30/10/2024
Felix Blume, besser bekannt als Kollegah, ist einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Neben seiner Musikkarriere ranken sich aber auch immer wieder Gerüchte und Fragen um sein vermeintliches Jurastudium und das Staatsexamen. Hat der „Boss“ wirklich Jura studiert und sogar das Staatsexamen abgelegt? Dieser Artikel nimmt Kollegahs akademischen Werdegang unter die Lupe und beleuchtet, was wirklich an den Behauptungen dran ist.

Kollegah als Jurastudent – Fakt oder Fiktion?
Tatsächlich war Kollegah ab dem Wintersemester 2009/10 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz als Jurastudent eingeschrieben. Dies ist kein Gerücht, sondern eine bestätigte Tatsache. In Interviews und auch in seinen eigenen Texten thematisierte Kollegah sein Studium immer wieder, was zu der weit verbreiteten Annahme führte, er sei nicht nur eingeschrieben, sondern auch ein aktiver und erfolgreicher Student.
Das Studium als „Wellness-Therapie“?
Kollegah selbst äußerte sich in Interviews zu seinem Studium eher unkonventionell. Er beschrieb es als eine Art „Wellness-Therapie“ im Kontrast zur „kaputten“ Rap-Szene. An der Universität habe er „halbwegs normale Menschen“ getroffen und die entspannte Atmosphäre genossen. Diese Aussagen verstärkten das Bild eines unkonventionellen Studenten, der das Studium vielleicht eher als Ausgleich denn als primäres Karriereziel sah.
Präsenz in Mainz? Eher selten
Obwohl an der Universität Mainz eingeschrieben, scheint Kollegahs Präsenz vor Ort eher gering gewesen zu sein. Eigenen Angaben zufolge war er nur etwa zwei bis drei Mal im Jahr für Prüfungen in Mainz. Den Großteil des Studiums habe er von zu Hause aus absolviert. Dies deutet darauf hin, dass sein Studium eher im Fernstudium-Modus ablief, was in der Rechtswissenschaft durchaus möglich ist, aber ein hohes Maß an Selbstdisziplin erfordert.
Das Staatsexamen – Die entscheidende Frage
Der springende Punkt ist jedoch die Frage nach dem Staatsexamen. Auch wenn Kollegah scheinfrei gewesen sein soll – also alle erforderlichen Scheine für die Zulassung zur Staatsprüfung erworben hatte – so hat er das erste juristische Staatsexamen bis heute nicht abgelegt. Dies bedeutet, dass er keinen juristischen Berufsabschluss erworben hat und sich nicht als Jurist bezeichnen kann.
„Kein Anwalt verdient so viel wie der Boss“
Kollegah selbst lieferte auch die Erklärung dafür, warum er das Staatsexamen nicht anstrebte. In einem Interview soll er gesagt haben: „Kein Anwalt in Deutschland verdient auch nur annähernd so viel wie der Boss.“ Diese Aussage unterstreicht, dass Kollegah seine Prioritäten klar auf seine Musikkarriere gelegt hatte und das Jurastudium möglicherweise eher als Hobby oder intellektuelle Bereicherung betrachtete, denn als Weg zu einem traditionellen juristischen Beruf.
Mainz und Kollegah – Eine besondere Beziehung?
Neben dem Studium an der Mainzer Universität gibt es eine weitere Verbindung Kollegahs zu Mainz. In seinen frühen Jahren als Rapper, ab 2004, trat er in Frankfurt und Mainz auf und machte sich ab 2005 einen Namen als „Mainzer Rapper“. In seinen Texten aus dieser Zeit finden sich zahlreiche Bezüge zu Mainz, wenn auch oft in provokanter und selbstironischer Weise.
„Ich bin in Mainz der King“ – Mainz als Bühne für den „King“
In seinen Anfängen inszenierte sich Kollegah als „King von Mainz“. In einem seiner Tracks rappte er: „Ich bin in Mainz der King, du bist ein kleines Kind aus der Kleinstadt Bingen.“ Auch Vergleiche wie „Keine Stadt ist harmloser als Hamburg, doch Mainz steht für Gunshots und Crime so wie Frankfurt am Main“ zeigen, wie Kollegah Mainz als Bühne für seine Rapper-Persona nutzte, auch wenn diese Darstellung mit der Realität der Stadt wenig zu tun hatte.
Der „Mainzer Beef“ – Streit in der Provinz?
Überregionale Bekanntheit erlangte Kollegah auch durch den sogenannten „Mainzer Beef“ mit dem Rapper Separate. In diesem Streit, der sich auch in zahlreichen Disstracks manifestierte, ging es unter anderem um Beleidigungen und Provokationen, die ebenfalls einen Bezug zu Mainz und der regionalen Szene hatten. So rappte Kollegah in einem Disstrack gegen Separate und den Mainzer Stadtteil Hechtsheim, was den lokalen Bezug des Streits unterstrich.
Wohnort Mainz? Unklar
Ob Kollegah tatsächlich in Mainz gewohnt hat, ist nicht eindeutig geklärt. Einem „Bild“-Interview zufolge soll er 2013 in Wiesbaden gewohnt haben, während sein Wikipedia-Artikel Düsseldorf als Wohnort seit 2007 angibt. Es scheint also, dass Kollegahs Verbindung zu Mainz eher künstlerischer und studienbezogener Natur war, als dass er dort tatsächlich Lebensmittelpunkt hatte.
Fazit: Kollegah – Rapper, Jurastudent, aber kein Jurist
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kollegah tatsächlich Jura studiert hat und an der Universität Mainz eingeschrieben war. Er hat jedoch das Staatsexamen nicht abgelegt und somit keinen juristischen Berufsabschluss erworben. Sein Studium scheint eher eine Phase der persönlichen Entwicklung und intellektuellen Auseinandersetzung gewesen zu sein, die er parallel zu seiner bereits erfolgreichen Musikkarriere verfolgte. Die Verbindung zu Mainz, sowohl durch das Studium als auch durch seine frühen musikalischen Anfänge, spielte dabei eine gewisse Rolle in seiner öffentlichen Persona und Karriereentwicklung.
FAQ – Häufige Fragen zu Kollegah und seinem Studium
Hat Kollegah wirklich Jura studiert?
Ja, Kollegah war an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für das Fach Jura eingeschrieben.
Hat Kollegah das Staatsexamen gemacht?
Nein, Kollegah hat das juristische Staatsexamen nicht abgelegt.
Warum hat Kollegah kein Staatsexamen gemacht?
Kollegah gab an, dass er mit seiner Musikkarriere deutlich mehr verdiene als ein Anwalt und daher keine Notwendigkeit sah, das Staatsexamen abzulegen.
Hat Kollegah in Mainz gelebt?
Es ist unklar, ob Kollegah dauerhaft in Mainz gelebt hat. Seine Verbindung zu Mainz scheint primär durch sein Studium und seine frühen musikalischen Anfänge bedingt.
Welchen Abschluss hat Kollegah?
Kollegah hat keinen juristischen Berufsabschluss. Sein höchster Bildungsabschluss ist nach aktuellem Kenntnisstand das Abitur.
