30/04/2024
Kann man im Juli noch Bohnen pflanzen? Diese Frage stellen sich viele Hobbygärtner, besonders wenn im Gemüsebeet Platz frei geworden ist. Die Antwort ist ein klares Ja! Gerade Buschbohnen eignen sich hervorragend für eine späte Aussaat im Juli und August. Dieser Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps und Informationen, wie Sie auch in der zweiten Jahreshälfte noch eine reiche Bohnenernte erzielen können.

Buschbohnen und Stangenbohnen: Unterschiede und Anbau
Bevor wir uns der späten Aussaat widmen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Buschbohnen und Stangenbohnen zu verstehen. Stangenbohnen sind Kletterpflanzen, die hoch hinaus wollen und daher Rankhilfen benötigen. Sie können eine Höhe von bis zu 2 Metern erreichen. Buschbohnen hingegen wachsen buschig und bleiben mit einer Höhe von 40 bis 60 Zentimetern deutlich kleiner. Dies macht sie besonders pflegeleicht und ideal für den Anbau in Reihen oder sogar in Töpfen auf dem Balkon.

Für die späte Aussaat im Juli und August sind Buschbohnen besonders gut geeignet, da sie schneller reifen als Stangenbohnen. Wer jedoch bereits im Frühjahr mit dem Anbau beginnt, kann sowohl Busch- als auch Stangenbohnen pflanzen.
Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat im Juli
Der Juli ist ein ausgezeichneter Monat, um mit der Aussaat von Buschbohnen zu beginnen. Nachdem Frühkartoffeln, Erbsen oder Salate abgeerntet sind, entsteht im Gemüsebeet oft eine Lücke, die perfekt für eine Nachkultur mit Buschbohnen genutzt werden kann. Auch Stangenbohnen können im Juli noch gesät werden, wobei hier die Ernte etwas später im Jahr erfolgt.
Buschbohnen haben den Vorteil, dass sie relativ schnell wachsen und bereits nach etwa sechs bis sieben Wochen geerntet werden können. Eine Aussaat im Juli verspricht somit eine Ernte im September und Oktober, also noch vor den ersten Frösten. Werden Buschbohnen bereits im Mai ausgesät, sind sogar zwei Ernten im Jahr möglich, sofern das Wetter mitspielt.

Sortenwahl für die späte Aussaat
Bei der Sortenwahl für die späte Aussaat sollten Sie auf schnellreifende Sorten achten. Besonders empfehlenswert sind:
- 'Saxa': Eine sehr beliebte, frühe Sorte mit grünen Hülsen.
- 'Maxi': Ebenfalls eine frühe Sorte mit grünen, langen Hülsen.
- 'Dior': Eine Sorte mit gelben, zarten Hülsen.
- 'Purple Teepee': Für Liebhaber von bunten Gemüsebeeten – diese Sorte trägt blau-violette Hülsen.
Diese Sorten zeichnen sich durch ihre kurze Reifezeit aus und sind daher ideal für die späte Aussaat im Juli und August.
Aussaat-Tipps für Bohnen im Juli
Die Aussaat von Bohnen ist denkbar einfach, einige Tipps sollten Sie jedoch beachten, um den Keimungserfolg zu maximieren:
Bodenvorbereitung und Standort
Bohnen bevorzugen einen warmen und sonnigen Standort. Der Boden sollte locker und humos sein. Schwere Böden können mit Sand und Kompost verbessert werden. Idealerweise verläuft das Beet in Nord-Süd-Richtung, um eine optimale Sonnenausbeute zu gewährleisten.
Aussaat-Technik
Bohnen sind Dunkelkeimer, das bedeutet, sie keimen am besten im Dunkeln. Die Samen sollten daher etwa 2 bis 3 cm tief in die Erde gelegt werden. Es gibt zwei gängige Aussaatmethoden:
- Reihensaat (Buschbohnen): Ziehen Sie Reihen im Abstand von etwa 40 cm. Legen Sie die Bohnensamen in den Reihen in einem Abstand von 5 bis 10 cm aus.
- Horstsaat (Stangenbohnen und Buschbohnen): Bei Stangenbohnen werden pro Stange 7 bis 10 Samen in einem Kreis von etwa 5 cm Abstand gelegt. Auch Buschbohnen können in Horsten gesät werden, hier legt man 6 bis 7 Samen in einem Kreis von etwa 10 cm Durchmesser. Diese Methode eignet sich besonders gut für Pflanzkübel.
Vorquellen der Samen
Das Vorquellen der Bohnensamen in warmem Wasser für etwa 2 Tage kann die Keimung beschleunigen und die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge wie die Bohnenfliege machen. Achten Sie darauf, die vorgequellten Samen nach der Aussaat gut zu gießen.
Gießen und Pflege
Nach der Aussaat ist es wichtig, die Bohnen regelmäßig zu gießen, besonders während der Keimphase und der Fruchtentwicklung. Staunässe sollte jedoch vermieden werden. Sobald die Bohnenpflanzen etwa 20 cm hoch sind, empfiehlt es sich, sie anzuhäufeln. Dies erhöht die Standfestigkeit und fördert die Wurzelbildung.

Düngung
Bohnen gehören zu den Schwachzehrern und benötigen in der Regel keine zusätzliche Düngung, besonders wenn der Boden gut vorbereitet wurde. Sie gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die Stickstoff aus der Luft binden und der Pflanze zur Verfügung stellen. Dies macht Bohnen zu idealen Partnern in der Mischkultur, beispielsweise neben Starkzehrern wie Kohl, Tomaten oder Salat.
Schädlinge und Krankheiten
Bohnen sind generell recht robust, können aber dennoch von Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Zu den häufigsten Problemen gehören:
- Bohnenfliege: Die Larven der Bohnenfliege können die Keimlinge schädigen. Vorquellen der Samen und eine frühe Aussaat können helfen, den Befall zu reduzieren.
- Blattläuse: Blattläuse saugen Pflanzensaft und können zu Wachstumsstörungen führen. Nützlinge wie Marienkäferlarven können helfen, Blattläuse auf natürliche Weise zu bekämpfen.
- Bohnenrost: Eine Pilzkrankheit, die braune Flecken auf den Blättern verursacht. Eine gute Belüftung der Pflanzen und das Vermeiden von Staunässe können vorbeugend wirken.
Ernte und Lagerung
Buschbohnen sind in der Regel 6 bis 7 Wochen nach der Aussaat erntereif. Die Hülsen sollten geerntet werden, wenn sie etwa bleistiftdick sind und sich noch leicht brechen lassen. Eine regelmäßige Ernte alle zwei bis drei Tage fördert die Bildung neuer Hülsen. Werden die Hülsen zu lange an der Pflanze gelassen, werden sie faserig und zäh.
Frische Buschbohnen sind im Kühlschrank nur begrenzt haltbar. Für eine längere Lagerung können sie blanchiert und eingefroren oder eingeweckt werden.
Fazit: Bohnenanbau im Juli ist lohnenswert
Der Anbau von Bohnen im Juli ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Gemüsebeet auch in der zweiten Jahreshälfte noch sinnvoll zu nutzen und eine leckere und gesunde Ernte einzufahren. Gerade Buschbohnen sind unkompliziert im Anbau und versprechen auch bei später Aussaat noch reiche Erträge. Mit den richtigen Sorten und den hier vorgestellten Tipps steht einer erfolgreichen Bohnenernte im Spätsommer nichts mehr im Wege. Probieren Sie es aus und genießen Sie frische, selbstangebaute Bohnen!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann man Bohnen noch im Juli pflanzen?
- Ja, besonders Buschbohnen eignen sich sehr gut für eine Aussaat im Juli und August.
- Welche Bohnensorten sind für die späte Aussaat geeignet?
- Schnellreifende Sorten wie 'Saxa', 'Maxi', 'Dior' und 'Purple Teepee' sind empfehlenswert.
- Wie tief müssen Bohnensamen in die Erde?
- Bohnensamen sollten etwa 2 bis 3 cm tief in die Erde gelegt werden, da sie Dunkelkeimer sind.
- Muss man Bohnen vorquellen?
- Das Vorquellen der Samen kann die Keimung beschleunigen und die Pflanzen widerstandsfähiger machen.
- Wann kann man Buschbohnen ernten, die im Juli gesät wurden?
- Mit einer Ernte ist etwa 6 bis 7 Wochen nach der Aussaat zu rechnen, also ab Mitte September.
- Benötigen Bohnen Dünger?
- In der Regel benötigen Bohnen keine zusätzliche Düngung, da sie Schwachzehrer sind und eine Symbiose mit Stickstoff-bindenden Bakterien eingehen.
