Wie erkenne ich, ob ich zu viel oder zu wenig gegossen habe?

Hartes Wasser für Pflanzen: Freund oder Feind?

17/06/2021

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Hartes Wasser ist ein häufiges Problem in vielen Haushalten und kann nicht nur Haushaltsgeräte beeinträchtigen, sondern auch Auswirkungen auf Ihre geliebten Pflanzen haben. Aber ist hartes Wasser wirklich schädlich für Pflanzen, oder gibt es sogar Vorteile? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von hartem Wasser für Pflanzen, erklärt, welche Pflanzen empfindlich reagieren und gibt Ihnen praktische Tipps, wie Sie das Gießwasser optimal aufbereiten können.

Warum nicht mit Leitungswasser gießen?
Kalkgehalt: Leitungswasser enthält oft Kalk und andere Mineralien, die sich im Boden ansammeln können. Dies kann das Pflanzenwachstum beeinträchtigen und sollte bei der Bewässerung von Pflanzen berücksichtigt werden. Langfristig kann der Boden versalzen und unfruchtbar werden.
Inhaltsverzeichnis

Was ist hartes Wasser eigentlich?

Hartes Wasser zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Mineralien, insbesondere Calcium und Magnesium, aus. Diese Mineralien stammen aus dem natürlichen Wasserkreislauf, wenn Wasser durch Kalkstein- und Gipsgestein sickert. Während diese Mineralien für den menschlichen Körper in gewissen Mengen sogar gesund sein können, kann hartes Wasser für einige Pflanzenarten problematisch sein. Der im harten Wasser enthaltene Kalk kann die Aufnahme wichtiger Nährstoffe durch die Pflanzenwurzeln erschweren. Bestimmte Mineralien wie Eisen und Kalium, die für ein kräftiges Wachstum unerlässlich sind, können in einem alkalischen Milieu schlechter verfügbar sein.

Kalkliebende versus kalkmeidende Pflanzen

Pflanzen reagieren unterschiedlich auf hartes Wasser. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Kategorien:

  • Kalkliebende Pflanzen: Diese Pflanzenarten bevorzugen kalkhaltige Böden und kommen gut mit hartem Wasser zurecht. Sie sind an höhere pH-Werte angepasst und können die Mineralien im harten Wasser sogar nutzen. Beispiele für kalkliebende Pflanzen sind viele mediterrane Kräuter, Lavendel und einige Gemüsesorten.
  • Kalkmeidende Pflanzen (auch säurefreundliche Pflanzen genannt): Diese Pflanzen sind empfindlich gegenüber Kalk und bevorzugen einen sauren Boden mit einem niedrigeren pH-Wert. Hartes Wasser kann für sie schädlich sein, da es den pH-Wert des Bodens erhöht und die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt. Bekannte kalkmeidende Pflanzen sind Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Orchideen, Farne und Kamelien.

Regenwasser – Das ideale Gießwasser

Regenwasser ist das natürlichste und oft beste Gießwasser für die meisten Pflanzen. Es hat einen niedrigen pH-Wert (zwischen 5,5 und 6,5) und ist nahezu mineralfrei. Im Vergleich zu Leitungswasser enthält Regenwasser keine Härtebildner wie Calcium und Magnesium. Zudem nimmt Regenwasser beim Durchlaufen der Atmosphäre Stickstoffverbindungen auf, die als natürlicher Dünger für Pflanzen dienen können. Für kalkmeidende Pflanzen ist Regenwasser besonders empfehlenswert, da es die Aufkalkung des Bodens verhindert. Sammeln Sie Regenwasser in einer Regentonne oder einem Eimer, um Ihren Pflanzen etwas Gutes zu tun und gleichzeitig Wasser zu sparen.

Enthärtetes Wasser – Keine gute Idee zum Gießen

Obwohl der Gedanke naheliegend ist, Pflanzen mit enthärtetem Wasser zu gießen, ist dies keine gute Lösung. Wasserenthärtungsanlagen arbeiten häufig mit einem Ionenaustauscher, der Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen austauscht. Das enthärtete Wasser enthält dann zwar weniger Kalk, aber eine erhöhte Menge an Natrium. Natrium ist für viele Pflanzen schädlich und kann zu Salzablagerungen im Boden führen, die die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Wurzeln behindern. Vermeiden Sie es daher unbedingt, Wasser aus Enthärtungsanlagen zum Gießen zu verwenden.

Kann man Pflanzen mit destilliertem Wasser gießen?
Leitungswasser kann zu kalkhaltig sein und einen zu hohen pH-Wert aufweisen, was der Pflanze auf Dauer schadet. Destilliertes Wasser hingegen spült die Mineralien und Nährstoffe aus dem Boden und sollte daher nicht allein als Gießwasser verwendet werden. 28. Aug. 2022

Gießwasser ansäuern – So geht’s

Wenn Ihr Leitungswasser sehr hart ist und Sie vor allem kalkmeidende Pflanzen besitzen, kann es sinnvoll sein, das Gießwasser anzusäuern, um den pH-Wert zu senken. Es gibt verschiedene Methoden, um den pH-Wert des Gießwassers zu beeinflussen:

  • Essig oder Zitronensäure: Ein paar Spritzer Essig oder Zitronensaft im Gießwasser können den pH-Wert senken. Beginnen Sie mit kleinen Mengen und testen Sie den pH-Wert mit Teststreifen, um die richtige Dosierung zu finden. Vorsicht: Zu viel Säure kann schädlich für Pflanzen sein.
  • Spezielle pH-Senker: Im Fachhandel sind spezielle pH-Senker für Gießwasser erhältlich. Diese Produkte sind in der Regel konzentrierter und ermöglichen eine präzisere Dosierung.
  • Torffilter: Eine natürliche Methode ist die Verwendung eines Torffilters. Legen Sie Torf in einen Behälter und lassen Sie das Gießwasser langsam durch den Torf laufen. Der Torf gibt Säuren ab und senkt den pH-Wert des Wassers.

Der optimale pH-Wert für die meisten Pflanzen liegt bei etwa 6,0. Für Rhododendren, Azaleen und Hortensien ist ein leicht saurer pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 ideal.

Auswirkungen von hartem Wasser auf Pflanzen

Regelmäßiges Gießen mit hartem Wasser kann verschiedene negative Auswirkungen auf Pflanzen haben, insbesondere auf kalkmeidende Arten:

  • Aufkalkung des Bodens: Die ständige Zufuhr von Kalk durch hartes Wasser führt zu einer allmählichen Aufkalkung des Bodens. Der pH-Wert steigt, und der Boden wird alkalischer.
  • Nährstoffmangel: In alkalischem Boden können bestimmte Nährstoffe, insbesondere Eisen, Mangan und Phosphor, für die Pflanzenwurzeln schlechter verfügbar sein. Dies kann zu Nährstoffmangelerscheinungen führen.
  • Blattchlorose: Ein typisches Symptom für Eisenmangel, der durch hartes Wasser verursacht werden kann, ist die Blattchlorose. Dabei verfärben sich die Blätter gelb, während die Blattadern grün bleiben.
  • Weiße Ablagerungen: Auf der Erdoberfläche und den Blättern können sich weiße Kalkablagerungen bilden, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch die Poren der Blätter verstopfen können.
  • Wachstumsstörungen: Langfristig kann hartes Wasser zu Wachstumsstörungen, kümmerlichem Wuchs und einer geringeren Blütenbildung führen. In schweren Fällen kann die Pflanze sogar eingehen.

Was tun gegen hartes Wasser beim Gießen?

Glücklicherweise gibt es verschiedene Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen von hartem Wasser auf Pflanzen zu minimieren:

  • Regenwasser nutzen: Die einfachste und beste Lösung ist, so viel Regenwasser wie möglich zu sammeln und zum Gießen zu verwenden.
  • Leitungswasser abstehen lassen: Lassen Sie Leitungswasser vor dem Gießen einige Stunden oder über Nacht abstehen. Ein Teil des Kalks kann sich dabei absetzen.
  • Gießwasser verdünnen: Verdünnen Sie hartes Leitungswasser mit destilliertem Wasser oder Regenwasser. Eine Mischung aus einem Drittel destilliertem Wasser und zwei Drittel Leitungswasser kann bereits eine deutliche Verbesserung bringen.
  • Regelmäßiges Umtopfen: Frische Blumenerde ist in der Regel leicht sauer und kann der Aufkalkung des Bodens entgegenwirken. Topfen Sie Ihre Pflanzen mindestens einmal jährlich um, um den pH-Wert des Substrats zu stabilisieren und die Nährstoffversorgung zu verbessern.
  • Geeignete Blumenerde verwenden: Verwenden Sie für kalkmeidende Pflanzen spezielle Rhododendronerde oder Moorbeeterde, die einen niedrigen pH-Wert aufweist.
  • Gießwasser ansäuern: Bei sehr hartem Wasser und empfindlichen Pflanzen können Sie das Gießwasser gezielt ansäuern (siehe Abschnitt „Gießwasser ansäuern – So geht’s“).

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu hartem Wasser und Pflanzen

Ist hartes Wasser immer schädlich für Pflanzen?

Nein, nicht für alle Pflanzen. Kalkliebende Pflanzen vertragen hartes Wasser gut. Für kalkmeidende Pflanzen kann hartes Wasser jedoch problematisch sein.

Wie erkenne ich, ob mein Leitungswasser hart ist?

Informationen zur Wasserhärte in Ihrer Region finden Sie in der Regel auf der Webseite Ihres Wasserversorgers. Sie können die Wasserhärte auch mit Teststreifen aus dem Baumarkt oder der Apotheke selbst messen.

Sollte man jeden Tag gießen?
Alle 2-3 Tage sollten Sie reichlich gießen. So gelangt genug Wasser in den Untergrund und wird dort gespeichert. Beim kurzen täglichen Wässern verdunstet dagegen ein großer Teil des Wassers ungenutzt bevor der Boden es aufnehmen kann. Regnet es reichlich, dann hat die Pflanze genug Wasser.

Kann ich Pflanzen mit Mineralwasser gießen?

Mineralwasser ist in der Regel reich an Mineralien und kann daher ähnlich wie hartes Leitungswasser wirken. Es ist nicht ideal zum regelmäßigen Gießen, kann aber in Ausnahmefällen verwendet werden, wenn kein anderes Wasser zur Verfügung steht.

Welche Pflanzen sind besonders empfindlich gegenüber hartem Wasser?

Besonders empfindlich sind Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Orchideen, Farne, Kamelien, Eriken und Bromelien.

Fazit

Hartes Wasser kann für einige Pflanzenarten, insbesondere kalkmeidende Pflanzen, problematisch sein. Die gute Nachricht ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, die negativen Auswirkungen zu minimieren. Durch die Verwendung von Regenwasser, das Verdünnen des Leitungswassers oder das Ansäuern des Gießwassers können Sie sicherstellen, dass Ihre Pflanzen optimal mit Wasser versorgt werden und gesund und kräftig wachsen. Achten Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen und passen Sie die Wasserqualität entsprechend an, um lange Freude an Ihrem grünen Paradies zu haben.

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