30/03/2022
Der majestätische Baobab, auch bekannt als Affenbrotbaum, fasziniert mit seiner imposanten Erscheinung und seiner langen Lebensdauer. Wer die Möglichkeit hat, einen solchen Baum sein Eigen zu nennen, hegt vielleicht den Wunsch, ihn zu vermehren. Glücklicherweise ist die Vermehrung von Baobabs sowohl über Stecklinge als auch über Samen möglich. Dieser Artikel bietet Ihnen eine umfassende Anleitung, wie Sie erfolgreich Baobab-Setzlinge ziehen können, egal ob Sie bereits einen Baobab besitzen oder von Grund auf neu beginnen möchten.

Baobab-Vermehrung durch Stecklinge: Ein Ableger für neue Bäume
Die Vermehrung über Stecklinge ist eine praktikable Methode, um genetisch identische Nachkommen Ihres Baobabs zu gewinnen. Sie ist besonders dann interessant, wenn Sie bereits einen Baum haben und dessen besondere Eigenschaften erhalten möchten. Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist der späte Herbst oder Winter, kurz bevor der Baobab seine Blätter abwirft. Aber auch ein Rückschnitt im Sommer während der Wachstumsphase kann für die Stecklingsgewinnung genutzt werden.

Stecklinge schneiden und vorbereiten
Für die Stecklingsvermehrung benötigen Sie einen gesunden Trieb Ihres Baobabs. Wählen Sie einen Trieb, der nicht zu jung und nicht zu alt ist. Ein leicht verholzter Trieb mit einer Länge von etwa 10-15 cm ist ideal. Schneiden Sie den Steckling mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Gartenschere direkt unterhalb eines Blattknotens ab. Entfernen Sie die unteren Blätter des Stecklings, sodass nur noch einige Blätter an der Spitze verbleiben. Diese Blätter helfen dem Steckling bei der Wasseraufnahme und Photosynthese.
Bewurzelung im Wasser oder Sand
Es gibt zwei gängige Methoden, um Baobab-Stecklinge zu bewurzeln: im Wasserglas oder in feuchtem Sand.
Bewurzelung im Wasserglas
Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit Zimmerwarmen Wasser. Achten Sie darauf, dass nur der untere Teil des Stecklings im Wasser steht und die Blätter trocken bleiben. Stellen Sie das Glas an einen hellen, warmen Ort, aber vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig alle paar Tage, um Fäulnis vorzubeugen. Mit etwas Glück zeigen sich bereits nach wenigen Tagen erste weiße Wurzelspitzen an der Schnittstelle.
Bewurzelung in feuchtem Sand
Alternativ können Sie den Steckling direkt in einen Topf mit feuchtem Sand setzen. Verwenden Sie dafür am besten Quarzsand oder eine Mischung aus Sand und Kakteenerde. Stecken Sie den Steckling etwa 2-3 cm tief in den Sand. Halten Sie den Sand gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Stellen Sie den Topf ebenfalls an einen hellen und warmen Ort. Die Bewurzelung im Sand kann etwas länger dauern als im Wasserglas.
Geduld ist gefragt
Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, Geduld ist bei der Stecklingsvermehrung von Baobabs gefragt. Es kann einige Wochen dauern, bis sich ausreichend Wurzeln gebildet haben. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht sofort klappt. Wechseln Sie regelmäßig das Wasser im Wasserglas oder halten Sie den Sand im Topf feucht. Sobald die Wurzeln kräftig genug erscheinen, können Sie den Steckling in einen Topf mit geeigneter Erde umpflanzen.

Umpflanzen in Erde und erste Pflege
Verwenden Sie für das Umpflanzen am besten Kakteenerde, die Sie bei Bedarf noch mit etwas Sand vermischen können. Diese Erde ist durchlässig und verhindert Staunässe, was für Baobabs sehr wichtig ist. Wählen Sie einen Tontopf mit ausreichend Drainagelöchern, um einen guten Wasserabfluss zu gewährleisten. Legen Sie eine Schicht Kieselsteine oder Blähton auf den Topfboden, um die Drainage zusätzlich zu verbessern. Setzen Sie den bewurzelten Steckling vorsichtig in den Topf und füllen Sie ihn mit Erde auf. Gießen Sie den Steckling nach dem Umpflanzen vorsichtig an. In den ersten Wochen nach dem Umpflanzen sollten Sie den Steckling vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und die Erde leicht feucht halten.
Baobab-Vermehrung durch Samen: Der Weg zum eigenen Baum aus dem Kern
Die Vermehrung über Samen ist eine spannende Möglichkeit, Baobabs von Grund auf neu zu ziehen. Baobab-Samen haben eine sehr harte Schale, die das Keimen erschwert. Daher ist eine Vorbehandlung der Samen notwendig, um die Keimrate zu erhöhen.
Samen gewinnen und vorbereiten
Baobab-Samen können Sie aus reifen Früchten gewinnen oder im Fachhandel erwerben. Die Samen haben eine harte, dunkle Schale. Um die Keimung zu fördern, muss diese Schale aufgebrochen werden, damit Wasser eindringen kann. Es gibt verschiedene Methoden zur Vorbehandlung:
Skalpellieren oder Anfeilen
Eine Methode ist das Skalpellieren oder Anfeilen der Samenschale. Verwenden Sie ein scharfes Messer oder eine Feile, um die harte Schale vorsichtig anzuritzen oder anzurauen. Seien Sie dabei vorsichtig, um den Samen im Inneren nicht zu beschädigen.
Brühverfahren mit heißem Wasser
Eine weitere effektive Methode ist das Brühverfahren mit heißem Wasser. Übergießen Sie die Samen mit kochend heißem Wasser und lassen Sie sie für 24 Stunden in dem Wasser einweichen. Das heiße Wasser weicht die Samenschale auf und erleichtert das Keimen.
Einweichen in Wasser und Schälen
Eine kombinierte Methode, die besonders gute Ergebnisse erzielt, ist das Einweichen und anschließende Schälen der Samen. Weichen Sie die Samen zunächst für 24-48 Stunden in warmem Wasser ein. Nach dem Einweichen ist die Samenschale weicher und lässt sich vorsichtig mit den Fingernägeln oder einem kleinen Messer abziehen. Diese Methode erhöht die Keimrate deutlich.
Aussaat der Samen
Nach der Vorbehandlung können Sie die Samen aussäen. Verwenden Sie dafür Anzuchterde oder eine Mischung aus Kakteenerde und Sand. Füllen Sie einen Topf oder eine Anzuchtschale mit der Erde und drücken Sie die Samen etwa 1 cm tief in die Erde. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen warmen Ort mit einer Temperatur von 23-27°C. Ein Mini-Gewächshaus oder eine Abdeckung mit Frischhaltefolie kann helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Keimung zu beschleunigen.

Keimdauer und Weiterpflege
Die Keimdauer von Baobab-Samen kann variieren. In der Regel keimen die Samen nach 3-7 Wochen. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, entfernen Sie die Abdeckung und stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen hellen Standort. In den ersten Wochen nach der Keimung wachsen die Sämlinge zunächst langsam, da sie zunächst ein starkes Wurzelsystem entwickeln. Nach etwa 3 Monaten können Sie die jungen Baobabs in größere Töpfe mit Kakteenerde umpflanzen.
Allgemeine Pflege von Baobabs: Tipps für gesunde Bäume
Baobabs sind relativ pflegeleichte Pflanzen, wenn man ihre grundlegenden Bedürfnisse kennt. Sie sind an trockene und sonnige Standorte angepasst und vertragen keine Staunässe oder übermäßige Düngung.
Standort und Licht
Baobabs lieben sonnige und warme Standorte. Im Haus sollten Sie ihnen einen Platz am Südfenster bieten. Im Sommer können Sie Baobabs auch im Freien auf dem Balkon oder der Terrasse aufstellen. Achten Sie jedoch darauf, sie langsam an die pralle Sonne zu gewöhnen, um Sonnenbrand zu vermeiden.
Gießen und Düngen
Baobabs sind Sukkulenten und speichern Wasser in ihrem Stamm. Gießen Sie daher mäßig und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben gut antrocknen. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu Wurzelfäulnis führen kann. In der Wachstumsperiode von Frühjahr bis Herbst können Sie Baobabs alle 4-6 Wochen mit einem Kakteendünger düngen. Im Winter während der Ruhephase sollten Sie das Düngen einstellen.
Substrat und Topf
Verwenden Sie für Baobabs ein durchlässiges Substrat, wie Kakteenerde oder eine Mischung aus Kakteenerde und Sand. Wählen Sie einen Topf mit ausreichend Drainagelöchern und verwenden Sie eine Drainageschicht am Topfboden, um Staunässe zu vermeiden. Tontöpfe sind besser geeignet als Kunststofftöpfe, da sie atmungsaktiver sind und überschüssige Feuchtigkeit besser ableiten.
Rückschnitt und Formgebung
Baobabs wachsen in jungen Jahren sehr schnell in die Höhe. Um sie kompakter zu halten und die typische bauchige Form zu fördern, können Sie Baobabs zurückschneiden. Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist im Herbst oder Winter, bevor der Baum seine Blätter abwirft. Sie können den Haupttrieb und Seitentriebe einkürzen, um die gewünschte Form zu erreichen. Baobabs sind sehr regenerationsfähig und vertragen Rückschnitte gut.

Überwinterung
Baobabs sind nicht winterhart und müssen in der kalten Jahreszeit ins Haus geholt werden. Überwintern Sie Baobabs an einem hellen und kühlen Standort bei Temperaturen um 15°C. Gießen Sie im Winter nur sehr wenig, um die Erde leicht feucht zu halten und ein Austrocknen der Wurzeln zu verhindern. Düngen Sie während der Winterruhe nicht.
Häufig gestellte Fragen zur Baobab-Vermehrung
Kann man Baobabs im Haus züchten?
Ja, Baobabs lassen sich problemlos im Haus ziehen. Sie passen sich gut an die Bedingungen im Topf an und bleiben in der Regel kleiner als in der freien Natur. Achten Sie auf einen sonnigen Standort und eine gute Drainage.
Wie lange dauert es, bis ein Affenbrotbaum keimt?
Die Keimdauer von Baobab-Samen beträgt in der Regel 3-7 Wochen, kann aber je nach Vorbehandlung und Bedingungen variieren.
Kann man Baobabs als Bonsai ziehen?
Ja, Baobabs eignen sich gut für die Bonsai-Gestaltung. Durch regelmäßigen Rückschnitt und Drahtung lassen sich beeindruckende Bonsai-Baobabs gestalten.
Fazit: Mit etwas Geduld zum eigenen Baobab
Die Vermehrung von Baobabs ist weder über Stecklinge noch über Samen schwierig, erfordert aber etwas Geduld und Sorgfalt. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege können Sie jedoch erfolgreich Ihre eigenen beeindruckenden Affenbrotbäume ziehen und sich an diesen faszinierenden Pflanzen erfreuen. Ob als Zimmerpflanze oder im Sommer auf Balkon und Terrasse – ein selbstgezogener Baobab ist ein besonderer Blickfang und ein Stück afrikanische Exotik für Ihr Zuhause.
