04/03/2026
Ausstechformen sind viel mehr als nur Küchenwerkzeuge. Sie sind der Schlüssel zu kreativen Back- und Bastelprojekten, die Freude bereiten und Erinnerungen schaffen. Ob beim weihnachtlichen Plätzchenbacken, beim Basteln mit Ton oder Fimo – mit den richtigen Ausstechern lassen sich individuelle Formen und Designs verwirklichen. Aber was tun, wenn der gewünschte Ausstecher nicht im Handel erhältlich ist? Oder wie reinigt man die filigranen Helferlein richtig, damit sie lange halten? Und wusstest du, dass alte Ausstechformen sogar Sammlerwert haben können? Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine spannende Reise durch die Welt der Ausstechformen und gibt dir wertvolle Tipps und Tricks für kreative Projekte und die richtige Pflege.

Ausstecher selber machen: Kreativität kennt keine Grenzen
Manchmal hat man eine ganz bestimmte Form im Kopf, die es im Handel einfach nicht zu kaufen gibt. Das muss aber kein Hindernis sein! Ausstechformen lassen sich nämlich ganz einfach selber basteln. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern ermöglicht auch die Gestaltung absolut einzigartiger Ausstecher, die perfekt zu deinen individuellen Projekten passen. Ob für ausgefallene Kekse, Tonfiguren oder Fimo-Schmuck – mit selbstgemachten Ausstechern sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Materialien für DIY-Ausstecher: Was du zu Hause findest
Für den Bau eigener Ausstechformen benötigst du keine teuren Spezialwerkzeuge oder exotischen Materialien. Oft finden sich die benötigten Dinge bereits im Haushalt. Hier eine Übersicht über gängige und leicht zu bearbeitende Materialien:
- Konservendosen und Aludosen: Leere Dosen aus Blech oder Aluminium sind ideal, besonders für größere Ausstecher. Sie sind stabil und lassen sich gut formen.
- Teelichter (leer): Das dünne Blech von Teelichtern eignet sich hervorragend für kleinere und filigrane Ausstecher. Es ist leicht zu biegen und zu schneiden.
- Grill- oder Kuchenteller aus Alu: Ähnlich wie Aludosen, bieten diese Teller eine größere Fläche für das Zuschneiden von Blechstreifen.
- Lochdraht (Baumarkt): Lochdraht ist etwas stabiler und eignet sich gut für Ausstecher, die eine gewisse Festigkeit benötigen.
- Federmessingband (Bastel- oder Elektrobedarf): Federmessingband ist besonders empfehlenswert, da es sich leicht biegen lässt, aber dennoch seine Form gut behält. Es ist ideal für präzise und detaillierte Ausstecher.
Anleitung: Schritt für Schritt zum selbstgemachten Ausstecher
Die Herstellung eines Ausstechers ist einfacher als du denkst. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung am Beispiel einer Konservendose:
- Vorbereitung des Materials: Wasche eine leere Konservendose gründlich aus und entferne das Etikett.
- Zuschneiden des Blechstreifens: Verwende eine Blechschere (oder eine stabile Haushaltsschere und eventuell eine Zange für den verstärkten Rand der Dose), um einen groben Streifen aus der Dose auszuschneiden. Achte dabei auf die gewünschte Höhe deines Ausstechers.
- Feinschliff des Blechstreifens: Mit einer alten Schere (Blech kann Scherenklingen beschädigen!) schneidest du den groben Blechstreifen in die gewünschte Breite zurecht. Sei vorsichtig, da Blech scharfe Kanten haben kann!
- Form biegen: Wenn du eine bestimmte Form im Sinn hast, zeichne diese zuerst auf Papier vor. Biege dann den Blechstreifen Stück für Stück mit einer Zange entlang der Vorlage. Für runde Biegungen eignet sich eine Rundzange oder das Biegen über einen runden Stift. Plane hier etwas Zeit und Geduld ein.
- Verschließen des Ausstechers: Lass ein Ende des Blechstreifens leicht überstehen. Biege ein Ende scharf ab und „stecke“ das gerade Ende in diese Ecke, um den Streifen zu fixieren.
- Fixierung der Nahtstelle: Für eine dauerhafte Verbindung kannst du die Nahtstelle verlöten (Lötkolben erforderlich). Alternativ funktionieren starkes Klebeband oder Sekundenkleber, besonders bei dünnem Blech von Teelichtern. Lass das Blech in diesem Fall etwas mehr überlappen.
Tipp für Anfänger: Starte mit einfachen Formen und verwende Teelichterblech. So sammelst du schnell Erfolgserlebnisse und wirst sicherer im Umgang mit dem Material.

Reinigung und Pflege von Ausstechformen: Langlebigkeit bewahren
Damit deine Ausstechformen lange Freude bereiten, ist die richtige Reinigung und Pflege entscheidend. Die Ansprüche variieren je nach Material. Hier ein Überblick über die gängigsten Materialien und ihre optimale Reinigung:
Materialien und Reinigungsmethoden im Vergleich
| Material | Reinigungsmethode | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Blech (Weiß- und Schwarzblech) | Handwäsche mit warmem Wasser und Spülmittel | Nicht spülmaschinengeeignet! Rostgefahr. Sofort gründlich abtrocknen. |
| Aluminium | Handwäsche mit warmem Wasser und Spülmittel | Kann in der Spülmaschine anlaufen. Besser Handwäsche und gründliches Trocknen. |
| Kunststoff (Plastik) | Handwäsche empfohlen, Spülmaschine nur bedingt | Herstellerangaben beachten! Günstige Kunststoffe können sich in der Spülmaschine verformen. |
| Silikon | Spülmaschinengeeignet oder Handwäsche | Pflegeleicht, hitzebeständig und rostfrei. |
| Edelstahl | Spülmaschinengeeignet oder Handwäsche | Rostfrei und hitzebeständig, sehr langlebig. |
Rost entfernen: Erste Hilfe für Blechausstecher
Trotz sorgfältiger Pflege kann es bei Blechausstechern manchmal zu Rostbildung kommen. Kein Grund zur Panik! Rost lässt sich in der Regel gut entfernen:
- Backpulver-Bad: Lege die rostigen Ausstecher für einige Minuten in eine Mischung aus Wasser und Backpulver.
- Cola-Bad: Alternativ kannst du die Ausstecher über Nacht in Cola einlegen. Die Säure löst den Rost.
- Mechanische Entfernung: Nach dem Einlegen bearbeite die Roststellen mit einer weichen Zahnbürste. Bei hartnäckigem Rost kann auch ein weicher Schwamm (keine kratzige Seite!) helfen.
Wichtig: Nach jeder Reinigung, egal ob Handwäsche oder Spülmaschine, solltest du Ausstechformen gründlich abtrocknen, bevor du sie verstaust. So beugst du Rost und Bakterienbildung vor.
Verwinkelte Formen reinigen: Filigrane Details pflegen
Besonders Ausstechformen mit filigranen Details und engen Stellen können eine Herausforderung bei der Reinigung darstellen. Teigreste setzen sich gerne in den Ecken fest. Hier helfen folgende Tipps:
- Zahnbürste: Eine weiche Zahnbürste ist ideal, um Teigreste aus schwer zugänglichen Stellen zu entfernen.
- Zahnstocher oder Nadeln: Für besonders hartnäckige Reste können Zahnstocher oder größere Nadeln vorsichtig eingesetzt werden.
- Sofortige Reinigung: Reinige die Ausstechformen am besten direkt nach Gebrauch, solange die Teigreste noch nicht getrocknet sind. Das erleichtert die Reinigung erheblich.
Die Geschichte der Ausstechformen: Mehr als nur Werkzeuge
Ausstechformen haben eine lange und faszinierende Geschichte, die weit über ihre praktische Funktion hinausgeht. Schon vor Jahrhunderten wurden Vorläufer der heutigen Ausstecher verwendet, um Teig in dekorative Formen zu bringen. Im Laufe der Zeit wandelten sich Materialien, Designs und Herstellungsweisen, und Ausstechformen entwickelten sich zu begehrten Sammlerobjekten.

Historischer Überblick: Von Holz bis Kunststoff
- Holz (Jahrhunderte zurück): Die ältesten bekannten Ausstechformen waren aus Holz geschnitzt. Sie dienten oft dazu, Muster in den Teig zu prägen, anstatt Formen auszuschneiden.
- Zinn (ab dem 18. Jahrhundert): Zinnausstecher wurden ab dem Ende des 18. Jahrhunderts populär. Amerikanische Zinngießer fertigten Ausstecher mit einer durchgehenden Rückplatte, während europäische Modelle meist nur den Umriss der Form hatten. Frühe Zinnausstecher zeigten einfache Formen wie Herzen, Sterne und Tiere.
- Aluminium (ab den 1920er Jahren): In den 1920er Jahren löste Aluminium Zinn als bevorzugtes Material ab. Aluminiumausstecher waren leichter und glänzender.
- Kunststoff (ab den 1940er Jahren): Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Kunststoffausstecher auf den Markt. Sie ermöglichten die Massenproduktion und eine größere Vielfalt an Formen und Farben.
Sammlerwert von Ausstechformen: Antike Schätze
Für Sammler sind besonders alte Zinnausstecher interessant, vor allem handgefertigte Exemplare. Der Wert hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Material und Alter: Antike Zinnausstecher aus dem 19. Jahrhundert oder älter sind besonders wertvoll. Je älter und seltener, desto höher der Wert.
- Form und Design: Ungewöhnliche und detailreiche Formen, wie Figuren (z.B. Menschen, Tiere, Fabelwesen) sind begehrter als geometrische Formen. Auch Ausstecher mit Bezug zu historischen Ereignissen oder Persönlichkeiten können wertvoll sein.
- Zustand: Ein guter Zustand ohne Löcher, Rost oder Brüche ist entscheidend für den Sammlerwert. Reparaturspuren mindern den Wert.
- Hersteller und Provenienz: Ausstecher bekannter Hersteller oder mit nachweisbarer Herkunft (z.B. Originalverpackung) können wertvoller sein.
Einige besonders wertvolle Ausstechformen haben bei Auktionen Preise im mehreren tausend Dollar-Bereich erzielt. Dazu gehören beispielsweise antike Ausstecher in Form einer laufenden Sklavenfigur oder der Freiheitsstatue. Auch Ausstecher mit Holzgriffen oder in originellen Formen wie Elchen mit übergroßem Geweih sind bei Sammlern begehrt.

FAQ: Häufige Fragen zu Ausstechformen
- Ist ein Keksausstecher dasselbe wie ein Plätzchenausstecher?
- Ja, Keksausstecher und Plätzchenausstecher sind im Prinzip dasselbe. Es handelt sich um Werkzeuge zum Ausstechen von Teig in bestimmte Formen. Je nach Region werden unterschiedliche Begriffe verwendet.
- Warum rosten Ausstechformen aus Blech?
- Blech, insbesondere Weiß- und Schwarzblech, ist anfällig für Rost, wenn es Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Daher ist es wichtig, Blechausstecher nach der Reinigung gründlich abzutrocknen und nicht in der Spülmaschine zu reinigen.
- Kann man Ausstechformen auch für andere Dinge als Kekse verwenden?
- Ja, Ausstechformen sind vielseitig einsetzbar! Sie eignen sich zum Basteln mit Ton, Fimo, Salzteig oder zum Ausstechen von Sandwiches, Gemüse, Obst oder Käse für dekorative Platten.
- Wo kann man besondere Ausstechformen kaufen?
- Neben dem klassischen Handel (Supermärkte, Haushaltswarengeschäfte) gibt es eine große Auswahl an besonderen Ausstechformen online, in Bastelgeschäften oder auf Kunsthandwerkermärkten. Auch personalisierte Ausstecher mit individuellen Motiven sind im Trend.
- Wie lagert man Ausstechformen am besten?
- Ausstechformen sollten trocken und geschützt vor Staub gelagert werden. Ideal sind Schubladen, Dosen oder Aufbewahrungsboxen. So bleiben sie sauber und griffbereit für den nächsten Einsatz.
Ausstechformen sind mehr als nur Werkzeuge – sie sind Helfer für kreative Projekte, Hüter von Traditionen und manchmal sogar kleine Kunstwerke. Egal ob selbstgemacht, geerbt oder neu gekauft: Mit der richtigen Pflege und ein wenig Kreativität begleiten sie uns durch viele Back- und Bastelsaisons und bereichern unser Leben mit Freude und schönen Formen.
