Können Fliederzweige Wurzeln?

Flieder selbst ziehen: 4 einfache Methoden

22/03/2026

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Der Flieder, mit seinen duftenden Blütenständen, gehört zu den beliebtesten Ziersträuchern in unseren Gärten. Wer die Blütenpracht des Flieders liebt und vermehren möchte, hat Glück: Es gibt verschiedene Methoden, um aus einem Fliederstrauch mehrere zu machen. Ob Sie nun Ihre Lieblingssorte vervielfältigen oder neue Fliederpflanzen aus Samen ziehen möchten – für jeden Gartenfreund und jede Situation gibt es die passende Vermehrungsstrategie. In diesem Artikel stellen wir Ihnen vier einfache und effektive Methoden vor, mit denen Sie Ihren eigenen Flieder erfolgreich vermehren können.

Inhaltsverzeichnis

Flieder vermehren: Vier Methoden im Überblick

Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Pflanzenvermehrung: die vegetative und die generative Vermehrung. Bei der vegetativen Vermehrung entstehen Klone der Mutterpflanze, die genetisch identisch sind. Das bedeutet, die Nachkommen haben die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze, beispielsweise die Blütenfarbe und Wuchsform. Die generative Vermehrung hingegen erfolgt über Samen. Hierbei werden die Erbanlagen von zwei Elternpflanzen neu kombiniert, sodass die Nachkommen genetisch unterschiedlich sein können und möglicherweise andere Eigenschaften aufweisen als die Mutterpflanze.

Ist der gewöhnliche Flieder ein Baum?
Der Gewöhnliche Flieder (Syringa vulgaris), auch bekannt als Gemeiner Flieder, ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum aus der Gattung der Flieder (Syringa).

Für die Fliedervermehrung stehen Ihnen folgende Methoden zur Verfügung:

  • Ableger (vegetativ)
  • Stecklinge (vegetativ)
  • Samen (generativ)
  • Teilung (vegetativ)

Die folgende Tabelle bietet Ihnen einen schnellen Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden:

MethodeVorteileNachteileGeeignet für
AblegerEinfach, hohe Erfolgsrate, sortenechtBenötigt bodennahe Triebe, dauert längerSortenechte Vermehrung, wenige Pflanzen
StecklingeRelativ einfach, sortenecht, viele Stecklinge möglichEtwas anspruchsvoller als Ableger, erfordert AufmerksamkeitSortenechte Vermehrung, größere Anzahl Pflanzen
SamenViele Pflanzen möglich, genetische Vielfalt, neue Sorten züchtenNicht sortenecht, dauert länger bis zur Blüte, unvorhersehbare EigenschaftenExperimentierfreudige Gärtner, Züchtung neuer Sorten
TeilungSehr einfach, schnell zu neuen PflanzenNicht immer sortenecht (bei veredelten Sorten), begrenzt auf AusläuferSchnelle Vermehrung, einfache Methode

1. Flieder vermehren mit Ablegern

Die Vermehrung über Ableger ist eine sehr einfache und erfolgssichere Methode, um Flieder vegetativ zu vermehren. Sie eignet sich besonders gut, wenn Sie nur wenige neue Pflanzen benötigen und bereits einen Flieder im Garten haben, der bodennahe, flexible Triebe besitzt.

So gehen Sie vor:

  1. Wählen Sie einen geeigneten Trieb: Suchen Sie im Frühjahr oder Sommer einen langen, gesunden und biegsamen Trieb aus, der möglichst nah am Boden wächst.
  2. Bereiten Sie den Trieb vor: Entfernen Sie im mittleren Bereich des Triebes die Blätter, die später in die Erde kommen würden. Sie können die Rinde an dieser Stelle leicht anritzen oder anschneiden, um die Wurzelbildung anzuregen.
  3. Biegen Sie den Trieb zum Boden: Biegen Sie den vorbereiteten Trieb vorsichtig zum Boden und legen Sie den blattlosen Bereich auf die Erde.
  4. Fixieren Sie den Trieb: Beschweren Sie den Trieb mit Steinen oder fixieren Sie ihn mit einem Drahtbügel oder Haken im Boden, sodass er festen Kontakt zur Erde hat. Die Triebspitze sollte aus der Erde ragen und nach oben zeigen.
  5. Bedecken Sie den Trieb mit Erde: Häufeln Sie über den fixierten Trieb eine Schicht frische, humusreiche Erde an.
  6. Feuchtigkeit bewahren: Halten Sie die Erde um den Ableger konstant feucht, aber nicht nass. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, besonders in trockenen Perioden.
  7. Wurzelbildung abwarten: Die Bewurzelung dauert je nach Fliederart, Triebdicke und Umweltbedingungen einige Wochen bis Monate. Sie können vorsichtig an dem Trieb ziehen, um zu prüfen, ob er bereits Wurzeln gebildet hat. Wenn Sie Widerstand spüren, ist dies ein Zeichen für Bewurzelung.
  8. Abtrennen und Einpflanzen: Sobald der Ableger gut bewurzelt ist, können Sie ihn mit einem scharfen, desinfizierten Messer von der Mutterpflanze trennen. Graben Sie den Ableger vorsichtig aus und pflanzen Sie ihn in einen Topf oder direkt an seinen endgültigen Standort im Garten.

2. Flieder durch Stecklinge vermehren

Die Vermehrung über Stecklinge ist eine weitere beliebte vegetative Methode, um Flieder zu vermehren. Sie ermöglicht es, aus wenigen Mutterpflanzen eine größere Anzahl an Nachkommen zu ziehen. Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist der Spätsommer, wenn die jungen Triebe etwas verholzt sind.

Wie kann ich einen Fliederbaum selbst ziehen?
Die wohl einfachste Methode, einen Flieder selbst zu ziehen, ist die vegetative Vermehrung durch Teilung. Da Fliederpflanzen viele Ausläufer bilden, können sie im Frühjahr oder Herbst einfach ausgegraben und anschließend getopft oder direkt in den Garten gepflanzt werden.

So gelingt die Stecklingsvermehrung:

  1. Stecklinge schneiden: Schneiden Sie mit einem scharfen, desinfizierten Messer oder einer Gartenschere etwa 15-20 cm lange Stecklinge von jungen, gesunden Trieben. Der Schnitt sollte schräg unterhalb eines Blattknotens erfolgen.
  2. Stecklinge vorbereiten: Entfernen Sie die unteren Blätter der Stecklinge, sodass nur noch die oberen zwei bis drei Blattpaare verbleiben. Um die Wurzelbildung zu fördern, können Sie die Rinde am unteren Ende des Stecklings leicht anritzen oder ein Bewurzelungshormon verwenden (optional).
  3. Stecklinge bewurzeln: Es gibt zwei Möglichkeiten, Stecklinge zu bewurzeln:
    • Im Wasserglas: Stellen Sie die Stecklinge in ein Glas mit Wasser, sodass die unteren 5-7 cm im Wasser stehen. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig alle zwei bis drei Tage, um Fäulnis zu vermeiden. Stellen Sie das Glas an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
    • Im Substrat: Stecken Sie die Stecklinge direkt in ein durchlässiges, nährstoffarmes Substrat wie Anzuchterde oder eine Mischung aus Sand und Torf. Das Substrat sollte feucht, aber nicht nass sein. Sie können die Stecklinge auch mit einer transparenten Folie oder einer Plastikhaube abdecken, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
  4. Wurzelbildung abwarten: Die Wurzelbildung dauert in der Regel einige Wochen. Bei Stecklingen im Wasserglas können Sie die Wurzelbildung direkt beobachten. Bei Stecklingen im Substrat können Sie nach einigen Wochen vorsichtig an einem Steckling ziehen, um zu prüfen, ob er Wurzeln gebildet hat.
  5. Einpflanzen: Sobald die Stecklinge ausreichend Wurzeln gebildet haben (etwa 2-3 cm lange Wurzeln), können Sie sie in Töpfe mit Blumenerde pflanzen. Lassen Sie die jungen Pflanzen an einem geschützten Ort weiterwachsen, bevor Sie sie im Frühjahr oder Herbst ins Freiland pflanzen.

3. Flieder aus Samen ziehen

Die generative Vermehrung über Samen ist zwar etwas aufwendiger und dauert länger, bietet aber die Möglichkeit, neue Fliedersorten zu züchten und die genetische Vielfalt zu erhöhen. Da Flieder Kaltkeimer sind, benötigen die Samen eine Kälteperiode, um keimen zu können. Die Aussaat erfolgt daher am besten im Herbst.

So ziehen Sie Flieder aus Samen:

  1. Samen gewinnen: Lassen Sie einige Blütenstände nach der Blüte am Fliederstrauch stehen, damit sich Samen entwickeln können. Im Herbst, wenn die Samenstände braun und trocken sind, können Sie die Samen ernten. Brechen Sie die Samenstände auf und befreien Sie die Samen von den Hüllblättern.
  2. Stratifizierung (Kältebehandlung): Um die Keimhemmung der Samen zu brechen, ist eine Kältebehandlung, die Stratifizierung, notwendig. Mischen Sie die Samen mit feuchtem Sand oder Vermiculit und füllen Sie die Mischung in einen Plastikbeutel oder einen Topf. Stellen Sie den Beutel oder Topf für etwa 4-8 Wochen in den Kühlschrank oder an einen kühlen, frostfreien Ort im Freien.
  3. Aussaat: Füllen Sie Anzuchttöpfe oder eine Saatschale mit Anzuchterde. Verteilen Sie die stratifizierten Samen auf der Erde und bedecken Sie sie nur leicht mit Erde. Feuchten Sie die Erde vorsichtig an.
  4. Keimung abwarten: Stellen Sie die Saattöpfe an einen hellen, kühlen Ort (etwa 15-20 °C). Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Die Keimung kann einige Wochen bis Monate dauern.
  5. Pikieren: Sobald die Keimlinge das erste echte Blattpaar entwickelt haben (neben den Keimblättern), können Sie sie vorsichtig pikieren, d.h. in separate Töpfe umpflanzen.
  6. Weiterkultivieren: Ziehen Sie die jungen Fliederpflanzen an einem hellen, geschützten Ort weiter. Bis zur ersten Blüte kann es einige Jahre dauern.

4. Flieder teilen und Ausläufer nutzen

Die Teilung ist die einfachste und schnellste Methode, um Flieder vegetativ zu vermehren, insbesondere wenn Ihr Fliederstrauch bereits Ausläufer bildet. Allerdings ist zu beachten, dass bei veredelten Fliedersorten durch die Teilung von Ausläufern möglicherweise die Unterlage und nicht die gewünschte Edelsorte vermehrt wird. Informieren Sie sich daher, wie Ihr Flieder ursprünglich vermehrt wurde.

Welche Pflanze sieht aus wie Flieder?
Agave.Akazie - Acacia.Erdbeerbaum - Arbutus.Eucalyptus.Flachs - Phormium.Kamelie - Camellia.Keulenlilie - Cordyline.Klebsame - Pittosporum.

So teilen Sie Flieder:

  1. Zeitpunkt wählen: Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist das Frühjahr oder der Herbst, außerhalb der Blütezeit.
  2. Flieder ausgraben: Graben Sie den Fliederstrauch vorsichtig aus. Achten Sie darauf, die Wurzeln möglichst wenig zu beschädigen.
  3. Teilen: Teilen Sie den Wurzelballen mit einem Spaten oder einem scharfen Messer in mehrere Teilstücke. Jedes Teilstück sollte über ausreichend Wurzeln und Triebe verfügen.
  4. Einpflanzen: Pflanzen Sie die Teilstücke an den gewünschten Standorten ein. Gießen Sie die Pflanzen nach dem Einpflanzen gut an.

Ausläufer nutzen: Flieder bildet häufig Wurzelausläufer, die sich in der Nähe der Mutterpflanze entwickeln. Diese Ausläufer können Sie ebenfalls zur Vermehrung nutzen. Graben Sie die Ausläufer vorsichtig aus und trennen Sie sie von der Mutterpflanze. Pflanzen Sie die Ausläufer dann an den gewünschten Stellen ein.

FAQ: Häufige Fragen zur Fliedervermehrung

Ist der gewöhnliche Flieder ein Baum?
Der Gewöhnliche Flieder (Syringa vulgaris) wird botanisch als Strauch oder Gehölz eingeordnet. Er kann jedoch im Laufe der Jahre eine baumartige Wuchsform annehmen und eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen. Daher wird er umgangssprachlich manchmal auch als Fliederbaum bezeichnet.
Können Fliederzweige im Wasser Wurzeln schlagen?
Ja, Fliederzweige können im Wasser Wurzeln schlagen. Diese Eigenschaft wird bei der Vermehrung durch Stecklinge genutzt. Stecklinge, die in Wasser gestellt werden, bilden in der Regel nach einigen Wochen Wurzeln, wenn die Bedingungen (Temperatur, Licht) stimmen.
Welche Methode ist die einfachste zur Fliedervermehrung?
Die einfachste Methode ist die Teilung, insbesondere wenn Ihr Flieder Ausläufer bildet. Auch die Vermehrung über Ableger ist relativ einfach und sehr erfolgssicher.
Welche Methode ist am schnellsten?
Die Teilung und die Vermehrung über Ableger führen in der Regel schneller zu blühfähigen Pflanzen als die Vermehrung über Samen. Stecklinge benötigen ebenfalls etwas Zeit zur Bewurzelung, sind aber in der Regel schneller als Samen.
Welche Methode ist am besten für die sortenechte Vermehrung?
Für die sortenechte Vermehrung sind die vegetativen Methoden (Ableger, Stecklinge, Teilung) am besten geeignet, da sie Klone der Mutterpflanze erzeugen. Bei der Teilung ist jedoch zu beachten, dass bei veredelten Sorten möglicherweise die Unterlage vermehrt wird.

Mit diesen Methoden können Sie Ihren Fliederbestand auf einfache Weise erweitern und sich schon bald über noch mehr duftende Blütenpracht in Ihrem Garten freuen. Denken Sie daran, dass die richtige Fliederpflege nach der Vermehrung entscheidend ist, damit Ihre jungen Pflanzen gut anwachsen und üppig blühen. Achten Sie auf einen sonnigen Standort, regelmäßiges Gießen in Trockenperioden und eine jährliche Düngung im Frühjahr. So steht einer erfolgreichen Fliedervermehrung nichts mehr im Wege!

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