Was kann man gegen Buchsbaumkrankheit tun?

Buchsbaumkrankheit: Ursachen, Symptome und Bekämpfung

17/01/2025

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Die Buchsbaumkrankheit, auch bekannt als Buchsbaumtriebsterben, ist einePilzerkrankung, die in den letzten Jahren in Deutschland immer häufiger auftritt und erhebliche Schäden an Buchsbäumen verursachen kann. Verursacht wird sie durch den Pilz Cylindrocladium buxicola. Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Informationen zu den Ursachen, Symptomen, der Bekämpfung und Vorbeugung dieser gefürchteten Krankheit, damit Sie Ihre Buchsbäume gesund und vital erhalten können.

Wie erkenne ich Buchsbaumpilz?
Buchsbaumpilz Schadbild: Woran Sie einen Befall erkennen können. Auf den Blattunterseiten des Buchsbaumes erkennen Sie ganz am Anfang des Befalls viele kleine Konidienlager (Sporenlager), die einen weiß-grauen Belag, das sogenannte Myzel, bilden. Dies bleibt allerdings oft unbemerkt.
Inhaltsverzeichnis

Was ist die Buchsbaumkrankheit und wie entsteht sie?

Die Buchsbaumkrankheit wird durch den Pilz Cylindrocladium buxicola ausgelöst. Dieser Pilz befällt ausschließlich Pflanzen aus der Familie der Buchsbaumgewächse und ist besonders aggressiv. Die Ausbreitung des Pilzes wird durch feuchte Witterung und Temperaturen um die 20 Grad Celsius begünstigt. Wenn Buchsbaumblätter über mehrere Stunden nass bleiben, kann der Pilz keimen und in das gesunde Pflanzengewebe eindringen.

Was kann man gegen Buchsbaumkrankheit tun?
Ist ein Buchsbaum befallen, müssen die gesamte Pflanze und das herabgefallene Laub vernichtet werden - und zwar im Restmüll, durch Verbrennung oder professionelle Kompostierung. Auf keinen Fall dürfen Pflanzenreste auf dem Komposthaufen landen, da sich der Pilz dort weiterverbreiten kann.22. Mai 2024

Wie verbreitet sich der Pilz?

Die Verbreitung von Cylindrocladium buxicola erfolgt hauptsächlich durch:

  • Regen und Spritzwasser: Sporen werden durch Regentropfen und Spritzwasser auf andere Pflanzenteile und benachbarte Pflanzen übertragen.
  • Wind: Leichte Sporen können durch den Wind verbreitet werden und so auch weiter entfernte Buchsbäume infizieren.
  • Befallenes Schnittgut und Laub: Werkzeuge, Kleidung und Hände können Sporen übertragen, wenn sie mit befallenen Pflanzenteilen in Kontakt kommen. Auch abgefallenes Laub birgt eine Gefahr, da der Pilz darin als Dauerspore bis zu vier Jahre im Boden überleben kann.

Symptome der Buchsbaumkrankheit: So erkennen Sie den Befall

Die Buchsbaumkrankheit zeigt sich durch verschiedene Symptome, die je nach Befallsstadium variieren können. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Dunkle Streifen an den Trieben: An den jungen Trieben des Buchsbaums erscheinen dunkle, blau-schwarze Längsstreifen.
  • Braune Blätter: Die Blätter verfärben sich zunächst gelblich-braun, später werden sie vollständig braun und trocken.
  • Blattfall: Befallene Blätter fallen vorzeitig ab, was zu kahlen Stellen im Buchsbaum führt.
  • Weißer Belag auf der Blattunterseite: Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich auf der Unterseite der Blätter ein weißlicher, schimmelartiger Belag (Myzel) bilden. Dies ist ein deutliches Zeichen für den Pilzbefall.
  • Flecken auf den Blättern: Es können dunkle, runde oder unregelmäßige Flecken auf den Blättern auftreten, die sich vergrößern und zusammenfließen können.

Bekämpfung der Buchsbaumkrankheit: Was tun bei Befall?

Leider gibt es keine zugelassenen chemischen Mittel zur direkten Bekämpfung der Buchsbaumkrankheit im Haus- und Kleingartenbereich. Daher ist schnelles Handeln entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Folgende Maßnahmen sind empfehlenswert:

  1. Entfernung befallener Pflanzen und Pflanzenteile: Bei starkem Befall ist es oft unumgänglich, die gesamte Pflanze zu entfernen. Schneiden Sie bei leichtem Befall befallene Triebe und Blätter großzügig bis ins gesunde Holz zurück. Achten Sie darauf, saubere und desinfizierte Werkzeuge zu verwenden.
  2. Entsorgung befallenen Materials: Befallene Pflanzenteile und abgefallenes Laub müssen unbedingt fachgerecht entsorgt werden. Keinesfalls auf den Komposthaufen! Entsorgen Sie das Material im Restmüll, durch Verbrennung oder in einer professionellen Kompostierungsanlage.
  3. Abtragen der obersten Erdschicht: Da der Pilz im Boden überdauern kann, ist es ratsam, die oberste Erdschicht (ca. 5-10 cm) um die befallene Pflanze herum abzutragen und ebenfalls zu entsorgen.
  4. Reinigung und Desinfektion von Werkzeugen und Schuhen: Reinigen und desinfizieren Sie alle Werkzeuge, die mit befallenen Pflanzen in Kontakt gekommen sind, gründlich. Auch Schuhe und Handschuhe sollten gereinigt werden, um eine weitere Verbreitung der Sporen zu vermeiden.

Vorbeugung ist der beste Schutz: Buchsbaumkrankheit vermeiden

Um die Buchsbaumkrankheit zu vermeiden, können Sie verschiedene vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

  • Wahl des Standorts: Pflanzen Sie Buchsbäume an einem luftigen und sonnigen Standort. Ein guter Luftaustausch sorgt dafür, dass die Blätter nach Regen oder Tau schnell abtrocknen und das Risiko einer Pilzinfektion sinkt.
  • Ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung: Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung und vermeiden Sie Staunässe. Eine Kaliumdüngung im Spätsommer kann die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erhöhen.
  • Richtiges Gießen: Gießen Sie Buchsbäume immer von unten und vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen. Am besten gießen Sie morgens, damit die Pflanzen tagsüber abtrocknen können.
  • Vorsicht beim Rückschnitt: Vermeiden Sie Rückschnitte an feuchtwarmen Sommertagen, da Verletzungen an den Blättern das Eindringen des Pilzes erleichtern können. Wählen Sie trockene Tage für den Schnitt.
  • Resistente Sorten wählen: Bei Neupflanzungen empfiehlt es sich, auf resistente Buchsbaumsorten zurückzugreifen. Sorten wie 'Renaissance', 'Heritage', 'Skylight' und 'Babylon Beauty' gelten als weniger anfällig für die Buchsbaumkrankheit.
  • Vorbeugende Behandlung mit Fungiziden: In Risikogebieten oder bei empfindlichen Sorten kann eine vorbeugende Behandlung mit handelsüblichen Fungiziden für Haus- und Kleingärtner sinnvoll sein. Beachten Sie dabei die Anwendungshinweise des Herstellers.

Unterscheidung zu anderen Buchsbaum-Problemen

Es ist wichtig, die Buchsbaumkrankheit von anderen Problemen zu unterscheiden, die ähnliche Symptome verursachen können:

ProblemHauptmerkmale
Buchsbaumkrebs (Volutella buxi)Orange-rosa Sporenlager auf der Blattunterseite, weniger aggressiv als Buchsbaumkrankheit.
Buchsbaumwelke (Fusarium buxicola)Großflächige Verdunkelung der Rinde, plötzliches Welken ganzer Äste.
Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)Fraßschäden durch Raupen, Gespinste an den Pflanzen, grüne Raupen mit schwarzen Punkten sichtbar. Keine Pilzerkrankung.
SchildläuseLangsame Schwächung der Pflanze, klebriger Honigtau, Schildläuse als Schädlinge sichtbar.

Hausmittel und alternative Methoden?

Es gibt Berichte über Hausmittel wie Algenkalk, die vorbeugend gegen die Buchsbaumkrankheit eingesetzt werden sollen. Algenkalk kann den pH-Wert der Blattoberfläche erhöhen und so die Ansiedlung von Pilzsporen erschweren. Allerdings ist die Wirksamkeit von Hausmitteln wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Die oben genannten vorbeugenden Maßnahmen sind in der Regel effektiver.

Wie sieht ein kranker Buchsbaum aus?
Zunächst zeigen sich dunkelbraune beziehungsweise graubraune bis orangebraune Flecken auf den Blättern, die schnell größer werden. An der Blattunterseite entsteht ein Belag aus weißen Sporen. An den Trieben bilden sich im Verlauf der Krankheit dunkle Streifen in Längsrichtung. Die betroffenen Blätter fallen ab.

Fazit: Buchsbaumkrankheit ernst nehmen und vorbeugen

Die Buchsbaumkrankheit ist eine ernstzunehmende Bedrohung für Buchsbäume. Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Bekämpfung sind wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Noch besser ist es jedoch, durch vorbeugende Maßnahmen das Risiko eines Befalls zu minimieren. Achten Sie auf den Standort, die Pflege und wählen Sie resistente Sorten, um Ihre Buchsbäume gesund und vital zu erhalten. Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Experten zu Rate, um die richtige Diagnose und Behandlung sicherzustellen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Buchsbaumkrankheit

Ist die Buchsbaumkrankheit heilbar?
Eine Heilung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Durch konsequente Maßnahmen wie das Entfernen befallener Pflanzenteile und gute Pflege kann man den Befall jedoch eindämmen und die Pflanze unterstützen.
Kann ich Buchsbaum trotz Krankheit im Garten haben?
Ja, mit vorbeugenden Maßnahmen und der Wahl resistenter Sorten können Sie Buchsbaum auch weiterhin im Garten haben. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um einen Befall frühzeitig zu erkennen.
Wie lange überlebt der Pilz im Boden?
Die Dauersporen des Pilzes Cylindrocladium buxicola können bis zu vier Jahre im Boden überleben.
Welche Buchsbaumsorten sind resistent?
Sorten wie 'Renaissance', 'Heritage', 'Skylight' und 'Babylon Beauty' gelten als weniger anfällig für die Buchsbaumkrankheit.
Was mache ich mit befallenem Buchsbaumschnittgut?
Befallenes Schnittgut und Laub gehören nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll, zur Verbrennung oder in eine professionelle Kompostierungsanlage.

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