18/11/2024
Bambus – in Gärten und als Baumaterial beliebt, doch wussten Sie, dass viele Bambusarten auch essbar sind? Vor allem die jungen Sprossen gelten in Asien seit Jahrhunderten als Delikatesse und erfreuen sich auch hierzulande wachsender Beliebtheit. Doch welcher Bambus eignet sich zum Verzehr? Wie bereitet man ihn sicher zu und was macht Bambussprossen so besonders? Dieser Artikel liefert Ihnen umfassende Informationen rund um das Thema essbarer Bambus.

- Ist Bambus essbar? – Grundlagen und Sicherheitshinweise
- Welche Bambusarten sind essbar?
- Zubereitung von Bambussprossen: So wird er sicher und lecker
- Bambus in der Küche: Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten
- Nährwerte und gesundheitliche Vorteile von Bambus
- Bambus aus dem eigenen Garten: Anbau und Ernte
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Essbarer Bambus – eine Bereicherung für die Küche
Ist Bambus essbar? – Grundlagen und Sicherheitshinweise
Ja, Bambus ist essbar, aber es gibt wichtige Punkte zu beachten. Nicht alle Bambusarten sind genießbar und roher Bambus kann sogar giftig sein. Der Grund dafür sind Blausäureglykoside, natürliche Toxine, die in rohen Bambussprossen enthalten sind. Diese werden jedoch durch Kochen abgebaut, wodurch Bambus sicher für den Verzehr wird. Daher gilt: Bambussprossen niemals roh essen.
Durch das Kochen werden nicht nur die Toxine neutralisiert, sondern auch Bitterstoffe reduziert, die ebenfalls in manchen Bambusarten vorkommen können. Der Kochprozess ist somit entscheidend für die Sicherheit und den Geschmack von essbarem Bambus.
Welche Bambusarten sind essbar?
Obwohl es über 1600 Bambusarten gibt, sind nur etwa 100 davon für den regelmäßigen Verzehr geeignet. Besonders beliebt und als essbar anerkannt sind Sprossen aus folgenden Gattungen:
- Bambusa: Diese Gattung umfasst viele essbare Arten, darunter Bambusa vulgaris und Bambusa oldhamii.
- Dendrocalamus: Auch Dendrocalamus-Arten wie Dendrocalamus asper und Dendrocalamus hamiltonii liefern schmackhafte Sprossen.
- Phyllostachys: Phyllostachys edulis (Moso-Bambus) ist eine der am häufigsten für den Verzehr genutzten Bambusarten.
Diese Arten sind nicht nur essbar, sondern werden auch für andere Zwecke wie Bauholz oder Gartenpflanzen kultiviert. Im Handel finden Sie meist Sprossen dieser Gattungen, entweder frisch, getrocknet oder eingelegt.

Zubereitung von Bambussprossen: So wird er sicher und lecker
Die richtige Zubereitung ist essentiell, um Bambussprossen sicher und genießbar zu machen. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Vorbereitung: Frische Bambussprossen haben feste, dunkelbraune Blätter. Diese müssen vor dem Kochen entfernt werden. Schneiden Sie den harten, unteren Teil der Sprosse ab.
- Schneiden: Schneiden Sie die Sprossen in Scheiben oder Stücke. Dünnere Scheiben kochen schneller und Bitterstoffe werden besser ausgewaschen.
- Kochen: Geben Sie die geschnittenen Bambussprossen in einen Topf mit reichlich Wasser. Bringen Sie das Wasser zum Kochen und lassen Sie die Sprossen mindestens 20-30 Minuten kochen. Das Kochwasser sollte anschließend weggegossen werden, da es die freigesetzte Blausäure enthält.
- Optional: Zweites Kochen: Für besonders bittere Sorten oder zur zusätzlichen Sicherheit kann ein zweites Kochwasser verwendet werden.
- Weiterverarbeitung: Nach dem Kochen sind die Bambussprossen bereit für die Weiterverarbeitung in verschiedenen Gerichten.
Tipp: In Japan wird Bambussprossen traditionell mit Reismehlwasser gekocht (sogenanntes „nuka“), um Bitterstoffe zu reduzieren und den Geschmack zu verbessern.
Bambus in der Küche: Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten
Bambussprossen sind unglaublich vielseitig und lassen sich in zahlreichen Gerichten verwenden. In der asiatischen Küche sind sie ein fester Bestandteil und werden in Suppen, Currys, Stir-Frys und Salaten eingesetzt. Hier einige Beispiele:
- Suppen: Bambussprossen verleihen Suppen eine knackige Textur und einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Bekannte Beispiele sind Ramen-Suppen (mit Menma, eingelegten Bambussprossen) oder vietnamesische Pho.
- Currys: In thailändischen Currys wie Tom Kha Gai oder Kaeng Tai Pla sind Bambussprossen eine beliebte Zutat.
- Stir-Frys: Bambussprossen passen hervorragend zu Gemüse, Fleisch oder Tofu in Wok-Gerichten.
- Salate: In asiatischen Salaten sorgen gekochte und abgekühlte Bambussprossen für Frische und Biss.
- Eingelegt: Eingelegte Bambussprossen (wie Menma oder Atchia) werden als Beilage oder Würzmittel verwendet.
Auch in der westlichen Küche können Bambussprossen eine interessante Ergänzung sein. Sie eignen sich als Beilage zu Fleischgerichten, in Aufläufen oder sogar als „Bambus-Spargel“ mit Sauce Hollandaise. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Nährwerte und gesundheitliche Vorteile von Bambus
Bambussprossen sind nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Sie sind kalorienarm und enthalten gleichzeitig viele wertvolle Nährstoffe:
- Vitamine: Bambussprossen sind eine gute Quelle für Thiamin (Vitamin B1), Niacin (Vitamin B3), Vitamin A, Vitamin B6 und Vitamin E.
- Mineralstoffe: Sie enthalten Mineralien wie Kalium, Phosphor und Kupfer.
- Ballaststoffe: Mit einem hohen Ballaststoffgehalt fördern Bambussprossen die Verdauung und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
- Aminosäuren: Bambussprossen enthalten verschiedene Aminosäuren, darunter auch essentielle.
Durch den geringen Fett- und Kohlenhydratgehalt sind Bambussprossen auch für eine bewusste Ernährung und für Diabetiker geeignet. Zudem werden Bambussprossen in der traditionellen Medizin positive Eigenschaften zugeschrieben, wie die Stärkung des Immunsystems und eine entzündungshemmende Wirkung.
Bambus aus dem eigenen Garten: Anbau und Ernte
Wer Bambus im Garten hat, fragt sich vielleicht, ob dieser auch essbar ist. Grundsätzlich können auch Sprossen aus Gartenbambus essbar sein, wenn es sich um die richtigen Arten (Bambusa, Dendrocalamus, Phyllostachys) handelt. Allerdings sind diese Arten in heimischen Gärten eher selten anzutreffen. Häufiger sind Sorten, die primär für Zierzwecke kultiviert werden.

Wichtig: Auch wenn Sie unsicher sind, um welche Bambusart es sich handelt, können Sie die Sprossen grundsätzlich nach der oben beschriebenen Kochmethode zubereiten. Achten Sie jedoch darauf, nur junge Sprossen zu ernten, solange sie noch unter der Erde oder knapp darüber sind. Diese sind zarter und weniger bitter.
Der Anbau von Bambus für den Verzehr in Europa ist noch wenig verbreitet, außer in Italien. Die meisten im Handel erhältlichen Bambussprossen stammen aus Asien oder Lateinamerika.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann man jeden Bambus essen?
- Nein, nicht alle Bambusarten sind essbar. Es gibt etwa 100 essbare Arten, hauptsächlich aus den Gattungen Bambusa, Dendrocalamus und Phyllostachys.
- Ist roher Bambus giftig?
- Ja, roher Bambus enthält Blausäureglykoside, die giftig sind. Daher sollte Bambus immer gekocht werden, bevor man ihn isst.
- Wie lange muss man Bambus kochen?
- Bambussprossen sollten mindestens 20-30 Minuten gekocht werden, um die Toxine zu neutralisieren.
- Wo kann man essbaren Bambus kaufen?
- Essbaren Bambus gibt es in Asia-Märkten, gut sortierten Supermärkten (frisch, eingelegt oder getrocknet) und online.
- Schmecken Bambussprossen bitter?
- Manche Bambusarten können Bitterstoffe enthalten. Durch das Kochen werden diese jedoch weitgehend reduziert. Ein zweites Kochwasser kann helfen, Bitterkeit weiter zu minimieren.
Fazit: Essbarer Bambus – eine Bereicherung für die Küche
Essbarer Bambus ist ein vielseitiges und gesundes Gemüse, das eine interessante Abwechslung in der Küche bietet. Mit der richtigen Zubereitung und der Auswahl geeigneter Sorten können Sie die exotischen Aromen und die gesundheitlichen Vorteile von Bambussprossen genießen. Ob in asiatischen Gerichten oder in kreativen Eigenkreationen – probieren Sie es aus und entdecken Sie die Welt des essbaren Bambus!
