Was macht Kapitän Schettino heute?

Francesco Schettino heute: Leben nach der Costa Concordia

08/02/2025

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Der Name Francesco Schettino ist untrennbar mit einer der größten Schiffskatastrophen der modernen Zeit verbunden: dem Untergang der Costa Concordia. Am 13. Januar 2012 rammte das luxuriöse Kreuzfahrtschiff vor der italienischen Insel Giglio einen Felsen und sank teilweise. Das Unglück forderte 32 Menschenleben und warf ein grelles Licht auf das Verhalten des Kapitäns Schettino. Doch was geschah in jener schicksalhaften Nacht wirklich, und was macht Francesco Schettino heute?

Inhaltsverzeichnis

Die Nacht der Katastrophe: Ein Rückblick

Es war ein Freitag, der 13., als die Costa Concordia den Hafen von Civitavecchia verließ, bereit für eine Mittelmeerkreuzfahrt. An Bord befanden sich über 4.200 Menschen, Passagiere und Besatzungsmitglieder. Der Abend begann unspektakulär, viele Passagiere genossen das Abendessen. Doch gegen 21:45 Uhr ereignete sich das Unfassbare. Ein lauter Knall erschütterte das Schiff, gefolgt von einem Stromausfall. Zunächst versuchte die Besatzung, die Situation herunterzuspielen, sprach von einem „technischen Problem“ und rief zur Ruhe auf. Doch die Wahrheit war weitaus dramatischer.

Was macht Kapitän Schettino heute?
Schettino wurde 2015 zu 16 Jahren Haft verurteilt, die er, nach mehreren Revisionsversuchen, 2017 antreten musste. Bis heute sieht er sich nur als teilschuldig und kämpft gegen das Urteil, mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Die Costa Concordia war kurz zuvor an der Insel Giglio vorbeigefahren – viel zu nah, wie sich später herausstellte. Augenzeugen berichteten von einer beängstigenden Nähe zur Küste. Die Vermutung kam auf, dass Kapitän Schettino eine sogenannte „Verneigung“ durchführen wollte, eine übliche Praxis in Italien, bei der Kreuzfahrtschiffe nahe an der Küste vorbeifahren, um ein beeindruckendes Bild für die Passagiere und die Inselbewohner zu bieten. Für Schettino, der die Insel kannte und dort Freunde hatte, mag dies Routine gewesen sein. Doch diesmal ging es schief. Der Rumpf des Schiffes wurde auf einer Länge von 70 Metern aufgerissen, Wasser drang ein.

Anstatt sofort Alarm zu schlagen und die Evakuierung einzuleiten, zögerte Schettino. Passagiere berichteten, dass sie zunächst in ihre Kabinen zurückgeschickt wurden. Erst als das Schiff bereits Schlagseite hatte und die Situation unübersehbar kritisch wurde, erfolgte der Befehl zur Evakuierung. Dies geschah unter chaotischen Bedingungen. Die Schlagseite des Schiffes erschwerte das Ausbooten erheblich, Panik brach aus.

Ein Bewohner der Insel Giglio, Fabio Bernardini, wurde Zeuge der Katastrophe. Er hörte Motorengeräusche und Schreie und sah die Notbeleuchtung des Schiffes. Er und andere Inselbewohner leisteten in jener Nacht erste Hilfe, nahmen Schiffbrüchige auf und versorgten sie.

Das Verhalten des Kapitäns: Flucht und Verantwortung

Während sich die dramatischen Ereignisse auf der Costa Concordia abspielten, sorgte vor allem das Verhalten von Kapitän Francesco Schettino für Empörung. Er verließ das Schiff, noch bevor alle Passagiere und Besatzungsmitglieder in Sicherheit waren. Dies wurde ihm später als Kapitänsflucht vorgeworfen und trug maßgeblich zu seinem negativen Image bei.

Besonders brisant wurde ein Funkspruchwechsel zwischen Schettino und dem Küstenwachenoffizier Gregorio De Falco. De Falco forderte Schettino mehrfach auf, an Bord zurückzukehren und die Evakuierung zu leiten. Der berühmte Satz „Vada a bordo, cazzo!“ (Gehen Sie an Bord, verdammt noch mal!) von De Falco an Schettino ging um die Welt und symbolisierte die Verachtung für das Verhalten des Kapitäns.

Schettino verteidigte sich später und behauptete, er sei versehentlich in ein Rettungsboot gefallen und habe von der Insel aus die Rettungsaktion koordinieren wollen. Diese Darstellung wurde jedoch weithin als Schutzbehauptung abgetan. Vielmehr wurde ihm vorgeworfen, durch Fahrlässigkeit und Fehlentscheidungen die Katastrophe verursacht und durch seine Flucht die Rettungsmaßnahmen behindert zu haben.

Der Prozess und die Verurteilung: Gerechtigkeit für die Opfer?

Es folgte ein aufsehenerregender Prozess gegen Francesco Schettino. Die Anklagepunkte lauteten unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Verlassen des Schiffes vor den Passagieren. Der Prozess zog sich über Jahre hin und wurde von großem Medieninteresse begleitet.

Ist Francesco Schettino frei?
Keine Fluchtgefahr "Costa Concordia"-Kapitän bleibt auf freiem Fuß Unglückskapitän Schettino soll für die Havarie der Costa Concordia mehr als 16 Jahre in Haft, bleibt aber vorerst auf freiem Fuß - er will in Berufung gehen. Die Hinterbliebenen der Opfer sind enttäuscht.

Schettino versuchte, die Schuld von sich zu weisen und gab Navigationsfehler und Kommunikationsprobleme als Ursachen für das Unglück an. Er betonte auch, durch sein Manöver, das Schiff näher an die Insel zu steuern, Schlimmeres verhindert zu haben. Diese Argumente überzeugten das Gericht jedoch nicht.

Im Jahr 2015 wurde Francesco Schettino in erster Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde in den Berufungsinstanzen bestätigt. Im Mai 2017 trat Schettino seine Haftstrafe im Gefängnis von Rebibbia in Rom an.

Viele Opfer und Hinterbliebene empfanden das Urteil als zu milde. Sie kritisierten, dass die Reederei Costa Crociere und andere Verantwortliche kaum zur Rechenschaft gezogen wurden. Für sie blieb ein Gefühl der Ungerechtigkeit bestehen.

Was macht Francesco Schettino heute? Ein Leben im Schatten der Katastrophe

Francesco Schettino verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. Während seiner Haftzeit soll er sich Berichten zufolge mit Rechtswissenschaften beschäftigt und sogar an einer Dissertation gearbeitet haben. Informationen über sein Verhalten und seine Aktivitäten im Gefängnis sind jedoch spärlich.

Im Februar 2024, nach Verbüßung eines Teils seiner Strafe, wurde Francesco Schettino aus dem Gefängnis entlassen. Er profitierte von einer Regelung im italienischen Strafrecht, die es ermöglicht, bei guter Führung und nach Verbüßung eines Teils der Strafe vorzeitig freigelassen zu werden. Seine Haftstrafe wurde auf Bewährung ausgesetzt, was bedeutet, dass er sich in den nächsten Jahren nichts zuschulden kommen lassen darf, um nicht erneut ins Gefängnis zu müssen.

Über Schettinos aktuelles Leben nach der Haftentlassung ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und versucht, ein neues Leben zu beginnen. Es ist anzunehmen, dass die Costa Concordia Katastrophe und seine Rolle dabei ihn sein Leben lang begleiten werden. Sein Name bleibt für immer mit dem Unglück verbunden, und er wird wohl kaum jemals die öffentliche Stigmatisierung überwinden können.

Die Frage, was Francesco Schettino heute macht, lässt sich somit nicht abschließend beantworten. Sicher ist, dass er ein Leben im Schatten der Katastrophe führt, gezeichnet von den Ereignissen jener Nacht und der anschließenden juristischen Aufarbeitung. Die Costa Concordia Katastrophe bleibt ein Mahnmal für die Verantwortung von Kapitänen und die potenziellen Folgen von Fahrlässigkeit auf See.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Francesco Schettino

War Francesco Schettino der Kapitän der Costa Concordia?
Ja, Francesco Schettino war der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia zum Zeitpunkt des Unglücks im Januar 2012.
Welche Strafe erhielt Francesco Schettino?
Francesco Schettino wurde zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt, unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Verlassen des Schiffes vor den Passagieren.
Ist Francesco Schettino noch im Gefängnis?
Nein, Francesco Schettino wurde im Februar 2024 nach Verbüßung eines Teils seiner Strafe aus dem Gefängnis entlassen. Seine Haftstrafe wurde auf Bewährung ausgesetzt.
Was wird Francesco Schettino vorgeworfen?
Ihm wird vor allem Fahrlässigkeit, Fehlentscheidungen und Kapitänsflucht im Zusammenhang mit dem Untergang der Costa Concordia vorgeworfen.
Was ist eine „Verneigung“?
Eine „Verneigung“ ist eine in Italien übliche Praxis, bei der Kreuzfahrtschiffe nahe an der Küste vorbeifahren, um ein beeindruckendes Bild zu bieten. Im Fall der Costa Concordia wurde vermutet, dass Schettino eine solche Verneigung durchführen wollte, was zum Unglück führte.

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