03/11/2023
Blei ist ein Schwermetall, das natürlich in der Umwelt vorkommt, aber auch durch menschliche Aktivitäten freigesetzt wird. Obwohl wir es oft nicht sehen oder riechen können, ist es wichtig, die potenziellen Gefahren von Blei zu verstehen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Exposition zu minimieren. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Blei auf den Körper, seine Präsenz in der Umwelt und in Pflanzen, und gibt praktische Tipps, wie Sie sich schützen können.

Was ist Blei und woher kommt es?
Blei gelangt auf verschiedene Weise in unsere Umwelt. Natürliche Quellen sind beispielsweise Vulkanausbrüche und Erosion. Allerdings stammen die größeren Mengen oft aus industriellen Prozessen, Bergbau und der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Früher war verbleites Benzin eine Hauptquelle für Bleiemissionen, aber auch heute noch gibt es zahlreiche Wege, wie wir Blei begegnen können.
Zu den wichtigsten Quellen für Blei gehören:
- Industrielle Prozesse: Metallverarbeitung, Batterieherstellung und bestimmte chemische Industrien setzen Blei in die Luft und ins Wasser frei.
- Alte Farben und Rostschutzanstriche: Bis in die 1970er Jahre wurden bleihaltige Farben häufig verwendet. In älteren Gebäuden und Gegenständen können diese Farben noch immer eine Bleiquelle darstellen.
- Keramikgeschirr und Künstlerfarben: Bestimmte Keramikglasuren und Künstlerfarben können Blei enthalten.
- Beiztes Wildfleisch: Bleihaltige Munition kann Wildfleisch kontaminieren.
- Tabakrauch: Tabakpflanzen nehmen Blei aus dem Boden auf, und dieses gelangt beim Rauchen in den Körper.
Wie wirkt Blei im Körper?
Blei ist ein toxisches Schwermetall, das sich im Körper anreichert. Wir nehmen Blei hauptsächlich über die Atemluft, die Nahrung und das Trinkwasser auf. Einmal im Körper, wird Blei in verschiedenen Organen und Geweben gespeichert, insbesondere in den Knochen, Muskeln und im Gehirn. Das Problem dabei ist, dass Blei dort über Jahre verbleiben kann und langsam wieder freigesetzt wird. Selbst lange nach einer Bleibelastung kann die Blutkonzentration noch erhöht sein.
Besonders besorgniserregend ist die Aufnahme von Blei durch ungeborene Kinder und Säuglinge. Blei kann die Plazentaschranke passieren und so bereits im Mutterleib auf das Kind übertragen werden. Auch über die Muttermilch kann Blei in den Körper des Babys gelangen. Da das Nervensystem von Kindern noch in der Entwicklung ist, sind sie besonders anfällig für die schädlichen Auswirkungen von Blei.
Gesundheitliche Folgen einer Bleivergiftung
Eine Bleivergiftung, auch Plumbismus genannt, kann eine Vielzahl von Symptomen und gesundheitlichen Problemen verursachen. Die Schwere der Symptome hängt von der Höhe und Dauer der Bleiexposition ab.

Zu den typischen Symptomen einer Bleivergiftung gehören:
- Neurologische Symptome: Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme, Kopfschmerzen, verlangsamte Reaktionen, verminderte Intelligenz, irreparable Hirnschäden, Krampfanfälle, Koma.
- Gastrointestinale Symptome: Bauchschmerzen (Bleikoliken), Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit.
- Weitere Symptome: Blutarmut, Nierenschäden, erhöhter Blutdruck, Muskelschwäche, Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit.
Es ist wichtig zu betonen, dass es keine sichere Bleikonzentration im Körper gibt. Jede Bleibelastung kann potenziell schädlich sein, insbesondere für Kinder. Daher ist es entscheidend, die Bleiexposition so gering wie möglich zu halten.
Blei in der Umwelt und in Pflanzen?
Blei kann sich in Böden anreichern, insbesondere in städtischen Gebieten, in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder alten Industrieanlagen. Die gute Nachricht ist, dass Pflanzen Blei in der Regel nicht in großen Mengen in ihre Gewebe aufnehmen. Blei bleibt hauptsächlich im Wurzelbereich und wird nur in geringen Mengen in die oberirdischen Pflanzenteile transportiert.
Allerdings können Bleipartikel auf der Oberfläche von Gemüse und Obst haften bleiben, insbesondere wenn sie in bleibelasteten Böden oder in der Nähe von Luftverschmutzungsquellen angebaut werden. Auch über Staub, der sich auf den Pflanzen absetzt, kann Blei auf Gemüse gelangen. Daher ist es wichtig, Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten gründlich zu waschen, bevor man es isst.
Was Sie im Garten beachten sollten:
- Boden testen: Wenn Sie Bedenken wegen einer Bleibelastung Ihres Gartenbodens haben, können Sie eine Bodenprobe nehmen und auf Schwermetalle testen lassen.
- Gemüse gründlich waschen: Waschen Sie Gemüse und Obst vor dem Verzehr immer gründlich mit kaltem Wasser ab, um Staub und eventuelle Bleipartikel zu entfernen. Besonders Blattgemüse, Brokkoli und Blumenkohl sollten sorgfältig gewaschen werden. Entfernen Sie die äußeren Blätter von Salaten und Kohlgemüse.
- Hochbeete verwenden: Wenn Ihr Boden stark belastet ist, können Sie Gemüse in Hochbeeten anbauen, die mit unbelasteter Erde gefüllt sind.
- Boden pH-Wert optimieren: Halten Sie den pH-Wert Ihres Gartenbodens im neutralen bis leicht alkalischen Bereich (pH 6,5-7). Dies kann die Aufnahme von Blei durch Pflanzen reduzieren.
- Kinder schützen: Achten Sie darauf, dass Kinder beim Spielen im Garten keinen Boden oder Staub in den Mund nehmen. Händewaschen nach der Gartenarbeit ist besonders wichtig.
Bleiwurz und Blei: Ein Missverständnis?
Die Bleiwurz (Ceratostigma) ist eine wunderschöne, blau blühende Gartenpflanze. Der Name mag irreführend sein, aber die Bleiwurz hat nichts mit Bleitoxizität zu tun. Der Name bezieht sich lediglich auf die bleiblaue Farbe ihrer Blüten.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Bleiwurz giftig ist für Mensch oder Tier. Sie ist eine beliebte Zierpflanze, die in vielen Gärten gedeiht und Bienen und andere Insekten anzieht. Sie können die Bleiwurz also unbesorgt in Ihrem Garten pflanzen, ohne sich um Bleivergiftung sorgen zu müssen.
Wie kann man Bleibelastung reduzieren?
Gesetze und Vorschriften spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Bleibelastung. In vielen Ländern gibt es Grenzwerte für Blei in Lebensmitteln, Trinkwasser, Gebrauchsgegenständen und am Arbeitsplatz. Auch die Verwendung von Blei in bestimmten Produkten, wie beispielsweise Farben, wurde eingeschränkt.
Aber auch jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Bleiaufnahme zu minimieren:
- Regelmäßig Hände waschen: Waschen Sie Ihre Hände gründlich vor dem Essen und nach der Gartenarbeit oder dem Kontakt mit potenziell bleibelasteten Materialien.
- Gemüse und Obst gründlich waschen: Wie bereits erwähnt, ist das gründliche Waschen von Gemüse und Obst entscheidend.
- Staub reduzieren: Halten Sie Ihr Zuhause sauber und staubfrei, insbesondere wenn Sie in einem älteren Gebäude wohnen oder in der Nähe von Industriegebieten leben. Verwenden Sie feuchte Tücher zum Staubwischen und vermeiden Sie das Aufwirbeln von Staub beim Kehren.
- Trinkwasser testen: In älteren Häusern können Bleirohre oder bleihaltige Lötstellen in den Wasserleitungen vorhanden sein. Lassen Sie Ihr Trinkwasser testen, insbesondere wenn Sie schwanger sind oder kleine Kinder im Haus haben.
- Vermeiden Sie bleihaltige Produkte: Achten Sie beim Kauf von Keramikgeschirr, Spielzeug und anderen Produkten auf Hinweise, dass sie bleifrei sind.
- Sichere Sanierung alter Gebäude: Bei Renovierungsarbeiten in älteren Gebäuden, in denen bleihaltige Farben verwendet wurden, sollten Sie besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Freisetzung von Bleistaub zu vermeiden.
Fragen und Antworten zu Blei
F: Ist Blei immer gefährlich?
A: Ja, Blei ist ein toxisches Schwermetall, und jede Exposition kann potenziell schädlich sein. Es gibt keine sichere Bleikonzentration im Körper.
F: Sind Kinder stärker gefährdet durch Blei?
A: Ja, Kinder sind besonders gefährdet, da ihr Nervensystem noch in der Entwicklung ist und sie Blei leichter über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen.

F: Kann man eine Bleivergiftung behandeln?
A: Ja, eine Bleivergiftung kann behandelt werden. Die Behandlung hängt von der Schwere der Vergiftung ab und kann Chelat-Therapie umfassen, bei der Medikamente eingesetzt werden, um Blei aus dem Körper zu entfernen.
F: Sollte man auf Gemüse aus dem eigenen Garten verzichten, wenn der Boden bleibelastet ist?
A: Nein, Sie müssen nicht unbedingt auf Gemüse aus dem eigenen Garten verzichten. Durch die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen, wie gründliches Waschen und den Anbau in Hochbeeten, können Sie das Risiko einer Bleiexposition deutlich reduzieren.
F: Wo kann ich meinen Boden auf Blei testen lassen?
A: Bodenproben können in landwirtschaftlichen Labors oder Umweltlabors getestet werden. Informationen dazu erhalten Sie in der Regel bei Ihrer Gemeinde oder Ihrem Landwirtschaftsamt.
Fazit
Blei ist ein allgegenwärtiges Schwermetall, dessen Gefahren man nicht unterschätzen sollte. Durch Wissen und Vorsichtsmaßnahmen können wir jedoch die Bleiexposition minimieren und unsere Gesundheit und die unserer Familien schützen. Achten Sie auf mögliche Bleiquellen in Ihrem Alltag, befolgen Sie die empfohlenen Verhaltensregeln und bleiben Sie informiert, um die Risiken von Blei zu reduzieren.
