Cherimoya selbst anbauen: So gelingt der Rahmapfelanbau

09/06/2021

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Die Cherimoya, auch bekannt als Zucker- oder Rahmapfel, erfreut sich dank ihres cremig-süßen Fruchtfleisches großer Beliebtheit. Ursprünglich aus den Tropen stammend, muss man auf den Genuss dieser exotischen Frucht hierzulande aber nicht verzichten. Mit etwas Know-how lässt sich die Cherimoya auch in unseren Breitengraden als Topfpflanze kultivieren und sogar selbst ziehen. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte rund um den Anbau und die Pflege der Cherimoya.

Kann ich Cherimoya-Samen selbst ziehen?
Fülle kleine Töpfe mit der Anzuchterde auf. Stecke pro Topf je einen Kern etwa zwei Zentimeter tief in die Erde und stelle die Töpfe an einem warmen Ort ohne pralle Sonne auf. Bei Temperaturen von 25 bis 30 Grad beginnen die Kerne zu keimen. Bis die Kerne keimen, können bis zu zwei Monate vergehen.
Inhaltsverzeichnis

Was ist die Cherimoya?

Die Cherimoya (Annona cherimola) gehört zur Familie der Annonengewächse. Ihre Früchte sind herzförmig bis rundlich und weisen eine grünlich-gelbe Schale auf, die an ein Reptilienmuster erinnert. Das Innere birgt ein weißes, cremiges Fruchtfleisch, das von schwarzen Kernen durchzogen ist. Geschmacklich erinnert die Cherimoya an eine Mischung aus Banane, Ananas und Erdbeere, mit einer leicht säuerlichen Note. Daher wird sie auch oft als "Königin der Tropenfrüchte" bezeichnet.

Anbaugebiete der Cherimoya

Ihre ursprüngliche Heimat hat die Cherimoya in den Anden Südamerikas, genauer gesagt in den Hochebenen von Ecuador, Peru und Kolumbien. Dort herrschen ideale klimatische Bedingungen für ihr Wachstum: warme Temperaturen, viel Sonne und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Mittlerweile wird die Cherimoya aber auch in anderen Regionen mit ähnlichem Klima angebaut, beispielsweise in Spanien, Portugal, Israel, Kalifornien und Australien.

Für den europäischen Markt stammen Cherimoyas häufig aus Spanien oder Portugal. Diese haben im Vergleich zu Früchten aus Übersee den Vorteil kürzerer Transportwege und somit einer besseren Ökobilanz. Achte beim Kauf von Cherimoyas idealerweise auf Früchte aus biologischem Anbau.

Cherimoya als Topfpflanze ziehen

Auch wenn die Cherimoya frostempfindlich ist, kann sie hierzulande erfolgreich als Topfpflanze kultiviert werden. So holst du dir das exotische Flair nach Hause und kannst mit etwas Glück sogar eigene Früchte ernten.

Standort und Substrat

Der ideale Standort für die Cherimoya ist hell und warm, aber nicht vollsonnig. Direkte Mittagssonne im Hochsommer kann zu Verbrennungen der Blätter führen. Ein halbschattiger Standort, beispielsweise auf dem Balkon oder der Terrasse, ist optimal. Im Winter bevorzugt die Cherimoya einen hellen und kühlen Standort, idealerweise einen Wintergarten oder ein Gewächshaus. Temperaturen unter 10 Grad Celsius sollten vermieden werden.

Kann man Cherimoya in Deutschland pflanzen?
An sehr sonnigen, geschützten Orten gedeiht die Cherimoya auch bei uns recht gut. Allerdings sollte man sie als Kübelpflanze halten. Ältere Cherimoyas kommen zwar mit kühlen Wintern zurecht, stärkeren Frost haben aber auch sie nicht gern. Im Herbst müssen die Bäumchen hereingeholt werden.

Als Substrat eignet sich eine gut durchlässige und nährstoffreiche Erde. Spezielle Kakteenerde oder eine Mischung aus Blumenerde, Sand und etwas Kompost sind ideal. Achte darauf, dass das Pflanzgefäß über ein Abzugsloch verfügt, um Staunässe zu vermeiden.

Cherimoya-Kerne aussäen

Die Vermehrung der Cherimoya erfolgt in der Regel über Samen. Diese lassen sich problemlos aus reifen Früchten gewinnen:

  1. Entferne die Kerne aus einer reifen Cherimoya und befreie sie gründlich von Fruchtfleischresten.
  2. Raue die harte Samenschale leicht mit Sandpapier an. Dies verbessert die Wasseraufnahme und Keimung.
  3. Lege die Kerne für etwa 24 Stunden in lauwarmes Wasser zum Vorquellen.
  4. Fülle kleine Töpfe mit Anzuchterde und stecke je Kern etwa 2 cm tief in die Erde.
  5. Stelle die Töpfe an einen warmen Ort mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Ein Mini-Gewächshaus oder eine Abdeckung mit Frischhaltefolie erhöht die Luftfeuchtigkeit und fördert die Keimung.
  6. Halte die Erde stets leicht feucht, aber vermeide Staunässe.
  7. Die Keimung kann einige Wochen bis zu zwei Monate dauern. Hab Geduld!
  8. Sobald die ersten Blätter erscheinen, können die Jungpflanzen an einen helleren Standort umziehen.

Pflege der Cherimoya

Ist die Cherimoya erst einmal angewachsen, ist sie relativ pflegeleicht. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten, um ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte zu fördern.

Gießen

Die Cherimoya bevorzugt ein gleichmäßig feuchtes Substrat. Gieße regelmäßig, aber mäßig, und lass die Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknen. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie zu Wurzelfäule führen kann. Verwende am besten Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser.

Düngen

Während der Wachstumsphase von April bis September benötigt die Cherimoya regelmäßige Düngergaben. Verwende einen Flüssigdünger für Kübelpflanzen oder Zitruspflanzen und dünge alle zwei Wochen gemäß Packungsanweisung. Im Winter wird die Düngung eingestellt.

Bestäubung

In ihrer natürlichen Umgebung werden Cherimoyas von Insekten bestäubt. Da diese in unseren Breitengraden oft fehlen oder nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind, ist in der Regel eine Handbestäubung erforderlich, um Früchte zu erhalten. Cherimoya-Blüten sind zwittrig, aber protogyn, d.h. die weiblichen Blütenteile sind vor den männlichen Blütenteilen empfängnisbereit.

Ist die Cherimoya winterhart?
Die Cherimoya ist eine Winterfrucht, welche ihren Ursprung in den Anden Ecuadors, Kolumbiens und Perus hat. Dort herrscht über den Tag ein für die Frucht angenehm subtropisches Klima, wohingegen es nachts kalt ist. Die Frucht wird nicht umsonst auch Zimtapfel genannt.

Die Bestäubung erfolgt am besten morgens, wenn der Pollen reif ist. Gehe dabei wie folgt vor:

  1. Sammle mit einem feinen Pinsel Pollen aus einer reifen Blüte (erkennbar an den gelben Staubgefäßen).
  2. Übertrage den Pollen auf die Narbe einer anderen Blüte (der zentrale, klebrige Teil der Blüte).
  3. Wiederhole diesen Vorgang bei möglichst vielen Blüten.

Die Bestäubung ist am erfolgreichsten, wenn sie an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt wird.

Überwinterung

Die Cherimoya ist nicht winterhart und muss daher frostfrei überwintert werden. Junge Pflanzen sind besonders empfindlich und sollten bei Temperaturen um die 15 Grad Celsius an einem hellen Standort überwintern. Ältere Pflanzen vertragen auch kühlere Temperaturen um die 10 Grad Celsius. In dieser Zeit wirft die Cherimoya oft ihre Blätter ab, was aber kein Grund zur Sorge ist. Reduziere die Wassergaben im Winter deutlich und dünge nicht.

Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, kann die Cherimoya wieder ins Freie umziehen. Gewöhne sie langsam an die Sonne, um Blattverbrennungen zu vermeiden.

Ernte der Cherimoya

Je nach Sorte und Standort können Cherimoyas ab dem dritten oder vierten Standjahr erste Früchte tragen. Die Reifezeit liegt in der Regel im Spätherbst oder Winter. Reife Cherimoyas sind druckempfindlich und sollten vorsichtig behandelt werden. Sie sind reif, wenn die Schale leicht auf Druck nachgibt und die Farbe von grün nach gelblich wechselt. Geerntet werden sie am besten kurz vor der Vollreife und reifen dann bei Zimmertemperatur nach.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Cherimoya

Ist die Cherimoya winterhart?

Nein, die Cherimoya ist nicht winterhart und verträgt keinen Frost. Sie muss daher in unseren Breitengraden als Kübelpflanze gehalten und frostfrei überwintert werden.

Ist die Cherimoya winterhart?
Die Cherimoya ist eine Winterfrucht, welche ihren Ursprung in den Anden Ecuadors, Kolumbiens und Perus hat. Dort herrscht über den Tag ein für die Frucht angenehm subtropisches Klima, wohingegen es nachts kalt ist. Die Frucht wird nicht umsonst auch Zimtapfel genannt.

Kann man Cherimoya-Samen selbst ziehen?

Ja, die Vermehrung der Cherimoya über Samen ist problemlos möglich. Beachte jedoch, dass es einige Jahre dauern kann, bis aus Samen gezogene Pflanzen erste Früchte tragen.

Kann man Cherimoya in Deutschland pflanzen?

Ja, der Anbau der Cherimoya in Deutschland ist als Kübelpflanze möglich. Im Garten ausgepflanzt würde sie die kalten Winter nicht überstehen. Als Topfpflanze kann sie jedoch im Sommer im Freien stehen und im Winter frostfrei überwintert werden.

Wie lange dauert es, bis eine Cherimoya-Pflanze Früchte trägt?

Aus Samen gezogene Cherimoya-Pflanzen benötigen in der Regel drei bis vier Jahre, bis sie erste Früchte tragen. Veredelte Pflanzen aus dem Fachhandel können bereits früher Früchte entwickeln.

Muss man Cherimoya-Blüten bestäuben?

Ja, in unseren Breitengraden ist in der Regel eine Handbestäubung erforderlich, um Früchte bei der Cherimoya zu erhalten. Dies liegt daran, dass die natürlichen Bestäuber in unserem Klima oft fehlen.

Mit etwas Geduld und den richtigen Pflegetipps kannst du dich bald über deine eigene Cherimoya-Pflanze freuen und vielleicht sogar bald die ersten exotischen Früchte ernten! Viel Erfolg beim Anbau!

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