03/12/2021
Der Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis) ist ein weit verbreitetes und geschätztes Gras, das vor allem in Wiesen und Weiden eine wichtige Rolle spielt. Dieses ausdauernde Obergras zeichnet sich durch seine frühe Entwicklung im Jahr und seine hohe Futterqualität aus. Aber wo genau fühlt sich der Wiesenfuchsschwanz am wohlsten und welche Bedingungen benötigt er für ein optimales Wachstum? Dieser Artikel beleuchtet die bevorzugten Standorte, Wachstumsbedingungen und die Verbreitung dieses wertvollen Grases.

Wo wächst der Wiesenfuchsschwanz am besten?
Der Wiesenfuchsschwanz bevorzugt mässig feuchte bis feuchte und nährstoffreiche Böden. Er gedeiht optimal auf gut durchlüfteten Mineral- und Moorböden. Diese Standorte bieten ihm die notwendigen Voraussetzungen für sein üppiges Wachstum und seine hohe Ertragsfähigkeit. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Wiesenfuchsschwanz zwar feuchte Böden liebt, aber keine Staunässe verträgt. Eine gute Durchlüftung des Bodens ist daher entscheidend für seine Gesundheit und sein Wachstum.
Zusammenfassend lassen sich die bevorzugten Standorte des Wiesenfuchsschwanzes wie folgt charakterisieren:
- Bodenfeuchte: mässig feucht bis feucht
- Nährstoffgehalt: nährstoffreich
- Bodenart: Mineral- und Moorböden
- Bodenbelüftung: gut durchlüftet
Wachstumsbedingungen im Detail
Der Wiesenfuchsschwanz stellt einige Ansprüche an seine Umgebung, die für sein erfolgreiches Wachstum erfüllt sein müssen. Neben den bereits genannten Bodenbedingungen spielen weitere Faktoren eine Rolle:
- Wasserversorgung: Er ist dankbar für gelegentliche Überschwemmungen, was ihn zu einer geeigneten Pflanze für Auenlandschaften macht. Jedoch ist Staunässe unbedingt zu vermeiden, da diese zu Wurzelschäden und zum Absterben der Pflanze führen kann.
- Nährstoffversorgung: Ein ausreichender Nährstoffgehalt im Boden ist essentiell. Wiesenfuchsschwanz ist ein Starkzehrer und benötigt besonders Stickstoff, Phosphor und Kalium für ein kräftiges Wachstum und hohe Erträge.
- Lichtverhältnisse: Obwohl er volle Sonne bevorzugt, verträgt der Wiesenfuchsschwanz auch mässige Beschattung. Dies ermöglicht ihm auch in lichteren Waldrandlagen oder unter dem Schatten von Bäumen zu gedeihen.
- Winterhärte: Der Wiesenfuchsschwanz ist äusserst winterhart. Dies ermöglicht ihm, auch in rauen Klimazonen wie den Alpen oder im hohen Norden zu überleben und zu wachsen, solange die Feuchte- und Nährstoffbedingungen stimmen. Er übersteht auch lange Schneelagen und Spätfröste problemlos.
Verbreitung des Wiesenfuchsschwanzes
Dank seiner Anpassungsfähigkeit und Winterhärte ist der Wiesenfuchsschwanz in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. In Deutschland ist er ein typischer Bestandteil von feuchten Wiesen und Überschwemmungsgebieten. Seine Verbreitung reicht von den Tieflagen bis in die Alpenregionen, solange die genannten Standortansprüche erfüllt sind.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Wiesenfuchsschwanz nicht in Trockenlagen gedeiht. Auf trockenen, sandigen Böden oder in Gebieten mit längeren Dürreperioden wird man ihn kaum finden. Ebenso meidet er regelmässig beweidete Flächen, da er Beweidung schlecht verträgt.
Nutzung und Wert des Wiesenfuchsschwanzes
Der Wiesenfuchsschwanz ist nicht nur aufgrund seiner weiten Verbreitung, sondern vor allem wegen seines hohen Nutzwertes von Bedeutung. Er wird hauptsächlich als Futtergras in der Landwirtschaft eingesetzt. Seine wichtigsten Eigenschaften in Bezug auf die Nutzung sind:
- Hohe Ertragsfähigkeit: Wiesenfuchsschwanz ist sehr wüchsig und liefert hohe Biomasseerträge. Unter optimalen Bedingungen können bis zu drei Schnitte pro Jahr erzielt werden.
- Hohe Futterqualität: Bei rechtzeitigem Schnitt, idealerweise vor der Blüte, erreicht der Wiesenfuchsschwanz eine sehr gute Futterqualität. Er besitzt eine hohe Verdaulichkeit und einen guten Energiegehalt, was ihn zu einem wertvollen Futter für Rinder und andere Nutztiere macht. Die Futterwertzahl liegt bei 7, was eine günstige Einstufung darstellt. Nach der Blüte sinkt der Futterwert jedoch rasch ab, da der Halmanteil zunimmt und die Verdaulichkeit abnimmt.
- Frühe Entwicklung: Der Wiesenfuchsschwanz ist eines der ersten Gräser, das im Frühjahr zu wachsen beginnt. Dies ermöglicht eine frühe erste Mahd und somit eine längere Vegetationsperiode.
- Einsatz in Saatmischungen: Obwohl er in Reinkultur hohe Erträge liefert, wird Wiesenfuchsschwanz in Saatmischungen meist nur auf spezifischen Feuchtstandorten verwendet. Seine langsame Jugendentwicklung, bei der es zwei bis drei Jahre dauert, bis volle Erträge erzielt werden, macht ihn weniger geeignet für kurzlebige Ansaaten. Er ist eher für Dauergrünland und vornehmlich für die Mähnutzung geeignet.
Besonderheiten des Wiesenfuchsschwanzes
Neben den bereits genannten Eigenschaften gibt es noch einige weitere Besonderheiten, die den Wiesenfuchsschwanz auszeichnen:
- Horstbildung: Der Wiesenfuchsschwanz bildet kleine bis grössere, kreisrunde Horste. Dies ist ein typisches Merkmal für viele Obergräser und trägt zur Strukturierung der Wiesenvegetation bei.
- Langsame Jugendentwicklung: Wie bereits erwähnt, entwickelt sich der Wiesenfuchsschwanz in der Jugendphase relativ langsam. Es dauert einige Jahre, bis er seine volle Ertragsfähigkeit erreicht. Dies ist bei der Ansaat und Bewirtschaftung zu berücksichtigen.
- Samengewinnung: Das Saatgut des Wiesenfuchsschwanzes wird überwiegend in Finnland gewonnen und importiert. In Deutschland leidet die Samengewinnung unter dem Befall durch die Wiesenfuchsschwanzmücke (Oligotrophus sp.). Die Larven dieser Mücke zerstören die Fruchtknoten und beeinträchtigen somit die Samenproduktion erheblich.
- Blütenstand: Der Blütenstand des Wiesenfuchsschwanzes ist eine ährenartige Rispe. Die kleinen, einblütigen Ährchen sitzen sehr dicht beieinander und bilden einen zylindrischen, graugrünen Blütenstand von 3 bis 10 cm Länge und etwa 1 cm Breite. Die gelben Staubbeutel hängen zur Blütezeit weit aus den Blüten heraus, was die Windbestäubung begünstigt. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni, manchmal auch bis Juli. Für Gräserpollen-Allergiker beginnt mit der Blütezeit des Wiesenfuchsschwanzes auch die Heuschnupfensaison.
Fragen und Antworten zum Wiesenfuchsschwanz
- Wo genau wächst der Wiesenfuchsschwanz?
- Der Wiesenfuchsschwanz bevorzugt feuchte bis mässig feuchte, nährstoffreiche Böden in Wiesen und Überschwemmungsgebieten. Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet, auch in den Alpen und im hohen Norden, solange die Standortbedingungen stimmen.
- Welche Bodenbedingungen sind ideal für den Wiesenfuchsschwanz?
- Ideale Bodenbedingungen sind gut durchlüftete Mineral- oder Moorböden mit guter Wasserversorgung (ohne Staunässe) und ausreichend Nährstoffen.
- Kann man Wiesenfuchsschwanz beweiden?
- Nein, Wiesenfuchsschwanz ist nicht für die Beweidung geeignet und verträgt Beweidung schlecht. Er wird vorwiegend für die Mähnutzung in Wiesen eingesetzt.
- Wann blüht der Wiesenfuchsschwanz?
- Die Blütezeit des Wiesenfuchsschwanzes liegt zwischen April und Juni, manchmal auch bis Juli. Mit Beginn der Blütezeit beginnt auch die Heuschnupfensaison für Gräserpollen-Allergiker.
- Warum ist der Wiesenfuchsschwanz ein wertvolles Futtergras?
- Der Wiesenfuchsschwanz ist wertvoll aufgrund seiner hohen Ertragsfähigkeit, seiner guten Futterqualität (bei rechtzeitigem Schnitt) und seiner frühen Entwicklung im Frühjahr.
Fazit
Der Wiesenfuchsschwanz ist ein anspruchsvolles, aber äusserst wertvolles Gras. Er ist ein typischer Bewohner feuchter Wiesen und Auenlandschaften und liefert unter den richtigen Bedingungen hohe Erträge und qualitativ hochwertiges Futter. Sein bevorzugter Standort sind feuchte, nährstoffreiche Böden, und er ist dank seiner Winterhärte in weiten Teilen Europas verbreitet. Für Landwirte und Pflanzenfreunde, die feuchte Standorte bewirtschaften, ist der Wiesenfuchsschwanz eine ausgezeichnete Wahl für ertragreiches und hochwertiges Grünland.
