen. Durch Exporte in die USA konnte die Produktion jedoch wieder aufgenommen werden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in der Fabrik Zwangsarbeiterinnen aus der Sowjetunion eingesetzt. Trotz der schwierigen Umstände produzierte die Manufaktur auch in dieser Zeit erfolgreich Produkte wie Einmachhäfen aus Weißporzellan, die zu den Verkaufsschlagern der Kriegsjahre zählten.

In der Nachkriegszeit erlebte Fürstenberg Porzellan eine neue Blüte. 1957 entwarf der Werksmodelleur Walter Nitzsche das Niedersachsenpferd, das bis heute das offizielle Staatsgeschenk des Landes Niedersachsen ist und die Verbundenheit der Manufaktur mit ihrer Region unterstreicht.

Die Norddeutsche Landesbank (NORD/LB) übernahm 1966 98 Prozent der Anteile an der Manufaktur. 1972 erfolgte der Umzug in die neuen Fertigungshallen unterhalb des Schlosses, was einen wichtigen Schritt in die Moderne darstellte. Trotz Modernisierung und Reorganisation der Produktion in den 1990er Jahren sah sich die Manufaktur in den letzten Jahrzehnten mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Sinkende Absatzzahlen und der zunehmende Wettbewerbsdruck führten zu Umstrukturierungen und einem Fokus auf das Luxussegment. Heute gehört die Porzellanmanufaktur Fürstenberg dem Land Niedersachsen, welches die Anteile der Nord/LB im Jahr 2019 übernahm, um die traditionsreiche Manufaktur zu erhalten.

Das Museum Schloss Fürstenberg – Ein Fenster in die Porzellankunst

Ein besonderes Highlight für Besucher ist das Museum Schloss Fürstenberg, das seit 1957 im Schloss untergebracht ist. Hier können Besucher einen umfassenden Überblick über die Produktion von den Anfängen bis heute gewinnen. Ausgestellt sind Exponate aus verschiedenen Epochen, die die stilistische Entwicklung und die handwerkliche Meisterschaft der Fürstenberger Porzellankunst dokumentieren. Neben dem Museum im Schloss gibt es weitere bedeutende Fürstenberg-Sammlungen in Museen in Braunschweig, Bremen, Schwerin, Wolfenbüttel und Weimar.

Häufig gestellte Fragen zu Fürstenberg Porzellan

Wo genau wird Fürstenberg Porzellan produziert?
Die Produktion findet in Fürstenberg in Niedersachsen statt, in modernen Fertigungsgebäuden unterhalb des Schlosses Fürstenberg.

Seit wann gibt es die Porzellanmanufaktur Fürstenberg?
Die Manufaktur wurde 1747 gegründet und ist die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands, die noch am Gründungsort produziert.

Was ist das Besondere an Fürstenberg Porzellan?
Fürstenberg Porzellan zeichnet sich durch seine lange Tradition, höchste Qualität, handwerkliche Perfektion und zeitlose Eleganz aus. Es wird oft als das „Weiße Gold der Weser“ bezeichnet und steht für luxuriöses Porzellan „Made in Germany“.

Kann man Fürstenberg Porzellan besichtigen?
Ja, das Museum Schloss Fürstenberg im Schloss Fürstenberg bietet einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Produktion. Zudem gibt es einen Werksverkauf in Fürstenberg.

Was bedeutet das blaue „F“ auf dem Fürstenberg Porzellan?
Das blaue „F“ ist das Markenzeichen von Fürstenberg Porzellan und wurde 1753 von Herzog Karl I. eingeführt. Es steht für die Echtheit und Qualität des Porzellans.

Fazit: Fürstenberg Porzellan ist mehr als nur Geschirr – es ist ein Stück deutscher Kulturgeschichte. Die Manufaktur hat über Jahrhunderte hinweg Tradition und Innovation vereint und steht heute für exquisites Porzellan, das Liebhaber weltweit schätzen. Ein Besuch in Fürstenberg und dem Museum Schloss Fürstenberg ist eine lohnende Reise in die Welt der Porzellankunst.

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