Sind Blumentiere Korallen?

Korallen: Faszinierende Tiere, Keine Pflanzen!

30/10/2021

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Korallenriffe – wer denkt da nicht an farbenprächtige Unterwasserwelten in tropischen Meeren? Man sieht Bilder von türkisfarbenem Wasser, weißen Sandstränden und Palmen vor dem geistigen Auge. Doch die Realität der Korallen ist vielschichtiger und überraschender als dieses idyllische Bild. Viele Menschen halten Korallen aufgrund ihres pflanzenähnlichen Aussehens für Unterwasserpflanzen. Aber das ist ein Irrtum! Korallen sind faszinierende Tiere, genauer gesagt, sogenannte Blumentiere.

Welche Tiere gehen an Blumen?
Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. freuen sich über viele unterschiedliche Blumen, aus denen sie den Nektar sammeln können. Pflanzenarten wie Lavendel, Kapuzinerkresse, Sonnenblumen und Kornblumen sind nicht nur eine hübsche Ergänzung des Blumenbeetes, sondern kommen bei den nützlichen Insekten sehr gut an.
Inhaltsverzeichnis

Was sind Korallen eigentlich?

Um zu verstehen, warum Korallen Tiere und keine Pflanzen sind, muss man sich ihren Aufbau genauer ansehen. Eine Koralle ist nicht ein einzelnes Lebewesen, sondern ein Zusammenschluss von vielen kleinen Einzelwesen, den sogenannten Polypen. Stellen Sie sich eine winzige, röhrenförmige Kreatur vor – das ist ein Polyp. Dieser Polyp besitzt einen hohlen Körper und am oberen Ende Tentakel, die ihn wie eine kleine Krone umgeben. Mit diesen Tentakeln fängt der Polyp seine Nahrung aus dem Wasser.

Viele Polypen leben in Kolonien zusammen und bilden so das, was wir als Koralle kennen. Diese Kolonien können beeindruckende Größen erreichen und ganze Riffe formen. Das, was wir als das feste „Skelett“ der Koralle wahrnehmen, ist Kalk, den die Polypen ausscheiden. Dieses Kalkskelett dient den Polypen als Schutz und Anker auf dem Meeresgrund. Nur die oberste Schicht der Koralle ist lebendig, darunter befindet sich das feste, kalkhaltige Gerüst.

Sind Blumentiere Korallen?
Viele Polypen in den Tropen sind bunt gefärbt, so dass man tropische Korallenriffe für Unterwasserpflanzen halten könnte. Deshalb zählen Korallen auch zu den so genannten Blumentieren (Anthozoa).

Die Bezeichnung „Blumentiere“ (Anthozoa) für Korallen kommt nicht von ungefähr. Die bunten Farben und die blütenartigen Tentakel der Polypen lassen sie tatsächlich wie Unterwasserblumen aussehen. Gerade in tropischen Riffen, mit ihrer unglaublichen Farbenpracht, fällt es schwer zu glauben, dass es sich hierbei um Tiere handelt.

Korallen im kalten Nordmeer?

Lange Zeit herrschte die Annahme, dass Korallen ausschließlich in warmen, tropischen Gewässern vorkommen. Doch diese Vorstellung wurde durch die Entdeckung von Professor André Freiwald widerlegt. Freiwald, ein Experte für Meeresgeologie, stieß bei der Durchsicht alter Aufzeichnungen des norwegischen Biologen Carl Dons auf Hinweise für Korallen im Nordmeer. Dons hatte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von Korallen in diesen kalten Gewässern berichtet, doch seine Aufzeichnungen gerieten in Vergessenheit.

Professor Freiwald, der ein Faible für Archivforschung hat, entdeckte diese Notizen wieder und wurde neugierig. Als er mit dem Forschungsschiff Poseidon in der Nähe eines von Dons beschriebenen Seegebiets unterwegs war, nutzte er die Gelegenheit und suchte mit einer Unterwasserkamera nach den vermeintlichen Nordmeer-Korallen. Und tatsächlich – sein Team wurde fündig! Mit einem Tauchroboter konnten Proben genommen und Fotos sowie Filme dieser bis dahin unbekannten Korallenarten an die Oberfläche gebracht werden. Diese Entdeckung war eine kleine Sensation und zeigte, dass Korallen viel anpassungsfähiger sind als bisher angenommen.

Ist eine Seeanemone ein Tier?
Sind Seeanemonen Pflanzen oder Tiere? Wenn man Seeanemonen sieht, drängt sich das Bild der Blume unweigerlich auf. In allen Farben, filigran und zerbrechlich wiegen sich ihre Fangarme in der Strömung. Doch die zu den Blumentieren gehörigen Wesen sind eindeutig Tiere.

Symbiose und Räuberische Polypen: Zwei Welten der Ernährung

Ein wesentlicher Unterschied zwischen tropischen Warmwasserkorallen und den Nordmeer-Kaltwasserkorallen liegt in ihrer Ernährung. Viele Warmwasserkorallen leben in einer faszinierenden Partnerschaft, einer Symbiose, mit winzigen Algen. Diese Algen, auch Zooxanthellen genannt, leben in den Zellen der Korallenpolypen und betreiben Photosynthese – sie wandeln Sonnenlicht in Energie um, genau wie Pflanzen. Dabei produzieren sie Zucker und Sauerstoff, von denen die Korallen profitieren. Im Gegenzug bieten die Korallen den Algen einen geschützten Lebensraum und versorgen sie mit Kohlendioxid und Nährstoffen. Diese Symbiose ist für das Überleben vieler tropischer Korallen unerlässlich, da das Wasser in den Tropen oft nährstoffarm ist. Die Algen verleihen den Korallen auch ihre leuchtenden Farben.

Im kalten und dunklen Wasser des Nordmeeres ist Photosynthese jedoch nicht möglich. Daher sind die Kaltwasserkorallen auf eine andere Nahrungsquelle angewiesen. Sie ernähren sich räuberisch von Zoo- und Phytoplankton, winzigen Tierchen und Algen, die im Wasser treiben. Die Polypen filtern das Meerwasser und fangen mit ihren Tentakeln diese Nahrungspartikel ein. Dieses nährstoffreiche Wasser findet sich besonders an Stellen, wo verschiedene Meeresströmungen zusammentreffen, beispielsweise an Unterwasserschwellen und Moränenrücken. Hier siedeln sich die Kaltwasserkorallen besonders gerne an.

Gefährdeter Lebensraum Korallenriff

Ob tropische Warmwasserriffe oder kalte Nordmeer-Korallengärten – diese einzigartigen Lebensräume sind gefährdet. Eine der größten Bedrohungen stellt die ausgedehnte Schleppnetzfischerei dar. Schwere Bodenschleppnetze, die über den Meeresgrund gezogen werden, zerstören Korallenriffe regelrecht. Sie reißen die empfindlichen Strukturen ab und vernichten den Lebensraum vieler Meeresbewohner.

Ist ein Koralle ein Tier?
Auch wenn sie oft so aussehen und festsitzen: Korallen sind keine Pflanzen, sondern Tiere. Genauer: Nesseltiere – so wie Quallen. Korallen haben keine Arme, Beine und Gesichter, sondern bestehen aus vielen einzelnen winzigen Tieren, die Polypen heißen.

Auch die Klimaerwärmung setzt den Korallen stark zu. Steigende Wassertemperaturen können zum sogenannten Korallenbleiche führen. Dabei stoßen die Korallen die in Symbiose lebenden Algen ab, verlieren ihre Farbe und sterben im schlimmsten Fall ab. Zudem verändert die Klimaerwärmung die chemische Zusammensetzung des Meerwassers, was sich ebenfalls negativ auf die Korallen auswirkt. Der Schutz dieser faszinierenden Blumentiere und ihrer Lebensräume ist daher von großer Bedeutung für den Erhalt der marinen Artenvielfalt.

Warum sind Korallen Tiere und keine Pflanzen?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Korallen eindeutig zum Tierreich gehören, obwohl ihr Aussehen und ihre Lebensweise manchmal an Pflanzen erinnern mögen. Hier sind die wichtigsten Gründe dafür:

  • Polypenstruktur: Korallen bestehen aus Polypen, die einen typischen tierischen Körperbau aufweisen.
  • Heterotrophe Ernährung: Korallen sind heterotroph, das heißt, sie ernähren sich von organischen Stoffen. Dies geschieht entweder räuberisch durch das Fangen von Plankton oder durch die Symbiose mit Algen, wobei auch hier die Algen Photosynthese betreiben und die Koralle von den Produkten profitiert. Pflanzen hingegen sind autotroph und betreiben selbst Photosynthese, um ihre Nahrung zu produzieren.
  • Fortpflanzung: Korallen vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich (durch Knospung). Die ungeschlechtliche Vermehrung durch Knospung, bei der neue Polypen aus dem Mutterpolypen hervorgehen, erinnert zwar an das Wachstum von Pflanzen, ist aber auch bei vielen Tierarten zu finden.
  • Keine Zellulose: Pflanzenzellwände bestehen aus Zellulose, während Korallen keine Zellulose enthalten. Ihr Skelett besteht aus Kalk.

Häufig gestellte Fragen zu Korallen

Sind Korallen Pflanzen oder Tiere?
Korallen sind eindeutig Tiere, genauer gesagt Blumentiere (Anthozoa).
Wo leben Korallen?
Korallen leben in Meeren weltweit, sowohl in warmen, tropischen Gewässern als auch in kalten Meeren wie dem Nordmeer.
Was fressen Korallen?
Die Ernährung von Korallen ist unterschiedlich. Warmwasserkorallen leben oft in Symbiose mit Algen und profitieren von deren Photosyntheseprodukten. Kaltwasserkorallen ernähren sich räuberisch von Plankton.
Sind Korallen gefährdet?
Ja, Korallen sind durch verschiedene Faktoren wie Schleppnetzfischerei, Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung stark gefährdet. Der Schutz der Korallenriffe ist daher sehr wichtig.

Korallen sind faszinierende Lebewesen, die eine wichtige Rolle in den Ökosystemen der Meere spielen. Es ist entscheidend, mehr über sie zu lernen und Maßnahmen zu ergreifen, um diese einzigartigen Blumentiere und ihre Lebensräume zu schützen.

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