Wie kann ich selbst Fungizide herstellen?

Pilzerkrankungen natürlich bekämpfen: DIY-Fungizide

01/02/2026

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Die sommerliche Wärme und die damit verbundene Luftfeuchtigkeit bieten ideale Bedingungen für Pilzerkrankungen im Garten. Viele Gartenbesitzer kämpfen in dieser Zeit des Jahres mit unliebsamen Pilzbefall an ihren geliebten Pflanzen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Methoden, um Pilzerkrankungen auf natürliche Weise zu bekämpfen und Ihre Pflanzen gesund zu erhalten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Fungizide selber herstellen können und welche vorbeugenden Maßnahmen Sie ergreifen sollten.

Wie kann ich selbst Fungizide herstellen?
Sie können beispielsweise einen fungizid wirksamen Tee aus 40 g frischen kleingehackten Zwiebeln oder Knoblauch herstellen, die Sie mit 5 Liter heißem Wasser übergießen und etwa 1 Stunde ziehen lassen. Der abgekühlte Tee wird dann einmal wöchentlich unverdünnt über die Pflanzen gesprüht.
Inhaltsverzeichnis

Pilzerkrankungen im Garten erkennen und verstehen

Pilzerkrankungen sind vielfältig und können eine Vielzahl von Gartenpflanzen befallen. Zu den häufigsten Pilzerkrankungen zählen:

  • Echter Mehltau: Erkennbar an einem weißlichen, mehlartigen Belag auf den Blattoberseiten.
  • Falscher Mehltau: Ähnelt dem Echten Mehltau, der Belag befindet sich jedoch meist auf den Blattunterseiten. Oftmals gehen dem Belag gelbliche Flecken auf der Blattoberseite voraus.
  • Grauschimmelfäule (Botrytis): Zeigt sich durch einen grauen, schimmelartigen Belag, besonders an Blüten, Früchten und Stängeln.
  • Blattfleckenpilze: Verursachen braune, gelbliche oder rötliche Flecken auf den Blättern.
  • Rostpilze: Bilden orangefarbene bis rostbraune Pusteln auf den Blättern und Stängeln.
  • Schwarzfäule: Führt zu dunklen, faulenden Stellen an Früchten und Pflanzenteilen.
  • Schorf: Betrifft häufig Obstbäume und führt zu rauen, schorfigen Stellen auf Früchten und Blättern.
  • Welkekrankheiten: Verursachen das plötzliche Welken und Absterben ganzer Pflanzen oder Pflanzenteile.

Diese Pilze lieben ein feucht-warmes Klima und breiten sich unter solchen Bedingungen besonders schnell aus. Es ist daher wichtig, bei den ersten Anzeichen eines Befalls schnell zu handeln.

Erste Maßnahmen bei Pilzbefall: Befallene Pflanzenteile entfernen

Sobald Sie Anzeichen einer Pilzerkrankung an Ihren Pflanzen entdecken, ist es wichtig, umgehend zu handeln. Der erste und wichtigste Schritt ist die Entfernung aller befallenen Pflanzenteile. Schneiden Sie Blätter, Triebe oder Früchte, die Flecken, Pusteln oder Beläge aufweisen, großzügig zurück. Achten Sie darauf, saubere und scharfe Gartenscheren zu verwenden, um die Ausbreitung von Pilzsporen nicht noch zu fördern. Desinfizieren Sie Ihre Werkzeuge nach dem Schneiden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Die entfernten Pflanzenteile sollten nicht auf dem Kompost entsorgt werden, da sich die Pilzsporen dort halten und im nächsten Jahr erneut Probleme verursachen können. Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile idealerweise im Hausmüll oder verbrennen Sie sie.

In manchen Fällen, insbesondere bei starkem Befall, kann ein kompletter Rückschnitt der Pflanze notwendig sein. Dies mag radikal erscheinen, kann aber die Pflanze retten und einen gesunden Neuaustrieb ermöglichen. Nach einem Rückschnitt ist es besonders wichtig, die Pflanze mit stärkenden Maßnahmen zu unterstützen, um sie widerstandsfähiger gegen erneuten Pilzbefall zu machen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzerkrankungen

Vorbeugung ist der beste Schutz gegen Pilzerkrankungen. Durch die Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen und die Stärkung der Pflanzen können Sie das Risiko eines Pilzbefalls deutlich reduzieren.

Der richtige Standort und Pflanzabstand

Viele Pilzerkrankungen werden durch zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt. Achten Sie daher auf einen luftigen Standort für Ihre Pflanzen. Vermeiden Sie zu dichte Bepflanzungen, die die Luftzirkulation behindern und die Blätter nach Regen oder Tau nur langsam abtrocknen lassen. Halten Sie die empfohlenen Pflanzabstände ein, um eine gute Belüftung zu gewährleisten. Pflanzen, die besonders anfällig für Pilzkrankheiten sind, sollten an einem sonnigen und luftigen Ort stehen.

Richtiges Gießen

Gießen Sie Ihre Pflanzen direkt an der Wurzel und vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen. Feuchte Blätter bieten Pilzsporen ideale Bedingungen zur Ansiedlung und Keimung. Gießen Sie am besten morgens, damit die Blätter tagsüber abtrocknen können. Vermeiden Sie Staunässe, da diese ebenfalls Pilzerkrankungen fördern kann.

Ausgewogene Düngung

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung stärkt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Vermeiden Sie eine übermäßige Stickstoffdüngung, da diese das Pflanzengewebe weich und anfällig für Pilzbefall macht. Verwenden Sie stattdessen organische Dünger wie Kompost oder gut verrotteten Mist, die die Bodenstruktur verbessern und die Pflanzen langsam und gleichmäßig mit Nährstoffen versorgen. Pflanzenjauchen können ebenfalls zur Stärkung der Pflanzen beitragen.

Stärkung der Pflanzen mit Pflanzenbrühen und -extrakten

Pflanzenstärkungsmittel können die Widerstandskraft Ihrer Pflanzen gegen Pilzerkrankungen erhöhen. Bewährte Mittel sind:

  • Schachtelhalmbrühe: Ackerschachtelhalm ist reich an Kieselsäure, die das Zellgewebe der Pflanzen festigt und sie widerstandsfähiger gegen Pilzbefall macht.
  • Algenextrakte: Enthalten wertvolle Mineralien und Spurenelemente, die das Pflanzenwachstum fördern und die Abwehrkräfte stärken.
  • Brennnesseljauche: Wirkt ebenfalls stärkend und versorgt die Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen.

Diese Mittel werden vorbeugend eingesetzt und sind weniger wirksam, wenn der Pilzbefall bereits ausgebrochen ist.

Anleitung zur Herstellung von Schachtelhalmbrühe

Schachtelhalmbrühe ist einfach herzustellen:

  1. Verwenden Sie 500 g frischen Ackerschachtelhalm (oder 100 g getrockneten) auf 5 Liter Wasser.
  2. Zerkleinern Sie den Schachtelhalm grob und geben Sie ihn in einen Topf mit Wasser.
  3. Bringen Sie die Mischung zum Kochen und lassen Sie sie dann bei niedriger Hitze etwa 30 Minuten köcheln.
  4. Lassen Sie die Brühe abkühlen und seihen Sie sie durch ein feines Sieb oder Tuch ab.
  5. Verdünnen Sie die Schachtelhalmbrühe vor der Anwendung im Verhältnis 1:5 mit Wasser.
  6. Sprühen Sie die verdünnte Brühe mit einem Pumpzerstäuber auf die Pflanzen, idealerweise an einem bedeckten Tag.

Brennnesseljauche wird ähnlich hergestellt, jedoch kalt angesetzt und über mehrere Tage fermentiert. Sie wird in der Regel 1:10 verdünnt und im Wurzelbereich ausgebracht.

DIY-Fungizide: Hausmittel gegen Pilzerkrankungen

Wenn der Pilzbefall bereits sichtbar ist, können Sie auf natürliche Hausmittel zurückgreifen, um ihn zu bekämpfen. Einige bewährte DIY-Fungizide sind:

Zwiebel- und Knoblauchtee

Zwiebeln und Knoblauch enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die eine fungizide Wirkung haben. Ein Tee aus Zwiebeln oder Knoblauch kann helfen, Pilzerkrankungen einzudämmen.

Rezept für Zwiebel- oder Knoblauchtee:

  1. Zerkleinern Sie 40 g frische Zwiebeln oder Knoblauchzehen fein.
  2. Übergießen Sie die Zwiebeln oder den Knoblauch mit 5 Litern kochendem Wasser.
  3. Lassen Sie den Tee etwa 1 Stunde ziehen.
  4. Seihen Sie den Tee ab und lassen Sie ihn abkühlen.
  5. Sprühen Sie den unverdünnten Tee einmal wöchentlich auf die befallenen Pflanzen. Achten Sie darauf, auch die Blattunterseiten gründlich zu benetzen.

Der Geruch von Knoblauchtee kann zwar etwas intensiv sein, verfliegt aber nach kurzer Zeit.

Milch-Wasser-Gemisch mit Lavendelöl

Ein einfaches und wirksames Fungizid lässt sich aus Milch und Wasser herstellen. Die Milchsäure stärkt die Pflanzenabwehr, während das Lavendelöl zusätzlich fungizide und antibakterielle Eigenschaften besitzt.

Rezept für Milch-Wasser-Spray:

  1. Mischen Sie 4 Teile Wasser mit 1 Teil fettarmer Frischmilch (bei Vollmilch 8:1). Verwenden Sie möglichst keine H-Milch.
  2. Geben Sie 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl (oder Teebaumöl als Alternative) zu der Mischung und verrühren Sie alles gut.
  3. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche.
  4. Besprühen Sie die befallenen Pflanzen mindestens einmal wöchentlich gründlich, sowohl Ober- als auch Unterseiten der Blätter.
  5. Führen Sie die Spritzung am besten vormittags bei bedecktem Himmel durch.

Dieses Milch-Wasser-Spray ist nicht nur gegen Pilzerkrankungen wirksam, sondern kann auch bei Blattlausbefall helfen.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von DIY-Fungiziden

  • Vorbehandlung: Entfernen Sie vor der Anwendung von DIY-Fungiziden immer alle sichtbar befallenen Triebe und Blätter.
  • Regelmäßige Anwendung: Biologische Spritzmittel wirken in der Regel weniger stark und lang anhaltend als chemische Fungizide. Daher ist eine regelmäßige Anwendung im Abstand von etwa einer Woche wichtig, um den Pilzbefall in Schach zu halten.
  • Witterungsbedingungen: Spritzen Sie Ihre Pflanzen idealerweise bei trockenem, bedecktem Wetter. Vermeiden Sie Spritzungen bei praller Sonne oder Regen.
  • Verträglichkeit testen: Testen Sie das DIY-Fungizid zunächst an einem einzelnen Blatt oder Trieb, um sicherzustellen, dass die Pflanze es gut verträgt.
  • Abwechslung: Wechseln Sie die DIY-Fungizide ab, um die Entwicklung von Resistenzen bei den Pilzen zu vermeiden.

Blattverfärbungen – Nicht immer ein Pilz!

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Blattverfärbung automatisch auf eine Pilzerkrankung hinweist. Auch Nährstoffmängel oder -überschüsse können ähnliche Symptome verursachen.

  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Kalium oder Magnesium kann beispielsweise zu gelblichen oder braunen Blatträndern führen.
  • Nährstoffüberschuss: Auch eine Überdüngung kann Blattverfärbungen hervorrufen.

Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um einen Pilzbefall oder eine Nährstoffproblematik handelt, beobachten Sie Ihre Pflanzen genau und achten Sie auf weitere Symptome. Im Zweifelsfall kann eine Bodenanalyse oder eine Beratung durch einen Fachmann im Gartenfachhandel hilfreich sein.

Fazit: Natürliche Fungizide für einen gesunden Garten

Mit einfachen Hausmitteln und vorbeugenden Maßnahmen können Sie Pilzerkrankungen im Garten effektiv und auf natürliche Weise bekämpfen. DIY-Fungizide aus Zwiebeln, Knoblauch oder Milch sind nicht nur umweltfreundlich und kostengünstig, sondern auch schonend für Ihre Pflanzen und Nützlinge. Achten Sie auf einen gesunden Standort, eine ausgewogene Düngung und stärken Sie Ihre Pflanzen mit natürlichen Mitteln, um das Risiko von Pilzbefall zu minimieren. So können Sie Ihren Garten auch ohne chemische Keulen gesund und blühend erhalten.

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