24/10/2024
Es ist nie ein schöner Anblick, wenn der geliebte Vierbeiner sich erbricht. Als verantwortungsbewusster Hundehalter fragt man sich sofort, was die Ursache sein könnte und wie man dem Tier am besten helfen kann. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, Hundeerbrechen besser zu verstehen, die verschiedenen Arten und Farben des Erbrochenen zu deuten und zu wissen, wann es Zeit ist, einen Tierarzt aufzusuchen.

- Ursachen für Erbrechen bei Hunden
- Arten von Hundeerbrechen und ihre Bedeutung
- Farben des Hundeerbrechens und ihre Bedeutung
- Wann ist Hundeerbrechen besorgniserregend?
- Was können Sie bei Hundeerbrechen zu Hause tun?
- Tierärztliche Behandlung von Hundeerbrechen
- Erbrechen bei Welpen – Immer ein Notfall!
- Vorbeugung von Hundeerbrechen
Ursachen für Erbrechen bei Hunden
Erbrechen bei Hunden kann viele verschiedene Gründe haben. Manchmal ist es harmlos und schnell wieder vorbei, in anderen Fällen kann es jedoch auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
- Futterunverträglichkeiten oder -umstellungen: Eine plötzliche Änderung des Futters oder die Aufnahme unverträglicher Nahrungsmittel können zu Erbrechen führen.
- Fressen von unverdaulichen Dingen: Hunde sind neugierig und fressen oft Dinge, die sie nicht verdauen können, wie Spielzeug, Knochen, Gras oder Müll.
- Infektionen: Viren (z.B. Parvovirus), Bakterien oder Parasiten (z.B. Giardien) können den Magen-Darm-Trakt infizieren und Erbrechen auslösen.
- Vergiftungen: Die Aufnahme von Giftstoffen, Chemikalien, bestimmten Pflanzen oder Medikamenten kann zu Erbrechen führen.
- Organerkrankungen: Erkrankungen der Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse oder Magenerkrankungen wie Magengeschwüre können Erbrechen verursachen.
- Reisekrankheit: Manche Hunde reagieren empfindlich auf Autofahrten und erbrechen sich dann.
- Hitzschlag: Überhitzung kann ebenfalls zu Erbrechen führen.
- Stress oder Angst: Auch psychische Belastungen können sich auf den Magen-Darm-Trakt auswirken und Erbrechen verursachen.
Arten von Hundeerbrechen und ihre Bedeutung
Die Art und Konsistenz des Erbrochenen kann erste Hinweise auf die Ursache geben. Man unterscheidet grob zwischen drei Arten:
| Art des Erbrechens | Beschreibung | Mögliche Ursachen |
|---|---|---|
| Granuläres Erbrechen | Sieht aus wie Kaffeesatz, semi-flüssig, oft Nahrungsreste | Meistens fütterungsbedingt, unverdaute Nahrung |
| Stückiges Erbrechen | Enthält größere Futterstücke, unverdautes Futter | Meistens fütterungsbedingt, hastiges Fressen, zu große Portionen |
| Flüssiges Erbrechen | Flüssig, kann schaumig oder schleimig sein, manchmal gelblich oder transparent | Nicht immer fütterungsbedingt, kann auf Magenreizung, Infektion oder andere Erkrankungen hindeuten |
Farben des Hundeerbrechens und ihre Bedeutung
Die Farbe des Erbrochenen ist ein wichtiges Indiz und kann Ihnen helfen, die Situation besser einzuschätzen:
- Gelbes Erbrechen: Gelbes Erbrechen ist oft Galle. Es tritt häufig auf, wenn der Hund auf nüchternen Magen erbricht, z.B. morgens. Es kann ein Zeichen für Sodbrennen oder eine leichte Magenreizung sein.
- Weißes, schaumiges Erbrechen: Weißer Schaum entsteht durch Magensäure. Es deutet ebenfalls auf eine Magenübersäuerung oder eine leichte Reizung hin. Kann auch bei Zwingerhusten auftreten, wird dann aber oft mit Husten verwechselt.
- Klares, flüssiges Erbrechen: Klares Erbrechen besteht meist aus Magensaft oder Wasser. Es kann vorkommen, wenn der Hund Wasser trinkt, obwohl ihm übel ist.
- Schleimiges Erbrechen: Schleimiges Erbrechen entsteht durch vermehrten Speichelfluss und Schleim im Magen. Es kann durch eine Reizung der Magenschleimhaut verursacht werden.
- Blutiges Erbrechen: Blut im Erbrochenen ist immer ein Alarmsignal! Helles, rotes Blut deutet auf eine Blutung im vorderen Verdauungstrakt hin (z.B. Speiseröhre, Magen). Dunkles, kaffeesatzartiges Erbrechen kann auf verdautes Blut hindeuten, was auf eine Blutung im Magen oder Darm hindeuten kann. Bei blutigem Erbrechen ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen!
- Braunes Erbrechen: Braunes Erbrechen kann verschiedene Ursachen haben. Es kann unverdautes Futter sein, besonders wenn der Hund hastig gefressen hat. Es kann aber auch darauf hindeuten, dass der Hund Kot gefressen hat (Koprophagie).
- Grünes Erbrechen: Grünes Erbrechen ist meistens Gras. Hunde fressen oft Gras, um Übelkeit zu lindern oder Unverdauliches loszuwerden. Es kann aber auch auf eine Gallenblasenreizung hindeuten.
- Rosa Erbrechen: Rosa Erbrochenes kann durch Futterreste verursacht werden und ist in der Regel kein Grund zur Sorge. Es ist meistens kein Blut, sondern die Farbe des Futters, die das Erbrochene rosa färbt. Beobachten Sie Ihren Hund aber weiterhin.
Wann ist Hundeerbrechen besorgniserregend?
Nicht jedes Erbrechen ist gleich besorgniserregend. Es gibt jedoch einige Warnsignale, bei denen Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen sollten:
- Blut im Erbrochenen (rot oder kaffeesatzartig)
- Große Mengen an Erbrochenem
- Häufiges Erbrechen (mehrmals täglich oder über einen längeren Zeitraum als 24 Stunden)
- Erbrechen bei Welpen (Welpen sind anfälliger für schwere Erkrankungen und dehydrieren schnell)
- Erbrechen in Kombination mit anderen Symptomen wie:
- Mattigkeit, Schwäche, Apathie
- Fieber
- Durchfall (besonders blutiger Durchfall)
- Appetitlosigkeit oder Futterverweigerung
- Dehydration (trockene Schleimhäute, eingefallene Augen)
- Bauchschmerzen (angespannter Bauch, Abwehrreaktionen bei Berührung)
In diesen Fällen sollten Sie nicht zögern und umgehend einen Tierarzt konsultieren oder eine Tierklinik aufsuchen. Je schneller die Ursache des Erbrechens diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Was können Sie bei Hundeerbrechen zu Hause tun?
Bei leichtem, einmaligem Erbrechen ohne weitere Symptome können Sie zunächst versuchen, Ihrem Hund zu Hause zu helfen. Wichtig ist aber, dass Sie bei Unsicherheit immer einen Tierarzt konsultieren!
Hier sind einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können:
- Nahrungsentzug: Geben Sie Ihrem Hund für 12-24 Stunden kein Futter, damit sich der Magen-Darm-Trakt beruhigen kann. Stellen Sie aber sicher, dass er jederzeit Zugang zu frischem Wasser hat.
- Schonkost: Nach der Fastenperiode können Sie Ihrem Hund Schonkost in kleinen Portionen anbieten. Geeignet sind z.B. gekochtes Hühnchen ohne Haut und Knochen mit Reis, Hüttenkäse oder mageres Rindfleisch. Füttern Sie zunächst nur kleine Mengen und steigern Sie diese langsam, wenn der Hund das Futter gut verträgt.
- Elektrolyte: Bei Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Sie können Ihrem Hund Elektrolytlösungen für Hunde aus der Apotheke oder Tierhandlung geben, um den Elektrolythaushalt wieder auszugleichen. Auch eine selbstgemachte Elektrolytlösung mit abgekochtem Wasser, etwas Salz und Zucker kann helfen (aber in Maßen!).
- Ingwer: Ingwer kann bei Übelkeit helfen. Sie können Ihrem Hund Ingwer in kleinen Mengen geben, z.B. als Ingwertee (abgekühlt) oder in Form von Ingwerkeksen für Hunde (ohne Zucker!).
- Eiswürfel: Wenn Ihr Hund kein Wasser trinken mag, können Sie ihm kleine Eiswürfel anbieten, um ihn zur Flüssigkeitsaufnahme zu animieren und Dehydration vorzubeugen.
- Ruhe: Sorgen Sie für Ruhe und Stressfreiheit für Ihren Hund. Vermeiden Sie aufregende Aktivitäten und geben Sie ihm einen ruhigen Rückzugsort.
Hausmittel ersetzen aber keine tierärztliche Behandlung bei schwerem oder anhaltendem Erbrechen!
Tierärztliche Behandlung von Hundeerbrechen
Die tierärztliche Behandlung richtet sich nach der Ursache des Erbrechens. Sie umfasst in der Regel zwei Phasen: Unterstützende Maßnahmen und die Behandlung der Grunderkrankung.
Unterstützende Maßnahmen
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und den Hund zu stabilisieren:
- Flüssigkeitstherapie: Bei Dehydration wird der Hund Infusionen mit Elektrolytlösungen erhalten, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
- Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen können verabreicht werden, um das Erbrechen zu stoppen.
- Magensäureblocker und Magenschleimhautschutzmittel: Diese Medikamente schützen die Magenschleimhaut und reduzieren die Säureproduktion im Magen.
- Schonkost: Der Tierarzt wird eine geeignete Schonkost empfehlen, die leicht verdaulich ist und den Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich belastet.
- Bluttransfusion: In schweren Fällen von Blutverlust kann eine Bluttransfusion erforderlich sein.
Behandlung der Grunderkrankung
Um das Erbrechen dauerhaft zu stoppen, muss die Ursache gefunden und behandelt werden. Dazu sind verschiedene diagnostische Maßnahmen erforderlich, wie z.B.:
- Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird den Hund gründlich untersuchen, um den Allgemeinzustand zu beurteilen und nach Hinweisen auf die Ursache zu suchen.
- Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss über Organfunktionen, Entzündungen und andere Erkrankungen geben.
- Kotuntersuchung: Eine Kotprobe wird auf Parasiten untersucht.
- Urinuntersuchung: Eine Urinprobe kann Hinweise auf Nierenerkrankungen oder andere Probleme liefern.
- Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchung: Bildgebende Verfahren können helfen, Fremdkörper, Tumore oder andere Veränderungen im Bauchraum zu erkennen.
- Endoskopie oder Biopsie: In manchen Fällen kann eine Magenspiegelung oder eine Gewebeprobeentnahme notwendig sein, um die Diagnose zu sichern.
Je nach Diagnose wird der Tierarzt eine spezifische Therapie einleiten, z.B. Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, Wurmkuren bei Parasitenbefall, Operation bei Fremdkörpern oder Magendrehung, oder eine medikamentöse Behandlung bei Organerkrankungen.

Erbrechen bei Welpen – Immer ein Notfall!
Erbrechen bei Welpen ist immer ein Alarmsignal und sollte ernst genommen werden! Welpen haben ein empfindlicheres Immunsystem und dehydrieren schneller als erwachsene Hunde. Erbrechen kann bei Welpen auf lebensbedrohliche Erkrankungen wie z.B. Parvovirose, Staupe oder schwere Infektionen hindeuten.
Wenn Ihr Welpe erbricht, zögern Sie nicht und suchen Sie sofort einen Tierarzt auf! Eine schnelle Diagnose und Behandlung sind entscheidend für das Überleben und die Genesung des Welpen.

Vorbeugung von Hundeerbrechen
Nicht alle Ursachen von Erbrechen lassen sich verhindern, aber Sie können einiges tun, um das Risiko zu minimieren:
- Hochwertiges, gut verträgliches Futter füttern und Futterumstellungen langsam vornehmen.
- Keine Tischabfälle oder Knochen füttern.
- Giftige Substanzen und Pflanzen für Hunde unzugänglich aufbewahren.
- Parasitenprophylaxe regelmäßig durchführen.
- Stress vermeiden und für ein ruhiges Umfeld sorgen.
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen und Impfungen wahrnehmen.
Hundeerbrechen kann viele Ursachen haben, von harmlos bis lebensbedrohlich. Als verantwortungsbewusster Hundehalter ist es wichtig, die Anzeichen richtig zu deuten, die Farbe und Art des Erbrochenen zu beachten und im Zweifelsfall immer einen Tierarzt zu konsultieren. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit können Sie Ihrem Hund helfen, schnell wieder gesund zu werden und zukünftiges Erbrechen zu vermeiden.
