Was gilt als englische Rose?

Englische Rosen: Definition, Merkmale und Geschichte

21/07/2024

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Die Englische Rose, oft auch als David-Austin-Rose bekannt, repräsentiert eine relativ junge, aber äusserst beliebte Rosenklasse. Sie vereint auf einzigartige Weise den Charme und den Duft alter Rosen mit den vorteilhaften Eigenschaften moderner Rosen, wie der öfterblühenden Eigenschaft und einer breiteren Farbpalette. Doch was genau macht eine Englische Rose aus und wodurch unterscheidet sie sich von anderen Rosensorten?

Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung der Englischen Rose

Die Geschichte der Englischen Rose ist eng mit dem Namen David Austin verbunden. In den Nachkriegsjahren begann Austin, inspiriert von der Rose ‘Stanwell Perpetual’, mit der Züchtung einer neuen Rosenklasse. ‘Stanwell Perpetual’, eine Kreuzung der Rosa pimpinellifolia, war eine Ausnahme innerhalb ihrer Gruppe, da sie öfterblühend war. Austin erkannte das Potenzial, die Schönheit und den Duft einmalblühender alter Rosen mit der Blühfreudigkeit und Farbvielfalt moderner Rosen zu kombinieren. Sein Ziel war es, eine Rose zu schaffen, die die besten Eigenschaften beider Welten in sich vereint.

Was gilt als englische Rose?
Die Blütenform der Englischen Rose ist recht charakteristisch und unterscheidet sich völlig von der typischen modernen Rose mit ihrer hohen, spitzen, eingerollten Knospe , deren Öffnung die kurzlebige Schönheit der Blüte verkörpert, die, wenn sie vollständig geöffnet ist, meist ein formloses Durcheinander darstellt.

Austin experimentierte zunächst mit der Gallica-Rose ‘Belle Isis’ und der Floribunda-Rose ‘Dainty Maid’. Aus dieser Kreuzung entstand die Rose ‘Constance Spry’ (1961), die als Grundstein der Englischen Rosen gilt. ‘Constance Spry’ war zwar noch einmalblühend, aber sie beeindruckte mit ihren grossen, gefüllten, schalenförmigen Blüten in zartem Rosa und einem intensiven Myrrheduft. Um die öfterblühende Eigenschaft zu erreichen, musste ‘Constance Spry’ mit öfterblühenden Rosen rückgekreuzt werden. Hierfür wählte Austin unter anderem die Floribunda-Rose ‘Ma Perkins’, die sich durch eine gute Samenproduktion und schalenförmige Blüten auszeichnete. Durch weitere Kreuzungen, unter anderem mit der Hybrid Tea Rose ‘Mme Caroline Testout’, gelang es Austin, eine erste Gruppe öfterblühender Englischer Rosen zu entwickeln.

In den folgenden Jahren erweiterte Austin seine Züchtungsarbeit, um auch rote und gelbe Sorten zu entwickeln und die Wuchskraft und Gesundheit der Englischen Rosen zu verbessern. Die Floribunda-Rose ‘Iceberg’ und die Kletterrose ‘Aloha’ spielten eine wichtige Rolle bei der Verbesserung von Gesundheit und Wuchskraft, während die Rugosa-Hybride ‘Conrad Ferdinand Meyer’ zur Entwicklung gelber und apricotfarbener Sorten beitrug. 1969 waren die ersten Englischen Rosen bereit für die Markteinführung, und 1970 gründete David Austin Roses seine Baumschule, um diese neuen Rosen der Öffentlichkeit anzubieten.

Merkmale der Englischen Rose

Englische Rosen zeichnen sich durch eine Reihe charakteristischer Merkmale aus, die sie von modernen und alten Rosen unterscheiden:

Blütenform

Die Blütenform der Englischen Rose ist eines ihrer markantesten Merkmale. Im Gegensatz zu den modernen Rosen mit ihren hochspitzen, spiralförmigen Knospen und oft formlosen, voll geöffneten Blüten, ähneln Englische Rosen in ihrer Blütenform eher den alten Rosen. Ihre Blüten öffnen sich allmählich in verschiedenen reizvollen Stadien und erreichen ihren Höhepunkt der Schönheit im voll geöffneten Zustand. Typische Blütenformen sind:

  • Rosettenförmig: Blütenblätter sind in konzentrischen Kreisen angeordnet und bilden eine flache, runde Form.
  • Schalenförmig: Blütenblätter bilden eine tiefe, schalenartige Form.
  • Viertelgeteilt: Blütenblätter sind in vier Viertel unterteilt, oft mit einem Knopfauge in der Mitte.
  • Kugelförmig: Blütenblätter bilden eine runde, kugelförmige Blüte.

Diese Vielfalt an Blütenformen, kombiniert mit der oft üppigen Füllung der Blüten, verleiht Englischen Rosen einen romantischen und nostalgischen Charme.

Duft

Der Duft ist ein weiteres entscheidendes Merkmal der Englischen Rose. David Austin legte von Anfang an grossen Wert auf einen intensiven und angenehmen Duft. Englische Rosen sind bekannt für ihre vielfältigen und oft starken Düfte, die von fruchtig, rosig, teerosenartig, würzig bis hin zu myrrheartig reichen. Der Duft trägt massgeblich zum Gesamterlebnis einer Englischen Rose bei und macht sie zu einem sinnlichen Genuss.

Farben

Die Farbpalette der Englischen Rosen umfasst vor allem zarte und reine Töne. Während moderne Rosen oft kräftige und grelle Farben aufweisen, bevorzugte David Austin sanftere Farben wie Rosa, Apricot, Pfirsich, Lila, Gelb und Creme. Auch dunklere Farben wie Karminrot, Purpur und Mauve sind vertreten, aber auch hier liegt der Fokus auf reinen und klaren Tönen. Diese sanfte Farbgebung trägt zum eleganten und harmonischen Erscheinungsbild der Englischen Rosen bei.

Wuchsform

Englische Rosen zeichnen sich durch eine natürliche und ansprechende Wuchsform aus. Im Gegensatz zu vielen modernen Rosen, die oft steif und aufrecht wachsen, bieten Englische Rosen eine grössere Vielfalt an Wuchsformen. Es gibt Sorten mit aufrechtem, schmalem Wuchs, buschige und verzweigte Sorten sowie Sorten mit überhängendem, bogigem Wuchs. Diese Vielfalt ermöglicht es Gärtnern, Englische Rosen vielseitig im Garten einzusetzen, sei es in Beeten, Rabatten, als Solitärpflanzen oder in gemischten Pflanzungen.

Laub

Das Laub der Englischen Rose ähnelt eher dem der alten Rosen als dem der modernen Hybrid Tea Rosen. Es ist oft matt, dicht und üppig, im Gegensatz zum spärlichen und glänzenden Laub vieler moderner Rosen. Das attraktive Laub bildet einen schönen Kontrast zu den Blüten und trägt zum gesunden und vitalen Erscheinungsbild der Pflanzen bei.

Öfterblühend

Ein wichtiges Merkmal der Englischen Rose ist ihre öfterblühende Eigenschaft. Im Gegensatz zu vielen alten Rosen, die nur einmal im Jahr blühen, blühen Englische Rosen mehrmals im Laufe der Saison. In der Regel zeigen sie zwei Hauptblühphasen im Frühsommer und Spätsommer, oft gefolgt von einer kontinuierlichen Nachblüte bis in den Herbst. Obwohl die Blühfrequenz möglicherweise nicht ganz so hoch ist wie bei einigen modernen Rosen, bietet die Englische Rose dennoch eine lange und reiche Blütezeit.

Gesundheit und Robustheit

David Austin legte auch Wert auf die Gesundheit und Robustheit seiner Rosen. Durch gezielte Züchtung wurden viele Englische Rosen widerstandsfähiger gegen Krankheiten wie Sternrusstau und Rosenrost. Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass nicht alle Englischen Rosen gleichermassen krankheitsresistent sind und einige Sorten mehr Pflege benötigen als andere. Bei der Auswahl einer Englischen Rose sollte man daher auch auf ihre Gesundheitseigenschaften achten.

Charakter

Über alle diese physischen Merkmale hinaus strebte David Austin nach einem schwer fassbaren, aber entscheidenden Merkmal: dem Charakter. Er beschrieb ihn als eine „gewisse Weichheit, Zartheit und Charme“. Dieser „Charakter“ ist mehr als nur die Summe der einzelnen Eigenschaften. Er ist es, der die Englische Rose so einzigartig und liebenswert macht. Es ist ein Gefühl von Nostalgie, Romantik und natürlicher Schönheit, das von diesen Rosen ausgeht.

Vorteile der Englischen Rose

Die Englische Rose bietet Rosenliebhabern eine Reihe von Vorteilen:

  • Schönheit und Charme: Die einzigartige Blütenform, die zarten Farben und der nostalgische Charme machen Englische Rosen zu echten Blickfängen im Garten.
  • Duft: Der intensive und vielfältige Duft verwöhnt die Sinne und macht den Aufenthalt im Rosengarten zu einem besonderen Erlebnis.
  • Öfterblühend: Die mehrmalige Blütezeit sorgt für eine lange und reiche Blütenpracht über die gesamte Saison.
  • Vielseitigkeit: Die unterschiedlichen Wuchsformen ermöglichen den Einsatz in verschiedenen Gartenbereichen und -stilen.
  • Relativ pflegeleicht: Viele Englische Rosen sind robust und widerstandsfähig und benötigen weniger Pflege als einige andere Rosensorten.

Fazit

Die Englische Rose ist mehr als nur eine weitere Rosenklasse. Sie ist das Ergebnis einer visionären Züchtungsarbeit, die darauf abzielte, die Schönheit und den Duft alter Rosen mit den Vorzügen moderner Rosen zu vereinen. Mit ihrer einzigartigen Blütenform, ihrem intensiven Duft, ihren zarten Farben und ihrer natürlichen Wuchsform hat die Englische Rose die Herzen von Rosenliebhabern weltweit erobert. Sie ist eine Bereicherung für jeden Garten und ein Beweis dafür, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können, um etwas wirklich Besonderes zu schaffen. Wenn Sie auf der Suche nach einer Rose mit Charakter, Charme und unvergleichlicher Schönheit sind, dann ist die Englische Rose die perfekte Wahl.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Hauptunterschied zwischen Englischen Rosen und modernen Rosen?
Der Hauptunterschied liegt in der Blütenform und dem Duft. Englische Rosen haben oft eine schalenförmige oder rosettenförmige Blüte und einen intensiveren Duft als viele moderne Rosen. Moderne Rosen haben meist eine hochspitze Blütenform und sind oft auf lange Stiele für den Schnitt gezüchtet.
Sind Englische Rosen öfterblühend?
Ja, die meisten Englischen Rosen sind öfterblühend. Sie blühen in der Regel mehrmals im Jahr, mit Hauptblüten im Frühsommer und Spätsommer.
Sind Englische Rosen pflegeleicht?
Viele Englische Rosen sind relativ pflegeleicht und robust. Sie benötigen jedoch wie alle Rosen regelmässige Pflege, einschliesslich Düngung, Schnitt und Schutz vor Krankheiten und Schädlingen.
Welche Englischen Rosen sind besonders empfehlenswert für Anfänger?
Für Anfänger sind Sorten wie ‘Mary Rose’, ‘Gertrude Jekyll’, ‘Golden Celebration’ und ‘Munstead Wood’ oft empfehlenswert, da sie robust, öfterblühend und relativ krankheitsresistent sind.
Wo kann man Englische Rosen kaufen?
Englische Rosen sind in vielen Baumschulen, Gartencentern und Online-Shops erhältlich, die auf Rosen spezialisiert sind. Achten Sie auf zertifizierte Händler, um sicherzustellen, dass Sie hochwertige Pflanzen erhalten.

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