30/09/2024
Die Frangipani, auch bekannt als Plumeria, ist eine Pflanzengattung, die mit ihrer exotischen Schönheit und ihrem betörenden Duft begeistert. Ursprünglich aus den tropischen Regionen Mittelamerikas stammend, hat sich die Frangipani zu einer beliebten Kübelpflanze in unseren Breitengraden entwickelt. Oftmals als Westindischer Jasmin oder Tempelbaum bezeichnet, ranken sich viele Fragen um diese faszinierende Pflanze. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Frangipani, von ihrer Herkunft und ihren Eigenschaften bis hin zu Pflege und Vermehrung.

Was ist Frangipani eigentlich?
Die Frangipani gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) und stammt ursprünglich aus Regionen wie Puerto Rico, Mexiko und den Kleinen Antillen. Es gibt etwa acht Arten dieser laubabwerfenden oder halbimmergrünen Sträucher, die durch ihre sukkulenten Sprossen und fleischigen Zweige charakterisiert sind. Der Name 'Frangipani' leitet sich übrigens vom italienischen Adeligen Marquis Frangipani ab, der im 16. Jahrhundert ein parfümiertes Handschuhwasser mit ähnlichem Duft kreiert haben soll.
Frangipani ist nicht Jasmin
Obwohl die Frangipani oft als Westindischer Jasmin bezeichnet wird, handelt es sich botanisch gesehen nicht um Jasmin. Die Namensähnlichkeit rührt vom intensiven, jasminartigen Duft der Blüten. Es ist wichtig zu verstehen, dass Frangipani und Jasmin unterschiedlichen Pflanzenfamilien angehören. Der Name 'Westindischer Jasmin' ist eher ein volkstümlicher Name, der die duftende Ähnlichkeit hervorhebt, aber die botanische Klassifizierung unterscheidet die beiden Pflanzenarten klar.
Eigenschaften der Frangipani
Die Frangipani präsentiert sich als großer, laubabwerfender Strauch mit markanten, dicken Stämmen. In ihrer natürlichen Umgebung kann sie beeindruckende Höhen von bis zu sieben Metern und Breiten von fünf Metern erreichen. In der Kübelkultur bei uns bleibt sie jedoch meist kompakter und erreicht selten Höhen über drei Meter. Ein charakteristisches Merkmal ist der Milchsaft, der in allen Pflanzenteilen enthalten ist und giftig ist. Vorsicht ist also geboten, insbesondere bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten.
Blätter, Blüten und Duft
Die wechselständigen Blätter der Frangipani sind elliptisch bis länglich oder verkehrt lanzettlich geformt und erreichen eine Größe von 20 bis 40 Zentimetern Länge und bis zu 15 Zentimetern Breite. Ihre Farbe ist ein mittleres Grün, wobei die Mittelrippe oft etwas heller erscheint. Am Blattrand ist eine deutliche Nervatur erkennbar.

Von Juni bis September entfaltet die Frangipani ihre volle Pracht mit wachsartigen Blüten in endständigen Rispen und locker ausgebreiteten Trugdolden. Diese Blüten sind stieltellerförmig, sieben bis zehn Zentimeter breit und leuchten in Rosarot, seltener auch in Gelb oder Rot. Besonders hervorzuheben ist der intensive, süßliche Duft der Blüten, der die Frangipani zu einer beliebten Duftpflanze macht. Die fünf kurzen Staubblätter sind am Grund der Röhre befestigt und ebenso wie die kurzen Narben der beiden Fruchtblätter von außen nicht sichtbar.
Früchte und Samen
Nach der Blütezeit können sich aus den Blüten Früchte entwickeln, die zahlreiche Samen enthalten. Diese Samen können zur Vermehrung der Frangipani verwendet werden, obwohl die Vermehrung über Stecklinge in der Regel einfacher und schneller ist.
Der ideale Standort für Frangipani
Die Frangipani ist eine tropische Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen und luftfeuchten Standort. Ein Warm- oder Gewächshaus ist ideal, da hier die tropischen Bedingungen mit durchgehend 20 Grad Celsius optimal simuliert werden können. Aber auch auf einer sonnigen Terrasse oder einem Balkon kann sich die Frangipani im Sommer wohlfühlen. Wichtig ist, dass die Pflanze vor Frost geschützt wird, da sie nicht winterhart ist.
Boden und Substrat
Als Substrat für die Frangipani ist Pflanzerde ausreichend. Es ist jedoch ratsam, für eine gute Drainageschicht im Topf zu sorgen, um Staunässe zu vermeiden. Eine Mischung aus zwei Drittel frischer Anzuchterde und einem Drittel grobem Sand kann ebenfalls verwendet werden, insbesondere bei der Vermehrung über Stecklinge.
Pflege der Frangipani: Gießen, Düngen und Überwintern
Die Pflege der Frangipani ist nicht besonders aufwendig, wenn man einige grundlegende Punkte beachtet.

Gießen
Während der Sommerzeit benötigt die Frangipani eine mäßige Bodenfeuchte, aber eine hohe Luftfeuchtigkeit. Es ist wichtig, die Pflanze vorsichtig, aber kräftig zu gießen und die Erde zwischen den Wassergaben stets gut abtrocknen zu lassen. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Im Winter, während der Ruhezeit, sollte die Wassergabe deutlich reduziert werden.
Düngung
Während der Wachstumsperiode im Sommer kann die Frangipani mit einem flüssigen Blumendünger in regelmäßigen Abständen gedüngt werden. Während der Ruhezeit von November bis April sollte nicht gedüngt werden, da dies die Pflanze unnötig belasten würde.
Überwintern
Da die Frangipani nicht winterhart ist, benötigt sie einen frostfreien Standort zur Überwinterung. Ein heller, kühler Raum mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius ist ideal. Während der Überwinterung wirft die Frangipani ihre Blätter ab, was ganz natürlich ist und kein Grund zur Sorge. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, treibt sie neu aus.
Vermehrung der Frangipani
Die Frangipani kann auf zwei Arten vermehrt werden: über Aussaat und über Stecklinge. Die Vermehrung über Stecklinge ist in der Regel einfacher und schneller.

Vermehrung über Stecklinge
Für die Vermehrung über Stecklinge schneidet man im Frühjahr bei älteren Exemplaren, die bereits lange Zweige haben, mindestens 20 Zentimeter lange Triebspitzen ab. Um den Austritt von zu viel Milchsaft zu verhindern, kann man die Schnittwunden kurz mit einem brennenden Streichholz oder Feuerzeug versiegeln oder die Stecklinge einen Tag lang an der Luft trocknen lassen.
Anschließend werden die Stecklinge in Gefäße mit einer Mischung aus zwei Drittel Anzuchterde und einem Drittel Sand gesteckt und bei etwa 25 Grad Celsius an einem warmen, hellen Ort aufgestellt. Die Erde sollte leicht feucht gehalten werden. Nach einigen Wochen sollten sich Wurzeln bilden und die Stecklinge beginnen, neu auszutreiben.
Vermehrung über Aussaat
Die Vermehrung über Aussaat ist etwas zeitaufwendiger, aber ebenfalls möglich. Die Samen werden im Frühjahr in Anzuchterde ausgesät und bei etwa 25 Grad Celsius warm und feucht gehalten. Die Keimung kann einige Wochen dauern. Junge Pflanzen aus Samen benötigen etwas länger, bis sie blühfähig sind, als Stecklinge.
Häufig gestellte Fragen zur Frangipani
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ist Frangipani Jasmin? | Nein, Frangipani gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse und ist botanisch nicht mit Jasmin verwandt, obwohl sie oft als Westindischer Jasmin bezeichnet wird. |
| Wo wächst Frangipani am besten? | Frangipani bevorzugt einen sonnigen, warmen und luftfeuchten Standort. Ein Warm- oder Gewächshaus ist ideal, aber auch eine sonnige Terrasse oder ein Balkon im Sommer sind geeignet. |
| Wie vermehrt man Frangipani? | Frangipani kann über Aussaat oder Stecklinge vermehrt werden. Die Vermehrung über Stecklinge ist einfacher und schneller. |
| Ist Frangipani winterhart? | Nein, Frangipani ist nicht winterhart und benötigt einen frostfreien Standort zur Überwinterung. |
| Wie pflege ich Frangipani im Winter? | Im Winter sollte Frangipani an einem hellen, kühlen Ort (10-15 Grad Celsius) überwintert werden. Die Wassergabe sollte reduziert und auf Düngung verzichtet werden. |
Fazit
Die Frangipani ist eine wunderschöne und duftende Kübelpflanze, die mit etwas Pflege und Aufmerksamkeit auch in unseren Breitengraden gedeihen kann. Mit ihrem exotischen Charme und dem betörenden Duft ihrer Blüten bringt sie ein Stück tropisches Flair in Ihr Zuhause. Ob als Blickfang auf der Terrasse oder als duftende Bereicherung im Wintergarten – die Frangipani ist eine Bereicherung für jeden Pflanzenliebhaber.
