24/10/2024
Der Chinakohl, auch bekannt als Pekingkohl, Japankohl oder Selleriekohl, ist ein vielseitiges und gesundes Gemüse, das sich auch im heimischen Garten hervorragend anbauen lässt. Mit seinem milden, knackigen Geschmack und der langen Lagerfähigkeit ist er eine Bereicherung für jede Küche. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Anbau von Chinakohl, von der Auswahl des Standorts bis zur erfolgreichen Ernte und Lagerung.

Was ist Chinakohl?
Chinakohl gehört zur Familie der Kreuzblütler und zeichnet sich durch seinen länglichen, festen Kopf aus. Seine Blätter sind hellgrün bis weißlich, mit einer ausgeprägten Blattrippe, ähnlich dem Wirsing. Im Vergleich zu anderen Kohlsorten enthält Chinakohl weniger Senföle, was ihn besonders mild und bekömmlich macht. Er ist reich an Vitaminen, insbesondere der B-Gruppe und Vitamin E, sowie an sekundären Pflanzenstoffen, die als Radikalfänger wirken. Sein knackiger Biss macht ihn ideal für Salate, aber er eignet sich auch hervorragend für warme Gerichte, Suppen und Eintöpfe.

Der ideale Standort und Boden für Chinakohl
Chinakohl bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen und windgeschützten Standort. Der Boden sollte tiefgründig, locker und humusreich sein, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können und ausreichend Wasser und Nährstoffe zur Verfügung stehen. Ein pH-Wert zwischen 6 und 7 ist optimal. Da Chinakohl zu den Starkzehrern gehört, benötigt er einen nährstoffreichen Boden. Es empfiehlt sich, den Boden vor der Pflanzung mit Kompost anzureichern, um eine gute Grundlage zu schaffen. Achten Sie darauf, dass der Boden gut wasserdurchlässig ist, um Staunässe zu vermeiden, da diese zu Wurzelfäule führen kann.
Aussaat und Pflanzung von Chinakohl
Der beste Zeitpunkt für die Aussaat von Chinakohl ist Ende Juli. Eine frühere Aussaat kann dazu führen, dass der Chinakohl vorzeitig in Blüte geht (schießt), was die Qualität der Ernte beeinträchtigt. Bei einer späteren Aussaat besteht die Gefahr, dass die Köpfe bis zum Herbst nicht mehr ausreichend ausreifen. Chinakohl kann direkt ins Beet gesät werden.
Direktsaat ins Beet:
- Bereiten Sie das Beet vor, indem Sie den Boden lockern und Kompost einarbeiten.
- Ziehen Sie Saatrillen im Abstand von 40 cm.
- Legen Sie die Samen in einem Abstand von 30 cm in die Rillen.
- Die Saattiefe sollte etwa 1-2 cm betragen.
- Bedecken Sie die Samen mit Erde und gießen Sie sie vorsichtig an.
Alternativ können Sie auch 2-3 Samenkörner pro Pflanzstelle legen und später die stärkste Pflanze stehen lassen. Nach der Keimung, die in der Regel 6-8 Tagen dauert, können Sie die Pflanzen bei Bedarf vereinzeln, sodass ein Pflanzabstand von etwa 30 cm eingehalten wird. Achten Sie darauf, den Boden während der Keimung und in den ersten Wochen nach der Pflanzung gleichmäßig feucht zu halten. Vorziehen im Haus ist bei Chinakohl nicht unbedingt notwendig, aber möglich, wenn Sie einen Wachstumsvorsprung erzielen möchten. In diesem Fall sollten Sie etwa 3-4 Wochen vor dem Auspflanztermin mit der Aussaat beginnen.
Pflanzabstände und Nachbarn:
| Pflanzabstand | 30-40 cm |
|---|---|
| Reihenabstand | 40 cm |
Gute und schlechte Nachbarn für Chinakohl:
| Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn |
|---|---|
|
|
Pflege von Chinakohl
Chinakohl benötigt während der Wachstumsphase regelmäßige Wassergaben, besonders in trockenen Perioden. Achten Sie darauf, den Boden gleichmäßig feucht zu halten, aber vermeiden Sie Staunässe. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkrautwachstum zu unterdrücken. Da Chinakohl ein Starkzehrer ist, kann eine Nachdüngung während der Wachstumsphase sinnvoll sein. Verwenden Sie hierfür am besten organischen Dünger wie Kompost oder Hornspäne. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten (siehe unten) und ergreifen Sie bei Bedarf rechtzeitig Maßnahmen.
Ernte von Chinakohl
Die Erntezeit für Chinakohl liegt hauptsächlich im Oktober, etwa 80-90 Tage nach der Aussaat. Der Chinakohl ist erntereif, wenn die Köpfe fest geschlossen sind und sich prall anfühlen. Schneiden Sie die Köpfe mit einem scharfen Messer knapp über dem Boden ab. Entfernen Sie gegebenenfalls die äußeren, welken Blätter. Sie können auch eine frühere Ernte versuchen, da Chinakohl unter Umständen wieder austreiben kann und Sie noch weitere Blätter ernten können. Für die Lagerung empfiehlt es sich, den Chinakohl mit dem Wurzelballen zu ernten.
Lagerung von Chinakohl
Chinakohl lässt sich bei richtiger Lagerung bis ins Frühjahr hinein aufbewahren. Die beste Methode zur Lagerung ist im kühlen und dunklen Keller oder in einer Garage. Ernten Sie den Chinakohl dafür am besten mit dem Wurzelballen und schlagen Sie ihn in feuchtes Papier ein, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen. Lagern Sie die Köpfe nebeneinander, ohne dass sie sich berühren. Kontrollieren Sie die gelagerten Köpfe regelmäßig und entfernen Sie gegebenenfalls äußere, welke Blätter.
Krankheiten und Schädlinge beim Chinakohl
Chinakohl kann von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden:
- Erdflöhe: Kleine, springende Käfer, die Löcher in die Blätter fressen. Abhilfe schaffen feuchte Böden und das Ausbringen von Kulturschutznetzen.
- Kohlfliege: Die Larven der Kohlfliege fressen an den Wurzeln und können zum Welken der Pflanzen führen. Vorbeugend wirken Kulturschutznetze und das Anhäufeln von Erde um den Pflanzenstiel.
- Blattläuse: Saugen Pflanzensaft und können zu Wachstumsstörungen führen. Bekämpfung mit Schmierseifenlösung oder Nützlingen wie Marienkäfern.
- Kohlweißlingsraupen: Fressen große Löcher in die Blätter. Absammeln der Raupen oder Einsatz von biologischen Insektiziden.
- Kohlmottenschildlaus: Ähnlich wie Blattläuse, saugen Pflanzensaft. Bekämpfung wie bei Blattläusen.
- Kohlhernie: Eine Pilzkrankheit, die zu Wucherungen an den Wurzeln führt. Vorbeugung durch Fruchtfolge, Anbaupause von Kreuzblütlern und Kalkung des Bodens.
- Bakterienfäule: Verursacht weiche, schleimige Stellen am Kohlkopf. Vorbeugung durch Vermeidung von Staunässe und gute Belüftung.
- Keimlingskrankheiten: Pilzkrankheiten, die junge Keimlinge befallen. Vorbeugung durch Verwendung von gesundem Saatgut und Vermeidung von zu feuchtem Boden.
Chinakohl in der Küche: Nährstoffe, Verarbeitung und Rezeptideen
Chinakohl ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Er ist reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin B und E, sowie an Mineralstoffen wie Kalium und Kalzium. Die enthaltenen Senföle stärken das Immunsystem, und die sekundären Pflanzenstoffe wirken als Antioxidantien und schützen die Zellen vor Schädigungen. Im Vergleich zu anderen Kohlsorten ist Chinakohl leicht verdaulich und daher auch für empfindliche Mägen gut geeignet.
Chinakohl kann vielseitig in der Küche verwendet werden. Besonders wertvoll sind die Inhaltsstoffe, wenn er roh verzehrt wird, beispielsweise im Salat. Aber auch gekocht, gedünstet, gebraten oder fermentiert ist er eine Delikatesse. Hier sind einige Rezeptideen:
Kimchi (fermentierter Chinakohl)
Kimchi ist ein koreanisches Nationalgericht aus fermentiertem Chinakohl, das reich an Probiotika und Vitaminen ist. Es ist würzig, sauer und eine tolle Beilage zu vielen Gerichten. (Rezept im Originaltext)
Chinakohlsuppe
Eine wärmende und gesunde Suppe, die schnell zubereitet ist und mit Kokosmilch eine besondere Note erhält. (Rezept im Originaltext)
Chinakohlsalat
Ein knackiger und frischer Salat mit Walnüssen und Limetten-Dressing, ideal als Beilage oder leichte Mahlzeit. (Rezept im Originaltext)
Fazit
Mit der richtigen Planung und Pflege ist der Anbau von Chinakohl im eigenen Garten unkompliziert und lohnenswert. Genießen Sie die frische Ernte und die Vielseitigkeit dieses gesunden Gemüses in Ihrer Küche! Pflanzen Sie Chinakohl und bereichern Sie Ihren Speiseplan mit diesem knackigen und nahrhaften Kohl.
