30/09/2024
Das Pressen von Pflanzen und Blumen ist eine wunderschöne Möglichkeit, die Schönheit der Natur zu bewahren und kreative Projekte umzusetzen. Ob für Herbarien, dekorative Bilderrahmen oder individuelle Grußkarten – gepresste Pflanzen sind vielseitig einsetzbar. Doch nicht jeder hat eine professionelle Pflanzenpresse zur Hand. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Alternativen und das richtige Papier spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für den Erfolg.

Kreative Alternativen zur traditionellen Pflanzenpresse
Eine traditionelle Pflanzenpresse besteht meist aus zwei Holzplatten, zwischen denen Pflanzen mit Hilfe von Schrauben oder Gurten gepresst werden. Sie ist effektiv, aber nicht zwingend notwendig. Viele Haushaltsgegenstände eignen sich hervorragend als Ersatz und ermöglichen es dir, sofort mit dem Pflanzenpressen zu beginnen.

Bücher als Pflanzenpresse
Bücher sind wohl die einfachste und zugänglichste Alternative zur Pflanzenpresse. Schwere Bücher üben ausreichend Druck aus, um Pflanzen effektiv zu pressen. Ideal sind dicke Wälzer wie Telefonbücher (falls du noch eines hast!), Lexika oder Kochbücher. So gehst du vor:
- Wähle das richtige Buch: Entscheide dich für ein Buch, das du nicht mehr benötigst oder bei dem es nicht schlimm ist, wenn es leicht feucht wird. Zeitungspapier oder Löschpapier schützen die Buchseiten, aber es ist trotzdem ratsam, ein älteres Buch zu verwenden.
- Bereite die Pflanze vor: Entferne überschüssige Feuchtigkeit von der Pflanze, indem du sie kurz auf Küchenpapier legst. Lege die Pflanze dann zwischen zwei Blätter Löschpapier oder Zeitungspapier.
- Platziere die Pflanze im Buch: Öffne das Buch in der Mitte und lege das Papier mit der Pflanze hinein. Achte darauf, dass die Pflanze flach liegt und keine Blätter oder Blütenblätter überlappen.
- Beschwere das Buch: Schließe das Buch und lege weitere schwere Bücher oder Gewichte darauf. Je mehr Gewicht, desto besser der Pressdruck.
- Wartezeit und Papierwechsel: Lass die Pflanze mindestens eine Woche im Buch pressen. Wechsle das Löschpapier oder Zeitungspapier alle paar Tage, besonders in den ersten Tagen, da es Feuchtigkeit aufnimmt.
Weitere Haushaltsgegenstände als Pressen
- Telefonbücher: Wie bereits erwähnt, sind alte Telefonbücher aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe hervorragend geeignet.
- Schwere Bretter und Gewichte: Verwende zwei stabile Bretter (z.B. Schneidebretter oder Sperrholzplatten) und beschwere sie mit Gewichten wie Steinen, Konservendosen oder Hanteln. Zwischen die Bretter legst du Karton und Löschpapier, wie bei einer traditionellen Presse.
- Ziegelsteine oder Pflastersteine: Diese sind sehr schwer und eignen sich gut als Gewichte, um Druck auf die Pflanzen auszuüben. Verwende sie in Kombination mit Brettern oder stabilen Kartons.
- Schraubzwingen: Wenn du zwei flache, stabile Oberflächen hast (z.B. zwei Holzplatten oder dicke Bücher), kannst du Schraubzwingen verwenden, um diese zusammenzupressen. Achte darauf, den Druck gleichmäßig zu verteilen und nicht zu stark anzuziehen, um die Pflanzen nicht zu zerdrücken.
Das richtige Papier für die Blumenpresse: Löschpapier und Alternativen
Das Papier, das du zum Pressen von Pflanzen verwendest, ist ebenso wichtig wie der Pressdruck. Es muss Feuchtigkeit aufnehmen, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen und Schimmelbildung zu verhindern. Löschpapier ist die erste Wahl, aber es gibt auch gute Alternativen.

Löschpapier: Der Klassiker
Löschpapier ist speziell dafür entwickelt, Flüssigkeiten aufzusaugen, ohne dabei selbst zu zerfasern oder abzufärben. Es ist saugfähig, pH-neutral und ideal für empfindliche Pflanzenteile. Deshalb wird es traditionell in Pflanzenpressen verwendet und auch für die Nachfüllpackungen angeboten, wie im bereitgestellten Text erwähnt:
Nachfüllpackung Löschpapier für die Made by Me Blumenpresse in zwei Größen zum Pressen der eigenen Lieblingspflanzen Inhalt: 32 Blatt Mit der Blumenpresse können Pflanzen und Blüten ganz einfach selbst gepresst werden. [...] Die Löschpapiere in der Blumenpresse können mehrfach genutzt werden, damit sie aber lange Freude beim Blumenpressen haben, sollten die Löschpapiere auch mal gewechselt werden. Dafür finden Sie hier die perfekte Nachfüllpackung mit 32 Blatt Löschpapier für die kleine bzw. große Blumenpresse.
Die Vorteile von Löschpapier:
- Hohe Saugfähigkeit: Nimmt Feuchtigkeit schnell und effektiv auf.
- pH-neutral: Schützt die Farben der Pflanzen.
- Fusselfrei: Hinterlässt keine störenden Fasern auf den Pflanzen.
- Wiederverwendbar: Kann mehrmals verwendet werden, bevor es ausgetauscht werden muss.
Alternativen zu Löschpapier
Wenn du kein Löschpapier zur Hand hast, gibt es einige gute Alternativen:
- Zeitungspapier: Zeitungspapier ist eine kostengünstige und weit verbreitete Option. Es ist saugfähig, aber etwas weniger als Löschpapier. Verwende unbedrucktes Zeitungspapier, falls verfügbar, oder achte darauf, dass die Druckerschwärze nicht auf die Pflanzen abfärbt. Wechsle Zeitungspapier häufiger als Löschpapier, da es schneller feucht wird und weniger stabil ist.
- Kaffeefilter: Ungebleichte Kaffeefilter sind eine überraschend gute Alternative. Sie sind saugfähig, dünn und hinterlassen keine Abdrücke auf den Pflanzen. Sie eignen sich besonders gut für kleinere Blüten und filigrane Blätter.
- Papiertaschentücher (ungebleicht): Ungebleichte Papiertaschentücher können in Notfällen verwendet werden, sind aber weniger saugfähig und stabiler als Löschpapier oder Zeitungspapier. Verwende mehrere Schichten und wechsle sie häufig.
- Backpapier (Pergamentpapier): Backpapier ist eine weniger ideale Option, da es nicht sehr saugfähig ist. Es kann jedoch verwendet werden, um zu verhindern, dass Pflanzen an Zeitungspapier oder Karton haften bleiben. Kombiniere es am besten mit saugfähigeren Papieren.
Vergleich verschiedener Papiersorten zum Pflanzenpressen
| Papiersorte | Saugfähigkeit | Preis | Verfügbarkeit | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Löschpapier | Sehr hoch | Mittel | Fachhandel, Online | Sehr empfehlenswert, ideal für beste Ergebnisse |
| Zeitungspapier | Mittel | Sehr günstig | Weit verbreitet | Gute, kostengünstige Alternative, häufiger wechseln |
| Kaffeefilter | Mittel | Günstig | Supermarkt | Gut für kleine, filigrane Pflanzen |
| Papiertaschentücher (ungebleicht) | Gering | Günstig | Weit verbreitet | Notlösung, weniger empfehlenswert |
| Backpapier | Sehr gering | Mittel | Supermarkt | Nur bedingt geeignet, in Kombination mit saugfähigeren Papieren |
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pflanzenpressen ohne Pflanzenpresse
Unabhängig davon, ob du eine spezielle Pflanzenpresse oder eine Alternative verwendest, der grundlegende Prozess des Pflanzenpressens ist derselbe:
- Pflanzen sammeln und vorbereiten: Sammle Pflanzen an einem trockenen Tag. Wähle Pflanzen ohne Morgentau oder Regentropfen. Entferne überschüssige Blätter oder dicke Stiele, um den Pressvorgang zu erleichtern.
- Papier und Karton vorbereiten: Schneide Löschpapier, Zeitungspapier oder Karton in der passenden Größe für deine Presse (oder Buchseiten). Verwende für jede Pflanze mindestens zwei Blätter Papier und zwei Kartonzuschnitte. Karton sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung und verhindert Wellenbildung des Papiers.
- Pflanzen anordnen: Lege ein Blatt Papier auf den Karton, platziere die Pflanze darauf und bedecke sie mit einem weiteren Blatt Papier und einem Kartonzuschnitt. Achte darauf, dass die Pflanze flach und ohne Überlappungen liegt.
- Presse zusammensetzen: Lege die Papier- und Kartonstapel zwischen die Bretter deiner improvisierten Presse (z.B. Bücher, Bretter mit Gewichten).
- Druck ausüben: Beschwere die Presse mit Gewichten oder ziehe Schraubzwingen an, um Druck zu erzeugen. Der Druck sollte gleichmäßig sein, aber nicht so stark, dass die Pflanzen zerdrückt werden.
- Trocknen lassen: Lasse die Pflanzen mindestens eine Woche trocknen. Größere, fleischigere Pflanzen benötigen möglicherweise länger. Überprüfe die Pflanzen regelmäßig und wechsle das Papier, wenn es feucht wird. Dies ist besonders wichtig in den ersten Tagen.
- Gepresste Pflanzen entnehmen: Nachdem die Pflanzen vollständig getrocknet sind, kannst du sie vorsichtig aus der Presse nehmen. Sie sind nun bereit für deine kreativen Projekte!
Tipps für erfolgreiches Pflanzenpressen
- Wähle die richtigen Pflanzen: Flache Blüten und dünne Blätter eignen sich am besten zum Pressen. Dickfleischige Pflanzen wie Sukkulenten sind schwieriger zu pressen und benötigen längere Trocknungszeiten.
- Pflanzen vorbereiten: Entferne überschüssige Feuchtigkeit und ordne die Pflanzenteile so an, wie du sie später präsentieren möchtest.
- Regelmäßiger Papierwechsel: Wechsle das Papier, besonders in den ersten Tagen, um Schimmelbildung zu vermeiden und den Trocknungsprozess zu beschleunigen.
- Geduld haben: Pflanzenpressen braucht Zeit. Sei geduldig und gib den Pflanzen ausreichend Zeit zum Trocknen.
- Lagerung gepresster Pflanzen: Bewahre gepresste Pflanzen trocken und dunkel auf, um sie vor Feuchtigkeit und Ausbleichen zu schützen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Pflanzenpressen
- Wie lange dauert das Pflanzenpressen?
- In der Regel dauert es mindestens eine Woche, bis Pflanzen vollständig getrocknet sind. Dickere Pflanzen können bis zu zwei Wochen oder länger benötigen.
- Wie oft muss ich das Papier wechseln?
- In den ersten Tagen empfiehlt es sich, das Papier täglich oder alle zwei Tage zu wechseln, da es dann am meisten Feuchtigkeit aufnimmt. Später reicht es, das Papier alle paar Tage zu kontrollieren und bei Bedarf zu wechseln.
- Kann ich jede Pflanze pressen?
- Ja, grundsätzlich kannst du jede Pflanze pressen. Allerdings eignen sich flache Blüten und dünne Blätter besser als dicke, fleischige Pflanzen. Bei dickeren Pflanzen kann es länger dauern und es ist wichtiger, das Papier regelmäßig zu wechseln.
- Was mache ich, wenn meine gepressten Pflanzen schimmeln?
- Schimmelbildung tritt auf, wenn die Pflanzen nicht schnell genug trocknen oder zu viel Feuchtigkeit vorhanden ist. Wenn du Schimmel entdeckst, entferne die betroffenen Pflanzen und versuche es erneut mit frischem Papier und besserer Belüftung. Stelle sicher, dass du das Papier regelmäßig wechselst.
- Wie kann ich gepresste Pflanzen aufbewahren?
- Bewahre gepresste Pflanzen in einem trockenen, dunklen Ort auf. Ideal sind flache Kartons oder Ordner, in denen du die Pflanzen zwischen Papier oder Pergamentpapier legen kannst, um sie vor Beschädigung zu schützen.
Mit diesen Tipps und Tricks kannst du ganz einfach zu Hause Pflanzen pressen, auch ohne eine spezielle Pflanzenpresse. Experimentiere mit verschiedenen Alternativen und Papiersorten, um deine eigenen kreativen Projekte mit gepressten Blumen und Pflanzen zu verwirklichen. Viel Spaß beim Pressen!
