03/05/2023
Geranien, die farbenfrohen Lieblinge auf Balkonen und Terrassen, sind leider nicht winterhart. Damit Sie sich auch im nächsten Jahr wieder an ihrer Blütenpracht erfreuen können, ist es wichtig, sie richtig zu überwintern. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihre Geranien erfolgreich durch den Winter zu bringen.

- Warum Geranien überwintern?
- Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Einwintern?
- Vorbereitung der Geranien auf den Winter
- Methoden zur Geranien-Überwinterung
- 1. Geranien im Topf überwintern (kühl und mäßig hell)
- 2. Geranien dunkel und kühl ohne Erde überwintern (wurzelnackt)
- 3. Geranien hell und warm überwintern (mit Austrieb)
- 4. Überwinterung als Stecklinge
- 5. Geranien überwintern in der Wohnung
- 6. Geranien überwintern: Kühl in einem Kübel
- 7. Geranien überwintern: Wurzeln kopfüber in einem Beutel lagern
- 8. In milden Regionen: Geranien im Erdloch überwintern lassen
- Geranien nach dem Winter zum Blühen bringen
- Vergleich der Überwinterungsmethoden
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Warum Geranien überwintern?
Im Gegensatz zu einigen winterharten Stauden, wie dem botanisch verwandten Storchschnabel (Geranium), vertragen Pelargonien, die im Volksmund als Geranien bekannt sind, keinen Frost. Sinkende Temperaturen unter null Grad Celsius können ihnen schnell den Garaus machen. Daher ist es unerlässlich, Ihre Geranien vor dem ersten Frost in ein geeignetes Winterquartier zu bringen, um ihr Überleben und ihre Blühfreudigkeit im kommenden Frühjahr zu sichern.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Einwintern?
Der ideale Zeitpunkt, um Ihre Geranien ins Winterquartier zu bringen, liegt zwischen Ende September und Oktober, bevor der erste Frost einsetzt. Zwar können robuste Geranien kurzzeitig leichte Fröste bis zu -5°C ertragen, jedoch sollten Sie es nicht darauf ankommen lassen. Spätestens Ende Oktober, oder sobald die Temperaturen dauerhaft sinken, ist es Zeit zu handeln. Sollte Sie der Frost überrascht haben, besteht dennoch Hoffnung, solange nur die Blätter und nicht die Triebe erfroren sind. In diesem Fall können die Pflanzen im Frühjahr oft wieder austreiben.
Vorbereitung der Geranien auf den Winter
Bevor Sie Ihre Geranien in ihr Winterquartier umziehen lassen, sind einige Vorbereitungen sinnvoll:
Rückschnitt der Geranien
Ein wichtiger Schritt ist der Rückschnitt. Entfernen Sie zunächst alle Blätter der Pflanze. Kürzen Sie dann die unverholzten Triebe auf etwa 10 Zentimeter Länge. Achten Sie darauf, dass an jedem Trieb noch 2 bis 3 verdickte Knoten, die sogenannten „schlafenden Knospen“, verbleiben. Die verholzten Triebteile werden nicht geschnitten. Dieser Rückschnitt hat mehrere Vorteile: Er minimiert die Verdunstung und somit den Wasserverlust der Pflanze, reduziert das Risiko von Pflanzenkrankheiten und spart Platz im Winterquartier.
Kontrolle auf Schädlinge
Untersuchen Sie Ihre Geranien gründlich auf Schädlinge. Ein Befall sollte vor der Überwinterung behandelt werden, um eine Ausbreitung im Winterquartier zu verhindern. Besonders bei warmer Überwinterung sind Geranien anfälliger für Schädlinge.
Methoden zur Geranien-Überwinterung
Es gibt verschiedene Methoden, um Ihre Geranien erfolgreich durch den Winter zu bringen. Die Wahl der Methode hängt von Ihren räumlichen Gegebenheiten und dem gewünschten Aufwand ab.

1. Geranien im Topf überwintern (kühl und mäßig hell)
Diese Methode ist besonders einfach und erfordert wenig Aufwand. Bereiten Sie die Geranien etwa einen Monat vor dem Einwintern vor, indem Sie die Düngung reduzieren. Schneiden Sie die Pflanzen wie oben beschrieben zurück. Stellen Sie die Töpfe anschließend an einen kühlen und mäßig hellen Ort mit Temperaturen zwischen 8 und 10°C. Ein Kellerraum, ein ungeheizter Wintergarten oder ein kühles Treppenhaus eignen sich gut. Düngen Sie die Geranien während der Wintermonate nicht und gießen Sie sie nur so selten, dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Bei dieser Methode wachsen die Pflanzen kaum weiter. Im Frühjahr, etwa ab Februar/März, können Sie die Geranien umtopfen und an einen wärmeren, helleren Ort stellen, um sie auf die neue Saison vorzubereiten.
2. Geranien dunkel und kühl ohne Erde überwintern (wurzelnackt)
Diese Methode ist platzsparend, aber etwas risikoreicher. Nach dem Rückschnitt werden die Geranien aus den Töpfen genommen und die Wurzeln von Erde befreit. Wickeln Sie die Wurzelstöcke in Zeitungspapier oder legen Sie sie in Papiertüten. Lagern Sie die Wurzelballen liegend in Kisten oder hängend an einem kühlen und dunklen Ort. Ein Keller oder eine Garage sind ideal. Die Temperatur sollte zwischen 2 und 8°C liegen. Kontrollieren Sie die Wurzeln regelmäßig auf Trockenheit oder Fäulnis. Sollten die Wurzeln zu trocken werden, können Sie sie leicht mit Wasser besprühen. Im Frühjahr pflanzen Sie die Geranien in frische Erde ein und beginnen mit dem Angießen.
3. Geranien hell und warm überwintern (mit Austrieb)
Diese Methode ist aufwändiger und erfordert mehr Platz und Pflege. Stellen Sie die zurückgeschnittenen Geranien an einen hellen und warmen Platz, beispielsweise auf eine Fensterbank in einem beheizten Raum. Hier treiben die Pflanzen im Winter neu aus. Wenn sich zu viele neue Triebe bilden, können Sie diese zurückschneiden, um einen buschigen Wuchs zu fördern und die Blütenbildung anzuregen. Bei dieser Methode müssen die Geranien regelmäßig gegossen und gedüngt werden, wenn auch in geringerer Dosierung als im Sommer. Beachten Sie jedoch, dass einige Geraniensorten, wie Pelargonium grandiflorum-Hybriden, einen Kältereiz für die Blütenbildung benötigen. Eine warme Überwinterung kann daher die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen.
4. Überwinterung als Stecklinge
Diese Methode ist ideal, wenn Sie Platz sparen möchten und gleichzeitig Ihre Geranien vermehren wollen. Schneiden Sie im Herbst halbreife Stecklinge von den Trieben. Stecken Sie die Stecklinge in Anzuchterde und stellen Sie sie an einen warmen Ort (ca. 15°C). Die Bewurzelung kann einige Wochen dauern. Sobald die Stecklinge Wurzeln gebildet haben, können Sie sie an einen kühleren Ort (8-10°C) stellen und wie junge Geranien überwintern. Im Frühjahr werden die bewurzelten Stecklinge umgetopft und entspitzt, um einen buschigen Wuchs zu fördern.
5. Geranien überwintern in der Wohnung
Wenn Sie keinen Keller oder kühlen Raum haben, können Sie Geranien auch in der Wohnung überwintern. Wählen Sie einen möglichst hellen Standort, vermeiden Sie jedoch direkte Heizungsluft und Temperaturschwankungen durch Lüften. Ein Pflanzenlicht kann in der dunklen Jahreszeit hilfreich sein. Ein Rückschnitt ist bei dieser Methode nicht unbedingt erforderlich, kann aber Platz sparen. Gießen Sie die Geranien nur sparsam und düngen Sie nicht.

6. Geranien überwintern: Kühl in einem Kübel
Für diese Methode benötigen Sie einen kühlen und dunklen Ort mit Temperaturen zwischen 5 und 10°C, wie einen Hausflur oder Kellerraum. Nehmen Sie die Geranien aus den Töpfen und entfernen Sie vorsichtig die Erde von den Wurzeln, wobei Sie möglichst viele Feinwurzeln erhalten sollten. Schneiden Sie die Triebe auf etwa 10 Zentimeter zurück und entfernen Sie die meisten Blätter. Setzen Sie mehrere Geranien in einen großen Kübel und bedecken Sie die Wurzeln locker mit einem Sand-Erde-Gemisch. Gießen Sie nur wenig.
7. Geranien überwintern: Wurzeln kopfüber in einem Beutel lagern
Diese ungewöhnliche Methode ist ebenfalls platzsparend. Nehmen Sie die Geranien aus den Töpfen, entfernen Sie Erde und Blätter. Verpacken Sie die Wurzeln in eine Plastiktüte mit Luftlöchern, beispielsweise eine Frischhaltetüte. Binden Sie die Tüte fest und hängen Sie die Geranie kopfüber an einem dunklen und kühlen Ort auf, wie Keller, Dachboden oder Gartenhaus. Wichtig ist, dass die Geranien vor Frost geschützt sind.
8. In milden Regionen: Geranien im Erdloch überwintern lassen
In sehr milden Regionen, in denen die Temperaturen nicht unter -2°C fallen, können Sie Geranien auch im Erdloch überwintern. Graben Sie an einer trockenen Stelle im Garten ein etwa 80 Zentimeter tiefes Loch. Legen Sie das Loch mit Ästen, Reisig oder Stroh aus. Nehmen Sie die Geranien aus den Töpfen, entfernen Sie Erde und Blätter, schneiden Sie sie zurück. Platzieren Sie die Pflanzen im Erdloch, bedecken Sie sie mit einer Kokos- oder Strohmatte und füllen Sie das Loch wieder auf. Diese Methode ist jedoch risikoreich und nur bei sehr milden Wintern empfehlenswert.
Geranien nach dem Winter zum Blühen bringen
Ab Ende Februar oder Anfang März, wenn die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, können Sie Ihre Geranien auf die neue Saison vorbereiten. Stellen Sie die Töpfe an einen helleren und wärmeren Ort (ab 18°C), beispielsweise auf eine Fensterbank. Gießen Sie die Pflanzen etwas mehr und beginnen Sie, sie langsam an wärmere Temperaturen zu gewöhnen. Schneiden Sie sogenannte „Geiltriebe“, also lange, dünne Triebe, zurück. Auch Triebe, die sich über den Winter gebildet haben, können Sie kürzen, um einen buschigeren Wuchs zu fördern. Entfernen Sie trockene oder schwarze Stängel vollständig. Topfen Sie die Geranien in frische Geranienerde um und beginnen Sie mit dem Düngen, sobald die Pflanzen wieder austreiben. Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Geranien wieder ins Freie, auf den Balkon oder die Terrasse.
Vergleich der Überwinterungsmethoden
| Methode | Vorteile | Nachteile | Aufwand | Platzbedarf |
|---|---|---|---|---|
| Im Topf (kühl & mäßig hell) | Einfach, geringer Aufwand | Benötigt kühlen Raum, etwas Platz | Gering | Mittel |
| Wurzelnackt (kühl & dunkel) | Platzsparend | Risiko des Austrocknens/Fäulnis, regelmäßige Kontrolle | Mittel | Gering |
| Hell & warm (mit Austrieb) | Früher Austrieb | Hoher Pflegeaufwand, hoher Platzbedarf, evtl. weniger Blüten | Hoch | Hoch |
| Stecklinge | Platzsparend, Vermehrung | Etwas aufwändiger | Mittel | Gering |
| In der Wohnung (hell) | Kein separater Raum nötig | Evtl. Schädlinge, weniger ideal | Gering | Mittel |
| Kübel (kühl & dunkel) | Einfach, geringer Aufwand | Benötigt kühlen Raum, etwas Platz | Gering | Mittel |
| Wurzeln im Beutel (kopfüber) | Platzsparend, ungewöhnlich | Risiko des Austrocknens/Fäulnis, regelmäßige Kontrolle | Mittel | Gering |
| Erdloch (milde Regionen) | Naturnah | Nur in milden Regionen, risikoreich | Mittel | Gering |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Sind Geranien winterhart?
- Nein, Geranien (Pelargonien) sind nicht winterhart und müssen vor Frost geschützt überwintert werden.
- Bis zu welcher Temperatur vertragen Geranien Frost?
- Geranien können kurzzeitig leichten Frost bis zu -5°C ertragen, sollten aber rechtzeitig vor stärkerem Frost ins Winterquartier gebracht werden.
- Muss man Geranien vor dem Überwintern zurückschneiden?
- Ja, ein Rückschnitt ist empfehlenswert. Er reduziert den Wasserverlust, minimiert das Krankheitsrisiko und spart Platz.
- Wann kann ich die Geranien nach dem Winter wieder ins Freie stellen?
- Nach den Eisheiligen Mitte bis Ende Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
- Muss ich Geranien im Winter gießen?
- Ja, aber nur sehr sparsam. Die Erde sollte nicht vollständig austrocknen, aber auch nicht zu feucht sein, um Fäulnis zu vermeiden.
- Muss ich Geranien im Winter düngen?
- Nein, während der Überwinterung sollten Geranien nicht gedüngt werden.
Fazit
Mit der richtigen Überwinterungsmethode können Sie Ihre Geranien problemlos durch den Winter bringen und sich im nächsten Jahr wieder an einer üppigen Blütenpracht erfreuen. Wählen Sie die Methode, die am besten zu Ihren Gegebenheiten passt, und beachten Sie die wichtigsten Pflegetipps. So steht einem farbenfrohen Sommer mit Ihren Geranien nichts mehr im Wege!
