23/10/2020
Für viele Familien in Deutschland und weltweit ist es ein liebgewonnenes Ritual: Nach den festlichen Weihnachtstagen steht der Abbau des Weihnachtsbaums an. Doch warum fällt dieser Zeitpunkt so oft auf den 6. Januar? Hinter diesem Datum verbirgt sich mehr als nur der kalendarische Ablauf der Feiertage. Es ist eng mit einem bedeutenden christlichen Fest verbunden: Dreikönigstag.

- Dreikönigstag: Mehr als nur das Ende der Weihnachtszeit
- Die Verbindung zwischen Dreikönigstag und dem Weihnachtsbaumabbau
- Weitere Gründe für den Abbau am 6. Januar
- Gibt es Alternativen zum 6. Januar?
- Was tun mit dem abgebauten Weihnachtsbaum?
- Fazit: Der 6. Januar als traditioneller Abbautermin
- Häufig gestellte Fragen zum Weihnachtsbaumabbau
Dreikönigstag: Mehr als nur das Ende der Weihnachtszeit
Der 6. Januar markiert in der christlichen Tradition den Dreikönigstag, auch bekannt als Epiphanias oder das Fest der Erscheinung des Herrn. Dieses Fest erinnert an den Besuch der Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar beim Jesuskind in Bethlehem. Der biblischen Erzählung nach folgten die Weisen aus dem Morgenland einem Stern, der sie zum Geburtsort Jesu führte. Dort huldigten sie dem neugeborenen König und brachten ihm wertvolle Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Dreikönigstag ist somit ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtsfestkreises und symbolisiert die Offenbarung Jesu für die ganze Welt, nicht nur für das jüdische Volk. Während Weihnachten die Geburt Jesu feiert, betont Dreikönigstag seine Bedeutung als Erlöser für alle Menschen, repräsentiert durch die Weisen aus fernen Ländern.
Die Verbindung zwischen Dreikönigstag und dem Weihnachtsbaumabbau
Die Tradition, den Weihnachtsbaum am 6. Januar abzubauen, ist eng mit der religiösen Bedeutung von Dreikönigstag verbunden. Da Dreikönigstag das Ende der Weihnachtszeit im kirchlichen Kalender markiert, wurde es im Laufe der Zeit üblich, auch die weihnachtliche Dekoration, insbesondere den Christbaum, an diesem Tag zu entfernen. Es symbolisiert gewissermaßen den Abschluss der Weihnachtsfeierlichkeiten und den Übergang zum „normalen“ Alltag.
Für viele Menschen ist es ein natürlicher Abschluss der festlichen Periode. Die üppige Dekoration, die Lichter und der Duft des Tannenbaums haben die Weihnachtszeit über begleitet und eine besondere Atmosphäre geschaffen. Nach Dreikönigstag ist es für viele Zeit, diese festliche Stimmung langsam ausklingen zu lassen und das Zuhause wieder „aufzuräumen“ und für das neue Jahr vorzubereiten.
Weitere Gründe für den Abbau am 6. Januar
Neben dem religiösen und traditionellen Hintergrund gibt es auch praktische Gründe, die für den 6. Januar als Abbautermin sprechen:
- Praktikabilität: Nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel beginnt für viele wieder der Arbeitsalltag und der Schulbetrieb. Der 6. Januar liegt oft günstig, da er entweder ein Werktag oder der Tag nach einem Feiertag (Neujahr) ist. So bleibt noch ein freier Tag oder das Wochenende, um den Baum und die Dekoration in Ruhe zu entfernen.
- Frische des Baumes: Ein echter Weihnachtsbaum beginnt nach etwa zwei Wochen in der warmen Wohnung langsam zu nadeln und auszutrocknen. Bis zum 6. Januar hat er meist seine maximale „Haltbarkeit“ erreicht. Ein Abbau zu diesem Zeitpunkt verhindert, dass der Baum zu stark nadelt und unnötig Arbeit verursacht.
- Traditionelle Gepflogenheiten: In vielen Familien und Regionen ist es einfach Tradition, den Baum am 6. Januar abzubauen. Diese Gewohnheit wird von Generation zu Generation weitergegeben und ist fester Bestandteil des weihnachtlichen Brauchtums.
Gibt es Alternativen zum 6. Januar?
Obwohl der 6. Januar der traditionell übliche Termin für den Abbau des Weihnachtsbaums ist, gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten. Manche Familien bevorzugen es, den Baum schon früher, etwa direkt nach Neujahr, abzubauen. Andere lassen ihn noch etwas länger stehen, manchmal sogar bis Mariä Lichtmess am 2. Februar, einem weiteren kirchlichen Fest, das das Ende des Weihnachtsfestkreises markiert.
Letztendlich ist der Zeitpunkt des Abbaus eine persönliche Entscheidung und hängt von individuellen Vorlieben, praktischen Erwägungen und familiären Traditionen ab. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Wichtig ist, dass der Abbau bewusst und mit Wertschätzung für die schöne Weihnachtszeit erfolgt.
Was tun mit dem abgebauten Weihnachtsbaum?
Nachdem der Weihnachtsbaum abgebaut ist, stellt sich die Frage nach der Entsorgung. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sowohl umweltfreundlich als auch praktisch sind:
- Kompostierung: Sofern es sich um einen unbehandelten Weihnachtsbaum ohne Lametta oder andere nicht kompostierbare Dekoration handelt, kann er kompostiert werden. Dazu sollte er jedoch vorher zerkleinert werden.
- Häckseldienst: Viele Kommunen bieten spezielle Häckseldienste für Weihnachtsbäume an. Dabei werden die Bäume abgeholt und zu Hackschnitzeln verarbeitet, die beispielsweise zur Energiegewinnung oder als Mulchmaterial verwendet werden können.
- Verbrennung im Lagerfeuer: In manchen Regionen ist es Brauch, die Weihnachtsbäume im Rahmen eines Lagerfeuers zu verbrennen. Dies sollte jedoch nur unter Beachtung der örtlichen Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen erfolgen.
- Abgabe an Sammelstellen: Viele Gemeinden richten nach Weihnachten spezielle Sammelstellen für Weihnachtsbäume ein. Dort können die Bäume kostenlos abgegeben werden und werden dann fachgerecht entsorgt oder recycelt.
Fazit: Der 6. Januar als traditioneller Abbautermin
Der 6. Januar, Dreikönigstag, ist aus gutem Grund der traditionelle Termin für den Abbau des Weihnachtsbaums. Er markiert das Ende der Weihnachtszeit im christlichen Kalender und bietet einen natürlichen Abschluss der festlichen Periode. Obwohl es auch andere Möglichkeiten gibt, bleibt der 6. Januar für viele ein liebgewonnenes Datum, um sich von ihrem Christbaum zu verabschieden und in das neue Jahr zu starten. Der Abbau des Baumes ist somit nicht nur eine praktische Notwendigkeit, sondern auch ein symbolischer Akt, der das Ende einer besonderen Zeit und den Beginn eines neuen Abschnitts markiert.
Häufig gestellte Fragen zum Weihnachtsbaumabbau
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Muss der Weihnachtsbaum unbedingt am 6. Januar abgebaut werden? | Nein, der 6. Januar ist der traditionelle Termin, aber es gibt keine feste Regel. Der Zeitpunkt des Abbaus ist eine persönliche Entscheidung. |
| Warum wird der Baum traditionell am 6. Januar abgebaut? | Weil der 6. Januar Dreikönigstag ist und das Ende der Weihnachtszeit im kirchlichen Kalender markiert. |
| Kann man den Weihnachtsbaum auch länger stehen lassen? | Ja, manche Menschen lassen ihn bis Mariä Lichtmess (2. Februar) stehen, aber das ist weniger üblich. |
| Was passiert mit den abgebauten Weihnachtsbäumen? | Sie werden kompostiert, gehäckselt, verbrannt (unter Auflagen) oder an Sammelstellen abgegeben, je nach Region und Möglichkeit. |
| Welche Bedeutung hat der Abbau des Weihnachtsbaums? | Er symbolisiert das Ende der Weihnachtszeit und den Übergang zum Alltag. Es ist ein Abschlussritual nach den Feiertagen. |
