Wie heißt das Blut von Bäumen?

Baumblut: Was Bäume zum Bluten bringt

19/02/2026

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Der Begriff "Baumblut" mag zunächst etwas dramatisch klingen, doch er beschreibt ein ganz natürliches Phänomen in der Pflanzenwelt. Wenn wir von Baumblut sprechen, meinen wir im Grunde zwei unterschiedliche Substanzen, die Bäume absondern können: Baumsaft und Baumharz. Beide haben ihre eigenen Ursachen und Funktionen, und beide erzählen uns etwas über das Leben und die Gesundheit der Bäume. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Baumbluts ein und klären auf, was es wirklich damit auf sich hat.

Inhaltsverzeichnis

Baumsaft: Das Lebenselixier, das aus Wunden fließt

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie ein Baum nach einem Schnitt "blutet"? Aus der Schnittstelle tritt dann eine klare Flüssigkeit aus, der Baumsaft. Dieses Phänomen ist besonders häufig im Frühjahr zu beobachten und betrifft bestimmte Baumarten stärker als andere. Birken sind beispielsweise bekannt dafür, regelrechte Mengen an Saft abzusondern, wenn sie angeschnitten oder angebohrt werden. Aber auch Ahorn, Walnussbäume, Robinien, Tulpenbäume und Weinreben können zum "Bluten" neigen.

Ist der Paradiesbaum giftig?
Der Verzehr seiner Frucht führt zum Tod, eine Berührung zu unfassbaren Schmerzen. Sogar eine Verbrennung des Manchinelbaums ist gefährlich. Kinder und Tiere sind von diesen Pflanzen fernzuhalten. Sollte doch etwas passiert sein, informieren Sie die Giftzentrale Bonn unter der Rufnummer 0228 – 19240.

Warum blutet ein Baum Saft?

Das "Bluten" mit Saft hängt eng mit dem komplexen Versorgungssystem der Bäume zusammen. Bäume besitzen zwei Hauptleitungssysteme:

  • Xylem: Dieses System besteht aus Wasserleitgefäßen und transportiert Wasser und gelöste Mineralstoffe aus dem Boden von den Wurzeln zu den Blättern. Der treibende Faktor hierbei ist der Wurzeldruck, der das Wasser regelrecht nach oben presst.
  • Phloem: Das Phloem besteht aus Siebzellen und ist für den Transport der Stoffe zuständig, die der Baum durch Photosynthese selbst produziert. Diese Stoffe werden von den Blättern zu den Orten transportiert, wo sie benötigt werden.

Die beiden Leitungssysteme verlaufen also in entgegengesetzte Richtungen. Das Xylem befindet sich im Holzkörper des Baumes, während das Phloem direkt unter der Rinde liegt.

Wenn ein Baum Saft "blutet", ist in der Regel das Xylem dafür verantwortlich. Bei einer Verletzung oder einem Schnitt verschließt sich das Phloem unter der Rinde meist automatisch. Das Xylem hingegen, mit seinen Wasserleitgefäßen, schließt sich nicht. Der anhaltende Wurzeldruck sorgt dann dafür, dass Wasser und Nährstoffe aus der Schnittwunde gedrückt werden – der Baum "blutet" Saft.

Baumarten, die zum Saftbluten neigen: Was beim Schnitt zu beachten ist

Besonders anfällig für starkes Saftbluten sind Bäume in der Zeit zwischen Winterende und Frühlingsanfang, also kurz bevor sie austreiben. Dies liegt an der sogenannten Mobilisierungsphase. In dieser Zeit transportiert der Baum gespeicherte Reservestoffe aus Wurzeln und Stamm in die Zweige und Knospen, um das Wachstum anzukurbeln. Wenn man den Baum in dieser Phase schneidet, ist der Wurzeldruck besonders hoch und es kommt vermehrt zum Saftaustritt.

Um starkes Saftbluten zu vermeiden, ist es ratsam, anfällige Baumarten wie Birken nicht im Frühjahr zu schneiden. Der ideale Zeitpunkt für den Schnitt liegt eher zwischen August und dem Laubabwurf im Herbst. So hat die Schnittwunde genügend Zeit, sich vor dem Winter zu verschließen und der Baum "blutet" in der Mobilisierungsphase nicht.

Ist Saftbluten schädlich für den Baum?

Ob das Saftbluten dem Baum schadet, ist eine Frage, die nicht eindeutig beantwortet ist. Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu sind rar und die Meinungen gehen auseinander.

Wichtig ist festzuhalten, dass das Saftbluten von Bäumen nicht mit dem Blutverlust bei Menschen vergleichbar ist. Für viele Baumarten, wie beispielsweise den Walnussbaum, wird Saftbluten bei geringfügigem Austritt und schneller Wundheilung als unbedenklich eingestuft. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz betrachtet es sogar als natürlichen Vorgang.

Tatsächlich wird das Saftbluten bei manchen Baumarten sogar gezielt genutzt, um Produkte wie Birkenhaarwasser oder Ahornsirup zu gewinnen.

Dennoch verliert der Baum beim Saftbluten natürlich Wasser und Nährstoffe. Bei größeren Mengen befürchten manche Gärtner einen potenziellen Schaden und eine Schwächung des Baumes. Ein direkter wissenschaftlicher Beweis für diesen Zusammenhang fehlt jedoch bisher.

Es gibt auch Theorien, die dem Saftbluten positive Aspekte zuschreiben. Der Saftfluss könnte dem Baum helfen, verletzte Gefäße zu verschließen und das Eindringen von unerwünschten Sporen über die Schnittwunde zu verhindern. Auch hierfür fehlen jedoch eindeutige Belege.

Ist Harz vom Baum giftig?
Es sollte nicht zu fest, aber auch nicht zu weich sein. Flüssiges Baumharz ist nicht zum Verzehr geeignet! Prüfen Sie auch die Farbe: Schimmert das Baumharz rötlich-golden, ist es unbedenklich. Beißen Sie das Stück im Mund nicht sofort durch, sondern lassen sie es dort eine Weile aufweichen.

In der Praxis beobachten viele Gärtner selten, dass Saftbluten zu sichtbaren Schäden an Bäumen führt. Wenn Sie also feststellen, dass Ihr Baum Saft "blutet", müssen Sie sich wahrscheinlich keine großen Sorgen machen. Wenn Sie dennoch unsicher sind, empfiehlt es sich, zum Saftbluten neigende Bäume im Spätsommer oder Herbst zu schneiden und im Frühjahr auf Schnitte zu verzichten.

Baumharz: Der Wundverschluss und Schutzschild der Bäume

Neben dem Baumsaft gibt es noch eine andere Substanz, die oft als "Baumblut" bezeichnet wird: das Baumharz. Im Gegensatz zum Saft tritt Harz jedoch nicht nach einem sauberen Schnitt aus, sondern eher als Reaktion auf Verletzungen der Rinde oder des Holzes.

Was ist Baumharz und wozu dient es?

Baumharz ist ein Vielstoffgemisch, das von Bäumen, vor allem Nadelbäumen, produziert wird. Es lässt sich in seiner Funktion tatsächlich ein Stück weit mit unserem Blut vergleichen. Baumharz tritt aus, wenn der Baum verletzt wurde und dient dazu, die Wunde zu verschließen und den Baum vor dem Eindringen von Bakterien, Pilzen oder Insekten zu schützen. Es ist sozusagen der natürliche Wundverband des Baumes.

Von den Laubbäumen produziert vor allem die Kirsche eine harzartige Substanz, die jedoch als "Gummi" bezeichnet wird. Dieses "Gummi" unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung vom Harz der Nadelbäume und ist wasserlöslich, während echtes Harz nur fett- und alkohollöslich ist.

Die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Baumharz

Baumharz ist seit Jahrtausenden ein wertvoller Rohstoff und wurde von Menschen in vielfältiger Weise genutzt. Schon die alten Ägypter verwendeten Harz zur Mumifizierung. Unsere Vorfahren stellten Harzsalben her, die sowohl für Menschen als auch für Tiere verwendet wurden.

Baumharz besitzt eine Reihe von wertvollen Eigenschaften:

  • Antibakteriell
  • Antiviral
  • Wundheilend
  • Schmerzstillend
  • Wärmend

Diese Eigenschaften machen Baumharz zu einem wertvollen Bestandteil in Salben, Lippenpflegeprodukten und Brustölen, besonders in der Erkältungszeit. Auch in der Räucherkunde wird Harz seit langem eingesetzt und ihm werden seelische Heilwirkungen zugeschrieben. Der typische Waldgeruch, den wir so schätzen, wird übrigens auch durch ätherische Öle im Baumharz verursacht.

Baumharz ernten: Was ist zu beachten?

Wenn Sie Baumharz im Wald sammeln möchten, ist es wichtig, dies respektvoll und nachhaltig zu tun. Verwenden Sie kein Messer, um das Harz zu ernten, da dies den Baum unnötig verletzen könnte. Nehmen Sie nur das Harz, das sich leicht lösen lässt, und fragen Sie im Zweifelsfall den Grundeigentümer um Erlaubnis.

Baumharzsalbe selbst herstellen

Die Herstellung einer Baumharzsalbe ist relativ einfach und erfordert nur wenige Zutaten: Baumharz, Fett und etwas Bienenwachs. Als Fettbasis eignet sich Schweineschmalz besonders gut, da es gut in die Haut einzieht. Alternativ können Sie Olivenöl oder Butterschmalz verwenden.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Baumblut

FrageAntwort
Ist Baumsaft "Baumblut"?Ja, im übertragenen Sinne kann Baumsaft als eine Art "Baumblut" betrachtet werden, da er lebensnotwendige Nährstoffe und Wasser transportiert.
Ist Baumharz "Baumblut"?Auch Baumharz kann als "Baumblut" verstanden werden, da es wie Blut bei Tieren und Menschen Wunden verschließt und vor Infektionen schützt.
Wann sollte man Bäume schneiden, um starkes Saftbluten zu vermeiden?Am besten schneidet man zum Saftbluten neigende Bäume im Spätsommer oder Herbst.
Ist Saftbluten schädlich für Bäume?In den meisten Fällen ist Saftbluten unbedenklich. Bei starkem Bluten kann es jedoch ratsam sein, den Baum im Auge zu behalten.
Wofür wird Baumharz verwendet?Baumharz wird vielseitig verwendet, z.B. in Salben, Lippenpflege, Räucherwerk, und hat antibakterielle und wundheilende Eigenschaften.

Fazit: Baumsaft und Baumharz – Lebenszeichen der Bäume

Sowohl Baumsaft als auch Baumharz sind faszinierende Substanzen, die uns viel über das Leben der Bäume verraten. Während Baumsaft das Lebenselixier ist, das durch den Baum fließt und ihn mit Wasser und Nährstoffen versorgt, ist Baumharz der natürliche Wundverschluss und Schutzschild, der dem Baum hilft, Verletzungen zu überstehen und gesund zu bleiben. Wenn Sie das nächste Mal einen Baum "bluten" sehen, denken Sie daran, dass es sich um ein Zeichen des Lebens und der Widerstandsfähigkeit dieser beeindruckenden Pflanzen handelt.

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