23/02/2026
Ein Apfelbaum im Garten ist nicht nur eine Quelle köstlicher Früchte, sondern auch ein zentrales Element im Ökosystem Ihres Gartens. Viele Gartenbesitzer fragen sich, welche Pflanzen sich für eine Unterpflanzung eines Apfelbaums eignen. Die Antwort ist vielseitig und bietet zahlreiche Möglichkeiten, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch den Apfelbaum und den gesamten Garten positiv beeinflussen können.

Vorteile der Unterpflanzung von Apfelbäumen
Die Unterpflanzung eines Apfelbaums ist mehr als nur eine dekorative Maßnahme. Sie bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, die sowohl dem Baum als auch dem Garten zugutekommen:
- Bodenverbesserung: Eine durchdachte Unterpflanzung kann den Boden um den Apfelbaum herum verbessern. Bestimmte Pflanzen, wie beispielsweise Leguminosen (Kleearten, Lupinen), sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und im Boden anzureichern. Dies ist ein natürlicher Dünger für den Apfelbaum.
- Unkrautunterdrückung: Bodendeckende Pflanzen helfen, das Wachstum von unerwünschtem Unkraut zu unterdrücken. Dies reduziert den Pflegeaufwand und die Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser für den Apfelbaum.
- Feuchtigkeitsspeicherung: Eine dichte Pflanzendecke unter dem Apfelbaum wirkt wie eine natürliche Mulchschicht. Sie schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und Verdunstung, wodurch die Bodenfeuchtigkeit länger erhalten bleibt.
- Anlocken von Nützlingen: Blühende Unterpflanzungen ziehen Nützlinge wie Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an. Diese Insekten sind nicht nur wichtig für die Bestäubung des Apfelbaums, sondern helfen auch bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung, indem sie Schädlinge wie Blattläuse fressen.
- Schädlingsabwehr: Einige Pflanzen haben die Eigenschaft, bestimmte Schädlinge abzuschrecken. Knoblauch oder Kapuzinerkresse beispielsweise können helfen, Wühlmäuse oder Blattläuse fernzuhalten.
- Lebendmulch: Bestimmte Pflanzen, wie Beinwell oder Rhabarber, können als Lebendmulch dienen. Ihr Laub schützt den Boden und verrottet im Laufe der Zeit, wodurch dem Boden wertvolle organische Substanz zugeführt wird.
Geeignete Pflanzen für die Unterpflanzung
Die Auswahl der richtigen Pflanzen für die Unterpflanzung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel den Lichtverhältnissen unter dem Apfelbaum, den Bodenbedingungen und den gewünschten Vorteilen. Hier sind einige Pflanzenkategorien und konkrete Beispiele, die sich gut für die Unterpflanzung eignen:
Bodendecker
Bodendecker sind ideal, um den Boden zu bedecken, Unkraut zu unterdrücken und die Feuchtigkeit zu speichern.

- Erdbeeren (Fragaria vesca): Walderdbeeren sind robust, anspruchslos und bilden einen dichten Teppich. Sie liefern zudem leckere Früchte und sind relativ flachwurzelnd, wodurch sie keine große Konkurrenz für den Apfelbaum darstellen.
- Waldmeister (Galium odoratum): Dieser duftende Bodendecker bevorzugt schattige bis halbschattige Standorte und ist daher gut für ältere Apfelbäume mit dichter Krone geeignet.
- Beinwell (Symphytum): Beinwell ist ein robuster Bodendecker, der auch als Lebendmulch und Stickstofflieferant dient. Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Wuchshöhe und Blütenfarbe unterscheiden. Allerdings kann Beinwell sich stark ausbreiten.
- Rhabarber (Rheum rhabarbarum): Rhabarber ist eine imposante Pflanze, die als Lebendmulch fungiert und den Boden beschattet. Die großen Blätter unterdrücken Unkraut effektiv. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Rhabarber etwas mehr Platz benötigt.
- Bergwald-Storchschnabel (Geranium nodosum): Dieser Storchschnabel ist schattenverträglich, blühfreudig und bildet dichte Teppiche. Er ist relativ anspruchslos und pflegeleicht.
- Funkien (Hosta): Funkien sind Blattschmuckpflanzen, die im Schatten und Halbschatten gedeihen. Ihre großen Blätter unterdrücken Unkraut und sorgen für ein attraktives Erscheinungsbild. Es gibt viele verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blattfarben und -formen.
- Wald-Ziest (Stachys sylvatica): Ein heimischer Bodendecker für schattige Lagen, der insektenfreundlich ist und den Boden gut bedeckt.
Nützlingspflanzen und Blütenstauden
Diese Pflanzen locken nützliche Insekten an und fördern die Bestäubung.
- Akelei (Aquilegia): Akelei ist eine elegante Blühstaude, die in verschiedenen Farben erhältlich ist und Insekten anzieht. Sie ist relativ anspruchslos und sät sich gerne selbst aus.
- Ringelblume (Calendula officinalis): Ringelblumen sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern ziehen auch Schwebfliegen an, die Blattläuse fressen. Sie sind einfach zu ziehen und blühen den ganzen Sommer über.
- Doldenblütler (z.B. Fenchel, Dill, Liebstöckel): Doldenblütler sind wahre Insektenmagneten. Sie ziehen Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge an und sind somit wertvolle Pflanzen für einen naturnahen Garten.
- Korbblütler (z.B. Kornblume, Margerite, Schafgarbe, Saat-Wucherblume): Auch Korbblütler sind beliebte Insektenweiden und bieten Nahrung für viele Nützlinge. Schafgarbe soll zudem die Widerstandskraft von Pflanzen stärken.
- Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum): Diese ausdauernde Zwiebelart blüht im Frühjahr und zieht viele Insekten an. Zudem soll sie Pilzkrankheiten fernhalten und kann als Küchengewürz verwendet werden.
- Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia): Phacelia ist eine schnellwachsende Gründüngungspflanze, die massenhaft Bienen und andere Insekten anzieht. Sie ist besonders wertvoll für die Bestäubung.
- Narzissen (Narcissus): Narzissen blühen im Frühjahr, bevor der Apfelbaum vollständig belaubt ist, und ziehen bestäubende Insekten an. Zudem sollen sie Wühlmäuse abwehren.
- Wald-Ziest (Stachys sylvatica): Neben seiner Funktion als Bodendecker, lockt auch der Wald-Ziest Insekten mit seinen Blüten an.
Fruchttragende Pflanzen
Beerensträucher und Erdbeeren bieten nicht nur einen zusätzlichen Ertrag, sondern können auch den Boden verbessern.

- Johannisbeersträucher (Ribes rubrum): Johannisbeeren sind relativ schattenverträglich und können unter einem Apfelbaum gut gedeihen. Zudem sollen sie Wühlmäuse fernhalten.
- Stachelbeeren (Ribes uva-crispa): Ähnlich wie Johannisbeeren sind auch Stachelbeeren für die Unterpflanzung geeignet.
- Himbeeren (Rubus idaeus): Himbeeren können ebenfalls unter Apfelbäumen wachsen, bevorzugen aber eher halbschattige Standorte. Es ist wichtig, sie regelmäßig zu schneiden und in Schach zu halten, da sie sich stark ausbreiten können.
- Jostabeeren (Ribes × nidigrolaria): Eine Kreuzung aus Johannisbeere und Stachelbeere, die robust und ertragreich ist.
- Brombeeren (Rubus fruticosus): Brombeeren können ebenfalls unter Apfelbäumen wachsen, sollten aber aufgrund ihres stärkeren Wuchses und ihrer Dornen mit Bedacht eingesetzt werden.
- Erdbeeren (Fragaria vesca): Wie bereits erwähnt, sind Walderdbeeren nicht nur Bodendecker, sondern auch fruchttragend.
Stickstoffsammler und Gründüngungspflanzen
Diese Pflanzen verbessern die Bodenqualität und liefern wertvolle Nährstoffe.

- Kleearten (Trifolium): Kleearten wie Rotklee oder Weißklee sind ausgezeichnete Stickstoffsammler und Gründüngungspflanzen. Sie verbessern die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit.
- Lupinen (Lupinus): Lupinen sind ebenfalls Stickstoffsammler und lockern den Boden mit ihren tiefen Wurzeln auf. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich und bieten einen schönen Blühaspekt.
- Beinwell (Symphytum): Beinwell ist nicht nur Bodendecker, sondern auch Stickstofflieferant und kann als Gründüngung verwendet werden.
- Ölweide (Elaeagnus): Die essbare Ölweide ist ein Strauch, der Stickstoff im Boden anreichert und somit den Apfelbaum unterstützen kann.
- Sanddorn (Hippophae rhamnoides): Auch Sanddorn ist ein Stickstofffixierer und liefert zudem vitaminreiche Früchte. Er ist jedoch eher für sonnige Standorte geeignet.
Pflanzen zur Schädlings- und Krankheitsabwehr
Einige Pflanzen können helfen, Schädlinge und Krankheiten auf natürliche Weise abzuwehren.
- Knoblauch (Allium sativum): Knoblauch soll Wühlmäuse und Blattläuse abwehren und kann zusammen mit Schnittlauch gegen Schorf und andere Krankheiten helfen.
- Meerrettich (Armoracia rusticana): Meerrettich soll ebenfalls Pilzkrankheiten fernhalten und kann als Begleitpflanze unter Apfelbäumen nützlich sein.
- Kapuzinerkresse (Tropaeolum): Kapuzinerkresse wirkt abwehrend gegen Apfelblattsauger und kann bei der Kräuselkrankheit am Pfirsich helfen. Sie ist zudem essbar und liefert Lebendmulch.
- Zwiebelgewächse (Allium): Viele Zwiebelgewächse, wie Knoblauch, Schnittlauch und Winterheckenzwiebel, haben eine pilzabwehrende Wirkung.
- Tagetes (Tagetes): Tagetes, auch Studentenblume genannt, können Nematoden im Boden reduzieren und somit die Bodengesundheit verbessern.
- Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia): Bienenfreund soll gegen Mehltau und Pilzbefall helfen und die Baumwurzeln stärken.
Pflanzen, die man vermeiden sollte
Nicht alle Pflanzen eignen sich für die Unterpflanzung von Apfelbäumen. Einige können sogar negative Auswirkungen haben:
- Stark zehrende Pflanzen: Pflanzen mit einem hohen Nährstoffbedarf können dem Apfelbaum Nährstoffe entziehen und somit sein Wachstum und seine Fruchtbildung beeinträchtigen.
- Tiefwurzelnde Pflanzen: Pflanzen mit tiefen Wurzeln können mit den flachen Wurzeln des Apfelbaums um Wasser und Nährstoffe konkurrieren.
- Pflanzen mit hohem Wasserbedarf: Apfelbäume bevorzugen einen mäßig feuchten Boden. Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf können den Boden zu stark austrocknen oder den Apfelbaum in Wasserkonkurrenz setzen.
- Lavendel (Lavandula angustifolia): Obwohl Lavendel im Garten beliebt ist, eignet er sich nicht für die Unterpflanzung von Apfelbäumen. Lavendel bevorzugt sonnige, trockene und magere Böden, während Apfelbäume einen eher feuchten und nährstoffreichen Boden bevorzugen. Zudem wirft der Apfelbaum Schatten, den Lavendel nicht mag.
Tipps für die erfolgreiche Unterpflanzung
- Boden vorbereiten: Lockern Sie den Boden um den Apfelbaum herum auf und entfernen Sie Unkraut. Verbessern Sie den Boden gegebenenfalls mit Kompost oder Hornspänen.
- Pflanzenwahl anpassen: Berücksichtigen Sie die Lichtverhältnisse unter dem Apfelbaum und wählen Sie Pflanzen, die zu diesen Bedingungen passen. Für schattige Bereiche eignen sich beispielsweise Waldmeister, Funkien oder Wald-Ziest. Für sonnigere Bereiche können Erdbeeren, Ringelblumen oder Kräuter gewählt werden.
- Abstand beachten: Pflanzen Sie die Unterpflanzung nicht zu nah an den Stamm des Apfelbaums, um die Belüftung des Wurzelhalses nicht zu beeinträchtigen. Halten Sie einen Abstand von etwa 30-50 cm zum Stamm ein.
- Regelmäßige Pflege: Gießen Sie die Unterpflanzung bei Bedarf und entfernen Sie unerwünschtes Unkraut. Achten Sie darauf, dass die Unterpflanzung nicht zu stark wuchert und den Apfelbaum bedrängt.
Pflanzenkombinationen für verschiedene Zwecke
Hier sind einige Beispiele für Pflanzkombinationen, die verschiedene Vorteile vereinen:
- Für Nützlinge und Bodendeckung: Akelei, Ringelblume, Erdbeeren.
- Für Bodendeckung und Schädlingsabwehr: Waldmeister, Knoblauch, Narzissen.
- Für Stickstoffanreicherung und Lebendmulch: Beinwell, Kleearten.
- Für Schattenbereiche: Funkien, Waldmeister, Bergwald-Storchschnabel.
Fazit
Die Unterpflanzung eines Apfelbaums ist eine lohnende Maßnahme, die viele Vorteile bietet. Mit der richtigen Pflanzenauswahl können Sie die Bodengesundheit verbessern, Nützlinge anlocken, Schädlinge abwehren und sogar zusätzliche Erträge erzielen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Pflanzenkombinationen und finden Sie die perfekte Unterpflanzung für Ihren Apfelbaum!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Warum sollte ich einen Apfelbaum unterpflanzen?
- Die Unterpflanzung verbessert den Boden, unterdrückt Unkraut, speichert Feuchtigkeit, lockt Nützlinge an und kann Schädlinge abwehren.
- Welche Pflanzen sind gut für die Unterpflanzung geeignet?
- Bodendecker wie Erdbeeren und Waldmeister, Nützlingspflanzen wie Akelei und Ringelblumen, fruchttragende Pflanzen wie Johannisbeeren und Stickstoffsammler wie Kleearten sind gute Optionen.
- Welche Pflanzen sollte ich unter einem Apfelbaum vermeiden?
- Vermeiden Sie stark zehrende, tiefwurzelnde und Pflanzen mit hohem Wasserbedarf sowie Lavendel.
- Wann ist der beste Zeitpunkt für die Unterpflanzung?
- Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr oder Herbst, wenn der Boden nicht gefroren oder zu trocken ist.
- Wie pflege ich die Unterpflanzung?
- Gießen Sie bei Bedarf, entfernen Sie Unkraut und achten Sie darauf, dass die Unterpflanzung nicht zu stark wuchert.
