Wie kommen Blattläuse aufs Blatt?

Blattläuse & Ameisen: Symbiose im Garten

08/10/2024

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Wer einen Garten besitzt oder sich mit Pflanzen beschäftigt, hat sie sicherlich schon oft gemeinsam beobachtet: Blattläuse und Ameisen. Auf den ersten Blick mag es scheinen, als ob die Ameisen die Blattläuse fressen würden, doch das Gegenteil ist der Fall. Zwischen diesen beiden Insektenarten besteht eine bemerkenswerte Symbiose, von der beide Seiten profitieren. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe dieser Beziehung, erklärt, warum Ameisen Blattläuse 'melken' und gibt Ihnen praktische Tipps, wie Sie Blattläuse und die damit verbundenen Ameisen auf natürliche Weise bekämpfen können.

Sind Blattläuse ansteckend?
Die Frage, wie man sich mit Läusen anstecken kann, lässt sich recht einfach beantworten: durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt. Die kleinen Blutsauger sind weder in der Lage zu fliegen noch zu springen, können sich dafür mit ihren Klammerbeinen aber umso besser festhalten und sehr gut und schnell klettern.
Inhaltsverzeichnis

Warum treten Ameisen und Blattläuse oft gemeinsam auf?

Um das Zusammenspiel von Ameisen und Blattläusen zu verstehen, ist es wichtig, die Ernährungsgewohnheiten der Blattläuse zu kennen. Blattläuse sind kleine Schädlinge, die sich von Pflanzensaft ernähren. Mit ihren stechenden Mundwerkzeugen dringen sie in die Pflanzen ein und saugen den zuckerhaltigen Phloemsaft. Dieser Saft ist zwar reich an Zucker, enthält aber vergleichsweise wenig Proteine. Um ihren Proteinbedarf zu decken, müssen Blattläuse große Mengen davon aufnehmen. Den überschüssigen Zucker scheiden sie in Form von Honigtau wieder aus.

Und genau dieser Honigtau ist es, der die Ameisen so anzieht. Honigtau ist eine zuckerhaltige, klebrige Substanz, die für Ameisen eine wertvolle Nahrungsquelle darstellt. Er enthält nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch wichtige Aminosäuren und andere Nährstoffe. Ameisen sind regelrechte Feinschmecker, wenn es um Honigtau geht. Sie fressen die klebrigen Ausscheidungen, die auf Blättern und Stängeln kleben, oder saugen den Honigtau sogar direkt vom Hinterleib der Blattläuse ab.

Besonders angetan vom Honigtau sind bestimmte Ameisenarten wie die Braune Wegameise und die Schwarze Wegameise. Diese Arten sind häufig in Gärten anzutreffen und zeigen ein besonders ausgeprägtes Interesse an Blattläusen. Sie gehen sogar so weit, die Blattläuse regelrecht zu 'melken'.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht nur Blattläuse Honigtau produzieren. Auch einige Schildlausarten und Zikaden, die ebenfalls Pflanzensaft saugen, scheiden Honigtau aus und können daher in ähnlicher Weise mit Ameisen in Symbiose leben.

Fressen Ameisen Blattläuse? – Schutz vor Fressfeinden

Entgegen der ersten Annahme fressen Ameisen keine Blattläuse. Im Gegenteil, sie hegen und pflegen die Blattläuse sogar. Der Grund dafür ist der begehrte Honigtau. Ameisen betrachten Blattläuse als eine Art 'lebende Zuckerlieferanten'. Um ihre Honigtauquelle zu schützen, verteidigen sie die Blattläuse sogar aktiv gegen Fressfeinde.

Blattläuse haben natürliche Feinde, die ihnen im Garten das Leben schwer machen können. Zu den wichtigsten Fressfeinden zählen Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven und Schlupfwespen. Diese Nützlinge können helfen, eine übermäßige Vermehrung von Blattläusen zu verhindern und das ökologische Gleichgewicht im Garten aufrechtzuerhalten.

Ameisen schrecken jedoch nicht davor zurück, diese natürlichen Feinde der Blattläuse zu attackieren und zu vertreiben. Sie gehen sogar so weit, Marienkäferlarven zu töten oder Florfliegenlarven zu verjagen, um ihre 'Honigtau-Lieferanten' zu schützen. Indem sie die natürlichen Fressfeinde der Blattläuse fernhalten, tragen Ameisen indirekt zu einer stärkeren Blattlauspopulation bei.

Obwohl Ameisen keine Blattläuse fressen, sind sie im Garten nicht grundsätzlich schädlich. Sie erfüllen auch nützliche Aufgaben. Ameisen sind beispielsweise Fressfeinde anderer Schädlinge und tragen zur Humusbildung im Boden bei, indem sie organisches Material zerkleinern. Es ist also wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis im Garten zu finden.

Das "Melken" der Blattläuse durch Ameisen

Das Verhalten der Ameisen gegenüber den Blattläusen geht sogar noch weiter als nur der Schutz vor Fressfeinden. Einige Ameisenarten haben eine raffinierte Technik entwickelt, um die Honigtauproduktion der Blattläuse zu maximieren: das sogenannte 'Melken'.

Blattläuse geben den Honigtau normalerweise kontinuierlich ab. Dieser tropft dann von den Blättern, trocknet fest und wird für die Ameisen schwerer zugänglich. Um an den frischen, leicht verfügbaren Honigtau zu gelangen, 'melken' die Ameisen die Blattläuse regelrecht.

Der Melkvorgang sieht folgendermaßen aus: Die Ameisen trommeln mit ihren Antennen sanft auf den Hinterleib der Blattlaus. Dieses Antippen stimuliert die Blattlaus dazu, einen Tropfen Honigtau abzugeben. Die Ameise kann diesen Tropfen dann direkt nach der Ausscheidung aufsaugen. Dieses Verhalten erinnert stark an das Melken einer Kuh, daher der Begriff 'Melken der Blattlaus'.

Einige Ameisenarten gehen beim 'Melken' sogar noch einen Schritt weiter. Die in Südostasien beheimatete Ameisengattung Dolichocerus beispielsweise schickt Kundschafter aus, die nach Pflanzen suchen, die für Blattläuse geeignet sind. Wird eine solche Pflanze gefunden, transportieren die Ameisen die Blattläuse regelrecht zu der neuen Pflanze und 'melken' sie dort weiter. Dies zeigt die enge und komplexe Beziehung zwischen Ameisen und Blattläusen.

Können Blattläuse auf andere Pflanzen übergehen?

Ja, Blattläuse können problemlos auf andere Pflanzen übergehen. Sie sind zwar nicht flugfähig, aber sie können krabbeln und sich so von Pflanze zu Pflanze bewegen, besonders wenn die Pflanzen dicht beieinander stehen oder sich berühren. Auch der Wind kann eine Rolle spielen, indem er junge, noch nicht flugfähige Blattläuse auf andere Pflanzen weht.

Wenn Sie einen Blattlausbefall an einer Pflanze feststellen, ist es wichtig, schnell zu handeln, um eine Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern. Blattläuse können sich rasend schnell vermehren, insbesondere bei warmem und trockenem Wetter. Ein einzelnes Weibchen kann innerhalb weniger Wochen Hunderte von Nachkommen produzieren.

Können Blattläuse auf andere Pflanzen übergehen?
Außerdem können die Blattläuse schnell auf benachbarte Pflanzen übergehen, wenn diese ebenfalls ihrem Geschmack entsprechen. Daher raten wir dazu, Pflanzen regelmäßig auf einen Befall durch Blattläuse zu kontrollieren. Meist sind die grün, schwarz oder rötlich gefärbten Insekten an Triebspitzen zu sehen.

Die Geschwindigkeit, mit der sich Blattläuse ausbreiten können, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Blattlausart, den Umweltbedingungen und der Verfügbarkeit geeigneter Wirtspflanzen. Ein starker Befall kann sich innerhalb kurzer Zeit über den gesamten Garten ausbreiten, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Regelmäßige Kontrollen Ihrer Pflanzen auf Blattläuse sind daher unerlässlich. Achten Sie besonders auf Triebspitzen und Blattunterseiten, da sich Blattläuse dort bevorzugt ansiedeln. Je früher Sie einen Befall erkennen, desto einfacher ist es, ihn zu bekämpfen und eine Ausbreitung zu verhindern.

Blattläuse und Ameisen bekämpfen – Natürliche Methoden

Wenn Sie viele Ameisen an Ihren Pflanzen beobachten, ist dies oft ein sicheres Zeichen für einen Blattlausbefall. Da die Ameisen in erster Linie am Honigtau der Blattläuse interessiert sind, ist es ratsam, zuerst die Blattläuse zu bekämpfen. Sind die Blattläuse verschwunden, verschwinden in der Regel auch die Ameisen von selbst, da ihre Nahrungsquelle versiegt ist.

Für die Bekämpfung von Blattläusen gibt es verschiedene Methoden, wobei natürliche und biologische Mittel im Garten bevorzugt werden sollten. Hier einige bewährte Methoden:

Hausmittel gegen Blattläuse

Bei leichtem Befall können Hausmittel oft schon ausreichen. Bewährte Hausmittel sind:

  • Seifenlauge: Mischen Sie Schmierseife oder Kernseife mit Wasser (ca. 20 g Seife pro Liter Wasser) und sprühen Sie die befallenen Pflanzen damit ein. Die Seifenlauge verklebt die Atemöffnungen der Blattläuse.
  • Brennnesselbrühe: Setzen Sie Brennnesselbrühe an und verdünnen Sie sie im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Sprühen Sie die Pflanzen regelmäßig damit ein. Brennnesselbrühe stärkt die Pflanzen und kann Blattläuse abwehren.
  • Ölspray: Mischen Sie Pflanzenöl (z.B. Rapsöl, Neemöl) mit Wasser und etwas Spülmittel (Emulgator). Auch Ölsprays verkleben die Blattläuse.

Biologische Pflanzenschutzmittel

Bei stärkerem Befall oder wenn Hausmittel nicht ausreichend wirken, können biologische Pflanzenschutzmittel eine gute Alternative sein. Besonders empfehlenswert sind Mittel auf Basis von Neemöl. Neemöl wirkt auf natürliche Weise gegen Blattläuse und andere Schädlinge. Es hemmt den Appetit der Blattläuse und stört ihren Hormonhaushalt, was zu einem Absterben der Schädlinge führt. Neemöl-Produkte wie Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem sind im Handel erhältlich und einfach anzuwenden. Sie sind in der Regel nicht bienengefährlich und schonen Nützlinge, wenn sie sachgemäß angewendet werden.

Leimringe für Bäume

Bei Bäumen, die von Blattläusen befallen sind, können Leimringe eine sinnvolle Ergänzung zur Blattlausbekämpfung sein. Leimringe werden um den Baumstamm gewickelt und verhindern, dass Ameisen zu den Blattläusen in der Baumkrone gelangen. Der Leim auf den Ringen ist für Ameisen unüberwindbar. Dadurch werden die Blattläuse nicht mehr von den Ameisen geschützt und können besser von natürlichen Fressfeinden wie Marienkäfern bekämpft werden.

Wichtig bei der Anwendung von Leimringen ist, dass die Ameisen keine anderen Wege finden, um in die Baumkrone zu gelangen, beispielsweise über benachbarte Pflanzen oder Rankhilfen. Auch Baumpfähle und andere Stützen sollten mit Leimringen versehen werden.

Ameisen bekämpfen – auf Wegen und Terrassen

Wenn Ameisen auf Wegen, Terrassen oder gar im Haus lästig werden, können Hausmittel gegen Ameisen eingesetzt werden. Zimt beispielsweise mögen Ameisen nicht und meiden ihn. Auch Kaffee oder Backpulver können helfen, Ameisen zu vertreiben.

In der Regel ist es jedoch effektiver, die Ursache des Ameisenproblems zu beseitigen, nämlich die Blattläuse. Sind die Blattläuse bekämpft, verschwinden die Ameisen meist von selbst.

Sind Blattläuse "ansteckend"? – Übertragung auf andere Pflanzen

Im übertragenen Sinne kann man sagen, dass Blattläuse in gewisser Weise "ansteckend" sind, da sie sich leicht von einer Pflanze zur anderen ausbreiten können. Ähnlich wie bei Kopfläusen beim Menschen, die durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf übertragen werden, können Blattläuse auf Pflanzen übergehen, die sich berühren oder sehr nah beieinander stehen.

Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Krabbeln der Blattläuse von einer Pflanze zur anderen. Auch der Wind kann eine Rolle spielen, indem er junge, noch nicht flugfähige Blattläuse auf benachbarte Pflanzen weht. In seltenen Fällen können Blattläuse auch durch Gartenwerkzeuge oder Kleidung von Pflanze zu Pflanze übertragen werden, dies ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Um eine "Ansteckung" Ihrer Pflanzen mit Blattläusen zu vermeiden, ist es wichtig, befallene Pflanzen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Isolieren Sie befallene Pflanzen gegebenenfalls, um eine Ausbreitung auf gesunde Pflanzen zu verhindern. Achten Sie auch auf einen ausreichenden Pflanzabstand, um die Übertragung von Blattläusen zu erschweren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Blattläusen und Ameisen

Können Blattläuse auf andere Pflanzen übergehen?

Ja, Blattläuse können leicht auf andere Pflanzen übergehen, insbesondere wenn diese in der Nähe stehen oder sich berühren. Sie krabbeln von Pflanze zu Pflanze oder werden durch den Wind übertragen.

Wie werde ich Blattläuse und Ameisen los?

Bekämpfen Sie zuerst die Blattläuse. Sind die Blattläuse verschwunden, verschwinden in der Regel auch die Ameisen von selbst. Verwenden Sie natürliche Methoden wie Hausmittel (Seifenlauge, Brennnesselbrühe) oder biologische Pflanzenschutzmittel (Neemöl). Bei Bäumen können Leimringe helfen.

Mit diesen Informationen und Tipps können Sie die faszinierende Symbiose zwischen Blattläusen und Ameisen besser verstehen und Ihre Pflanzen effektiv vor diesen Schädlingen schützen. Ein gesunder und blühender Garten ist der Lohn für Ihre Mühe!

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