22/11/2024
Blätterteig – ein Traum für jeden Feingebäck-Liebhaber und oft eine Herausforderung für Hobbybäcker. Die zarten, knusprigen Schichten, die beim Reinbeißen zerbrechen, sind das Ergebnis einer präzisen Technik und hochwertiger Zutaten. Aber was macht einen wirklich perfekten Blätterteig aus? Und wie gelingt er auch zu Hause? Bäckermeister und Konditormeister Rony Parijs von Corman teilt seine Expertise und gibt wertvolle Einblicke in die Welt des Blätterteigs.

Das Geheimnis knusprigen Blätterteigs
Eines der größten Rätsel beim Blätterteigbacken ist, wie man ihn lange knusprig hält. Viele kennen das Problem: Frisch aus dem Ofen ist er herrlich, aber nach kurzer Zeit wird er weich und verliert seine Textur. Ein entscheidender Faktor hierbei ist die richtige Fett-Wasser-Balance im Teig. Zu viel Feuchtigkeit kann dazu führen, dass der Teig schnell durchweicht. Das Verhältnis von Fett zu Mehl und Wasser muss genau stimmen. Auch die Backtemperatur und die Backzeit spielen eine wichtige Rolle. Eine zu niedrige Backtemperatur oder eine zu kurze Backzeit können dazu führen, dass der Teig nicht vollständig ausbäckt und innen feucht bleibt. Ein weiterer Aspekt ist die Lagerung des fertigen Gebäcks. Blätterteiggebäck sollte nach dem Auskühlen luftdicht verschlossen werden, um Feuchtigkeit aus der Umgebung fernzuhalten. Ideal ist eine Lagerung bei Raumtemperatur in einer Keksdose oder einem ähnlichen Behälter.

Die Rolle des Fetts: Butter ist nicht gleich Butter
Das Fett ist das Herzstück des Blätterteigs. Es trennt die Teigschichten und sorgt für die charakteristische Blätterung. Die Wahl des richtigen Fettes ist daher entscheidend. Viele Profis, wie Bäckermeister Rony Parijs von Corman, schwören auf hochwertige Tourierbutter. Was macht Tourierbutter so besonders? Sie hat einen idealen Fettgehalt von in der Regel über 82% und eine spezielle Konsistenz, die sich hervorragend zum Einarbeiten in den Teig eignet. Sie ist fester als normale Butter und lässt sich besser tourieren, ohne zu schnell zu schmelzen. Dies ist besonders wichtig, um die einzelnen Fettschichten im Teig zu erhalten, die später im Ofen für die Blätterung sorgen. Der geringere Wasseranteil in Tourierbutter im Vergleich zu normaler Butter ist ebenfalls ein Vorteil, da weniger Wasser im Teig die Knusprigkeit fördert. Corman bietet eine Reihe von Buttern speziell für diesen Zweck an, die auf die Bedürfnisse von Bäckern und Konditoren zugeschnitten sind. Diese Buttern sind oft auch geschmacksneutraler, um den Eigengeschmack der Füllung oder anderer Zutaten im Vordergrund zu lassen.
| Butterart | Fettgehalt | Wassergehalt | Schmelzpunkt | Eignung für Blätterteig |
|---|---|---|---|---|
| Normale Butter | ca. 80-82% | ca. 16-18% | 32-35°C | Gut geeignet, aber kann schneller schmelzen beim Tourieren |
| Tourierbutter | mind. 82% | max. 16% | 34-38°C | Sehr gut geeignet, ideal für professionelle Ergebnisse |
| Geklärte Butter (Butterschmalz) | ca. 99% | nahezu 0% | höher als normale Butter | Geeignet, sehr knusprig, aber weniger Buttergeschmack |
Hefeblätterteig optimieren
Neben dem klassischen Blätterteig gibt es auch den Hefeblätterteig, der beispielsweise für Croissants, Pain au Chocolat und andere Viennoiserie verwendet wird. Hier kommt noch die Hefe als Triebmittel hinzu. Die Herausforderung beim Hefeblätterteig ist, die richtige Balance zwischen Trieb und Blätterung zu finden. Eine zu starke Hefetätigkeit kann dazu führen, dass der Teig zu stark aufgeht und die Schichten weniger deutlich ausgeprägt sind. Um Hefeblätterteig zu optimieren, ist es wichtig, die Hefemenge und die Gärzeit genau zu kontrollieren. Verwenden Sie idealerweise frische Hefe oder qualitativ hochwertige Trockenhefe. Die Teigtemperatur spielt eine Rolle. Ein kühler Teig lässt die Hefe langsamer arbeiten und sorgt für eine bessere Struktur. Experten empfehlen, den Hefeblätterteig nach dem Tourieren ausreichend kühl zu lagern, bevor er gebacken wird. Dies verlangsamt die Hefetätigkeit weiter und entspannt den Gluten im Teig, was zu einer besseren Blätterung führt. Die Verwendung von kalter Butter und kaltem Wasser bei der Teigherstellung ist ebenfalls entscheidend, um die Teigtemperatur niedrig zu halten. Achten Sie auch auf eine nicht zu lange Knetzeit, um eine Überentwicklung des Glutens zu vermeiden, was den Teig zäh machen könnte.
Zeit sparen bei der Herstellung
Blätterteig herzustellen ist zeitaufwendig. Das Tourieren, also das wiederholte Falten und Ausrollen des Teigs, braucht Zeit und Geduld. Wer Zeit sparen möchte, kann auf einige Tricks zurückgreifen. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von vorgefertigtem Blätterteig aus dem Kühlregal oder der Tiefkühltruhe. Dieser ist zwar nicht ganz so hochwertig wie selbstgemachter, aber er spart viel Zeit und ist für viele Anwendungen eine gute Alternative, besonders im Alltag. Für ambitionierte Bäcker, die trotzdem Zeit sparen möchten, gibt es sogenannte Schnellblätterteig-Methoden, auch bekannt als Blitz-Blätterteig. Diese verkürzen die Tourierzeiten, indem sie die Anzahl der Faltvorgänge reduzieren oder spezielle Techniken anwenden. Eine gängige Methode ist beispielsweise, die kalte Butter in kleine Stücke zu schneiden und direkt mit dem Mehl zu vermengen, bevor Wasser hinzugegeben wird. Dies erfordert weniger Faltvorgänge, da die Butter bereits in kleineren Partikeln im Teig verteilt ist. Allerdings sollte man hier darauf achten, dass die Qualität des Teigs nicht zu sehr darunter leidet. Blitz-Blätterteig ist oft etwas weniger blättrig und fein in der Textur als klassischer Blätterteig, aber immer noch eine gute Option für zeitsparende Rezepte wie Quiches oder einfache Blätterteigteilchen.
Die richtige Technik beim Tourieren
Das Tourieren ist der Kern der Blätterteigherstellung. Dabei wird das Fett in den Teig eingearbeitet und durch wiederholtes Falten und Ausrollen in dünne Schichten verteilt. Es gibt verschiedene Touriertechniken, wie das einfache und das doppelte Tourieren. Beim einfachen Tourieren wird der Teig in drei Teile gefaltet, beim doppelten Tourieren in vier Teile. Die Wahl der Technik hängt von der gewünschten Blätterung und der Teigmenge ab. Das einfache Tourieren (3er-Tour) wird häufiger verwendet und ist etwas einfacher zu handhaben, während das doppelte Tourieren (4er-Tour) mehr Schichten erzeugt und für besonders feinen Blätterteig geeignet ist. Wichtig ist, den Teig zwischen den Touriergängen immer ausreichend zu kühlen, idealerweise für 30-60 Minuten im Kühlschrank, damit das Fett fest bleibt und sich nicht mit dem Teig vermischt. Ein zu warmer Teig führt dazu, dass die Butter schmilzt und sich mit dem Teig verbindet, was die Blätterung verhindert. Auch das Ausrollen sollte gleichmäßig und ohne zu viel Druck erfolgen, um die Fettschichten nicht zu zerstören. Verwenden Sie immer ausreichend Mehl auf der Arbeitsfläche und dem Teig, um ein Ankleben zu verhindern, aber vermeiden Sie zu viel Mehl, da dies den Teig trocken machen kann. Rollen Sie den Teig immer in eine Richtung aus und vermeiden Sie es, hin und her zu rollen, da dies die Glutenstruktur stören kann.
Backtipps für perfekten Blätterteig
Neben der Teigherstellung ist auch das Backen entscheidend für das Ergebnis. Blätterteig benötigt eine relativ hohe Backtemperatur, um richtig aufzugehen und knusprig zu werden. Idealerweise liegt die Temperatur zwischen 200 und 220 Grad Celsius im vorgeheizten Ofen. Wichtig ist, den Ofen gut vorzuheizen, mindestens 20-30 Minuten, um eine konstante und hohe Temperatur zu gewährleisten. Beim Backen entsteht Dampf im Teig, der für die Blätterung sorgt. Um diesen Dampf optimal zu nutzen, kann man zu Beginn der Backzeit etwas Wasserdampf in den Ofen geben. Dies kann man erreichen, indem man eine Schale mit heißem Wasser in den Ofen stellt oder den Ofen kurz bedampft, falls Ihr Ofen diese Funktion besitzt. Der Dampf verhindert, dass die Oberfläche des Teigs zu schnell verkrustet, und ermöglicht so ein besseres Aufgehen der Schichten. Nach etwa 10-15 Minuten Backzeit, wenn der Teig aufgegangen ist, kann der Dampf abgelassen werden, um eine goldbraune Farbe und Knusprigkeit zu fördern. Die Backzeit hängt von der Größe und Dicke des Gebäcks ab. Kleinere Teilchen benötigen weniger Zeit als größere. Blätterteiggebäck sollte goldbraun und knusprig gebacken sein. Ein gutes Zeichen dafür, dass es fertig ist, ist ein leicht hohles Geräusch, wenn man auf die Unterseite klopft. Lassen Sie das Gebäck nach dem Backen auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen, bevor Sie es servieren oder lagern.
Häufige Fragen zum Blätterteigbacken (FAQ)
- Warum wird mein Blätterteig nicht knusprig? Möglicherweise ist die Fett-Wasser-Balance nicht optimal, die Backtemperatur zu niedrig oder die Backzeit zu kurz. Auch zu viel Feuchtigkeit im Teig oder in der Umgebung kann die Knusprigkeit beeinträchtigen.
- Welche Butter ist die beste für Blätterteig? Tourierbutter mit hohem Fettgehalt (mindestens 82%) ist ideal, da sie weniger Wasser enthält und einen höheren Schmelzpunkt hat, was das Tourieren erleichtert und die Knusprigkeit verbessert.
- Kann ich Blätterteig auch ohne Butter machen? Für klassischen Blätterteig ist Butter unerlässlich, da sie für den Geschmack und die Blätterung verantwortlich ist. Es gibt aber auch Varianten mit pflanzlichen Fetten wie Margarine oder Pflanzenfett, die jedoch geschmacklich und von der Textur her anders sein können und oft weniger zufriedenstellende Ergebnisse liefern.
- Wie lagere ich Blätterteiggebäck, damit es knusprig bleibt? Am besten luftdicht und bei Raumtemperatur. Kühlschranklagerung kann die Knusprigkeit beeinträchtigen, da die Feuchtigkeit im Kühlschrank den Teig weich machen kann. Lagern Sie es in einer Keksdose oder einem luftdichten Behälter.
- Kann ich Blätterteig einfrieren? Ja, sowohl rohen als auch gebackenen Blätterteig kann man einfrieren. Rohen Teig vor dem Tourieren einfrieren, gebackenen Teig nach dem Abkühlen. Rohen Blätterteig am besten in flachen Portionen einfrieren, um das Auftauen zu erleichtern. Gebackenen Blätterteig kann man nach dem Auftauen kurz im Ofen aufbacken, um die Knusprigkeit wiederherzustellen.
Fazit: Geduld und hochwertige Zutaten führen zum Ziel
Blätterteigbacken ist eine Kunst, die etwas Übung und Geduld erfordert. Mit den richtigen Tipps und Tricks, hochwertigen Zutaten wie Corman Tourierbutter und der Beachtung der grundlegenden Prinzipien gelingt aber auch zu Hause ein perfekter, knuspriger Blätterteig. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Jeder Bäcker fängt mal an. Und das Ergebnis – ein selbstgemachtes, zartes und knuspriges Blätterteiggebäck – belohnt jede Mühe. Experimentieren Sie mit verschiedenen Füllungen und Formen und entdecken Sie die Vielseitigkeit dieses wunderbaren Teigs. Mit etwas Übung und den richtigen Techniken werden Sie bald zum Blätterteig-Meister!
