Welche Bäume gibt es in Frankreich?

Frankreichs Baumvielfalt und Waldgeschichte

12/11/2023

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Frankreich, ein Land von bemerkenswerter geografischer und klimatischer Vielfalt, beheimatet eine beeindruckende Vielfalt an Bäumen und Wäldern. Mit einer Waldfläche, die fast 30 % des französischen Festlandes bedeckt und sogar noch größer ist, wenn man die Überseegebiete hinzurechnet, spielen Wälder eine zentrale Rolle in der französischen Landschaft, Wirtschaft und Geschichte. Die Vielfalt der Baumarten in Frankreich ist ein Spiegelbild der unterschiedlichen Klimazonen des Landes, von mediterranen bis zu kontinentalen und atlantischen Einflüssen, sowie der Vielfalt der Böden.

Welche Bäume gibt es in Frankreich?
ANTEIL DER HOLZARTENTraubeneiche 11 %Stieleiche 12 %Rotbuche 11 %Flaumeiche 4 %Kastanien 5 %Hainbuche 4 %Gemeine Esche 4 %Andere Laubholzarten 14 %
Inhaltsverzeichnis

Die Entwicklung der französischen Wälder im Laufe der Geschichte

Die Geschichte der französischen Wälder ist eng mit der menschlichen Zivilisation verwoben und reicht von der Zeit der Gallier bis in die heutige Zeit zurück. Über Jahrhunderte hinweg haben sich die Größe, Zusammensetzung und Bewirtschaftung der Wälder Frankreichs dramatisch verändert.

Die Wälder im Gallischen Zeitalter

Zur Zeit der Gallier, etwa 500 v. Chr. bis 400 n. Chr., bestand eine tiefe Verbindung zwischen Mensch und Wald. Die gallische Bevölkerung, insbesondere die Druiden, verehrten den Wald und nutzten ihn als Lebensgrundlage. Er lieferte Nahrung, Getränke und Baumaterial. Durch Rodungen entstandene Lichtungen wurden schnell wieder von der Natur zurückerobert. Die Römer brachten den Galliern neue Verwendungsmöglichkeiten für Holz näher, etwa für den Bau von Städten, Schiffen, Brücken, Thermen und Schmieden. In Friedenszeiten zwischen Galliern und Römern wuchs die Bevölkerung, was zu verstärkter Abholzung, besonders in den südlichen Wäldern, führte. Im Norden und Osten wurden Wälder aus strategischen Gründen von Straßen durchzogen. Ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Wert und die Notwendigkeit der Walderhaltung war in der gallischen Bevölkerung jedoch noch nicht vorhanden. Erst der Einfall der Hunnen im 5. Jahrhundert, der zu einem Bevölkerungsrückgang führte, reduzierte vorübergehend den Holzverbrauch.

Das Mittelalter: Waldbesitz und Rodungen

Im Mittelalter teilte sich der Waldbesitz auf drei Hauptgruppen auf: Klöster, Adelige und das Königshaus. Die Klöster, die zahlreich im 11. Jahrhundert entstanden, trugen zur Waldvernichtung bei, da sie oft mitten im Wald errichtet wurden. Adelige schützten Wälder, um dort zu jagen und Holz zu gewinnen. Der Wald diente auch als Zufluchtsort für Flüchtlinge. Ab dem 11. Jahrhundert erlebte Frankreich ein wirtschaftliches und demografisches Wachstum, da die Invasionen von Normannen und Ungarn nachließen. Dies führte zu einem Anstieg des Holzverbrauchs und die Rodung erreichte im späten 12. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Um 1300 begann sich die Einstellung zum Wald zu wandeln. Adelige begannen, den Wald zu pflegen, sowohl aus Sorge um die Jagd als auch aus Angst vor Holzmangel. Zu dieser Zeit bedeckte der Wald nur noch etwa 20 % der französischen Fläche. Erste Waldschutzmaßnahmen wurden ergriffen, und 1346 wurde ein erstes Gesetzbuch zum Schutz des Waldes erlassen. Die Pest von 1347 führte jedoch zu einem Bevölkerungsrückgang, der die Rodungen vorübergehend stoppte.

Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert: Kapitalismus und Waldwirtschaft

Ab dem 15. Jahrhundert prägte der Kapitalismus Europa, und Großgrundbesitzer strebten nach maximalem Profit. Der Holzverbrauch stieg weiter an, und der Holzhandel, auch mit tropischen Hölzern, nahm zu. Ein demografischer Aufschwung nach dem Ende der Pest und Friedenszeiten trug ebenfalls dazu bei. Während der Regierungszeit Ludwigs XII. gab es noch ausreichend Wald, doch in großen Städten wie Paris und Rouen klagte man bald über Holzmangel. Marine, Glasindustrie und Befestigungsanlagen benötigten große Mengen Holz. Der größte Holzverbraucher war jedoch das Metallhandwerk. Im 16. Jahrhundert gab es etwa 460 Handwerksbetriebe, die ein Sechstel des gesamten Holzbestandes verbrauchten. Unter den nachfolgenden Königen, die begeisterte Jäger waren, wuchs die Sorge um den Waldbestand. Franz II. führte Kontrollen ein, die zu einer Erholung der Waldfläche auf 35 % führten. Im 17. Jahrhundert prägten Religionskriege das Land, die im Gegensatz zum Hundertjährigen Krieg nicht zu einer Walderholung führten, da militärische Operationen viel Holz für Befestigungen und Artillerie erforderten. Im Jahr 1560 erschien das erste französische Buch, das sich ausschließlich mit dem Wald befasste, verfasst von Claude de Malleville. Unter Ludwig XIV. ab 1661 verschlechterte sich die Situation wieder. Der Wald bedeckte nur noch 26 % der Fläche. Finanzminister Jean-Baptiste Colbert übernahm die Waldwirtschaft und erließ Gesetze zum Waldschutz, die streng geahndet wurden. In Privatwäldern durften nur noch alle 10 Jahre Bäume gefällt werden, und für Holzverkäufe in Küsten- und Flussnähe war eine Genehmigung erforderlich, um den Schiffbau zu unterstützen. Trotz dieser Maßnahmen war die Waldfläche 1789 geringer als 1669. Im 18. Jahrhundert kam es zu Bürgerrevolten, und Friedensjahre nach dem Tod Ludwigs XV. waren kurzzeitig vorteilhaft für den Wald. Ab 1750 verschlechterte sich die Situation jedoch wieder. Der Naturforscher René-Antoine Férchauld de Réaumur forderte 1772 wissenschaftliche Walduntersuchungen, was zur Einführung neuer Baumarten wie Zeder und österreichische Kiefer führte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann man in einigen Regionen mit der Aufforstung, während in anderen Gebieten weiterhin gerodet wurde.

Von der Revolution bis zum Ende des Zweiten Kaiserreichs: Tiefstand und Wiederaufforstung

Die Zeit ab 1785 brachte bedeutende Veränderungen in der Waldgeschichte. Unter Napoleon III. erreichte die Waldfläche 1852 mit nur 16 % ihren Tiefststand. Kriege führten zu hohem Holzverbrauch, der durch Importe aus eroberten Gebieten kompensiert wurde. Obwohl die Forstwirtschaft stabiler wurde, waren Napoleons Reformen nicht immer vorteilhaft. Nach verlorenen Kriegen musste Frankreich Gebiete abtreten. Deutsche Forstwirtschaft beeinflusste französische Förster, was 1820 zur Gründung einer Forst- und Wasserwirtschaftsuniversität in Nancy führte. Im Zweiten Kaiserreich wurde systematisch Aufforstung betrieben. Napoleon III. ließ 1859 etwa 7654 Hektar Wald pflanzen.

Das 20. Jahrhundert bis heute: Erholung und modernes Waldmanagement

Zwischen den Weltkriegen wurde besonders in ehemaligen Kampfgebieten aufgeforstet. Frankreich exportierte Laubholz, musste aber noch zwei Drittel seines Holzbedarfs importieren. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich die Lage deutlich verbessert. 1965 wurde das „Office national des forêts“ (ONF) mit der Waldverwaltung betraut. In den letzten 25 Jahren ist die Waldfläche um 78.000 Hektar gewachsen, was einem jährlichen Zuwachs von 1,6 % entspricht.

Waldbesitz in Frankreich heute

Der Waldbesitz in Frankreich ist vielfältig strukturiert. Etwa drei Viertel (12,2 Millionen Hektar) der französischen Wälder sind Privatwald. Dieser ist stark parzelliert und auf etwa 3,5 Millionen Besitzer aufgeteilt, die im Durchschnitt jeweils 2,6 Hektar besitzen. Diese Parzellierung ist das Ergebnis von Erbteilungen gemäß dem Code civil von Napoleon Bonaparte. Der Körperschaftswald macht 15 % der Waldfläche aus, während der Staatswald 9 % einnimmt, einschließlich der Domänenforsten. Der öffentliche Wald wird vom Office national des forêts (ONF) verwaltet.

Regionale Zentren der Waldbesitzer (CRPF)

Angesichts der Bedeutung von Holz als Rohstoff wurden 1963 die Centres régionaux de la propriété forestière (CRPF), regionale Zentren der Waldbesitzer, geschaffen. Diese Stellen beraten Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihres Waldes und überwachen die Einhaltung des „Plan simple de gestion“ (PSG). Ein PSG ist ein Dokument, in dem Waldbesitzer ihre geplanten Forstmaßnahmen für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre festhalten. Die Vernachlässigung des PSG kann mit Geldstrafen geahndet werden.

Fazit

Die französischen Wälder sind ein wertvolles und vielfältiges Ökosystem, dessen Geschichte von menschlicher Nutzung und Naturschutz geprägt ist. Von den gallischen Wäldern bis zu den modernen Forstwirtschaftspraktiken hat sich die Beziehung der Menschen zum Wald stetig weiterentwickelt. Heute stehen die französischen Wälder vor neuen Herausforderungen, wie dem Klimawandel und der Notwendigkeit einer nachhaltigen Bewirtschaftung, um ihre ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Vielfalt der Baumarten, die unterschiedlichen Waldbesitzstrukturen und das Engagement für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft sind entscheidende Faktoren für die Zukunft der französischen Wälder.

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