12/10/2023
Ein blühender, gesunder Garten ist der Traum vieler Gartenbesitzer. Doch oft werden diese Träume von lästigen Schädlingen getrübt. Bevor Sie zu chemischen Keulen greifen, sollten Sie eine natürliche und effektive Methode in Betracht ziehen: das Anlocken von Nützlingen. Diese kleinen Helfer sind natürliche Feinde von Blattläusen, Spinnmilben und Co. und können Ihren Garten auf sanfte Weise schützen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pflanzen Nützlinge besonders anziehen und wie Sie Ihren Garten nützlingsfreundlich gestalten können.

Warum Nützlinge im Garten wichtig sind
Nützlinge sind Insekten und andere kleine Tiere, die sich von Schädlingen ernähren oder diese parasitieren. Sie bilden ein natürliches Gleichgewicht im Garten und helfen, Schädlingspopulationen auf natürliche Weise zu regulieren. Der Einsatz von Nützlingen ist eine umweltfreundliche Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln, die nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge und andere Lebewesen schädigen können. Ein Garten mit einer vielfältigen Nützlingspopulation ist widerstandsfähiger gegen Schädlingsbefall und benötigt weniger menschliches Eingreifen.
Welche Pflanzen ziehen Nützlinge an?
Die Auswahl der richtigen Pflanzen ist entscheidend, um Nützlinge in Ihren Garten zu locken. Viele Nützlinge benötigen Nektar und Pollen als Nahrungsquelle, besonders im Frühjahr und Herbst, wenn Schädlinge noch nicht oder nicht mehr in großer Zahl vorhanden sind. Andere Nützlinge benötigen bestimmte Pflanzen als Eiablageplatz oder Unterschlupf. Hier sind einige Pflanzengruppen und Beispiele, die besonders nützlingsfreundlich sind:
Wildblumen und Wildkräuter
Wildblumen und viele sogenannte Wildkräuter sind wahre Nützlingsmagnete. Sie bieten nicht nur Nahrung in Form von Nektar und Pollen, sondern auch Lebensraum und Unterschlupf. Viele Wildblumen blühen über einen langen Zeitraum und versorgen Nützlinge so kontinuierlich mit Nahrung. Beispiele für nützlingsfreundliche Wildblumen und Wildkräuter sind:
- Kornblume: Zieht Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge an.
- Margerite: Beliebt bei Schwebfliegen, Marienkäfern und Wildbienen.
- Ringelblume: Lockt Schwebfliegen, Florfliegen und Marienkäfer an und wirkt bodenverbessernd.
- Schafgarbe: Attraktiv für Schwebfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen.
- Wilde Möhre: Zieht Schwebfliegen, Schlupfwespen und Raubwanzen an.
- Löwenzahn: Eine wichtige frühe Nahrungsquelle für Bienen und andere Nützlinge.
- Brennnessel: Wichtig für Schmetterlingsraupen, aber auch ein Unterschlupf für Marienkäfer und Florfliegen.
Viele dieser Pflanzen werden oft als „Unkraut“ betrachtet und bekämpft. In einem nützlingsfreundlichen Garten sollten Sie jedoch einen Platz für diese wertvollen Pflanzen reservieren. Eine Wildblumenwiese oder eine Ecke mit Wildkräutern ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Paradies für Nützlinge.
Kräuter
Auch viele Kräuter sind nicht nur für uns Menschen wertvoll, sondern auch für Nützlinge. Sie bieten Nektar, Pollen und dienen teilweise als Wirtspflanzen für bestimmte Nützlinge. Beispiele für nützlingsfreundliche Kräuter sind:
- Dill: Zieht Schwebfliegen, Florfliegen und Marienkäfer an.
- Fenchel: Beliebt bei Schwebfliegen, Schlupfwespen und Marienkäfern.
- Koriander: Attraktiv für Schwebfliegen, Florfliegen und Bienen.
- Lavendel: Lockt Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an.
- Rosmarin: Beliebt bei Bienen und Schwebfliegen.
- Thymian: Attraktiv für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen.
- Pfefferminze: Zieht Schwebfliegen und Schlupfwespen an.
Pflanzen Sie Kräuter nicht nur im Kräuterbeet, sondern auch zwischen Gemüse und Blumen. So profitieren alle Pflanzen von den Nützlingen.
Blumen
Viele Blumen, insbesondere ungefüllte Sorten, sind ebenfalls wertvolle Nektar- und Pollenquellen für Nützlinge. Achten Sie bei der Auswahl von Blumen auf eine lange Blütezeit und eine Vielfalt an Blütenformen, um unterschiedliche Nützlinge anzusprechen. Beispiele für nützlingsfreundliche Blumen sind:
- Sonnenblumen: Bieten Pollen und Nektar für Bienen und andere Insekten.
- Cosmea (Schmuckkörbchen): Lockt Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge an.
- Zinnien: Beliebt bei Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlingen.
- Kapuzinerkresse: Zieht Schwebfliegen und Blattlauslöwen an, dient auch als Ablenkpflanze für Blattläuse.
- Phacelia (Büschelschön): Eine ausgezeichnete Bienenweide und lockt auch andere Nützlinge an.
- Goldrute: Späte Blütezeit, wichtige Nahrungsquelle für Nützlinge im Herbst.
- Aster: Späte Blütezeit, ebenfalls wichtig für Nützlinge im Herbst.
Gehölze und Hecken
Auch Gehölze und Hecken spielen eine wichtige Rolle für Nützlinge. Sie bieten Schutz und Unterschlupf, insbesondere im Winter. Dichte Hecken aus heimischen Sträuchern wie Haselnuss, Hainbuche oder Weißdorn sind ideal. Auch Obstbäume sind wertvoll, da sie im Frühjahr blühen und Nektar und Pollen liefern. Beispiele für nützlingsfreundliche Gehölze sind:
- Haselnuss: Bietet Unterschlupf für Marienkäfer und andere Nützlinge.
- Hainbuche: Dichte Hecke, guter Lebensraum für Nützlinge.
- Weißdorn: Blüten und Früchte sind wertvoll für Insekten und Vögel.
- Schlehe: Frühe Blütezeit, wichtig für frühe Nützlinge.
- Holunder: Blüten und Beeren sind wertvoll für Insekten und Vögel.
- Obstbäume (Apfel, Birne, Kirsche etc.): Blüten sind wichtige Nektarquellen im Frühjahr.
Wie Sie Ihren Garten nützlingsfreundlich gestalten
Neben der richtigen Pflanzenwahl gibt es noch weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihren Garten nützlingsfreundlich zu gestalten:
Vielfalt statt Monokultur
Pflanzen Sie vielfältig und vermeiden Sie große Monokulturen. Eine Mischung aus Blumen, Kräutern, Sträuchern und Bäumen schafft einen abwechslungsreichen Lebensraum für Nützlinge.
Wildblumenwiese anlegen
Verwandeln Sie einen Teil Ihres Rasens in eine Wildblumenwiese. Das ist einfacher als gedacht und bietet vielen Nützlingen Nahrung und Lebensraum. Düngen Sie die Fläche nicht und mähen Sie sie nur ein- bis zweimal im Jahr.
Insektenhotel aufstellen
Ein Insektenhotel bietet Nützlingen wie Wildbienen, Marienkäfern und Florfliegen Unterschlupf und Nistmöglichkeiten. Platzieren Sie es an einem sonnigen, geschützten Ort.
Wasserstelle anbieten
Eine Wasserstelle, wie eine Vogeltränke oder ein kleiner Teich, ist wichtig für Nützlinge, besonders an heißen Tagen. Füllen Sie sie regelmäßig mit frischem Wasser.
Laubhaufen und Totholz belassen
Laubhaufen und Totholz bieten Nützlingen Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten. Lassen Sie im Herbst einen Laubhaufen in einer ruhigen Ecke des Gartens liegen und entfernen Sie Totholz nicht vollständig.

Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten
Verzichten Sie unbedingt auf chemische Pflanzenschutzmittel. Diese schädigen nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge und das gesamte Ökosystem im Garten. Setzen Sie stattdessen auf natürliche Methoden der Schädlingsbekämpfung, wie das Absammeln von Schädlingen, den Einsatz von Nützlingen oder Pflanzenjauchen.
Boden nicht versiegeln
Vermeiden Sie die Versiegelung von Böden. Naturböden sind Lebensraum für viele Nützlinge und wichtig für den Wasserhaushalt im Garten. Belassen Sie möglichst viele unbefestigte Flächen.
Garten nicht übertrieben „aufräumen“
Eine gewisse „Unordnung“ im Garten ist nützlingsfreundlich. Lassen Sie Stängel von Stauden und Kräutern über den Winter stehen, da sie Unterschlupf bieten. Entfernen Sie Laub nicht überall und lassen Sie Wildkräuter an einigen Stellen wachsen.
Fazit
Ein nützlingsfreundlicher Garten ist ein lebendiger und gesunder Garten. Durch die richtige Pflanzenwahl und die Umsetzung einfacher Maßnahmen können Sie Nützlinge anlocken und Ihren Garten auf natürliche Weise vor Schädlingen schützen. Investieren Sie in die Vielfalt und Natürlichkeit Ihres Gartens – es lohnt sich für Sie und die Umwelt!
Häufige Fragen zum Thema Nützlinge anlocken
Welche Nützlinge gibt es im Garten?
Zu den wichtigsten Nützlingen im Garten gehören Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Raubmilben, Raubwanzen, Ohrwürmer und Bodenkäfer. Sie alle haben unterschiedliche Aufgaben und Ernährungsweisen, tragen aber gemeinsam zu einem gesunden Ökosystem bei.
Wo kann man Nützlinge kaufen?
Nützlinge wie Marienkäferlarven, Florfliegenlarven oder Raubmilben können Sie im Gartenfachhandel oder in spezialisierten Onlineshops kaufen. Sie werden meist als Larven oder Eier geliefert und können direkt im Garten ausgebracht werden.
Wie lange dauert es, bis Nützlinge sich im Garten ansiedeln?
Das Ansiedeln von Nützlingen im Garten ist ein Prozess, der Zeit braucht. Es kann einige Wochen oder Monate dauern, bis sich eine stabile Nützlingspopulation entwickelt hat. Geduld und die Schaffung geeigneter Lebensbedingungen sind entscheidend.
Kann man Nützlinge auch überfüttern?
Nein, Nützlinge kann man nicht überfüttern. Sie regulieren ihre Population selbstständig in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot. Je mehr Schädlinge vorhanden sind, desto mehr Nützlinge werden sich ansiedeln und vermehren.
Was tun, wenn trotz Nützlingen Schädlinge auftreten?
Auch in einem nützlingsfreundlichen Garten kann es zu Schädlingsbefall kommen. Beobachten Sie die Situation genau. Oft reguliert sich das Problem von selbst, wenn die Nützlingspopulation anwächst. In akuten Fällen können Sie natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen oder Schädlinge von Hand absammeln.
