Wie hoch ist die CO2-Bilanz von Tomaten?

CO2-Begasung im Gewächshaus: Mehr Wachstum?

14/01/2026

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In der modernen Pflanzenproduktion im Gewächshaus spielt die Optimierung der Wachstumsbedingungen eine entscheidende Rolle. Ein oft übersehener, aber enorm wichtiger Faktor ist die Kohlenstoffdioxid-Konzentration (CO2) in der Luft. Dieser Artikel beleuchtet die Praxis der CO2-Begasung in Gewächshäusern, ihre Vorteile und Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum.

Werden Gewächshäuser mit CO2 begast?
Je nach Kultur und der technischen Ausführung des Gewächshauses werden in der Gewächshausatmosphäre CO₂-Gehalte zwischen 600 bis 1.200 ppm eingestellt. Sehr gut funktioniert die CO₂-Düngung bei Tomaten, Paprika, Cannabis oder Gurken, aber auch z.B. bei Erdbeeren oder verschiedenen Zierpflanzen.
Inhaltsverzeichnis

Warum CO2-Begasung in Gewächshäusern?

Die Luft, die uns umgibt, enthält etwa 400 ppm (parts per million) CO2. In einem geschlossenen Gewächshaus kann dieser Wert jedoch schnell sinken. Pflanzen nehmen CO2 durch die Photosynthese auf, um Biomasse zu produzieren. Bei intensiver Sonneneinstrahlung und schnellem Pflanzenwachstum kann der CO2-Gehalt im Gewächshaus auf bis zu 200 ppm fallen. Dies führt zu einer drastischen Reduzierung der Photosyntheserate um bis zu 50%. Ein Mangel an CO2 bremst das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen erheblich.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, begannen Gärtner und Forscher, Gewächshäuser gezielt mit CO2 anzureichern. Die anfängliche Idee war lediglich, das normale Wachstumsniveau wiederherzustellen. Schnell wurde jedoch erkannt, dass eine Erhöhung des CO2-Gehalts über den natürlichen Wert hinaus zu deutlich gesteigerten Wachstumsraten führt. Die CO2-Düngung wurde somit zu einem wichtigen Instrument zur Ertragssteigerung im Gewächshausanbau.

Die Vorteile der CO2-Düngung im Detail

Die Anreicherung der Gewächshausatmosphäre mit CO2 bietet eine Vielzahl von Vorteilen für Pflanzen und den Gärtner:

  • Beschleunigtes Wachstum: Höhere CO2-Konzentrationen ermöglichen eine intensivere Photosynthese. Pflanzen können mehr Zucker produzieren und schneller wachsen. Dies führt zu einer kürzeren Produktionszeit und schnelleren Ernten.
  • Höhere Erträge: Durch das beschleunigte Wachstum und die gesteigerte Photosynthese können Pflanzen mehr Früchte, Gemüse oder Blüten produzieren. Die CO2-Düngung kann die Erträge signifikant steigern.
  • Verbesserte Pflanzenqualität: Pflanzen, die mit ausreichend CO2 versorgt werden, sind oft robuster und widerstandsfähiger gegenüber Stressfaktoren wie Krankheiten und Schädlingen. Auch die Qualität der Ernteprodukte, beispielsweise der Geschmack und die Haltbarkeit von Früchten, kann verbessert werden.
  • Effizientere Wassernutzung: In einer CO2-angereicherten Umgebung können Pflanzen ihre Stomata (Poren auf den Blättern) weniger weit öffnen, um CO2 aufzunehmen. Dies reduziert die Wasserverdunstung und führt zu einer effizienteren Wassernutzung.
  • Optimierung der Nährstoffaufnahme: Ein gesteigertes Wachstum durch CO2-Düngung kann auch die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden oder dem Nährlösungsmedium verbessern.

Für welche Pflanzen ist die CO2-Düngung geeignet?

Viele Pflanzenarten profitieren von einer zusätzlichen CO2-Versorgung. Besonders effektiv ist die CO2-Düngung bei:

  • Gemüse: Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen, Salat, Spinat
  • Obst: Erdbeeren, Himbeeren, Beerenobst im Allgemeinen
  • Zierpflanzen: Rosen, Chrysanthemen, Gerbera, Topfpflanzen
  • Kräuter: Basilikum, Minze, Petersilie
  • Cannabis: Auch im medizinischen und legalen Cannabisanbau wird CO2-Düngung erfolgreich eingesetzt.

Generell profitieren Pflanzen, die unter intensiven Anbaubedingungen im Gewächshaus kultiviert werden und ein schnelles Wachstum aufweisen, am meisten von der CO2-Düngung.

CO2-Konzentrationen im Gewächshaus – Was ist optimal?

Die optimale CO2-Konzentration im Gewächshaus hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Pflanzenart, dem Wachstumsstadium, der Temperatur, der Lichtintensität und der technischen Ausstattung des Gewächshauses. Als allgemeine Richtlinie gelten folgende Werte:

  • Normaler CO2-Gehalt der Außenluft: ca. 400 ppm
  • CO2-Gehalt im Gewächshaus ohne Düngung: kann bis auf 200 ppm sinken
  • Empfohlene CO2-Konzentration für Düngung: 600 bis 1.200 ppm

In der Praxis werden oft Werte zwischen 800 und 1.000 ppm angestrebt. Es ist wichtig zu beachten, dass eine übermäßige CO2-Konzentration nicht unbedingt zu weiteren Wachstumssteigerungen führt und sogar schädlich sein kann. Eine präzise Steuerung und Überwachung der CO2-Konzentration ist daher essentiell.

Methoden der CO2-Begasung

Es gibt verschiedene Methoden, um CO2 in Gewächshäuser einzubringen. Die gängigsten sind:

  • Verbrennung von Erdgas oder Propan: Dies ist eine relativ kostengünstige Methode, bei der CO2 als Nebenprodukt der Verbrennung entsteht. Allerdings entstehen dabei auch Wärme und Wasserdampf, die berücksichtigt werden müssen. Zudem ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe aus ökologischer Sicht kritisch zu betrachten.
  • Flüssiges CO2: Reines CO2 wird in flüssiger Form geliefert und verdampft im Gewächshaus. Diese Methode ist sauberer und präziser steuerbar, aber auch teurer.
  • CO2-Generatoren: Spezielle Generatoren erzeugen CO2 durch chemische Reaktionen oder andere Prozesse. Diese sind oft flexibler einsetzbar als die Verbrennungsmethode.

Die Wahl der geeigneten Methode hängt von der Größe des Gewächshauses, den verfügbaren Ressourcen und den ökologischen Überlegungen ab.

Werden Gewächshäuser mit CO2 begast?
Je nach Kultur und der technischen Ausführung des Gewächshauses werden in der Gewächshausatmosphäre CO₂-Gehalte zwischen 600 bis 1.200 ppm eingestellt. Sehr gut funktioniert die CO₂-Düngung bei Tomaten, Paprika, Cannabis oder Gurken, aber auch z.B. bei Erdbeeren oder verschiedenen Zierpflanzen.

CO2-Fußabdruck und Nachhaltigkeit

Während die CO2-Düngung viele Vorteile bietet, ist es wichtig, auch den ökologischen Aspekt zu berücksichtigen. Die Erzeugung und Einbringung von CO2 in Gewächshäuser kann mit einem CO2-Fußabdruck verbunden sein, insbesondere wenn fossile Brennstoffe verwendet werden.

Es ist jedoch wichtig zu betrachten, dass der Anbau von Gemüse und Obst im Gewächshaus oft eine ressourcenschonendere Alternative zum Freilandanbau oder dem Import aus fernen Ländern sein kann. Gewächshäuser ermöglichen eine ganzjährige Produktion, reduzieren den Wasserverbrauch durch geschlossene Bewässerungssysteme und minimieren den Einsatz von Pestiziden durch kontrollierte Bedingungen.

Betrachtet man den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln, so zeigt sich, dass dieser stark variieren kann. Laut einer Studie von ifeu aus dem Jahr 2019 liegt der CO2-Fußabdruck von Tomaten aus dem Gewächshaus in Deutschland bei etwa 1,3 kg CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Tomaten. Im Vergleich dazu kann der CO2-Fußabdruck von importierten Tomaten, insbesondere aus Südeuropa oder noch weiter entfernten Regionen, deutlich höher sein, bedingt durch lange Transportwege und andere Faktoren.

CO2-Fußabdruck ausgewählter Obst- und Gemüsesorten in Deutschland im Jahr 2019 (kg CO2-Äquivalente pro kg Lebensmittel):

LebensmittelCO2-Fußabdruck (kg CO2-Äq./kg)
Tomaten (Gewächshaus, Deutschland)1,3
Äpfel (Deutschland, Lagerware)0,3
Kartoffeln (Deutschland, Lagerware)0,2
Bananen (Import)0,7

Quelle: ifeu, 2020

Es ist also wichtig, den gesamten Lebenszyklus von Lebensmitteln zu betrachten und nicht nur die CO2-Düngung im Gewächshaus isoliert zu bewerten. Nachhaltige Gewächshausbetriebe setzen vermehrt auf erneuerbare Energiequellen und effiziente CO2-Erzeugungsmethoden, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Fazit

Die CO2-Begasung in Gewächshäusern ist eine effektive Methode, um das Pflanzenwachstum zu beschleunigen, Erträge zu steigern und die Pflanzenqualität zu verbessern. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der modernen Gewächshausproduktion und trägt zur ganzjährigen Versorgung mit frischem Gemüse, Obst und Zierpflanzen bei. Bei der Anwendung der CO2-Düngung sollten jedoch auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden, um eine nachhaltige Pflanzenproduktion zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist CO2-Begasung schädlich für Pflanzen?
Nein, in den empfohlenen Konzentrationen ist CO2-Begasung nicht schädlich, sondern fördert das Pflanzenwachstum. Zu hohe Konzentrationen können jedoch schädlich sein. Daher ist eine präzise Steuerung wichtig.
Kann man CO2-Begasung auch im Hobbygewächshaus anwenden?
Ja, es gibt auch kleinere CO2-Generatoren oder Systeme für Hobbygewächshäuser. Allerdings ist der Aufwand und die Kosten oft höher als bei professionellen Betrieben.
Wie überwacht man die CO2-Konzentration im Gewächshaus?
Es gibt spezielle CO2-Sensoren und Messgeräte, die die CO2-Konzentration kontinuierlich überwachen und bei Bedarf die CO2-Zufuhr automatisch steuern können.
Welche Rolle spielt die Belüftung bei der CO2-Düngung?
Eine gute Belüftung ist wichtig, um überschüssige Wärme und Luftfeuchtigkeit abzuführen. Gleichzeitig muss die Belüftung so gesteuert werden, dass das eingebrachte CO2 nicht zu schnell entweicht. Moderne Gewächshäuser verfügen über ausgeklügelte Lüftungssysteme, die dies berücksichtigen.
Gibt es Alternativen zur CO2-Begasung?
Es gibt keine direkte Alternative, die die gleichen Effekte wie die CO2-Düngung erzielt. Eine Optimierung anderer Wachstumsfaktoren wie Licht, Temperatur, Wasser und Nährstoffe ist jedoch immer wichtig, um das Pflanzenwachstum zu maximieren, auch ohne zusätzliche CO2-Begasung.

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