Sind Ambrosie und Goldrute dasselbe?

Ambrosia: Erkennen, Entfernen und Allergierisiko

10/11/2024

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Sie mag unscheinbar aussehen, doch die Ambrosiapflanze birgt ein erhebliches Gesundheitsrisiko, insbesondere für Allergiker. Ihre Pollen sind hochallergen und können starke Beschwerden auslösen. Dieser Artikel erklärt Ihnen, wie Sie Ambrosia erkennen, was Sie bei der Entfernung beachten müssen und wie Sie sich vor allergischen Reaktionen schützen können.

Wie sieht die giftige Pflanze Ambrosia aus?
Ambrosia-Pflanze erkennen Die Ambrosiapflanzen, auch Beifußblättriges Traubenkraut oder englisch 'Ragweed' genannt, können 20 bis 150 Zentimeter groß werden und sind oft buschig verzweigt. Die Blätter sind doppelt fiederschnittig und beiderseits grün.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Ambrosia und wie sieht sie aus?

Die Ambrosiapflanze, auch bekannt als Beifußblättriges Traubenkraut oder Ragweed, ist eine einjährige Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten in vielen Teilen Europas, darunter auch in Deutschland, stark ausgebreitet. Ambrosia kann eine Höhe von 20 bis 150 Zentimetern erreichen und wächst oft buschig verzweigt.

Merkmale zur Erkennung der Ambrosia:

  • Blätter: Die Blätter der Ambrosia sind doppelt fiederschnittig und auf beiden Seiten grün. Sie ähneln in ihrer Form den Blättern des Beifußes, sind aber feiner und zarter.
  • Stängel: Die Stängel sind behaart und fühlen sich rau an. Sie sind oft rötlich überlaufen.
  • Blüten: Ambrosia hat männliche und weibliche Blüten. Die männlichen Blütenstände sind traubenförmig und gelb-grün. Sie sitzen an den Astspitzen und ähneln kleinen Ähren. Die weiblichen Blüten sind unscheinbarer, knäuelartig und wachsen in den Blattachseln.
  • Wuchsform: Oft wächst Ambrosia sehr buschig und verzweigt.

Verwechslungsgefahr mit Gemeinem Beifuß

Die Ambrosia wird oft mit dem Gemeinen Beifuß verwechselt, der ebenfalls häufig vorkommt. Es gibt jedoch klare Unterscheidungsmerkmale:

  • Blattunterseite: Beim Gemeinen Beifuß ist die Blattunterseite silbrig-weiß behaart, bei der Ambrosia ist sie grün.
  • Geruch: Der Gemeine Beifuß hat einen aromatischen Geruch, Ambrosia ist geruchlos.

Wo wächst Ambrosia?

Ambrosia ist eine Pionierpflanze, die offene, sonnige Standorte bevorzugt. Man findet sie häufig:

  • Vogelfutterstellen: Besonders häufig keimt Ambrosia unter Vogelfutterstellen, da Vogelfutter, insbesondere solches mit Sonnenblumenkernen, oft Ambrosiasamen enthält.
  • Äcker und Brachflächen: Ambrosia ist ein typisches Ackerunkraut, besonders auf Sonnenblumenfeldern.
  • Straßenränder und Wegesränder: Auch an wenig gepflegten Straßenrändern und Wegen kann Ambrosia wachsen.
  • Gärten: In Gärten kann Ambrosia ebenfalls auftreten, vor allem in neu angelegten oder wenig bepflanzten Bereichen.

Achten Sie auf Ambrosia beim Vogelfutterkauf

Um die Verbreitung von Ambrosia zu vermeiden, sollten Sie beim Kauf von Vogelfutter auf ambrosiafreie Produkte achten. Viele Hersteller kennzeichnen ihr Futter entsprechend mit Hinweisen wie "100 Prozent frei von Ambrosia". Kontrollieren Sie zudem im Frühjahr regelmäßig die Bereiche unter Ihren Vogelfutterstellen auf keimende Ambrosiapflanzen.

Wann blüht Ambrosia?

Die Ambrosia keimt im April. Die Blütezeit beginnt in der Regel Mitte Juli und erreicht ihren Höhepunkt im August und September. Es ist ratsam, Ambrosia vor der Blütezeit zu entfernen, idealerweise im späten Frühjahr oder Frühsommer. Je früher Sie die Pflanze entfernen, desto besser, um die Pollenfreisetzung zu verhindern.

Wie wird Ambrosia richtig entfernt?

Das Entfernen von Ambrosia ist wichtig, um die Pollenbelastung zu reduzieren und die Ausbreitung der Pflanze zu verhindern. Beachten Sie folgende Punkte bei der Entfernung:

Schutzkleidung tragen

Tragen Sie beim Entfernen von Ambrosia immer Handschuhe, um Hautkontakt zu vermeiden. Bei blühenden Pflanzen ist zusätzliche Schutzkleidung empfehlenswert:

  • Feinstaubmaske: Um das Einatmen von Pollen zu verhindern, ist eine Feinstaubmaske (FFP2 oder FFP3) unerlässlich.
  • Langärmelige Kleidung und lange Hosen: Schützen Sie Ihre Haut vor Kontakt mit der Pflanze.
  • Schutzbrille: Eine Schutzbrille kann die Augen vor Pollen schützen.

Ambrosia mit Wurzel entfernen

Reißen Sie die Ambrosiapflanzen vorsichtig mit der Wurzel aus dem Boden. So verhindern Sie, dass die Pflanze wieder austreibt. Lockern Sie den Boden gegebenenfalls mit einer kleinen Schaufel oder einem Unkrautstecher, um das Ausreißen zu erleichtern.

Entsorgung im Hausmüll

Entsorgen Sie die Ambrosiapflanzen in einem gut verschlossenen Plastiksack im Hausmüll. Kompostieren Sie Ambrosia auf keinen Fall, da sich die Pollen und Samen so weiterverbreiten können. Auch blühende Pflanzen dürfen nicht kompostiert werden.

Nachkontrolle der Fundstelle

Kontrollieren Sie die Fundstelle nach drei bis vier Wochen erneut, um sicherzustellen, dass keine neuen Pflanzen nachgewachsen sind. Ambrosia kann aus Samen keimen, die im Boden verblieben sind.

Ambrosia und Allergien

Ambrosia besitzt ein extrem hohes allergenes Potenzial. Ihre Pollen können bereits in geringen Mengen allergische Reaktionen auslösen. Ambrosia-Pollen sind deutlich aggressiver als Birken- oder Gräserpollen.

Wie sieht die giftige Pflanze Ambrosia aus?
Der Stängel ist zunächst grün und behaart. Im Verlaufe des Sommers verfärbt er sich rötlich. Die unscheinbaren männlichen Blüten (gelbliche Staubfäden) sind traubenartig angeordnet und befinden sich am Ende der Triebe. Die weiblichen Blüten sitzen einzeln in den Achseln der oberen Blätter.

Symptome einer Ambrosia-Allergie

Die Symptome einer Ambrosia-Allergie ähneln denen anderer Pollenallergien (Heuschnupfen):

  • Niesen
  • Fließschnupfen
  • Verstopfte Nase
  • Juckende und tränende Augen
  • Husten
  • Atemnot bis hin zum Asthmaanfall

Auch Hautirritationen und Kontaktallergien können durch die Berührung der behaarten Stängel auftreten.

Gefahr der Allergieentwicklung

Besonders gefährlich ist, dass Ambrosia auch bei Menschen, die bisher keine Allergien hatten, eine Allergieentwicklung auslösen kann. Die hohe Allergenität der Ambrosia-Pollen und die späte Blütezeit, die die Pollensaison verlängert, machen sie zu einem ernstzunehmenden Problem für die öffentliche Gesundheit.

Ambrosia melden

Wenn Sie größere Bestände von Ambrosia entdecken, insbesondere an öffentlichen Orten wie Straßenrändern, Brachflächen oder Schnittblumenfeldern, sollten Sie diese melden. Größere Bestände ab etwa hundert Pflanzen sollten gemeldet werden.

Zuständige Stellen für die Meldung

Wenden Sie sich zur Meldung an das zuständige Landratsamt oder die Stadtverwaltung. Viele Kommunen haben spezielle Ansprechpartner oder Meldeformulare auf ihren Webseiten. Auch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bietet ein Meldeformular online an.

Ambrosia und Goldrute – Verwechslung ausgeschlossen

Oft werden Ambrosia und Goldrute (Goldenrod) verwechselt, da beide Pflanzen etwa zur gleichen Zeit blühen. Die Goldrute ist jedoch nicht für Allergien verantwortlich. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Pflanzen.

Unterschiede zwischen Ambrosia und Goldrute

MerkmalAmbrosiaGoldrute
BlütezeitJuli - SeptemberAugust - Oktober
BlütenfarbeGelb-grün, unscheinbarLeuchtend gelb, auffällig
PollenLeicht, windverbreitet, allergenSchwer, klebrig, insektenverbreitet, nicht allergen
BlätterDoppelt fiederschnittig, grünEinfach, länglich, gezähnt
StängelVerzweigt, behaartEinfach, wenig verzweigt
WuchsformEinjährigMehrjährig

Die Goldrute ist eine wertvolle einheimische Pflanze, die viele Insekten anzieht und keine Allergien auslöst. Sie können die Goldrute bedenkenlos in Ihrem Garten genießen. Ambrosia hingegen sollte konsequent bekämpft werden.

Fazit

Ambrosia ist eine Pflanze, die aufgrund ihres hohen Allergiepotenzials ernst genommen werden muss. Erkennen Sie die Pflanze, entfernen Sie sie sachgerecht und tragen Sie so dazu bei, die Pollenbelastung zu reduzieren und Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen zu schützen. Achten Sie auf ambrosiafreies Vogelfutter und melden Sie größere Bestände den zuständigen Behörden.

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