11/10/2024
Chartreuse – ein Name, der sowohl Kenner edler Liköre als auch Gartenliebhaber aufhorchen lässt. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Ist es ein Getränk, eine Farbe oder gar eine Pflanze? Dieser Artikel lüftet die Geheimnisse von Chartreuse, beleuchtet die faszinierende Geschichte des berühmten Kräuterlikörs und erkundet die leuchtende Chartreuse-Farbe in der Pflanzenwelt.

Das Geheimnis der Chartreuse-Kräuter
Um den Chartreuse Likör ranken sich seit Jahrhunderten Legenden. Sein Ursprung liegt in einem alten Manuskript aus dem Jahr 1605, das Marschall François Hannibal d’Estrées Kartäusermönchen anvertraute. Dieses Manuskript enthielt das Rezept für ein „langlebiges Elixier“ aus 130 verschiedenen Pflanzen. Die Mönche im Kloster Grande Chartreuse in den französischen Alpen nahmen sich dieser Herausforderung an und perfektionierten das Rezept über viele Jahre hinweg.
Welche Kräuter stecken im Chartreuse Likör?
Das genaue Rezept des Chartreuse Likörs ist ein streng gehütetes Geheimnis. Der Überlieferung nach kennen nur drei Mönche das vollständige Rezept, und diese wechseln sich halbjährlich in der Verantwortung ab. Bekannt ist, dass für die Herstellung des Chartreuse Heilkräuter und Würzpflanzen verwendet werden, die zum Teil aus dem Bergmassiv rund um Grenoble stammen. Zu den genannten Kräutern gehören:
- Arnika
- Angelika
- Thymian
- Melisse
- Muskat
- Pfefferminze
- Gewürznelke
- Tannenknospen
- und viele weitere...
Die genaue Zusammensetzung bleibt jedoch ein Mysterium, was den Chartreuse Likör zu einem einzigartigen und begehrten Getränk macht. Sein kräftiger, intensiver und kräuterischer Geschmack ist unverwechselbar und zeugt von der Komplexität der verwendeten Zutaten.
Chartreuse Grün und Gelb: Zwei Varianten
Es gibt zwei Hauptvarianten des Chartreuse Likörs: Chartreuse Grün und Chartreuse Gelb. Der grüne Chartreuse ist mit 55% Vol. Alkoholgehalt stärker und intensiver im Geschmack, während der gelbe Chartreuse mit 40% Vol. milder und süßer ist. Beide Varianten basieren auf dem gleichen geheimen Kräuterrezept, unterscheiden sich jedoch in der genauen Zusammensetzung und dem Reifeprozess.
La Gauloise wird als attraktive Alternative zum Chartreuse Grün angepriesen, da Chartreuse aktuell schwer erhältlich ist. Ob La Gauloise dem Original geschmacklich nahekommt, bleibt jedoch dem individuellen Geschmacksempfinden überlassen. Für Liebhaber des authentischen Chartreuse bleibt das Original aus dem Kloster jedoch unerreicht.

Chartreuse als Farbe: Ein leuchtendes Grün-Gelb
Neben dem Likör bezeichnet Chartreuse auch eine Farbe, genauer gesagt einen Farbton zwischen Grün und Gelb. Diese leuchtende, frische Farbe erinnert an den Frühling und die Erneuerung und wird oft in der Garten- und Pflanzenwelt verwendet. Die Chartreuse-Farbe ist dynamisch und vielseitig und lässt sich gut mit anderen Farben kombinieren.
Chartreuse-Pflanzen im Garten
Viele Pflanzenarten weisen chartreusefarbenes Laub oder Blüten auf. Diese Pflanzen können im Garten vielseitig eingesetzt werden:
- Aufhellen schattiger Bereiche: Chartreusefarbene Pflanzen bringen Licht in dunklere Gartenecken.
- Schaffen von Wiederholung: Durch die Verwendung von Chartreuse-Pflanzen an verschiedenen Stellen im Garten entsteht ein harmonisches Gesamtbild.
- Setzen von Akzenten: Chartreusefarbene Pflanzen können als Blickfang dienen und den Garten strukturieren.
- Kombination mit Komplementärfarben: Chartreuse harmoniert besonders gut mit Blau, Violett und Pink. Der Kontrast lässt diese Farben besonders leuchten.
- Harmonie mit warmen Farben: Auch mit Gelb, Orange und Rot bildet Chartreuse eine lebendige und spannungsreiche Kombination.
- Neutralisierung: Neutrale Farben wie Weiß, Grau, Beige und Braun können die Leuchtkraft von Chartreuse etwas abmildern und einen eleganteren Look erzeugen.
Beispiele für Chartreuse-Pflanzen:
- Hosta (Funkien): Viele Hosta-Sorten haben chartreusefarbenes Laub und sind ideal für schattige Bereiche.
- Heuchera (Purpurglöckchen): Auch bei Heuchera gibt es Sorten mit chartreusefarbenen Blättern, die im Beet schöne Akzente setzen.
- Japanisches Waldgras (Hakonechloa macra 'Aureola'): Dieses Gras hat gelbgrüne, fast chartreusefarbene Blätter und bringt Bewegung in den Garten.
- Einjährige Sommerblumen: Viele Sommerblumen wie Zinnien und Lantana sind in leuchtenden Farben erhältlich und lassen sich wunderbar mit Chartreuse kombinieren.
Bei der Verwendung von Chartreuse-Pflanzen im Garten ist der richtige Standort wichtig. Während die Farbe in der Sonne meist intensiver ist, können einige Pflanzen bei zu viel Sonne Blattschäden bekommen. Im Schatten kann die Farbe verblassen. Achten Sie daher auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart.
Die Geschichte des Chartreuse Likörs
Die Geschichte des Chartreuse Likörs ist eng mit der Geschichte des Kartäuserordens verbunden. Die Kartäuser sind ein strenger katholischer Orden, der sich dem Gebet und der Kontemplation widmet. Seit dem Mittelalter betrieben Klöster die Herstellung von Elixieren und Heilmitteln, und auch die Kartäuser entwickelten ihr eigenes Wissen in diesem Bereich.
Das Rezept von 1605 bildete die Grundlage für die Entwicklung des Chartreuse Likörs. Es dauerte jedoch bis 1764, bis Frère Jérôme Maubec das „pflanzliche Elixier der Grande Chartreuse“ perfektionierte, dessen Rezept seitdem unverändert ist. Im Laufe der Zeit wurden weitere Varianten entwickelt, darunter der gelbe Chartreuse (1838) und der grüne Chartreuse (1840).

Im Laufe der Geschichte erlebte die Chartreuse-Produktion Höhen und Tiefen. Im Zuge der Französischen Revolution wurden die Mönche vertrieben und das Kloster aufgelöst. Später kehrten sie zurück und nahmen die Produktion wieder auf. Auch im 20. Jahrhundert gab es Phasen der Vertreibung und des Wiederaufbaus. Trotz aller Widrigkeiten konnten die Kartäusermönche die Tradition der Chartreuse-Herstellung bis heute bewahren.
Heute wird Chartreuse in der Destillerie Aiguenoire im Herzen des Chartreuse-Massivs hergestellt. Die Mönche kontrollieren weiterhin jeden Schritt des Produktionsprozesses und wahren das Geheimnis des einzigartigen Rezepts. Der Chartreuse Likör ist nicht nur ein alkoholisches Getränk, sondern auch ein Kulturgut mit einer reichen Geschichte und einer tiefen Verbindung zur Natur und zur Tradition des Kartäuserordens.
Häufige Fragen zu Chartreuse
Was sind die Hauptbestandteile von Chartreuse Likör?
Chartreuse Likör besteht aus 130 verschiedenen Kräutern und Pflanzen, deren genaue Zusammensetzung geheim gehalten wird. Bekannte Bestandteile sind Arnika, Angelika, Thymian, Melisse, Muskat, Pfefferminze, Gewürznelke und Tannenknospen.
Was bedeutet Chartreuse auf Deutsch?
Chartreuse ist Französisch und bezeichnet sowohl das Kartäuserkloster Grande Chartreuse als auch den dort hergestellten Likör und die Farbe Chartreuse (Grün-Gelb). Im Deutschen wird Chartreuse in der Regel als Fremdwort verwendet.

Ist Chartreuse gelb oder grün?
Es gibt Chartreuse Gelb und Chartreuse Grün. Chartreuse Grün ist kräftiger und stärker im Geschmack, während Chartreuse Gelb milder und süßer ist. Die Farbe Chartreuse selbst ist ein leuchtendes Grün-Gelb, das zwischen beiden Likörvarianten liegt.
Wie serviert man Chartreuse?
Chartreuse wird am besten pur bei 18°C serviert. Er eignet sich hervorragend als Digestif nach dem Essen oder als Zutat in Cocktails. Man kann ihn auch auf Eis genießen.
Wo kann man Chartreuse kaufen?
Chartreuse ist in gut sortierten Spirituosenhandlungen und online erhältlich. Aufgrund der aktuellen Lieferschwierigkeiten kann es jedoch zu Engpässen kommen.
Chartreuse ist mehr als nur ein Likör oder eine Farbe. Es ist ein Stück Geschichte, Tradition und Natur. Ob als edler Tropfen im Glas oder als leuchtende Farbe im Garten – Chartreuse fasziniert und inspiriert.
