01/02/2026
Hast du dich jemals gefragt, ob du deine Pflanzen richtig gießt? Viele Pflanzenliebhaber kennen das Problem: Übergießen, Trauermücken oder Schimmel auf der Erde. Eine Lösung für diese Herausforderungen könnte die sogenannte „Bottom Watering“-Methode sein, oder auf Deutsch, die Bewässerung von unten. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff und welche Vorteile bietet diese Technik? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Pflanzenbewässerung ein und zeigen dir, wie du mit der Bewässerung von unten deine grünen Schätze optimal pflegen kannst.

- Die Vorteile der Bewässerung von unten
- Nachteile und Einschränkungen der Bewässerung von unten
- Für welche Pflanzen ist die Bewässerung von unten geeignet?
- Für welche Pflanzen ist die Bewässerung von unten weniger geeignet?
- Anleitung: Pflanzen von unten bewässern – Schritt für Schritt
- Was tun, wenn die Erde das Wasser nicht aufnimmt?
- Fazit: Die Bewässerung von unten als wertvolle Ergänzung zur Pflanzenpflege
Die Vorteile der Bewässerung von unten
Die Bewässerung von unten bietet eine Reihe von Vorteilen, die sowohl die Gesundheit deiner Pflanzen fördern als auch deine Pflanzenpflege erleichtern können.
Optimale Wasseraufnahme und Vermeidung von Übergießen
Einer der größten Vorteile ist, dass die Erde nur so viel Wasser aufnimmt, wie sie tatsächlich benötigt und speichern kann. Dies minimiert das Risiko des Übergießens erheblich, einem häufigen Fehler in der Pflanzenpflege, der zu Wurzelfäulnis führen kann. Da kein überschüssiges Wasser im Topf verbleibt, entfällt das lästige Auskippen des Übertopfes nach dem Gießen. Du sparst Zeit und musst dir keine Sorgen um Staunässe machen.
Vorbeugung von Trauermücken und Schimmel
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die oberste Erdschicht bei der Bewässerung von unten weniger nass wird als beim herkömmlichen Gießen von oben. Dies führt dazu, dass die Oberfläche schneller abtrocknet. Eine trockene Erdoberfläche ist ein weniger attraktiver Lebensraum für lästige Trauermücken und beugt zudem der Bildung von Schimmel auf der Erde vor. Deine Pflanzen sind dennoch optimal mit Feuchtigkeit versorgt, da die Wurzeln das Wasser von unten aufnehmen.
Schonende Bewässerung für Setzlinge und empfindliche Pflanzen
Wenn du Samen angepflanzt hast, verhindert die Bewässerung von unten, dass die Samen durch einen Wasserstrahl zu tief in die Erde gespült werden. Diese Methode ist besonders schonend für junge Setzlinge und empfindliche Pflanzen, deren Wurzeln noch nicht so robust sind.
Nachteile und Einschränkungen der Bewässerung von unten
Obwohl die Bewässerung von unten viele Vorteile bietet, gibt es auch einige Aspekte, die man berücksichtigen sollte.

Zeitaufwand und Platzbedarf
Diese Methode kann etwas aufwändiger sein als das reguläre Gießen von oben, da sie mehr Platz benötigt. Je nach Anzahl und Größe deiner Pflanzen kann es erforderlich sein, sie in die Badewanne zu tragen oder für jede Pflanze eine separate Schale zu verwenden. Dies kann insbesondere bei größeren Pflanzensammlungen zeitintensiver sein.
Potenzielle Übertragung von Schädlingen
Wenn du mehrere Pflanzen im selben Gefäß bewässerst, besteht die Gefahr, dass sich Schädlinge von einer Pflanze zur anderen übertragen. Es ist daher ratsam, entweder separate Schalen zu verwenden, das Wasser nach jeder Pflanze zu wechseln oder nur gesunde Pflanzen auf diese Weise zu bewässern, um die Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen zu vermeiden.
Nicht für alle Pflanzen und Situationen geeignet
Die Bewässerung von unten ist nicht für alle Pflanzen und Situationen gleichermaßen geeignet. Sehr große Pflanzen können schwer zu handhaben sein, und Pflanzen mit sehr hohem Wasserbedarf benötigen möglicherweise eine effizientere Bewässerungsmethode.
Für welche Pflanzen ist die Bewässerung von unten geeignet?
Grundsätzlich ist die Bewässerung von unten für die meisten Pflanzen geeignet. Besonders gut funktioniert sie jedoch bei bestimmten Pflanzengruppen:
Sukkulenten und Pflanzen für wenig Wasser
Sukkulenten, wie Kakteen und Aloe Vera, sowie andere Pflanzen, die wenig Wasser benötigen, profitieren besonders von dieser Methode. Ihre Erde trocknet gerne zwischen den Wassergaben fast vollständig aus, und die Bewässerung von unten stellt sicher, dass alle Wurzeln ausreichend Wasser erhalten, während gleichzeitig Staunässe vermieden wird.
Buschige Pflanzen und schwer zugängliche Erde
Bei Pflanzen mit dichtem oder buschigem Wuchs, bei denen die Erde schwer zugänglich ist, wie beispielsweise Sansevierien oder Aloe Vera, ist die Bewässerung von unten ideal. Du vermeidest so, Wasser über die Blätter zu gießen, was bei einigen Arten zu Fäulnis führen kann.

Stecklinge
Auch Stecklinge, die du durch die Vermehrung deiner Pflanzen gewonnen hast, lassen sich problemlos von unten bewässern. Diese Methode ist schonend für die jungen Wurzeln und fördert ein gesundes Wachstum.
Liste geeigneter Pflanzen (Auswahl)
- Aloe Vera
- Sansevieria
- Kakteen
- Echeverien
- Haworthien
- Viele weitere Zimmerpflanzen
Für welche Pflanzen ist die Bewässerung von unten weniger geeignet?
Es gibt auch Pflanzen und Situationen, in denen die Bewässerung von unten weniger empfehlenswert oder unpraktisch ist:
Sehr große Pflanzen
Sehr große Pflanzen sind schwer zu handhaben und benötigen große Gefäße für die Bewässerung von unten. Der Aufwand, sie anzuheben und in Wasser zu stellen, kann unverhältnismäßig hoch sein.
Pflanzen mit hohem Wasserbedarf
Pflanzen, die viel Wasser benötigen, wie beispielsweise das Einblatt, müssten sehr häufig von unten bewässert werden, was zeitaufwändig sein kann. In solchen Fällen ist das herkömmliche Gießen von oben oft effizienter.
Pflanzen in speziellen Substraten oder Gefäßen
Pflanzen in Hydrokultur, Vulkastrat, Kokoskörben oder Terrarien sind für die Bewässerung von unten nicht geeignet. Bonsais in flachen Schalen ohne Abzugslöcher sind ebenfalls eine Ausnahme, da sie spezielle Bewässerungsmethoden erfordern.
Liste ungeeigneter Pflanzen (Auswahl)
- Pflanzen in Hydrokultur
- Pflanzen in Vulkastrat
- Pflanzen in Kokoskörben
- Pflanzen in Terrarien
- Bonsais in flachen Schalen ohne Abzugslöcher
- Pflanzen mit sehr hohem Wasserbedarf (praktische Gründe)
Anleitung: Pflanzen von unten bewässern – Schritt für Schritt
Die Bewässerung von unten ist einfacher als du vielleicht denkst. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Bedarf prüfen: Überprüfe mit dem Fingertest, ob deine Pflanze Wasser benötigt. Stecke deinen Finger etwa 2-3 cm tief in die Erde. Wenn die Erde sich trocken anfühlt, ist es Zeit zu gießen.
- Vorbereitung: Nimm die Pflanze aus dem Übertopf. Pflanzen in Terrakotta-Töpfen können einfach vom Untersetzer gehoben werden.
- Wasserbad vorbereiten: Stelle die Pflanze mitsamt Innentopf in eine Schale, einen Eimer, die Badewanne oder Dusche. Reinige die Badewanne oder Dusche vorher kurz, um Rückstände von Reinigungsmitteln zu entfernen.
- Wasser einfüllen: Befülle die Schale oder das Gefäß mit Wasser, sodass etwa ein Viertel des Topfes im Wasser steht. Verwende idealerweise kalkarmes Wasser, um Kalkflecken auf der Erde zu vermeiden.
- Einwirkzeit: Warte 15-20 Minuten (je nach Größe der Pflanze), bis die Erde auch an der Oberfläche feucht ist und der Topf sich schwer anfühlt. Ist das Wasser vorher aufgesogen, kannst du noch etwas nachgießen.
- Abtropfen (optional): In der Regel ist kein Abtropfen notwendig, da die Erde nur die benötigte Wassermenge aufgenommen hat.
- Zurückstellen: Stelle die Pflanze zurück in den Übertopf oder auf den Untersetzer.
Was tun, wenn die Erde das Wasser nicht aufnimmt?
Manchmal kann es vorkommen, dass die Erde, insbesondere torfhaltige Erde, sehr trocken ist und das Wasser nicht gut von unten aufnimmt. In diesem Fall gibt es einen einfachen Trick:
- Feuchtigkeit prüfen: Grabe mit dem Finger oder einem Essstäbchen ca. 3-4 cm tief in die Erde.
- Feuchtigkeitsgrad beurteilen: Wenn die Erde in dieser Tiefe feucht ist (Erde bleibt am Finger oder Stäbchen kleben), ist alles in Ordnung. Nimm die Pflanze aus dem Wasserbad und stelle sie zurück.
- Nachhelfen: Wenn die Erde auch in der Tiefe trocken ist, gib der Pflanze einen kleinen Schluck Wasser von oben, um die Wasseraufnahme zu starten. Warte dann nochmals einige Minuten im Wasserbad.
Fazit: Die Bewässerung von unten als wertvolle Ergänzung zur Pflanzenpflege
Die Bewässerung von unten ist eine effektive und vorteilhafte Methode, um viele Pflanzen optimal mit Wasser zu versorgen. Sie hilft, Übergießen zu vermeiden, Trauermücken und Schimmel vorzubeugen und ist besonders schonend für empfindliche Pflanzen und Stecklinge. Obwohl sie in manchen Situationen etwas mehr Aufwand erfordert, überwiegen die Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden deiner Pflanzen. Probiere es einfach aus und entdecke, wie die Bewässerung von unten deine Pflanzenpflege bereichern kann!
