Was ist der Unterschied zwischen Stieglitz und Distelfink?

Stieglitz oder Distelfink: Ein Vogel, zwei Namen

24/02/2022

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Haben Sie sich jemals gefragt, was der Unterschied zwischen einem Stieglitz und einem Distelfink ist? Die Antwort ist einfach: Es gibt keinen! Stieglitz und Distelfink sind zwei Namen für denselben wunderschönen Vogel, Carduelis carduelis. Der Name Distelfink rührt von seiner Vorliebe für Distelsamen her, während Stieglitz der gebräuchlichere Name ist. In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über diesen farbenprächtigen und lebhaften Vogel, von seinem Aussehen und Gesang bis hin zu seinem Lebensraum und seiner Lebensweise.

Wo nistet der Distelfink?
Wo baut der Stieglitz sein Nest? In Bäumen und höheren Hecken oder Büschen baut der Distelfink sein Nest. Dieses wird napfförmig konstruiert und an der Außenseite mit Flechten getarnt. Den Nestbau übernimmt das Weibchen.

Was ist ein Stieglitz (oder Distelfink?)

Der Stieglitz ist ein kleiner, schlanker Vogel mit einer Länge von etwa 12 bis 13 Zentimetern und einer Flügelspannweite von 21 bis 25 Zentimetern. Er wiegt meist zwischen 14 und 19 Gramm. Sein auffälligstes Merkmal ist die leuchtend rot-schwarze Gesichtsmaske, die sich markant von seinem weißen Kopf und den weißen Halsseiten abhebt. Der Nacken und Oberkopf sind schwarz. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die breite, leuchtend gelbe Binde auf den Flügeln, die im Flug besonders ins Auge fällt. Der Rücken des Stieglitzes ist hellbraun, der Bürzel weiß und der Schwanz schwarz mit weißen Flecken. Die Unterseite ist bräunlich gefärbt.

Der Schnabel des Stieglitzes ist elfenbeinfarben, lang und spitz, perfekt angepasst an seine spezielle Ernährung. In der Brutzeit ist er reinweiß, während er außerhalb dieser Zeit eine schwarze Markierung an der Spitze aufweisen kann. Es gibt einen leichten Geschlechtsdimorphismus: Das Männchen hat eine größere und dunklere Gesichtsmaske, intensivere Farben und einen etwas längeren, spitzeren Schnabel als das Weibchen. Jungvögel sind noch nicht so farbenprächtig wie die Altvögel und haben keinen roten Kopf, sind aber durch die gelbe Flügelbinde und den spitzen Schnabel dennoch gut erkennbar.

Gesang und Rufe des Stieglitzes

Der Gesang des Stieglitzes ist ebenso charakteristisch wie sein Aussehen. Es ist eine lebhafte, schnell vorgetragene Strophe, oft eingeleitet durch zwitschernde „Stieglitz“-Rufe, gefolgt von Trillern und Schnörkeln. Nasale Elemente und ein knätschender Schluss, ähnlich dem des Erlenzeisigs, sind ebenfalls typisch. Der Gesang dient der Markierung des Nestbereichs und stärkt außerhalb der Brutzeit den Zusammenhalt in der Gruppe. Stieglitze singen fast das ganze Jahr über, ausgenommen während der Mauserzeit.

Neben dem Gesang verfügt der Stieglitz über ein breites Repertoire an Rufen. Der Stimmfühlungsruf klingt wie „dudidelet“ oder „didudit“. Bei Erregung äußert er ein scharfes „zidi“, und der Aggressionsruf ist ein hartes, schnarrendes „tschrr“. Flügge Jungvögel betteln mit „di-wet-wet di-wet-wet“. Interessanterweise lernen junge Stieglitze ihren Gesang bereits in der Jugend durch den Vorgesang der Männchen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Stieglitz ist in weiten Teilen Europas, Westasiens und Nordafrikas verbreitet. Er fehlt in Island und dem nördlichen Skandinavien, wurde aber in Südamerika, Australien, Neuseeland und Ozeanien eingeführt. In Westeuropa ist er ein Teilzieher, der hier überwintert, während er in milderen Regionen Standvogel ist und in kälteren Gebieten in wärmere Gegenden zieht.

Sein bevorzugter Lebensraum sind offene, baumreiche Landschaften, von Niederungen bis in höhere Lagen. Besonders wohl fühlt er sich in Hochstamm-Obstgärten, Wildkraut- und Ruderalflächen mit Sträuchern. Waldränder, Streuobstwiesen, Heckenlandschaften, Flussufer, Kiesgruben, alte Gärten, Friedhöfe, Weinberge, Alleen und Parks werden ebenfalls besiedelt, solange ausreichend Samen tragende Pflanzen und einzelne Bäume vorhanden sind. In der Kulturlandschaft sind Brachen, Saumpfade, Ruderalflächen und Naturgärten wichtige Habitate. Im Herbst und Winter findet man Stieglitze oft in offenen Landschaften mit Staudenresten, wie an Straßenrändern oder auf Schuttplätzen.

Ernährung: Was frisst der Stieglitz?

Der Stieglitz ist ein ausgesprochener Spezialist, wenn es um seine Ernährung geht. Seine Hauptnahrung besteht aus den Samen von Korbblütlern wie Disteln, Karden, Gänsedisteln und Kratzdisteln, aber auch andere Wildkräuter wie Hirtentäschelkraut, Ampfer, Wegerich, Vogelmiere, Sonnenblumen, Beifuß, Kornblumen und Baumsamen wie Kiefer- und Birkensamen stehen auf seinem Speiseplan. Während der Brutzeit ergänzt er seine Nahrung auch mit kleinen Insekten, insbesondere Blattläusen.

Der Stieglitz ist perfekt an seine spezielle Ernährungsweise angepasst. Er verfügt über sieben verschiedene Bewegungsweisen, um an die begehrten Samen zu gelangen. Er kann Nahrung vom Boden aufpicken, sich weit vorlehnen, kopfunter hängen oder seitlich hängend mit dem Kopf nach unten picken. Dünne Pflanzenstängel erklimmt er geschickt, um an die Samen zu gelangen. Seine Zusammenarbeit von Schnabel und Fuß ist dabei unabdingbar. Weiche Samen werden zerquetscht und gefressen, reife Samen werden von den Hüllspelzen befreit. Junge Stieglitze müssen die Technik des Aufmeißelns versteckter Samen erst von den Altvögeln lernen.

Brutbiologie: Fortpflanzung des Stieglitzes

Stieglitze sind monogam und erreichen die Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr. Die Brutzeit liegt zwischen Ende März/Anfang April und Juli, wobei meist zwei Jahresbruten stattfinden. Die Balz beginnt im Februar oder März mit dem Gesang des Männchens. Das Weibchen leitet die Balz ein, indem es sich dem Männchen mit Körperpendeln und Schnabelsenken nähert. Das Männchen zeigt seine gelben Flügelbinden und füttert das Weibchen. Die Kopulation findet mehrmals täglich statt.

Das napfförmige Nest wird vom Weibchen in Bäumen oder hohen Sträuchern gebaut, bevorzugt an hochgelegenen Orten, die Deckung und Ausblick bieten. Es besteht aus feinen Stängeln, Halmen, Wurzeln, Moos, Flechten und Pflanzenfasern und wird mit Federn und Wolle ausgepolstert. Der Nestbau dauert etwa vier bis sechs Tage. Ein Gelege besteht meist aus fünf Eiern, die auf weißlichem Grund rotbraune Flecken und Schnörkel aufweisen. Das Weibchen brütet die Eier allein aus, während das Männchen es mit Nahrung versorgt. Die Brutdauer beträgt 12 bis 14 Tage.

Die Jungvögel schlüpfen blind und nackt und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Zuerst werden sie mit Kropfmilch, später mit Sämereien gefüttert. Die Nestlinge verlassen nach etwa zwei Wochen das Nest und werden noch einige Zeit von den Eltern versorgt. Gefahren für die Jungvögel sind Katzen, Greifvögel und Marder. Freilebende Stieglitze werden maximal acht bis neun Jahre alt, in Gefangenschaft können sie bis zu 17 Jahre alt werden.

Welche Pflanzen für Stieglitze?
Stieglitze lieben Samen aller Art, es sind mehr als 150 Nahrungspflanzen bekannt. Besonders beliebt sind Kratzdisteln, Karden und andere Korbblütler. Um an die Samen zu gelangen, vollführen die Vögel teils akrobatische Verrenkungen mit beeindruckender Schnabel-Fuß-Koordination.

Verhalten und Lebensweise

Stieglitze sind tagaktive Vögel. Sie sind sehr gesellig und leben außerhalb der Brutzeit in kleinen Gruppen oder sogar in Schlafgemeinschaften mit bis zu 40 Individuen, oft gemischt mit anderen Finkenarten wie Bluthänfling, Girlitz und Grünfink. Sie sind wenig territorial und verteidigen lediglich den Nestbereich, aber kein Revier. Innerhalb der Gruppe kommt es selten zu Auseinandersetzungen, meist reicht Drohen mit offenem Schnabel und gesträubtem Gefieder aus. Streitigkeiten werden mit Schnabelhieben und Fußtritten ausgetragen.

Stieglitze verbringen viel Zeit mit der Nahrungssuche, aber auch mit Ruhe- und Putzphasen. Sie baden und trinken gerne an Wasserstellen. Ihr Flug ist wellenförmig und stabil, wobei die gelben Flügelbinden gut sichtbar sind. Am Boden hüpfen sie eher ungeschickt, sind aber geschickte Kletterer in Bäumen und Sträuchern.

Systematik und Unterarten

Früher wurde aufgrund der ähnlichen Gefiederfärbung eine nahe Verwandtschaft zu den Grünfinken angenommen, DNA-Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Stieglitz näher mit den Zeisigen und Girlitzen verwandt ist. Es gibt verschiedene Ansichten über die Anzahl der Unterarten des Stieglitzes. Manche Quellen erkennen nur zwei Unterarten an (Carduelis c. carduelis und Carduelis c. britannica), während andere bis zu vierzehn Unterarten unterscheiden, die sich hauptsächlich in Größe und Gefiederfärbung unterscheiden. Zu den häufiger genannten Unterarten gehören beispielsweise Carduelis c. parva, Carduelis c. tschusii, Carduelis c. balcanica und Carduelis c. caniceps.

Bestand und Gefährdung

Der weltweite Bestand des Stieglitzes ist sehr groß und wird auf 75 bis 350 Millionen Individuen geschätzt. Die Art gilt daher als nicht gefährdet. In Europa ist die Brutpopulation ebenfalls sehr groß und stabil, obwohl es in einigen Ländern, wie der Türkei, Rückgänge gab. Der Stieglitz ist in Deutschland eine besonders geschützte Art. In der Schweiz war er 2003 Vogel des Jahres, um auf die Zerstörung seiner Nahrungsgrundlage durch Pestizide aufmerksam zu machen. Auf Malta ist der Fang von Stieglitzen legal, was jedoch zu Bestandsbedrohungen führen kann.

Stieglitz und Mensch

Der Stieglitz war im 19. Jahrhundert aufgrund seines farbenprächtigen Gefieders und seines lebhaften Gesangs ein beliebter Käfigvogel. Heute ist dies in den meisten Ländern verboten. Viele Menschen erfreuen sich jedoch an der Beobachtung von Stieglitzen in der freien Natur. Durch die Anlage vogelfreundlicher Gärten kann man Stieglitze unterstützen. Dazu gehört das Anpflanzen von Disteln, Karden und anderen Korbblütlern, das Bereitstellen von Wasserstellen und das Anbieten von Winterfutter in Form von Sämereien wie Sonnenblumenkernen, Leinsamen oder Distelsamen. Auch das Zulassen von Wildkrautbereichen und das Anlegen von Hecken und Sträuchern fördert den Stieglitzbestand.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo nistet der Distelfink?

Der Distelfink, oder Stieglitz, baut sein napfförmiges Nest bevorzugt in Bäumen und höheren Hecken oder Büschen. Er wählt oft hochgelegene Orte in Baumkronen oder hohen Sträuchern, die Deckung und einen guten Ausblick bieten. Das Nest wird an der Außenseite mit Flechten getarnt.

Was fressen Stieglitze?

Stieglitze ernähren sich hauptsächlich von den Samen verschiedener Korbblütler wie Disteln, Karden und Gänsedisteln. Zusätzlich fressen sie auch Baumsamen und gelegentlich Insekten, besonders zur Aufzucht der Jungtiere. Im Winter kann man sie mit Sämereien wie Leinsamen, Distelsamen, Sonnenblumenkernen und Erdnussbruch füttern.

Wann ist die Brutzeit des Stieglitzes?

Die Brutzeit des Stieglitzes liegt zwischen Mai und August. In dieser Zeit können Stieglitze ein bis drei Bruten aufziehen. Die Weibchen bebrüten die Eier etwa 14 Tage lang und werden währenddessen vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Wie kann man Stieglitze im Garten unterstützen?

Sie können Stieglitze in Ihrem Garten unterstützen, indem Sie eine vielfältige Bepflanzung mit Korbblütlern, Wildkräutern, Hecken und Sträuchern schaffen. Lassen Sie „Unkraut“ wie Disteln und Karden stehen, bieten Sie eine Wasserstelle an und stellen Sie im Winter Sämereien als Futter bereit. Halbhöhlenkästen können als Nistgelegenheit angeboten werden, werden aber nicht immer angenommen. Ein naturnaher, strukturreicher Garten ist der beste Weg, um Stieglitze anzulocken und zu fördern.

Der Stieglitz, oder Distelfink, ist ein faszinierender und farbenprächtiger Vogel, der unsere Gärten und Landschaften bereichert. Indem wir seinen Lebensraum schützen und fördern, können wir sicherstellen, dass wir uns auch in Zukunft an seinem lebhaften Gesang und seinem auffälligen Aussehen erfreuen können.

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