Wie geht der Text "Der Mai ist gekommen"?

Der Mai ist gekommen: Ein deutsches Frühlingslied

14/12/2021

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„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ – wer kennt diese Zeilen nicht? Dieses berühmte deutsche Lied, bekannt als „Der Mai ist gekommen“, ist mehr als nur ein Frühlingslied; es ist ein Stück deutscher Kulturgeschichte, ein Ausdruck von Lebensfreude und Wanderlust. Seine eingängige Melodie und die poetischen Verse von Emanuel Geibel haben es zu einem festen Bestandteil des deutschen Liedguts gemacht, das seit Generationen gesungen und weitergegeben wird.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Hintergrund

Die Geschichte dieses Liedes beginnt im Jahr 1841, als der Dichter Emanuel Geibel die Worte zu „Der Mai ist gekommen“ verfasste. Es entstand auf Schloss Escheberg und fängt die Stimmung des erwachenden Frühlings und die Sehnsucht nach der weiten Welt ein. Oft wird das Jahr 1835 als Entstehungsjahr genannt, was jedoch eine von Geibel selbst geschaffene „poetische Fiktion“ ist, um die Entstehung in seine Bonner Studentenzeit zu verlegen. Die musikalische Untermalung erfolgte ein Jahr später, 1842, durch Justus Wilhelm Lyra. Seine Melodie, veröffentlicht 1843, trug maßgeblich zur Popularität des Liedes als Frühlings- und Wanderlied bei.

Wie geht der Text
Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zuhaus; wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt, so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

Die Verse im Detail

Das Gedicht besteht aus sechs Strophen, die eine kleine Geschichte erzählen und verschiedene Facetten des Frühlings und der Wanderlust beleuchten:

  • 1. Strophe: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zuhaus; wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt, so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.“ – Diese Strophe ist ein Aufruf, den Frühling im Freien zu genießen und die Sorgen hinter sich zu lassen. Die Metapher der wandernden Wolken symbolisiert die eigene Sehnsucht nach der Ferne und neuen Erfahrungen.
  • 2. Strophe: „Herr Vater, Frau Mutter, dass Gott euch behüt! Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht? Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert, es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.“ – Hier verabschiedet sich der Wanderer von seinen Eltern und drückt die Hoffnung aus, in der Ferne sein Glück zu finden. Die unberührten Straßen und Weine stehen für die unentdeckten Möglichkeiten des Lebens.
  • 3. Strophe: „Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl – wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal. Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all; mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.“ – Diese Strophe schildert die Freude an der Wanderung in der Natur. Die klingenden Quellen und rauschenden Bäume erzeugen eine idyllische Atmosphäre, und das Herz des Wanderers wird mit der singenden Lerche verglichen.
  • 4. Strophe: „Und abends im Städtlein, da kehr ich durstig ein: „Herr Wirt, eine Kanne, eine Kanne blanken Wein!“ Ergreife die Fiedel, du lust’ger Spielmann du, von meinem Schatz das Liedel, das sing ich dazu.“ – Am Abend kehrt der Wanderer in ein Städtchen ein und genießt Wein und Musik. Diese Strophe vermittelt Geselligkeit und die Freude an einfachen Freuden.
  • 5. Strophe: „Und find ich keine Herberg, so lieg ich zu Nacht wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht. Im Winde die Linde, die rauscht mich ein gemach, es küsset in der Frühe das Morgenrot mich wach.“ – Diese Strophe beschreibt die Freiheit und Ungebundenheit des Wanderers, der sogar unter freiem Himmel schlafen kann. Die Sterne und die Linde werden zu tröstenden Begleitern, und das Morgenrot weckt ihn sanft.
  • 6. Strophe: „O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust! Da weht Gottes Odem so frisch in die Brust, da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt: wie bist du doch so schön, du weite, weite Welt!“ – Die letzte Strophe ist ein Loblied auf das Wandern selbst. Es wird als „freie Burschenlust“ bezeichnet und mit göttlichem Atem in Verbindung gebracht. Die Schönheit der weiten Welt erfüllt das Herz mit Freude.

Melodie und musikalische Vielfalt

Obwohl es verschiedene Vertonungen des Gedichts von Komponisten wie Friedrich Kücken und Vinzenz Lachner gibt, ist es vor allem die Melodie von Justus Wilhelm Lyra, die sich im kollektiven Gedächtnis verankert hat. Lyras Melodie ist volksliedhaft und eingängig, was maßgeblich zur raschen Verbreitung und Popularität des Liedes beitrug. Sie fängt die beschwingte Stimmung des Frühlings und die Wanderlust auf wunderbare Weise ein. Die Melodie ist diatonisch und einfach gehalten, wodurch sie leicht mitsingbar ist und sich ideal für den Gesang in der Gruppe oder im Chor eignet.

Popularität und Verbreitung

„Der Mai ist gekommen“ erlangte schnell große Popularität und wurde im 19. und 20. Jahrhundert zu einem der bekanntesten deutschen Frühlings- und Wanderlieder. Die Veröffentlichung im „Salon“, einem Unterhaltungsblatt für Gebildete im Jahr 1842, trug zur ersten Verbreitung bei. Besonders im 20. Jahrhundert wurde das Lied durch verschiedene Chorsätze, insbesondere durch den Satz von Friedrich Silcher aus dem Jahr 1846, weiter popularisiert. Silchers Arrangement machte das Lied zu einem Standardrepertoire vieler Chöre und trug dazu bei, dass es bis heute in Schulen, Vereinen und Familien gesungen wird. Es ist ein Lied, das Generationen verbindet und die Freude am Frühling und an der Natur musikalisch zum Ausdruck bringt.

Wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht?
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht? Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert, es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.

„Der Mai ist gekommen“ heute

Auch im 21. Jahrhundert hat „Der Mai ist gekommen“ nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Es wird weiterhin gerne gesungen, sei es in der Familie, im Kindergarten, in der Schule oder im Chor. Die schlichte Schönheit des Textes und die eingängige Melodie machen es zu einem zeitlosen Klassiker. Das Lied erinnert uns daran, die Natur zu genießen, die Sorgen des Alltags hinter uns zu lassen und die Freiheit und Weite der Welt zu entdecken. Es ist ein musikalischer Ausdruck von Lebensfreude und Optimismus, der gerade in der heutigen Zeit eine wohltuende Wirkung hat.

Fragen und Antworten (FAQ)

FrageAntwort
Wer hat den Text zu „Der Mai ist gekommen“ geschrieben?Der Text stammt von dem deutschen Dichter Emanuel Geibel.
Wer hat die Melodie zu „Der Mai ist gekommen“ komponiert?Die bekannteste Melodie stammt von Justus Wilhelm Lyra.
Wann wurde das Lied geschrieben?Der Text wurde 1841 und die Melodie 1842 komponiert.
Was ist die zentrale Botschaft des Liedes?Das Lied thematisiert die Freude am Frühling, die Wanderlust und die Sehnsucht nach der weiten Welt. Es drückt Lebensfreude und Optimismus aus.
Warum ist „Der Mai ist gekommen“ so populär?Die Popularität beruht auf dem eingängigen Text, der volksliedhaften Melodie und den universellen Themen Frühling, Natur und Freiheit. Zudem hat die Bearbeitung von Friedrich Silcher zur Verbreitung in Chören beigetragen.

Fazit

„Der Mai ist gekommen“ ist weit mehr als nur ein einfaches Frühlingslied. Es ist ein kulturelles Gut, das die deutsche Romantik, die Freude an der Natur und die Sehnsucht nach der Ferne in sich vereint. Die Kombination aus Emanuel Geibels poetischem Text und Justus Wilhelm Lyras eingängiger Melodie hat ein Lied geschaffen, das seit Generationen Menschen begeistert und zum Mitsingen einlädt. Es ist ein musikalisches Denkmal für den Frühling und die ungebundene Lebensfreude, das auch in Zukunft seinen festen Platz im deutschen Liedgut behalten wird. Lassen Sie sich von den Klängen dieses Liedes inspirieren und begrüßen Sie den Frühling mit offenen Armen und wanderlustigem Herzen!

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