Wie nennt man eine Flamenco Tänzerin?

Flamenco-Kleider: Farbenpracht und Tradition

01/11/2020

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Das Flamenco-Kleid ist weit mehr als nur ein Kleidungsstück; es ist ein Symbol für Leidenschaft, Tradition und die feurige Seele des Flamenco-Tanzes. Diese farbenprächtigen und kunstvoll gestalteten Kleider sind ein wesentlicher Bestandteil der Flamenco-Kultur und ziehen bei jeder Aufführung die Blicke auf sich. Aber was macht ein Flamenco-Kleid so besonders? Und wie hat es sich im Laufe der Zeit entwickelt?

Inhaltsverzeichnis

Charakteristische Merkmale des Flamenco-Kleides

Das traditionelle Flamenco-Kleid, auch bekannt als "Traje de Flamenca" oder "Traje de Gitana", zeichnet sich durch eine Reihe von markanten Merkmalen aus, die es unverwechselbar machen. Das gebräuchlichste Modell reicht bis zum Knöchel und ist eng anliegend an der Taille geschnitten, wodurch die weibliche Figur betont wird. Diese Silhouette ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional für die ausdrucksstarken Bewegungen des Flamenco-Tanzes.

Was tragen Frauen beim Flamenco?
Am häufigsten verwendet werden Baumwollgewebe wie Perkal und Baumwoll-Popeline, Batist und Gaze. Häufig ist das Kleid mit mehreren Volants verziert, die sowohl auf dem Rock als auch auf den Ärmeln platziert sein können.

Farben und Muster

Flamenco-Kleider sind bekannt für ihre leuchtenden und kräftigen Farben. Einfarbige Modelle sind ebenso beliebt wie farbig bedruckte Stoffe. Ein besonders häufig anzutreffendes Muster sind Punkte (Polka Dots) in einem starken Farbkontrast zum Untergrund. Diese Punkte verleihen dem Kleid eine verspielte und gleichzeitig elegante Note. Neben Punkten sind auch Blumenmuster sehr gängig und unterstreichen die feminine und lebensfrohe Ausstrahlung des Flamenco.

Stoffe und Materialien

Für Flamenco-Kleider werden in der Regel leichte und fließende Stoffe verwendet, um die Bewegungsfreiheit der Tänzerin nicht einzuschränken. Baumwollgewebe wie Perkal und Baumwoll-Popeline, aber auch Batist und Gaze sind besonders beliebt. Diese Materialien sind angenehm zu tragen und fallen schön, was die dynamischen Bewegungen des Tanzes zusätzlich hervorhebt.

Volants: Das charakteristische Detail

Ein weiteres prägendes Element des Flamenco-Kleides sind die Volants. Diese Rüschen oder Stofflagen sind ein absolutes Muss und können in unterschiedlicher Anzahl und Anordnung am Kleid angebracht sein. Sie finden sich sowohl am Rocksaum als auch an den Ärmeln und verleihen dem Kleid Volumen und Bewegung. Früher waren sehr voluminöse Kleider mit stark gestärkten Volants modern, diese sind jedoch heutzutage eher aus der Mode gekommen. Stattdessen bevorzugt man fließendere und weniger steife Volants.

Die Bata de Cola: Das Schleppenkleid

Für den Tanz, insbesondere für bestimmte Flamenco-Stile, wird häufig eine spezielle Ausführung des Flamenco-Kleides getragen: die Bata de cola. Dieser spanische Begriff bedeutet "Schleppenkleid" und beschreibt ein Kleid mit einer langen Schleppe am Rocksaum. Die Bata de cola ist ein beeindruckendes und anspruchsvolles Kleidungsstück, das von erfahrenen Tänzerinnen mit großer Kunstfertigkeit im Tanz eingesetzt wird. Die Schleppe wird dabei effektvoll geschwungen und in die Choreografie integriert.

Flamenco-Tanzkostüme vs. Festtagskleider

Es gibt einen Unterschied zwischen Flamenco-Kleidern, die speziell für den Tanz entworfen wurden, und solchen, die eher als Festtagskleidung dienen, beispielsweise für die Feria de Abril in Sevilla. Tanzkostüme sind in der Regel etwas weniger eng geschnitten, um die Beweglichkeit nicht einzuschränken. Auch die Volants an den Ärmeln sind oft kleiner, damit sie den Blick auf das Gesicht der Tänzerin nicht verdecken. Die Verzierungen sind bei Tanzkostümen oft etwas zurückhaltender, und die verwendeten Stoffe sind besonders flexibel und leicht.

Handarbeit und industrielle Fertigung

Die Herstellung eines Flamenco-Kleides ist aufgrund der vielen Details und Verzierungen sehr aufwändig. Bis in die 1970er Jahre wurden Flamenco-Kleider fast ausschließlich in Handarbeit in kleinen Konfektionsbetrieben gefertigt. Diese Arbeit erforderte ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und Erfahrung. Seit den 1970er Jahren haben jedoch auch Industrieunternehmen begonnen, Flamenco-Kleider in Serienproduktion zu fertigen, wodurch sie zu niedrigeren Preisen erhältlich sind. Trotzdem sind handgefertigte Flamenco-Kleider nach wie vor sehr geschätzt und gelten als besonders hochwertig.

Was tragen Frauen beim Flamenco?
Am häufigsten verwendet werden Baumwollgewebe wie Perkal und Baumwoll-Popeline, Batist und Gaze. Häufig ist das Kleid mit mehreren Volants verziert, die sowohl auf dem Rock als auch auf den Ärmeln platziert sein können.

Ergänzende Kleidung und Schmuck

Ein Flamenco-Outfit ist erst mit den passenden Accessoires komplett. Traditionell wird das Flamenco-Kleid durch verschiedene ergänzende Kleidungsstücke und Schmuckstücke aufgewertet.

Mantón de Manila und Schals

Ein sehr typisches Accessoire ist der Mantón de Manila, ein großer quadratischer Schal oder Umhang mit langen Fransen. Der Mantón de Manila wird kunstvoll über die Schultern gelegt oder um die Hüften gebunden und ist oft reich bestickt oder bemalt. Eine einfachere Variante sind Fransen, die direkt am Ausschnitt des Kleides angenäht sind und einen ähnlichen Effekt erzielen.

Blumen und Haarschmuck

Die Frisur einer Flamenco-Tänzerin ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtbildes. Die Haare werden meist zu einem Dutt gebunden oder geflochten und mit einer oder mehreren Blumen geschmückt. Rote Rosen sind besonders beliebt, aber auch andere farbenfrohe Blüten passen hervorragend zum Flamenco-Stil. Zusätzlich zu Blumen werden oft auch Schmuckkämme und Haarspangen verwendet, um die Frisur zu fixieren und zu verschönern.

Ohrringe, Armbänder und Halsketten

Auch der Schmuck spielt eine wichtige Rolle. Die freiliegenden Ohren werden traditionell mit großen und auffälligen Ohrringen geschmückt. Oft werden Creolen oder lange, baumelnde Ohrringe gewählt. Auch Armbänder und Halsketten sind beliebte Accessoires. Gerne werden Schmuckstücke aus Korallen, Perlen oder großen Kunstperlen in bunten Farben getragen, die das farbenfrohe Erscheinungsbild des Flamenco-Kleides ergänzen.

Schuhe: Für den Tanz unerlässlich

Die passenden Schuhe sind für Flamenco-Tänzerinnen unerlässlich. Getragen werden Schuhe mit halbhohem oder hohem Absatz. Speziell für den Flamenco-Tanz sind geschlossene Schuhe oder Stiefeletten mit halbhohem Blockabsatz die erste Wahl, um die rasanten Fußtechniken, die sogenannten Zapateados, optimal ausführen zu können. Diese Schuhe sind so konstruiert, dass sie den schnellen und präzisen Bewegungen der Füße standhalten und gleichzeitig den typischen Klang der Zapateados verstärken.

Die Geschichte des Flamenco-Kleides

Die Ursprünge des Flamenco-Kleides sind nicht eindeutig geklärt, aber es gibt Hinweise darauf, dass es sich aus regionalen ländlichen Volkstrachten entwickelt hat. Grafiken aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigen bereits Darstellungen von Frauen in Seidenröcken mit Spitzenvolants, eng geschnürter Taille, Schals und Blumenschmuck, die Ähnlichkeiten mit Elementen des heutigen Flamenco-Kleides aufweisen. Dieses sogenannte Maja-Kleid wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Gitanas, den spanischen Roma, übernommen. Sie trugen einfache Kleider aus Perkal, die sie mit Volants schmückten.

Warum heißt es Flamenco?
Laut dem Vater der andalusischen Autonomie wurde das Wort 'flamenco' von den arabischen Termini 'Felah-Mengus' abgeleitet, was so viel heißt wie 'umherziehender Bauer'.

Von der Volkstracht zum Modeartikel

Um die Jahrhundertwende um 1900 begannen auch Frauen aus den wohlhabenderen Gesellschaftsschichten, sich für diese Kleider zu interessieren, die sie an den Verkäuferinnen auf den Märkten gesehen hatten. Sie ahmten den Stil nach und trugen nun ebenfalls taillierte Volantkleider, kombiniert mit Kopfschmuck und Umhängen oder Schals. Ab den 1920er Jahren gewannen modische Entwicklungen zunehmend an Bedeutung und beeinflussten das Design der Flamenco-Kleider.

Die Feria de Sevilla: Ein wichtiger Meilenstein

Ein entscheidender Moment in der Geschichte des Flamenco-Kleides war das Jahr 1929. In diesem Jahr wurde die Flamenco-Tracht zur offiziellen und angesagten Kleidung für die Feria de Sevilla, das berühmte Frühlingsfest der Stadt. Seitdem wird das Flamenco-Kleid alljährlich im April zur Feria getragen und ist seither untrennbar mit diesem Fest verbunden. Die Feria de Sevilla hat maßgeblich zur Popularisierung und Verbreitung des Flamenco-Kleides beigetragen.

Modische Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte

Auch das Flamenco-Kleid unterlag im Laufe der Jahrzehnte modischen Veränderungen. In den 1960er Jahren, beeinflusst durch den Minirock, wurden die Kleider zeitweise kürzer und reichten nur noch bis zum Knie. Auch neue Materialien wie Polyester und Nylon sowie psychedelische Druckmuster hielten Einzug in die Flamenco-Mode. Spitzen und Bänder an den Volants verschwanden vorübergehend. In den 1970er Jahren kehrte man jedoch wieder zur traditionellen Länge bis zu den Fußknöcheln zurück. Während ein Teil der Jugend in dieser Zeit die traditionelle Tracht ablehnte, erlebte sie am Ende des Jahrzehnts in ganz Andalusien eine Renaissance und wurde wieder populär.

Die 1980er und 1990er Jahre: Rückbesinnung und neue Interpretationen

In den 1980er Jahren orientierte man sich wieder stärker an den Formen der 1940er Jahre. Die Kleider wurden wieder voluminöser, stärker gestärkt und mit Spitze und Satinbändern verziert. Die Ärmel wurden kürzer und mit Rüschen versehen. In den 1990er Jahren wurden die Kleider dann wieder leichter, duftiger und sinnlicher. Die Verzierungen wurden weniger üppig, Taille und Volants wurden tiefer angesetzt. Ärmellose Modelle und solche mit schulterfreiem Empire-Ausschnitt kamen in Mode. Bekannte Modedesigner wie Victorio & Lucchino und Yves Saint Laurent kreierten eigene Flamenco-Kollektionen und inspirierten auch andere Designer wie John Galliano, Valentino und Tom Ford.

SIMOF: Die Flamenco-Modemesse

Seit 1995 findet jährlich der Salón Internacional de la Moda Flamenca (SIMOF) in Sevilla statt. Diese internationale Modemesse ist ein wichtiger Treffpunkt für Flamenco-Modedesigner, Hersteller und Liebhaber. Zu Beginn jeden Jahres präsentieren etablierte Modeschöpfer und junge Talente hier ihre neuesten Kollektionen und Accessoires. Der SIMOF ist ein Barometer für die aktuellen Trends in der Flamenco-Mode und zeigt die Vielfalt und Kreativität in diesem Bereich.

Flamenco-Kleider im 21. Jahrhundert

Auch im 21. Jahrhundert ist das Flamenco-Kleid weiterhin ein fester Bestandteil der spanischen Kultur und Mode. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2001 besitzen 58% der Haushalte in Sevilla mindestens ein Flamenco-Kleid. Obwohl es sich im Laufe der Zeit immer wieder modischen Veränderungen angepasst hat, hat es seinen unverwechselbaren Charakter und seine kulturelle Bedeutung bewahrt. Das Flamenco-Kleid ist mehr als nur ein Kleidungsstück; es ist ein Ausdruck von Lebensfreude, Tradition und der faszinierenden Welt des Flamenco.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Flamenco-Kleid

Welche Muster sind typisch für Flamenco-Kleider?
Typische Muster sind Punkte (Polka Dots) und Blumenmuster.
Welche Stoffe werden häufig für Flamenco-Kleider verwendet?
Leichte Baumwollgewebe wie Perkal, Baumwoll-Popeline, Batist und Gaze sind beliebt.
Was ist eine Bata de Cola?
Eine Bata de Cola ist ein Flamenco-Kleid mit einer langen Schleppe, das speziell für den Tanz verwendet wird.
Welche Schuhe trägt man zum Flamenco-Kleid?
Geschlossene Schuhe oder Stiefeletten mit halbhohem Blockabsatz sind ideal, besonders für den Tanz.
Wie hat sich das Flamenco-Kleid im Laufe der Zeit verändert?
Das Flamenco-Kleid hat im Laufe der Zeit verschiedene modische Einflüsse erfahren, von kürzeren Längen in den 1960ern bis hin zu voluminöseren Stilen in den 1980ern und leichteren, sinnlicheren Designs in den 1990ern. Es hat sich aber immer seine charakteristischen Elemente bewahrt.

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