06/07/2023
Für viele Menschen beginnt mit dem Frühling nicht nur eine Zeit des Aufblühens, sondern auch eine Leidenszeit. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Natur aus ihrem Winterschlaf wecken, starten auch die Frühblüher in ihre Pollensaison. Wer empfindlich auf diese Pollen reagiert, kann bereits ab Februar oder März unter den unangenehmen Symptomen einer Pollenallergie leiden. Dieser Artikel beleuchtet, welche Bäume zu den Frühblühern gehören und wie Sie sich gegen die Beschwerden wappnen können.

Welche Bäume lösen Frühblüher-Allergien aus?
Die Hauptverursacher von Frühblüher-Allergien sind bestimmte Baumarten, die ihre Blütezeit bereits im zeitigen Frühjahr haben. Dazu gehören vor allem:
- Hasel (Corylus avellana)
- Erle (Alnus)
- Birke (Betula)
Diese drei Baumgattungen sind in unseren Breitengraden weit verbreitet und setzen bereits früh im Jahr große Mengen an Pollen frei. Die genaue Blütezeit kann je nach Region und Witterungsbedingungen variieren. Milde Winter und frühe Wärmeperioden können den Pollenflug sogar noch früher beginnen lassen.
Die Hasel: Einer der ersten Pollenverursacher
Die Hasel ist oft einer der ersten Bäume, der seine Pollen freisetzt. Bereits im Januar oder Februar, manchmal sogar schon im Dezember, können Haselpollen in der Luft nachgewiesen werden. Die Hasel blüht mit gelben, hängenden Kätzchen, die den Pollenstaub produzieren. Da Haselsträucher und -bäume in vielen Gärten, Parks und Wäldern vorkommen, ist die Exposition gegenüber Haselpollen für viele Allergiker kaum zu vermeiden.
Die Erle: Folgt der Hasel im Pollenflug
Die Erle folgt der Hasel in der Pollensaison. Ihre Blütezeit beginnt meist im Februar oder März und kann bis April andauern. Auch die Erle produziert Kätzchen, die jedoch eher rötlich gefärbt sind. Erlen wachsen bevorzugt an feuchten Standorten wie Flussufern und Seeufern, sind aber auch in Mischwäldern anzutreffen. Die Pollen der Erle sind ebenfalls stark allergen.
Die Birke: Der bekannteste Frühblüher-Allergieauslöser
Die Birke ist wohl der bekannteste und gefürchtetste Frühblüher unter Allergikern. Ihre Blütezeit fällt meist in den April und Mai, kann sich aber je nach Wetterlage auch in den März verschieben. Birkenpollen sind besonders aggressiv und lösen bei vielen Menschen starke allergische Reaktionen aus. Birken sind weit verbreitet und prägen vielerorts das Landschaftsbild, was die Pollenbelastung zusätzlich erhöht.
Symptome der Frühblüher-Allergie
Die Symptome einer Frühblüher-Allergie ähneln denen des klassischen Heuschnupfens. Typische Beschwerden sind:
- Fließschnupfen: Die Nase läuft und es wird wässriges Sekret produziert.
- Verstopfte Nase: Die Nasenschleimhäute schwellen an, was die Atmung durch die Nase erschwert.
- Niesreiz: Häufiges Niesen, oft in Niesattacken.
- Juckende Augen: Die Augen jucken, brennen und tränen.
- Rote Augen: Die Bindehaut der Augen ist gerötet und gereizt.
- Juckreiz im Rachen und Gaumen: Ein unangenehmes Jucken im Hals- und Rachenbereich.
- Husten: Reizhusten oder allergischer Husten.
- Atembeschwerden: In schweren Fällen kann es zu Atemnot und Asthmaanfällen kommen.
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit: Allergische Reaktionen können den Körper schwächen und zu Müdigkeit führen.
Die Intensität der Symptome kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und hängt auch von der Pollenkonzentration in der Luft ab. An Tagen mit starkem Wind und trockenem Wetter ist die Pollenbelastung in der Regel höher.
Kreuzallergien bei Frühblüher-Allergie
Ein besonderes Phänomen bei Frühblüher-Allergien sind Kreuzallergien. Diese treten auf, weil bestimmte Eiweißstrukturen in den Pollen von Frühblühern ähnlichen Eiweißen in bestimmten Lebensmitteln ähneln. Das Immunsystem kann dann nicht mehr zwischen den Allergenen unterscheiden und reagiert sowohl auf die Pollen als auch auf die entsprechenden Nahrungsmittel allergisch.
Besonders häufig sind Kreuzallergien bei Birkenpollenallergikern. Sie können beispielsweise allergisch auf folgende Lebensmittel reagieren:
- Kernobst: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen
- Nüsse: Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln
- Gemüse: Karotten, Sellerie
- Soja
Die Symptome einer Kreuzallergie können sich in Form von Juckreiz im Mund- und Rachenraum, Schwellungen der Lippen und Zunge oder Magen-Darm-Beschwerden äußern. In seltenen Fällen kann es auch zu schwereren allergischen Reaktionen kommen.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Frühblüher-Allergiker auch Kreuzallergien entwickelt. Wenn Sie jedoch nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel Beschwerden feststellen, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen.
Diagnose und Behandlung der Frühblüher-Allergie
Wenn Sie vermuten, an einer Frühblüher-Allergie zu leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann durch verschiedene Tests, wie beispielsweise einen Haut- oder Bluttest, eine Allergie diagnostizieren.
Die Behandlung der Frühblüher-Allergie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es gibt verschiedene Therapieansätze:
- Vermeidung von Allergenen: Sofern möglich, sollten Sie den Kontakt mit den auslösenden Pollen reduzieren. Dies kann durch das Tragen einer Sonnenbrille im Freien, das Schließen der Fenster während der Pollenflugzeit oder den Einsatz von Pollenfiltern in der Wohnung erreicht werden.
- Medikamentöse Behandlung: Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Heuschnupfen-Symptomen helfen können. Dazu gehören Antihistaminika, Kortison-Nasensprays und Augentropfen. Diese Medikamente lindern die Symptome, bekämpfen aber nicht die Ursache der Allergie.
- Hyposensibilisierung (Allergen-Immuntherapie): Die Hyposensibilisierung ist eine ursächliche Behandlung der Allergie. Dabei wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, um die allergische Reaktion langfristig zu reduzieren oder ganz zu beseitigen. Die Therapie dauert in der Regel mehrere Jahre und wird von einem Allergologen durchgeführt.
Fragen und Antworten zur Frühblüher-Allergie
- Ab wann beginnt die Frühblüher-Saison?
- Die Frühblüher-Saison kann je nach Wetterlage bereits im Januar oder Februar beginnen und bis in den Mai andauern.
- Welche Bäume sind die häufigsten Auslöser von Frühblüher-Allergien?
- Hasel, Erle und Birke sind die Hauptverursacher von Frühblüher-Allergien.
- Was sind typische Symptome einer Frühblüher-Allergie?
- Typische Symptome sind Fließschnupfen, verstopfte Nase, Niesreiz, juckende und tränende Augen, Juckreiz im Rachen und Müdigkeit.
- Was sind Kreuzallergien bei Frühblüher-Allergie?
- Kreuzallergien sind allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, die ähnliche Eiweißstrukturen wie die Pollen von Frühblühern aufweisen. Besonders häufig sind Kreuzallergien bei Birkenpollenallergikern.
- Wie wird eine Frühblüher-Allergie behandelt?
- Die Behandlung umfasst die Vermeidung von Allergenen, die medikamentöse Behandlung der Symptome und die Hyposensibilisierung als ursächliche Therapie.
Fazit
Die Frühblüher-Allergie kann für Betroffene eine belastende Zeit sein. Hasel, Erle und Birke sind die Hauptverursacher der Beschwerden. Durch eine rechtzeitige Diagnose und geeignete Behandlungsmethoden können die Symptome jedoch gelindert und die Lebensqualität verbessert werden. Wenn Sie unter den genannten Symptomen leiden, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen, um sich beraten und behandeln zu lassen.
