26/10/2020
Der Brautstrauß ist mehr als nur ein Accessoire am Hochzeitstag. Er ist ein Symbol der Liebe, ein Blickfang und oft ein sehr persönliches Element der Hochzeitsfeier. Viele Bräute möchten diesen besonderen Strauß nach der Hochzeit nicht einfach wegwerfen, sondern ihn als wertvolle Erinnerung an den schönsten Tag im Leben bewahren. Glücklicherweise gibt es zahlreiche kreative und einfache Methoden, um Ihren Brautstrauß zu konservieren und seine Schönheit lange zu erhalten. In diesem Artikel stellen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten vor, wie Sie Ihren Brautstrauß in ein dauerhaftes Andenken verwandeln können.

Brautstrauß trocknen: Der Klassiker
Das Trocknen ist eine der beliebtesten und einfachsten Methoden, um Blumen haltbar zu machen. Getrocknete Blumen erleben derzeit ein echtes Revival und sind nicht nur als Brautstrauß, sondern auch als Dekorationselement in den eigenen vier Wänden sehr gefragt. Ein getrockneter Brautstrauß im Boho-Look oder im Vintage-Stil kann ein wunderschöner Blickfang sein und Sie täglich an Ihren Hochzeitstag erinnern.

Methode 1: Lufttrocknen – Geduld zahlt sich aus
Diese Methode ist besonders schonend und eignet sich gut, um den natürlichen Charakter der Blumen zu bewahren. Sie erfordert jedoch etwas Zeit und Geduld.
Anleitung:
- Vorbereitung: Entfernen Sie überschüssige Blätter am Stiel des Brautstraußes. Sprühen Sie den Strauß mit etwas Haarspray oder Klarlack ein, um ihn zu festigen.
- Aufhängen: Binden Sie die Stiele des Brautstraußes mit einem Band zusammen und hängen Sie ihn kopfüber an einem trockenen, dunklen und gut belüfteten Ort auf. Ein Dachboden, ein Abstellraum oder ein Keller sind ideal. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, da diese die Farben der Blumen ausbleichen kann.
- Trocknungszeit: Lassen Sie den Brautstrauß dort für etwa 2-4 Wochen hängen, bis er vollständig durchgetrocknet ist. Die genaue Trocknungszeit hängt von der Blumensorte und der Raumtemperatur ab.
- Fertigstellung: Sobald die Blumen rascheln und sich trocken anfühlen, können Sie den Strauß vorsichtig abhängen. Er ist nun bereit für die Dekoration.
Tipp: Diese Methode eignet sich besonders gut für Rosen, Schleierkraut, Lavendel und viele andere robuste Blumen.
Methode 2: Trocknen mit Trockenmittel – Schnell und farbintensiv
Wenn Sie es etwas eiliger haben und die Farbenpracht der Blumen besser erhalten möchten, ist das Trocknen mit einem Trockenmittel wie Silicagel oder Trockensalz eine gute Alternative.
Benötigte Materialien:
- Silicagel oder Trockensalz (Präpariersalz)
- Ein großes, verschließbares Gefäß
- Handschuhe
Anleitung:
- Vorbereitung: Wählen Sie ein Gefäß, in das Ihr Brautstrauß oder einzelne Blumen hineinpassen, ohne gequetscht zu werden. Bedecken Sie den Boden des Gefäßes mit einer etwa 3 cm dicken Schicht Trockenmittel.
- Einbetten: Legen Sie den Brautstrauß oder die einzelnen Blumen vorsichtig auf das Trockenmittel und bedecken Sie sie vollständig mit dem Silicagel oder Trockensalz. Achten Sie darauf, dass alle Blütenblätter und Stiele gut bedeckt sind.
- Trocknungszeit: Verschließen Sie das Gefäß und stellen Sie es an einen trockenen Ort. Die Trocknungszeit beträgt je nach Blumensorte und Größe etwa 3-7 Tage.
- Entfernen des Trockenmittels: Nach der Trocknungszeit können Sie den Strauß vorsichtig aus dem Gefäß nehmen und das Trockenmittel mit einem weichen Pinsel entfernen.
Vorteile dieser Methode: Schnellere Trocknung, bessere Farberhaltung der Blüten.
Nachteile: Silicagel ist in der Anschaffung etwas teurer als die Lufttrocknung. Nicht alle Blumen eignen sich gleich gut für diese Methode.
Brautstrauß mit Wachs konservieren: Ein edler Look
Die Konservierung mit Wachs verleiht Ihrem Brautstrauß einen besonderen, fast schon skulpturalen Look. Wachs konservierte Blumen wirken edel und sind ein echter Hingucker. Diese Methode erfordert etwas Fingerspitzengefühl und Übung, aber das Ergebnis ist einzigartig.

Benötigte Materialien:
- Tauchwachs (spezielles Wachs für Blumenkonservierung)
- Ein Topf oder Wasserbad
- Eine Schale mit kaltem Wasser
- Pinzette
Anleitung:
- Wachs schmelzen: Erhitzen Sie das Tauchwachs in einem Wasserbad oder in einem Topf bei niedriger Temperatur. Achten Sie darauf, dass das Wachs nicht zu heiß wird (maximal 60 Grad Celsius).
- Blumen eintauchen: Tauchen Sie die Blütenköpfe der Blumen einzeln vorsichtig in das flüssige Wachs ein. Halten Sie die Blume kurz getaucht und ziehen Sie sie dann langsam wieder heraus.
- Abtropfen und Formen: Lassen Sie überschüssiges Wachs abtropfen. Drehen Sie die Blume leicht, damit sich das Wachs gleichmäßig verteilt. Solange das Wachs noch weich ist, können Sie die Blütenblätter mit einer Pinzette vorsichtig in Form bringen.
- Trocknen: Hängen Sie die gewachsten Blumen kopfüber auf oder stecken Sie sie in einen Steckschaum, bis das Wachs vollständig ausgehärtet ist.
Tipp: Üben Sie diese Methode am besten zuerst mit einzelnen Blumen, bevor Sie sich an den gesamten Brautstrauß wagen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Wachsfarben für einen individuellen Look.
Blumen pressen: Für filigrane Erinnerungen
Das Pressen von Blumen ist eine wunderbare Methode, um einzelne Blüten oder kleine Teile des Brautstraußes zu konservieren. Gepresste Blumen sind ideal für kreative Projekte wie Bilderrahmen, Hochzeitsalben, Dankeskarten oder als Dekoration in einem Erinnerungsbuch.
Anleitung:
- Blumen auswählen: Wählen Sie flache Blüten oder Blütenblätter aus Ihrem Brautstrauß aus, die sich gut zum Pressen eignen.
- Pressen vorbereiten: Legen Sie die Blumen einzeln zwischen zwei Lagen saugfähiges Papier, z.B. Zeitungspapier, Löschpapier oder Wellpappe.
- Beschweren: Legen Sie einen schweren Gegenstand, wie z.B. dicke Bücher, auf die Papierstapel, um die Blumen zu pressen.
- Papier wechseln: Wechseln Sie das Papier nach etwa einer Woche aus, um Feuchtigkeit zu entfernen und Schimmelbildung zu vermeiden.
- Trocknungszeit: Lassen Sie die Blumen für etwa 3-4 Wochen pressen, bis sie vollständig getrocknet und papierdünn sind.
Verwendungsmöglichkeiten für gepresste Blumen:
- Gestaltung von Bilderrahmen oder Collagen
- Verzierung von Hochzeitsalben oder Gästebüchern
- Herstellung von individuellen Dankeskarten
- Dekoration von Kerzen oder Seifen
- Einarbeitung in Schmuckstücke (z.B. in Harz gegossen)
Brautstrauß mit Epoxidharz konservieren: Für die Ewigkeit
Die Konservierung mit Epoxidharz ist eine moderne und sehr effektive Methode, um Ihren Brautstrauß in ein einzigartiges Kunstwerk zu verwandeln. Epoxidharz schließt die Blumen luftdicht ein und schützt sie so vor Verfall und Verblassen. Das Ergebnis ist ein glasklarer, dreidimensionaler Blumenblock, der ein Leben lang hält.
Hinweis: Die Konservierung mit Epoxidharz ist etwas aufwändiger und erfordert Erfahrung im Umgang mit diesem Material. Es empfiehlt sich, diese Methode von einem professionellen Anbieter durchführen zu lassen.
Ablauf der Epoxidharz-Konservierung:
- Trocknung der Blumen: Der Brautstrauß oder einzelne Blumen werden zunächst vollständig getrocknet (meist durch Gefriertrocknung oder Silicagel).
- Einbetten in Harz: Die getrockneten Blumen werden in eine Form gelegt und mit Epoxidharz übergossen.
- Aushärten: Das Harz muss mehrere Tage aushärten, bis es vollständig fest und transparent ist.
- Fertigstellung: Nach dem Aushärten wird das Harzobjekt aus der Form genommen und gegebenenfalls poliert.
Vorteile der Epoxidharz-Konservierung:
- Extrem lange Haltbarkeit
- Schutz vor Staub, Feuchtigkeit und Verblassen
- Dreidimensionale Darstellung der Blumen
- Einzigartiges und modernes Erinnerungsstück
Brautstrauß Traditionen: Mehr als nur Dekoration
Der Brautstrauß hat eine lange Tradition und ist weit mehr als nur ein dekoratives Element. In verschiedenen Epochen hatte er unterschiedliche Bedeutungen und Aufgaben.
Historische Bedeutung des Brautstraußes
Ursprünglich sollte der Brautstrauß die Braut vor Unheil schützen. Im Mittelalter bestanden Brautsträuße oft aus duftenden Kräutern wie Lavendel, Rosmarin und Thymian, um böse Geister abzuwehren. In der Renaissance sollten üppige Brautsträuße mit Myrrhe und Rosen vor Ohnmachtsanfällen schützen, die durch den starken Weihrauchgeruch in den Kirchen verursacht werden konnten.
Moderne Brautstrauß Traditionen
Heute stehen andere Traditionen im Vordergrund:
- Brautstrauß Auswahl durch den Bräutigam: Früher suchte der Bräutigam den Brautstrauß für seine Braut aus. Heute ist dies eher selten, aber eine schöne romantische Geste, wenn der Bräutigam sich an den Vorlieben der Braut orientiert und den Strauß mitgestaltet.
- Blumen mit Bedeutung: Viele Paare wählen Blumen für ihren Brautstrauß nach ihrer symbolischen Bedeutung aus. So können bestimmte Blumen für Liebe, Treue, Glück oder andere positive Eigenschaften stehen.
- Brautstraußwurf: Der traditionelle Brautstraußwurf ist ein beliebter Programmpunkt auf Hochzeiten. Die Braut wirft ihren Strauß in die Menge der unverheirateten Frauen, und die Fängerin soll der Legende nach die nächste Braut sein.
- Erinnerungsbild am Brautstrauß: Eine liebevolle Geste ist es, ein Foto eines verstorbenen Angehörigen oder einer wichtigen Person am Brautstrauß zu befestigen, um diese symbolisch am Hochzeitstag dabei zu haben.
Fazit: Schaffen Sie bleibende Erinnerungen
Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, die Konservierung Ihres Brautstraußes ist eine wunderbare Möglichkeit, die Erinnerung an Ihren Hochzeitstag lebendig zu halten. Ob als getrockneter Strauß, als Wachsblume, gepresste Blüten oder in Epoxidharz gegossen – Ihr Brautstrauß wird zu einem ganz persönlichen und wertvollen Andenken, das Sie noch lange begleiten wird. Wählen Sie die Methode, die am besten zu Ihnen und Ihrem Stil passt, und erfreuen Sie sich an der Schönheit Ihres Brautstraußes – auch nach der Hochzeit!
