27/10/2024
Erbsen sind ein beliebtes Gemüse im Hausgarten, nicht nur wegen ihres süßen Geschmacks, sondern auch wegen ihrer relativ einfachen Anzucht. Viele Gartenfreunde fragen sich jedoch: Kann man Erbsen eigentlich noch im Juli aussäen? Die Antwort ist erfreulich: Ja, unter bestimmten Bedingungen und mit der richtigen Sortenwahl ist eine Aussaat im Hochsommer durchaus möglich und kann sogar eine späte, aber dennoch lohnende Ernte ermöglichen.

- Kann man im Juli noch Erbsen säen?
- Welche Erbsensorten eignen sich für die Julisaat?
- Wie säe ich Erbsen im Juli richtig aus?
- Erbsen vorziehen oder Direktsaat im Juli?
- Alternativen zur Julisaat: Wintererbsen
- Tipps für den erfolgreichen Erbsenanbau
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Erbsenanbau im Juli
- Fazit
Kann man im Juli noch Erbsen säen?
Die Hauptaussaatzeit für Erbsen liegt in den Monaten März bis Juni. Die meisten Sorten werden in diesem Zeitraum gesät, um eine Ernte im Frühsommer oder Sommer zu erzielen. Doch das bedeutet nicht, dass nach Juni Schluss sein muss. Tatsächlich gibt es einige Erbsensorten, die sich hervorragend für eine späte Aussaat im Juli eignen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Auswahl der richtigen Sorte und der Berücksichtigung der aktuellen Witterungsbedingungen.

Welche Erbsensorten eignen sich für die Julisaat?
Nicht jede Erbsensorte ist für eine späte Aussaat geeignet. Sorten, die eine lange Reifezeit haben, benötigen ausreichend Zeit, um vor den ersten Frösten im Herbst Früchte zu tragen. Für die Julisaat empfehlen sich daher frühe und mittelfrühe Sorten mit einer kürzeren Reifezeit. Einige Beispiele für Sorten, die bis Anfang Juli gesät werden können, sind:
- 'Zuccola': Eine robuste Sorte, die sich gut für späte Aussaaten eignet.
- 'Gloriosa': Ebenfalls eine Sorte, die noch bis Anfang Juli gesät werden kann und zuverlässige Erträge liefert.
Es ist ratsam, sich beim Kauf von Saatgut im Fachhandel oder online über die spezifischen Aussaatzeiten der jeweiligen Sorte zu informieren. Achten Sie auf Angaben zur Reifezeit und Eignung für späte Aussaaten.
Wie säe ich Erbsen im Juli richtig aus?
Die Aussaat von Erbsen im Juli unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der Aussaat im Frühjahr. Es gibt jedoch einige Punkte zu beachten, um den Erfolg zu maximieren:
- Standortwahl: Erbsen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem, humosem Boden. Bereiten Sie den Boden gut vor, indem Sie ihn auflockern und von Unkraut befreien. Schwere, lehmige Böden sollten mit Kompost oder Sand verbessert werden, um die Drainage zu gewährleisten.
- Bodenvorbereitung: Lockern Sie den Boden gründlich auf und entfernen Sie Steine und Unkraut. Eine Einarbeitung von Kompost verbessert die Bodenstruktur und Nährstoffversorgung.
- Saatgutvorbereitung: Legen Sie die Erbsensamen vor der Aussaat für einige Stunden in Wasser ein. Dies beschleunigt die Keimung.
- Aussaat: Ziehen Sie Saatrillen im Abstand von etwa 40 cm. Die Saattiefe sollte etwa 5 cm betragen. Legen Sie die Samen in einem Abstand von 3-5 cm in die Rillen und bedecken Sie sie mit Erde. Drücken Sie die Erde leicht an.
- Schutz vor Vögeln: Vögel sind besonders in der frühen Wachstumsphase eine Gefahr für Erbsensamen und Keimlinge. Decken Sie die Aussaat mit einem Vlies oder Netz ab, bis die Pflanzen etwas größer sind.
- Bewässerung: Halten Sie den Boden nach der Aussaat gleichmäßig feucht. Besonders bei warmem Wetter ist eine ausreichende Bewässerung wichtig für die Keimung und das Anwachsen der jungen Pflanzen.
Erbsen vorziehen oder Direktsaat im Juli?
Generell wird bei Erbsen die Direktsaat empfohlen. Erbsen entwickeln sich am besten, wenn sie direkt ins Freiland gesät werden. Das Vorziehen in Töpfen ist in der Regel nicht notwendig und kann sogar kontraproduktiv sein, da Erbsen empfindlich auf das Umpflanzen reagieren können. Zudem entwickeln direkt gesäte Erbsen robustere Pflanzen.

In Ausnahmefällen, beispielsweise in sehr rauen Lagen oder bei ungünstigen Witterungsbedingungen, kann das Vorziehen in Erwägung gezogen werden. Beginnen Sie mit der Vorkultur etwa 2 Wochen vor dem geplanten Auspflanztermin. Verwenden Sie Anzuchterde und säen Sie die Samen in Multitopfplatten oder kleine Töpfe. Halten Sie die Erde feucht und stellen Sie die Jungpflanzen an einen hellen, kühlen Ort. Pflanzen Sie die vorgezogenen Erbsen vorsichtig aus, sobald sie einen kräftigen Wurzelballen entwickelt haben.
Alternativen zur Julisaat: Wintererbsen
Wenn Sie die Aussaat im Juli verpasst haben oder unsicher sind, ob die Bedingungen noch ideal sind, gibt es eine interessante Alternative: Wintererbsen. Diese speziellen Erbsensorten werden im Herbst (August bis Oktober) gesät und überwintern im Boden. Im Frühjahr beginnen sie frühzeitig zu wachsen und ermöglichen eine sehr frühe Ernte im Jahr darauf.

Eine bekannte Wintererbsensorte ist 'Sima'. Wintererbsen sind besonders robust und widerstandsfähig gegenüber Kälte. Sie eignen sich gut für Regionen mit milden Wintern. Informieren Sie sich jedoch vor der Aussaat, ob Wintererbsen für Ihr Klima geeignet sind.
Tipps für den erfolgreichen Erbsenanbau
- Rankhilfe: Erbsen sind Rankpflanzen und benötigen eine Rankhilfe, um optimal zu wachsen und zu tragen. Geeignete Rankhilfen sind z.B. Stäbe, Drähte oder Netze. Bringen Sie die Rankhilfe am besten direkt nach der Aussaat an.
- Bodenpflege: Halten Sie den Boden um die Erbsenpflanzen herum unkrautfrei und locker. Mulchen kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkrautwuchs zu unterdrücken.
- Düngung: Erbsen gehören zu den Leguminosen und können Stickstoff aus der Luft binden. Eine zusätzliche Düngung mit Stickstoff ist daher in der Regel nicht notwendig. Eine Kompostgabe bei der Bodenvorbereitung ist jedoch empfehlenswert.
- Schädlinge und Krankheiten: Erbsen können von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden, wie z.B. Blattläusen, Erbsenwicklern oder Pilzkrankheiten. Achten Sie auf Anzeichen von Befall und ergreifen Sie gegebenenfalls rechtzeitig Maßnahmen. Eine gute Pflanzenpflege und ein luftiger Standort können vielen Problemen vorbeugen.
- Ernte: Der Erntezeitpunkt hängt von der jeweiligen Sorte und dem gewünschten Reifegrad ab. Palerbsen werden geerntet, wenn die Hülsen prall gefüllt sind und die Erbsen noch zart und süß schmecken. Zuckererbsen werden jung geerntet, wenn die Hülsen noch flach und zart sind. Markererbsen werden etwas später geerntet, wenn die Erbsen größer und stärkehaltiger sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Erbsenanbau im Juli
- Kann ich im Juli noch alle Erbsensorten säen?
- Nein, nicht alle Sorten sind für die Julisaat geeignet. Wählen Sie frühe oder mittelfrühe Sorten mit kurzer Reifezeit, wie 'Zuccola' oder 'Gloriosa'.
- Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte bei einer Julisaat?
- Die Reifezeit hängt von der Sorte und den Witterungsbedingungen ab. Bei frühen Sorten können Sie mit einer Ernte nach etwa 60-80 Tagen rechnen.
- Muss ich Erbsen im Juli besonders gießen?
- Ja, besonders bei warmem Wetter ist eine ausreichende Bewässerung wichtig, um die Keimung und das Wachstum zu fördern. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.
- Brauchen Erbsen im Juli eine Rankhilfe?
- Ja, auch bei einer späten Aussaat benötigen Erbsen eine Rankhilfe, um stabil zu wachsen und die Hülsen zu tragen.
- Kann ich Erbsen auch im Topf auf dem Balkon im Juli anbauen?
- Ja, der Anbau im Topf ist möglich, wenn der Topf ausreichend groß ist und die Erbsen genügend Sonne bekommen. Achten Sie auf eine gute Drainage und regelmäßige Bewässerung.
Fazit
Die Aussaat von Erbsen im Juli ist durchaus möglich und kann eine späte, aber lohnende Ernte ermöglichen. Wählen Sie die richtigen Sorten, bereiten Sie den Boden gut vor und beachten Sie die grundlegenden Anbautipps. Mit etwas Glück und der richtigen Pflege können Sie auch im Hochsommer noch frische, selbstangebaute Erbsen genießen. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich von der Vielfalt und dem Geschmack frischer Erbsen aus dem eigenen Garten überraschen!
