28/02/2023
Das Olivenkraut, auch bekannt als Zypressenkraut, ist ein aromatisches Kraut, das nicht nur in der mediterranen Küche, sondern auch in der traditionellen Volksheilkunde eine lange Geschichte hat. Sein einzigartiger Geschmack, der an Oliven erinnert, macht es zu einer beliebten Zutat für verschiedenste Gerichte. Doch das Olivenkraut ist mehr als nur ein Küchenkraut – es ist eine pflegeleichte und winterharte Pflanze, die auch im Garten eine gute Figur macht und sogar gesundheitliche Vorteile bieten kann.

Was ist Olivenkraut?
Botanisch gehört das Olivenkraut zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eng mit dem Currykraut verwandt. Es handelt sich um einen Halbstrauch, der typischerweise eine Höhe von 25 bis 60 Zentimetern erreicht. Ursprünglich stammt das Olivenkraut von der iberischen Halbinsel und aus Nordmarokko, ist aber heute in ganz Südeuropa verbreitet. Die Pflanze zeichnet sich durch ihre feinen, nadelartigen Blätter aus, die an sechskantigen Stielen wachsen. Von Mai bis Juni schmücken hellgelbe Blüten das Olivenkraut und bieten einen schönen Kontrast zu den grünen Blättern.

Olivenkraut in der Küche: Mediterranes Aroma für Ihre Gerichte
Das Olivenkraut ist vor allem wegen seines Geschmacks beliebt, der stark an grüne Oliven erinnert, aber auch eine frische, leicht harzige Note aufweist, die an Rosmarin oder Bohnenkraut denken lässt. In der mediterranen Küche ist es ein unverzichtbares Kraut, um Gerichten eine besondere Würze zu verleihen.
Verwendungsmöglichkeiten in der Küche:
- Salatmarinaden: Gehacktes Olivenkraut verleiht Salatmarinaden für Blattsalate und Tomatensalate eine besondere, mediterrane Note.
- Nudelgerichte: Besonders zu mediterranen Nudelgerichten passt Olivenkraut hervorragend. Es harmoniert gut mit Tomatensoßen, Olivenöl und Knoblauch.
- Pesto: Für selbstgemachtes Pesto ist Olivenkraut eine interessante Alternative oder Ergänzung zu Basilikum oder Rucola. Es sorgt für eine herbere und würzigere Geschmacksrichtung.
- Fisch- und Fleischgerichte: Olivenkraut eignet sich zum Würzen von Fisch- und Fleischgerichten, insbesondere solchen, die mediterran inspiriert sind. Es passt gut zu gegrilltem Fisch, Lamm oder Hähnchen.
- Soßen und Dips: Verfeinern Sie Soßen und Dips mit frischem oder getrocknetem Olivenkraut. Es passt gut zu Joghurt- oder Quarkbasierten Dips.
- Käse: Zu Käse, insbesondere zu mediterranen Käsesorten wie Feta oder Halloumi, ist Olivenkraut eine geschmackvolle Ergänzung.
- Kräuterbutter und Kräuterquark: Verleihen Sie Kräuterbutter und Kräuterquark eine besondere Note mit gehacktem Olivenkraut.
- Pilzgerichte: Der Geschmack von Olivenkraut harmoniert besonders gut mit Pilzgerichten.
Da Olivenkraut hitzeempfindlich ist, sollte es am besten erst kurz vor dem Servieren zu den Speisen gegeben werden, um sein volles Aroma zu erhalten. Frisches Olivenkraut ist am aromatischsten. Beim Trocknen verliert es einen Teil seines Aromas, kann aber dennoch verwendet werden. Um das Aroma länger zu konservieren, kann Olivenkraut auch eingefroren oder in Öl oder Essig eingelegt werden.
Olivenkraut als Heilpflanze: Traditionelle Anwendungen und mögliche Wirkungen
Olivenkraut blickt auf eine lange Tradition als Heilpflanze zurück. Bereits im Mittelalter wurde es in der Volksheilkunde eingesetzt, unter anderem gegen Wurmbefall. Heute wird Olivenkraut vor allem bei Verdauungsproblemen und Atemwegserkrankungen verwendet.
Traditionelle Anwendungen:
- Verdauungsbeschwerden: Olivenkraut kann bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl helfen. Die enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe sollen die Verdauung anregen.
- Atemwegserkrankungen: Bei Erkältungen oder Husten kann ein Tee aus Olivenkraut Linderung verschaffen. Die ätherischen Öle können schleimlösend und beruhigend wirken.
- Wurmbefall: In der traditionellen Volksheilkunde wurde Olivenkraut gegen Wurmbefall eingesetzt. Diese Anwendung ist heute jedoch weniger gebräuchlich.
Mögliche Wirkungen:
Obwohl Olivenkraut selbst noch nicht umfassend wissenschaftlich untersucht wurde, gibt es Hinweise auf mögliche heilende Eigenschaften. Es gehört zur Unterfamilie der Heiligenkräuter (Santolina), zu der etwa 24 Arten zählen. Andere Arten der Heiligenkräuter, wie beispielsweise das korsische oder tunesische Heiligenkraut, weisen nachweislich folgende Wirkungen auf:
- Antibakteriell: Bestimmte Inhaltsstoffe könnten das Wachstum von Bakterien hemmen.
- Antifungal: Es gibt Hinweise auf eine pilzhemmende Wirkung.
- Entzündungshemmend: Einige Inhaltsstoffe könnten entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Es ist anzunehmen, dass auch Olivenkraut ähnliche Wirkungen aufweist, da die Inhaltsstoffe der Heiligenkräuter sich ähneln. Für eine wissenschaftlich fundierte Aussage zu den Heilwirkungen des Olivenkrauts sind jedoch weitere Forschungen notwendig.
Olivenkraut-Tee zubereiten:
Für eine Tasse Olivenkraut-Tee benötigen Sie:
- 5 Gramm frische Olivenkrautblätter (oder ca. 1-2 Teelöffel getrocknetes Kraut)
- 250 ml Wasser
- Wasser aufkochen und auf etwa 80 Grad abkühlen lassen (um die hitzeempfindlichen ätherischen Öle zu schonen).
- Olivenkrautblätter mit dem heißen Wasser übergießen.
- Den Tee 10 Minuten ziehen lassen.
- Pflanzenteile abseihen und den Tee genießen.
Olivenkraut im Garten: Pflegeleicht und winterhart
Olivenkraut ist nicht nur nützlich, sondern auch eine attraktive Pflanze für den Garten. Es ist mehrjährig und in der Regel winterhart, sodass Sie viele Jahre Freude daran haben können. Es ist zudem sehr pflegeleicht und anspruchslos.

Standort:
Als mediterrane Pflanze bevorzugt Olivenkraut einen sonnigen und warmen Standort. Ein Platz in der Nähe einer Südmauer ist ideal. Es gedeiht aber auch im Halbschatten, wobei ein sonniger Standort das Aroma der Blätter intensiver macht. Olivenkraut kann sowohl im Beet als auch im Topf oder Kübel gepflanzt werden. Im Topf sollte dieser einen Durchmesser von mindestens 30 cm haben und am Boden eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton, um Staunässe zu vermeiden.
Boden:
Olivenkraut bevorzugt kalkhaltige und durchlässige Erde. Es kommt gut mit nährstoffarmen Böden zurecht und benötigt keine zusätzliche Düngung vor der Pflanzung. Ist der Boden zu lehmhaltig, kann er mit Sand aufgelockert werden.
Aussaat und Pflanzung:
Olivenkraut ist ein Kaltkeimer und benötigt Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad Celsius, um zu keimen. Die Aussaat kann im Frühjahr (März/April) direkt ins Freiland oder in Anzuchtschalen erfolgen. Da Olivenkraut ein Lichtkeimer ist, sollten die Samen nur leicht auf die Erde gedrückt und nicht mit Erde bedeckt werden. Der Pflanzabstand sollte etwa 30-40 cm betragen.
Junge Pflanzen können ab April/Mai ins Freiland gepflanzt werden, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Gekaufte Olivenkrautpflanzen können während der gesamten Gartensaison gepflanzt werden.
Pflege:
Olivenkraut ist sehr pflegeleicht und benötigt nur wenig Aufmerksamkeit.
- Gießen: Da Olivenkraut an trockene Bedingungen angepasst ist, benötigt es nur wenig Wasser. Im Beet reicht es in der Regel aus, es bei längerer Trockenheit zu gießen. Im Topf sollte die Erde regelmäßig leicht feucht gehalten werden, aber Staunässe vermieden werden. Gießen Sie am besten morgens und direkt an die Wurzeln.
- Düngen: Eine Düngung ist in der Regel nicht notwendig. Bei Bedarf kann im Frühjahr etwas organischer Dünger in den Boden eingearbeitet werden.
- Schneiden: Um einen buschigen Wuchs zu fördern und die Pflanze in Form zu halten, kann Olivenkraut nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Ein Rückschnitt bis zu einem Drittel der Trieblänge ist möglich. Auch im Frühjahr kann ein leichter Rückschnitt erfolgen, um altes und trockenes Holz zu entfernen.
- Überwintern: Olivenkraut ist in der Regel winterhart bis etwa -15 Grad Celsius. In sehr kalten Regionen oder bei Kübelpflanzen kann ein Winterschutz mit Laub oder Reisig sinnvoll sein. Kübelpflanzen können auch an einem kühlen, frostfreien Ort überwintert werden.
Häufige Fragen zu Olivenkraut
Ist Olivenkraut winterhart?
Ja, Olivenkraut ist in der Regel winterhart und übersteht normale Wintertemperaturen im Freien problemlos. In sehr kalten Regionen oder bei Kübelpflanzen ist ein Winterschutz empfehlenswert.

Wie viel Wasser braucht Olivenkraut?
Olivenkraut ist eine trockenheitsverträgliche Pflanze und benötigt nur wenig Wasser. Gießen Sie es mäßig und vermeiden Sie Staunässe. Im Topf sollte die Erde regelmäßig leicht feucht gehalten werden, aber zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
Wann blüht Olivenkraut?
Olivenkraut blüht in der Regel von Mai bis Juni mit kleinen, hellgelben Blüten.
Kann man Olivenkraut trocknen?
Ja, Olivenkraut kann getrocknet werden, verliert dabei aber einen Teil seines Aromas. Zum Trocknen können die Stiele gebündelt und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort aufgehängt werden. Alternativ können die Blätter auch einzeln auf einem Tuch ausgebreitet werden.
Wie kann man Olivenkraut vermehren?
Olivenkraut kann durch Samen, Stecklinge oder Teilung vermehrt werden. Die Vermehrung durch Samen ist relativ einfach, da Olivenkraut samenfest ist. Stecklinge können im Frühjahr oder Sommer von jungen Trieben geschnitten und in feuchte Erde gesteckt werden. Die Teilung ist eine weitere Möglichkeit, ältere Pflanzen zu vermehren.
Das Olivenkraut ist somit ein vielseitiges und pflegeleichtes Kraut, das sowohl in der Küche als auch im Garten überzeugt. Mit seinem einzigartigen Aroma und seinen potenziellen gesundheitlichen Vorteilen ist es eine Bereicherung für jeden Kräutergarten und jede Küche.
