03/11/2024
Eine reiche Ernte von knackigen Bohnen ist der Traum jedes Hobbygärtners. Neben dem richtigen Standort und der passenden Sorte spielt die Düngung eine entscheidende Rolle. Doch was viele nicht wissen: Bohnen sind keine Starkzehrer und haben besondere Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Dieser Artikel erklärt Ihnen, wie Sie Ihre Bohnen optimal düngen, um eine üppige Ernte zu erzielen.

Müssen Bohnen überhaupt gedüngt werden?
Bohnen gehören zur Familie der Leguminosen und gehen eine faszinierende Symbiose mit Knöllchenbakterien ein. Diese Bakterien leben in den Wurzeln der Bohnenpflanze und sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und für die Pflanze verfügbar zu machen. Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Durch diese natürliche Stickstofffixierung können Bohnen sogar zur Bodenverbesserung beitragen. Bedeutet das nun, dass man Bohnen gar nicht düngen muss? Nicht ganz. Obwohl Bohnen ihren Stickstoffbedarf weitgehend selbst decken können, benötigen sie dennoch andere wichtige Nährstoffe, insbesondere Phosphor und Kalium, für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüten- und Fruchtbildung.
Unterschiedliche Ansprüche je nach Bohnenart
Es gibt verschiedene Bohnenarten, die sich in ihren Ansprüchen an die Düngung unterscheiden. Buschbohnen sind beispielsweise eher Schwachzehrer und sehr genügsam. Sie benötigen in der Regel kaum zusätzliche Düngung über eine Grunddüngung hinaus. Stangenbohnen und Feuerbohnen hingegen zählen zu den Mittelzehrern und sind etwas anspruchsvoller. Sie profitieren von zusätzlichen Düngergaben während der Wachstumsperiode.
Der optimale Zeitpunkt für die Düngung
Der Zeitpunkt der Düngung ist entscheidend für den Erfolg. Bereits bei der Pflanzung sollten Sie den Boden vorbereiten. Bei nährstoffarmen Böden ist eine Grunddüngung sinnvoll. Mischen Sie reifen Kompost oder einen organischen Langzeitdünger in den Boden ein, bevor Sie die Bohnen säen oder pflanzen.

Buschbohnen und Ackerbohnen benötigen in der Regel keine weitere Düngung nach der Grunddüngung. Stangenbohnen und Feuerbohnen hingegen freuen sich über eine Nachdüngung während der Wachstumsperiode. Der ideale Zeitpunkt für die erste Nachdüngung ist bei der ersten Blüte. Je nach Bedarf können Sie bis zur Ernte noch ein- bis zweimal nachdüngen.
Düngezeitpunkte im Überblick:
| Bohnenart | Grunddüngung | Nachdüngung |
|---|---|---|
| Alle Bohnen (bei nährstoffarmen Böden) | Im Frühjahr bei der Pflanzung | - |
| Buschbohnen & Ackerbohnen | Ja (bei Bedarf) | Keine |
| Stangenbohnen & Feuerbohnen | Ja (immer) | Bei der ersten Blüte und ggf. 1-2 mal bis zur Ernte |
Bohnen düngen: So gehen Sie richtig vor
Die Art der Düngung hängt nicht nur von der Bohnenart ab, sondern auch davon, ob Sie die Bohnen im Beet oder im Topf anbauen.
Bohnen im Beet düngen
Im Beet ist eine gute Bodenvorbereitung entscheidend. Lockern Sie den Boden gründlich auf und arbeiten Sie bei Bedarf Kompost oder einen organischen Langzeitdünger ein. Für die Grunddüngung können Sie beispielsweise einen organischen Tomatendünger verwenden. Geben Sie den Dünger direkt ins Pflanzloch und gießen Sie anschließend gut an. Dies beschleunigt die Freisetzung der Nährstoffe und unterstützt die Knöllchenbakterien bei ihrer Arbeit.
Zusammenfassung: Bohnen im Beet düngen
- Vor der Pflanzung Boden mit Kompost oder organischem Langzeitdünger vorbereiten.
- Bei der Pflanzung organischen Dünger ins Pflanzloch geben.
- Gut angießen.
- Stangenbohnen nach der Blüte und ggf. später nachdüngen.
Bohnen im Topf düngen
Für den Anbau im Topf oder Balkonkasten empfiehlt sich die Verwendung einer vorgedüngtenPflanzerde. Ist die Erde nicht vorgedüngt, sollten Sie vor dem Pflanzen einen Langzeitdünger einarbeiten. Auch hier gilt: Buschbohnen und Ackerbohnen benötigen meist keine weitere Düngung. Stangenbohnen hingegen sollten Sie während der Wachstumsperiode regelmäßig nachdüngen. Verwenden Sie einen organischen Flüssigdünger oder einen Langzeitdünger und halten Sie sich an die Dosierungsanleitung auf der Verpackung.

Zusammenfassung: Bohnen im Topf düngen
- Bei Verwendung ungedüngter Erde: Langzeitdünger vor dem Pflanzen einarbeiten.
- Gut angießen.
- Stangenbohnen regelmäßig mit Flüssigdünger oder Langzeitdünger nachdüngen.
Der richtige Dünger für Bohnen
Bei der Wahl des Düngers für Bohnen sollten Sie vor allem auf organische Dünger setzen. Diese haben mehrere Vorteile:
- Langzeitwirkung: Organische Dünger geben die Nährstoffe langsam und kontinuierlich ab, wodurch eine Überdüngung vermieden wird.
- Bodenverbesserung: Organische Dünger fördern das Bodenleben und verbessern die Bodenstruktur.
- Umweltfreundlich: Organische Dünger sind in der Regel umweltfreundlicher als mineralische Dünger.
Organische Dünger-Optionen für Bohnen:
- Kompost: Reifer Kompost ist ein idealer Dünger für Bohnen. Er liefert wichtige Nährstoffe und verbessert die Bodenstruktur.
- Organische Langzeitdünger: Spezielle organische Langzeitdünger, wie beispielsweise Tomatendünger, sind gut geeignet und einfach in der Anwendung.
- Hornspäne: Hornspäne sind ein natürlicher Stickstoffdünger, sollten aber eher ergänzend zu anderen organischen Düngern verwendet werden, da Bohnen Stickstoff primär selbst fixieren.
Mineralische Dünger – Eher ungeeignet
Mineralische Dünger wie Blaukorn sind für Bohnen weniger empfehlenswert. Sie enthalten oft zu viel Stickstoff und können bei Überdosierung zu einer Überdüngung führen. Zudem belasten mineralische Dünger die Umwelt stärker als organische Dünger. Wenn Sie mineralische Dünger verwenden möchten, dosieren Sie diese sehr vorsichtig und beachten Sie die Dosierungsanleitung genau.
Hausmittel zur Düngung?
Hausmittel wie Brennnesseljauche oder frischer Mist sind für Bohnen ungeeignet, da sie meist zu viel Stickstoff enthalten. Kompost und kompostierter Stallmist hingegen sind gute organische Dünger, die Sie auch als Hausmittel verwenden können. Achten Sie jedoch darauf, dass der Kompost reif und gut verrottet ist.
Überdüngung erkennen und vermeiden
Eine Überdüngung kann Bohnen schaden und das Wachstum negativ beeinflussen. Anzeichen für eine Überdüngung können sein:
- Gelbe oder braune Blätter
- Verbrannte Blattränder
- Schlechtes Wachstum trotz Düngung
Um eine Überdüngung zu vermeiden, ist es wichtig, die Düngerangaben genau zu beachten und organische Dünger zu bevorzugen. Bei Verdacht auf Überdüngung sollten Sie die Pflanzen gründlich wässern, um überschüssige Nährstoffe auszuspülen.
Fazit: Die richtige Düngung für gesunde Bohnen
Mit der richtigen Düngung legen Sie den Grundstein für eine reiche Bohnenernte. Achten Sie auf die unterschiedlichen Ansprüche der Bohnenarten, den optimalen Zeitpunkt und die Wahl des richtigen Düngers. Organische Dünger sind für Bohnen die beste Wahl, da sie die Pflanzen schonend mit Nährstoffen versorgen und gleichzeitig den Boden verbessern. Mit diesen Tipps steht einer üppigen Bohnenernte nichts mehr im Wege!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Muss ich Buschbohnen düngen?
- Buschbohnen sind Schwachzehrer und benötigen in der Regel nur bei sehr nährstoffarmen Böden eine Grunddüngung. Eine zusätzliche Düngung während der Wachstumsperiode ist meist nicht notwendig.
- Wann dünge ich Stangenbohnen?
- Stangenbohnen sollten bei der Pflanzung eine Grunddüngung erhalten. Zusätzlich empfiehlt sich eine Nachdüngung bei der ersten Blüte und bei Bedarf ein- bis zweimal bis zur Ernte.
- Welchen Dünger soll ich für Bohnen verwenden?
- Verwenden Sie am besten organische Dünger wie Kompost oder organische Langzeitdünger, z.B. Tomatendünger. Mineralische Dünger sollten Sie nur sehr vorsichtig dosieren.
- Kann ich Bohnen überdüngen?
- Ja, eine Überdüngung ist möglich und kann Bohnen schaden. Achten Sie auf die richtige Dosierung und verwenden Sie vorzugsweise organische Dünger.
- Sind Hornspäne als Dünger für Bohnen geeignet?
- Hornspäne können als zusätzliche Stickstoffquelle verwendet werden, sind aber nicht der ideale Hauptdünger, da Bohnen Stickstoff selbst fixieren. Kombinieren Sie Hornspäne besser mit anderen organischen Düngern, die Phosphor und Kalium liefern.
