29/09/2024
China, das Mutterland des Tees, blickt auf eine jahrtausendealte Tradition im Teeanbau zurück. Die chinesische Teekultur ist geprägt von Vielfalt und Raffinesse, was sich in der schier unüberschaubaren Anzahl an Teesorten und Anbaugebieten widerspiegelt. Anders als beispielsweise indische Tees, werden chinesische Teesorten oft mit poetischen Namen versehen, die auf ihren Geschmack, ihr Aussehen oder eine Legende anspielen. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt des chinesischen Tees und entdecken Sie seine Geheimnisse.

Die bedeutendsten Teeanbaugebiete Chinas
Die Vielfalt der chinesischen Tees ist eng mit den unterschiedlichen Anbaugebieten verbunden. Zahlreiche Bergprovinzen im Zentrum und Süden Chinas bieten ideale Bedingungen für den Teeanbau. Zu den wichtigsten Provinzen zählen:
- Anhui
- Fujian
- Guangdong (Kanton)
- Yunnan
- Zhejiang
Provinz Anhui
Die Provinz Anhui liegt im Osten Chinas und wird von den Flüssen Huaihe und Yangtze durchzogen. Die Landschaft ist vielfältig, von Ebenen im Norden bis hin zu Gebirgen im Süden, darunter der berühmte Huangshan (Gelber Berg). Anhui ist bekannt für seine hochwertigen Teesorten, insbesondere den:
- Schwarzen Tee aus Qimen (Keemun): Weltberühmt für sein feines Aroma.
- Grünen Tee aus Tunxi: Ein erfrischender und belebender Grüntee.
- Grünen Mao Feng vom Huangshan: Ein exzellenter Grüntee von den Hängen des Gelben Berges.
Provinz Fujian
Fujian befindet sich an der Südostküste Chinas und gilt als der größte Teeproduzent des Landes. Das Wuyi-Gebirge im Westen der Provinz, ein UNESCO-Weltkulturerbe, bietet eine atemberaubende Kulisse für den Teeanbau. Fujian ist bekannt für eine breite Palette an Teesorten, darunter:
- Weiße Tees
- Grüne Tees
- Oolong Tees: Wie die kostbare Wuyi-Shan-Sorte und der Anxi Ti Kuan Yin.
- Jasmin Tees
- Schwarze Tees
Provinz Guangdong (Kanton)
Guangdong, auch Kanton genannt, ist die südlichste Provinz Chinas und liegt in einer tropischen und subtropischen Klimazone. Dies begünstigt den Anbau von:
- Schwarzen Tees
- Oolong Tees: Der berühmteste ist der Phoenix Dancong Tee.
Provinz Yunnan
Yunnan liegt im Südwesten Chinas und grenzt an Vietnam, Laos und Burma. Diese Provinz ist bekannt für ihre landschaftliche Schönheit und kulturelle Vielfalt. Hier wird seit Jahrhunderten Tee angebaut, insbesondere:
- Grüner Tee mit eigenem Charakter: Seit 1700 Jahren angebaut.
- Schwarzer Tee: Produktion begann erst 1937.
- Pu Erh Tee: Benannt nach der Stadt Pu'er, ein einzigartiger fermentierter Tee.
Provinz Zhejiang
Zhejiang liegt im Südosten Chinas an der Küste zum Ostchinesischen Meer. Die Provinz ist gebirgig und von Flüssen durchzogen. Hier wird seit der Tang-Dynastie der berühmte Long Ching Tee (Drachenbrunnentee) am Westsee Xihu bei der Stadt Longjing angebaut. Dieser Grüne Tee ist weltweit bekannt und geschätzt.
Die Teepflanze (Camellia sinensis)
Alle echten Tees stammen von der TeepflanzeCamellia sinensis, einem immergrünen Strauch aus der Familie der Teestrauchgewächse. Es gibt zwei Hauptvarietäten:
- sinensis: Die chinesische Varietät.
- assamica: Die Assam-Varietät.
Diese beiden Varietäten bilden die Grundlage für alle weißen, grünen, gelben, Pu-Erh, Oolong und schwarzen Tees. Die Art der Verarbeitung der Teeblätter nach der Ernte bestimmt die jeweilige Teesorte.
Verarbeitung der Teeblätter
Der entscheidende Faktor für die Teeart ist die Oxidation der Teeblätter. Schwarzer Tee ist stark oxidiert, während Grüner Tee kaum oxidiert wird. Die Verarbeitungsschritte umfassen:
- Pflücken: Junge Blätter im Frühjahr, meist die Knospe und die ersten zwei bis drei Blätter.
- Welken: Entfernung von Wasser und Beginn der Oxidation.
- Rollen, Brechen oder Quetschen: Beschleunigung der Oxidation.
- Oxidation (Fermentation): Je nach gewünschter Teeart unterschiedlich lang.
- Trocknen: Abschluss der Verarbeitung.
Wo wächst die Teepflanze?
Ursprünglich stammt die Teepflanze aus einer Region, die heute Südwestchina, Nordburma/Myanmar und Nordostindien umfasst. Heute wird sie in tropischen und subtropischen Regionen weltweit angebaut, in über 60 Ländern, sogar in Großbritannien. Teeplantagen in höheren Lagen bringen oft aromatischeren Tee hervor, da die Pflanzen langsamer wachsen.

Aussehen der Teepflanze
Die Teepflanze hat glänzend grüne Blätter mit gesägtem Rand und einer behaarten Unterseite. Wild wachsende Teebäume können bis zu 15 Meter hoch werden, werden aber in Plantagen meist auf Hüfthöhe beschnitten. Die Blüten sind klein, weiß und blühen im Herbst. Die Pflanze trägt auch bräunlich-grüne Früchte.
Lebensdauer der Teepflanze
Mit der Ernte der Blätter sollte erst nach drei Jahren begonnen werden. Eine Teepflanze kann bis zu 50 Jahre alt werden, manche sogar Hunderte oder Tausende von Jahren.
Chrysanthemen Tee gegen Heuschnupfen
Neben dem klassischen Tee aus der Camellia sinensis, gibt es auch andere Teesorten, die in der chinesischen Tradition eine wichtige Rolle spielen. Ein Beispiel ist der Chrysanthemen Tee, insbesondere aus der Chrysanthemi morifolii (Ju Hua). Dieser Tee wird in der chinesischen Medizin traditionell zur Linderung von Heuschnupfen und juckenden Augen eingesetzt.

Wirkung von Chrysanthemen Tee
Chrysanthemenblüten haben eine kühlende und scharf-bittere Wirkung. Sie werden verwendet, um Entzündungen, Schwellungen und Rötungen im Augen-, Nasen- und Rachenbereich zu behandeln. Auch bei Fieber, Kopfschmerzen und Schwindel kann Chrysanthemen Tee helfen.
Anwendung bei Heuschnupfen
Bei Heuschnupfen kann Chrysanthemen Tee auf verschiedene Weisen angewendet werden:
- Innerlich: Als Tee getrunken, mehrmals täglich.
- Äußerlich: Als Augenauflagen mit den aufgekochten Blüten. Dazu die Blüten in Teefilter geben, aufgießen, abkühlen lassen und auf die Augen legen.
Unterstützende Maßnahmen bei Heuschnupfen
Neben Chrysanthemen Tee können auch andere Maßnahmen helfen, Heuschnupfen zu lindern, wie die Stärkung von Lunge, Milz und Niere gemäß der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dazu gehören:
- Lungen-Qi stärken: Durch Atemtechniken (Qigong, Tai Chi, Yoga), Waldspaziergänge und das Zulassen von Trauer.
- Milz wärmen und stimulieren: Durch warme, leicht verdauliche Kost mit gelbem und orangem Gemüse, aromatischen Gewürzen. Rohkost, Milchprodukte und Süßigkeiten sollten vermieden werden.
- Niere tonisieren: Durch ausreichend Schlaf, Meditation, TCM-Kraftsuppen, Walnüsse, Pinienkerne, Lammfleisch, Seefisch und warmes Wasser. Übermäßige Anstrengung sollte vermieden werden.
Fazit
Der chinesische Teeanbau ist ein faszinierendes Feld voller Tradition und Vielfalt. Von den unterschiedlichen Anbaugebieten mit ihren spezifischen Teesorten bis hin zu den gesundheitlichen Anwendungen wie Chrysanthemen Tee, bietet die chinesische Teekultur eine reiche Quelle an Genuss und Wohlbefinden. Entdecken Sie die Welt des chinesischen Tees und lassen Sie sich von seiner Vielfalt und seinen Aromen verzaubern.
