22/05/2021
Wer an Cashews denkt, hat meist die nierenförmige Nuss im Sinn. Doch wussten Sie, dass diese eigentlich nur der Kern einer Frucht ist? Diese Frucht, der sogenannte Cashewapfel, ist weit mehr als nur eine Hülle für die beliebte Nuss. Oft wird er unterschätzt oder sogar weggeworfen, dabei ist er essbar, nahrhaft und birgt einiges an Potenzial. In diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt des Cashewapfels, beleuchten seine Eigenschaften, seinen Geschmack und seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Entdecken Sie ein exotisches Lebensmittel, das nicht nur Ihren Gaumen erfreuen, sondern auch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten kann.

- Was ist ein Cashewapfel eigentlich?
- Ist der Cashewapfel essbar? Und wie schmeckt er?
- Nährwerte und Inhaltsstoffe des Cashewapfels
- Verwendungsmöglichkeiten in der Küche
- Cashewapfel vs. Cashewnuss: Ein ungleiches Paar?
- Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung: Der Cashewapfel im Fokus
- Fazit: Der Cashewapfel – mehr als nur eine Beigabe
- Häufig gestellte Fragen zum Cashewapfel (FAQ)
Was ist ein Cashewapfel eigentlich?
Botanisch gesehen ist der Cashewapfel keine echte Frucht im eigentlichen Sinne. Er ist ein sogenannter Scheinapfel oder Fruchtstiel, der sich nach der Befruchtung des Cashewbaumes (Anacardium occidentale) entwickelt. Die eigentliche Frucht ist die Cashewnuss, die an der Spitze des Cashewapfels hängt und in einer harten Schale steckt. Der Cashewbaum gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) und stammt ursprünglich aus Brasilien. Heute wird er in vielen tropischen Regionen weltweit angebaut, insbesondere in Afrika und Asien.
Ist der Cashewapfel essbar? Und wie schmeckt er?
Die klare Antwort lautet: Ja, der Cashewapfel ist definitiv essbar! Allerdings ist er in unseren Breitengraden eher unbekannt und wird selten frisch angeboten. Dies liegt vor allem daran, dass der Cashewapfel sehr empfindlich ist und schnell verdirbt. Sein Geschmack ist schwer zu beschreiben und variiert je nach Reifegrad und Sorte. Oft wird er als süß-säuerlich, leicht harzig und erfrischend beschrieben. Manche Menschen empfinden ihn auch als adstringierend oder leicht pelzig im Mund. Die Textur des Fruchtfleisches ist saftig und faserig, ähnlich wie bei einer Birne oder einem Apfel, aber etwas weicher.
Nährwerte und Inhaltsstoffe des Cashewapfels
Der Cashewapfel ist nicht nur geschmacklich interessant, sondern auch reich an wertvollen Nährstoffen. Er enthält:
- Vitamin C: In beachtlicher Menge, oft sogar mehr als in Zitrusfrüchten. Vitamin C ist wichtig für das Immunsystem, die Kollagenbildung und als Antioxidans.
- Ballaststoffe: Fördern die Verdauung und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
- Mineralstoffe: Wie Kalium, Magnesium und Eisen, die für verschiedene Körperfunktionen essenziell sind.
- Antioxidantien: Verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, die freie Radikale bekämpfen und Zellschäden vorbeugen können.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Cashewapfel auch Gerbstoffe (Tannine) enthält. Diese können für den leicht adstringierenden Geschmack verantwortlich sein und in größeren Mengen zu Verdauungsproblemen führen. Daher sollte man den Cashewapfel in Maßen genießen und auf eine gute Reife achten, da der Gehalt an Gerbstoffen mit zunehmender Reife abnimmt.
Verwendungsmöglichkeiten in der Küche
In den Anbauländern des Cashewbaumes wird der Cashewapfel vielfältig in der Küche verwendet. Hier einige Beispiele:
- Direktverzehr: Frisch und reif kann der Cashewapfel direkt gegessen werden. Am besten entfernt man vorher den Stielansatz und eventuelle Druckstellen.
- Saft und Nektar: Cashewapfelsaft ist ein erfrischendes Getränk, das oft mit anderen Früchten kombiniert wird.
- Marmelade und Gelee: Aufgrund seines Pektin-Gehalts eignet sich der Cashewapfel gut zur Herstellung von Marmeladen und Gelees mit einem exotischen Touch.
- Chutneys und Saucen: Die süß-säuerliche Note des Cashewapfels passt hervorragend zu herzhaften Gerichten und verleiht Chutneys und Saucen eine besondere Geschmacksrichtung.
- Alkoholische Getränke: In einigen Regionen wird Cashewwein oder Cashewbier aus dem Fruchtfleisch hergestellt.
- Getrocknet: Getrocknete Cashewapfelstücke sind ein süßer und gesunder Snack.
- Tierfutter: Auch in der Tierfütterung findet der Cashewapfel Verwendung, insbesondere als Futter für Schweine und Rinder.
Cashewapfel vs. Cashewnuss: Ein ungleiches Paar?
Obwohl beide vom selben Baum stammen, sind Cashewapfel und Cashewnuss in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich. Hier ein kleiner Vergleich:
| Merkmal | Cashewapfel | Cashewnuss |
|---|---|---|
| Botanische Einordnung | Scheinapfel (Fruchtstiel) | Eigentliche Frucht (Kern) |
| Verzehr | Fruchtfleisch essbar | Kern (Nuss) essbar |
| Geschmack | Süß-säuerlich, erfrischend, leicht adstringierend | Mild, nussig, leicht süßlich |
| Nährwerte | Reich an Vitamin C, Ballaststoffen, Antioxidantien | Reich an gesunden Fetten, Proteinen, Mineralstoffen |
| Haltbarkeit | Sehr empfindlich, kurze Haltbarkeit | Lange Haltbarkeit (insbesondere geröstet) |
| Verfügbarkeit | Selten in unseren Breitengraden frisch erhältlich | Weltweit in Supermärkten verfügbar |
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung: Der Cashewapfel im Fokus
Oftmals wird der Cashewapfel in der Cashewproduktion als Abfallprodukt betrachtet und nicht weiterverwendet. Dies ist nicht nur schade um die wertvollen Nährstoffe und den potenziellen Genuss, sondern auch aus ökologischer und sozialer Sicht problematisch. Denn die Vernichtung großer Mengen an Cashewäpfeln führt zu unnötigem Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung.
Hier kommt der Ansatz von Unternehmen ins Spiel, die sich für eine ganzheitliche Verwertung des Cashewbaumes einsetzen. Indem sie den Cashewapfel nicht als Abfall betrachten, sondern als wertvolles Lebensmittel, können sie einen positiven Beitrag leisten:
- Reduzierung von Lebensmittelverschwendung: Die Nutzung des Cashewapfels minimiert Abfall und maximiert die Wertschöpfung des Baumes.
- Zusätzliche Einkommensquelle für Bauern: Durch die Vermarktung des Cashewapfels können Cashewbauern, insbesondere Frauengemeinschaften wie in Benin, ein zusätzliches Einkommen generieren und ihre Lebensgrundlagen verbessern.
- Förderung nachhaltiger Anbaumethoden: Ein bewusster Umgang mit dem Cashewapfel kann Anreize für nachhaltigere Anbaumethoden schaffen, da der gesamte Baum und seine Produkte wertgeschätzt werden.
- Transparenz und faire Lieferketten: Direkte Handelsbeziehungen mit Produzenten vor Ort, wie sie von sozial verantwortlichen Unternehmen praktiziert werden, ermöglichen Transparenz und faire Preise für die Bauern.
Wie im beigefügten Textbeispiel beschrieben, verzichten einige Unternehmen bewusst auf Zwischenhändler und übernehmen die gesamte Lieferkette selbst, von den Cashewplantagen der Frauengemeinschaften in Benin bis zur Verarbeitung in Deutschland. Dieser Ansatz schafft nicht nur Transparenz und Qualitätssicherung, sondern verbessert auch die Lebensgrundlagen der Frauen, die in den Cashewplantagen arbeiten. Die Nutzung des Cashewapfels kann somit ein wichtiger Baustein für eine nachhaltigere und sozialere Cashewproduktion sein.
Fazit: Der Cashewapfel – mehr als nur eine Beigabe
Der Cashewapfel ist ein faszinierendes Lebensmittel mit viel Potenzial. Er ist nicht nur essbar und nahrhaft, sondern auch vielseitig in der Küche verwendbar. Sein exotischer Geschmack und seine wertvollen Inhaltsstoffe machen ihn zu einer interessanten Alternative zu bekannteren Früchten. Darüber hinaus birgt die Nutzung des Cashewapfels Chancen für mehr Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit in der Cashewproduktion. Es lohnt sich also, den Cashewapfel neu zu entdecken und ihn nicht länger als bloßes Abfallprodukt zu betrachten. Vielleicht finden Sie ja bald Cashewapfelprodukte in Ihrem Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt und können sich selbst von seinem einzigartigen Geschmack überzeugen.
Häufig gestellte Fragen zum Cashewapfel (FAQ)
- Ist der Cashewapfel roh essbar?
- Ja, reife Cashewäpfel sind roh essbar. Achten Sie jedoch auf den Reifegrad und genießen Sie ihn in Maßen, da er Gerbstoffe enthält.
- Wo kann man Cashewäpfel kaufen?
- Frische Cashewäpfel sind in unseren Breitengraden selten erhältlich. Cashewapfelsaft, Marmelade oder getrocknete Cashewäpfel findet man eher in spezialisierten Geschäften oder online.
- Wie lagert man Cashewäpfel?
- Cashewäpfel sind sehr empfindlich und sollten am besten kühl gelagert und innerhalb weniger Tage verzehrt werden.
- Sind Cashewäpfel gesund?
- Ja, Cashewäpfel sind reich an Vitamin C, Ballaststoffen und Antioxidantien und können eine gesunde Ernährung ergänzen.
- Schmeckt der Cashewapfel nach Cashewnuss?
- Nein, der Geschmack des Cashewapfels ist fruchtig-säuerlich und unterscheidet sich deutlich von dem mild-nussigen Geschmack der Cashewnuss.
