Wie sehen Erlen Bäume aus?

Das Aussehen von Erlenbäumen: Ein umfassender Leitfaden

02/11/2020

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Erlenbäume, wissenschaftlich als Alnus bekannt, gehören zur Familie der Birkengewächse und sind in weiten Teilen der Nordhalbkugel verbreitet. In Mitteleuropa begegnen uns vor allem die Schwarz-Erle, die Grau-Erle und die Grün-Erle. Aber wie sehen diese Bäume eigentlich aus? Dieser Artikel bietet Ihnen einen detaillierten Einblick in das Erscheinungsbild von Erlenbäumen, von den Wurzeln bis zu den Wipfeln.

Wie erkenne ich die Erle?
Besonders auffällig an der Erle ist, dass sich an ihren Zweigen neben den Blättern auch kleine Zapfen befinden. Das kennst du normalerweise von Nadelbäumen. Im Frühsommer tut die Erle etwas, was du eigentlich nur im Herbst an Bäumen beobachtest: Sie wirft einen Teil ihrer Blätter ab.
Inhaltsverzeichnis

Das charakteristische Erscheinungsbild ausgewachsener Erlen

Ausgewachsene Erlenbäume präsentieren sich mit einem unverwechselbaren Äußeren. Typisch sind die grauschwarze, rissige Borke und die kleinen, verholzten Fruchtzapfen, die etwa einen Zentimeter groß sind. Die Blätter variieren je nach Art, sind aber meist rundlich und einfach oder doppelt gesägt.

Junge Erlen zeichnen sich durch ein rasches Wachstum aus und können jährlich bis zu einen Meter zulegen. Abhängig von Standort und Sorte erreichen Erlen eine Höhe von 25 bis 30 Metern und können bis zu 120 Jahre alt werden.

Die Borke: Ein wichtiges Erkennungsmerkmal

Die Borke der Erle ist ein prägnantes Merkmal, das je nach Art variiert. Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) entwickelt eine markante, tiefrissige, grauschwarze Borke. Im Gegensatz dazu besitzt die Grau-Erle (Alnus incana) eine eher glatte, grau-glänzende Peridermoberfläche. Diese Unterschiede in der Borkenstruktur sind hilfreich bei der Bestimmung der verschiedenen Erlenarten.

Die Blätter: Vielfalt in Form und Struktur

Die Blätter der Erlen sind wechselständig angeordnet und gestielt. Sie sind einfach und ungeteilt, wobei der Blattrand gesägt, gezähnt oder seltener ganzrandig sein kann. Die Blattoberfläche kann behaart bis kahl und manchmal drüsig sein. Ein weiteres Merkmal sind die vorhandenen Nebenblätter.

Die Blattformen reichen von breit eiförmig bis rundlich, oft mit einer eingekerbten Spitze, besonders deutlich bei der Schwarz-Erle. Die Blätter der Schwarz-Erle sind glänzend grün, glatt und im Austrieb klebrig. Im Herbst fallen sie grün ab, ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu vielen anderen Laubbäumen.

Wie nennt man die Erle noch?
Nicht nur an Bekanntheit sondern auch an Trivialnamen ist die Erle reich: Alder, Eila oder auch Otterbaum sind nur einige von ihnen. Alnus glutinosa, die Schwarzerle, gehört zu den Birkengewächsen und ist leicht an ihrer dunklen schuppigen Borke und den an der Spitze abgerundeten, eingekerbten Blättern zu bestimmen.

Knospen: Vorboten des Frühlings

Die Knospen der Erlen sind je nach Art unterschiedlich geformt. Bei der Schwarz-Erle sind die Knospen violett-braun, schraubig angeordnet und gestielt. Sie stehen deutlich von den Zweigen ab, sind kahl und klebrig. Diese Knospenanlagen werden bereits im Sommer gebildet und überwintern, um im Frühjahr als erste Boten des neuen Wachstumszyklus zu erscheinen.

Blüten und Kätzchen: Geschlechtertrennung am Baum

Erlen sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Das bedeutet, dass ein Baum sowohl männliche als auch weibliche Blütenstände ausbildet. Diese Blütenstände werden als Kätzchen bezeichnet. Die männlichen und weiblichen Kätzchen sind getrennt, wobei die kürzeren weiblichen Blütenstände unter den längeren männlichen stehen. Die Blütezeit der Erlen liegt vor dem Laubaustrieb, oft schon im Februar oder März.

Die männlichen Kätzchen der Schwarz-Erle sind rötlich-gelb und können 5 bis 10 cm lang werden. Die weiblichen Kätzchen sind deutlich kleiner, nur etwa 5 mm lang. Die Blüten selbst sind unscheinbar, da Erlen windbestäubend sind und keine auffälligen Blütenblätter benötigen.

Früchte und Zapfen: Verholzte weibliche Kätzchen

Einzigartig unter den Laubbäumen ist die Tatsache, dass die weiblichen Kätzchen der Erlen verholzen und zu zapfenartigen Fruchtständen werden. Diese Zapfen sind etwa 2 cm groß, holzig und schwarz. Sie enthalten kleine, hellbraune Samen, die ab September reifen und bis zum Frühjahr freigesetzt werden. Die Samen sind geflügelt und werden durch Wind und Wasser verbreitet. Im Wasser bleiben sie bis zu einem Jahr keimfähig. Die leeren Zapfen bleiben oft noch lange am Baum hängen, auch nachdem die Samen freigesetzt wurden, was ein weiteres charakteristisches Merkmal der Erlen ist.

Das Wurzelsystem: Tiefgründig und stickstoffbindend

Die Schwarz-Erle besitzt ein tiefreichendes Herzwurzelsystem, das sie an feuchte und nasse Standorte anpasst und auch längere Überschwemmungen tolerieren lässt. Eine besondere Eigenschaft der Erlen ist die Symbiose mit Actinomyceten-Bakterien in den Wurzelknöllchen. Diese Bakterien sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und für den Baum verfügbar zu machen. Dadurch können Erlen auch auf nährstoffarmen Böden, wie beispielsweise Moorböden, gut wachsen und ihren Stickstoffbedarf decken. Das Wurzelsystem bildet keine Wurzelbrut, aber Erlen sind gut auf Stock setzbar und treiben nach dem Abschneiden stark wieder aus.

Vergleichstabelle: Schwarz-Erle vs. Grau-Erle

MerkmalSchwarz-Erle (Alnus glutinosa)Grau-Erle (Alnus incana)
BorkeTiefrissig, grauschwarzGlatt, grau-glänzend (Peridermoberfläche)
BlätterBreit eiförmig bis rundlich, Spitze meist eingekerbt, glänzend grün, klebrig im Austrieb, fallen grün abEiförmig bis elliptisch, zugespitzt, mattgrün, behaart, fallen gelblich ab
KnospenViolett-braun, klebrig, gestielt, abstehendRotbraun, behaart, sitzend oder kurz gestielt, anliegend
StandortFeuchte bis nasse Böden, Uferbereiche, BruchwälderFeuchte bis trockene Böden, auch in höheren Lagen

Häufig gestellte Fragen zum Aussehen von Erlenbäumen

Wie hoch werden Erlenbäume?
Erlen erreichen je nach Art und Standort eine Höhe von 25 bis 30 Metern. Junge Erlen wachsen sehr schnell und können jährlich bis zu einem Meter zulegen.
Wie sehen die Blätter einer Erle aus?
Die Blätter sind wechselständig, einfach, meist rundlich bis eiförmig und gesägt oder gezähnt. Die Blätter der Schwarz-Erle sind glänzend grün und haben oft eine eingekerbte Spitze, während die Blätter der Grau-Erle eher mattgrün und behaart sind.
Wie unterscheidet sich die Rinde der Schwarz-Erle von der Grau-Erle?
Die Schwarz-Erle hat eine markante, tiefrissige, grauschwarze Borke. Die Grau-Erle hingegen besitzt eine glatte, grau-glänzende Rinde (Peridermoberfläche).
Tragen Erlen Zapfen?
Ja, Erlen tragen zapfenartige Fruchtstände. Diese entstehen aus den weiblichen Kätzchen, die verholzen. Die Zapfen sind klein, etwa 2 cm groß, und bleiben oft lange nach der Samenfreisetzung am Baum hängen.
Welche Farbe haben die Blüten der Erle?
Die männlichen Blütenkätzchen der Schwarz-Erle sind rötlich-gelb. Die weiblichen Blüten sind unscheinbarer und grünlich.

Zusammenfassung: Das Erscheinungsbild der Erle auf einen Blick

Erlenbäume sind durch ihre grauschwarze bis grau-glänzende Borke, ihre rundlichen, gesägten Blätter und die charakteristischen holzigen Zapfen leicht zu erkennen. Die Schwarz-Erle und die Grau-Erle unterscheiden sich in Details wie Borkenstruktur, Blattform und Standortansprüchen. Ihr schnelles Wachstum und ihre Fähigkeit, Stickstoff zu binden, machen sie zu wichtigen Pioniergehölzen und wertvollen Bäumen in verschiedenen Ökosystemen. Achten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang durch die Natur auf diese faszinierenden Bäume und entdecken Sie selbst die Vielfalt ihrer Erscheinungsformen!

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